Jura-Simplon-Bahn


Jura-Simplon-Bahn

Jura-Simplon-Bahn (Schweiz), ehemals Privatbahn, seit 1. Mai 1903 Bestandteil der schweiz. Bundesbahnen (s.d.), (937 km). Die J. ist am 1. Januar 1890 durch Fusion der Jura-Bern-Luzern-Bahn mit der Suisse-Occidentale-Simplon-Bahn entstanden. Noch im Laufe desselben Jahres war der Ankauf der Bern-Luzern-Bahn (s.d.) und der Linie Pont-Vallorbes erfolgt.

Die Jura-Bern-Luzern-Bahn umfaßte bei Übergang an die J. 371 km. Zu ihr gehörten: die Linien Bern-Zollikofen und Zollikofen-Biel-Neuenstadt der ehemaligen bernischen Staatsbahn (s.d.); sodann die Brünig-Bahn (s.d.) und mehrere Linien der ehemaligen bernischen Jura-Bahnen mit 94 km Betriebslänge. Von diesen Bahnen hat die Linie Delle-Delémont (Delsberg) -Basel eine internationale Bedeutung als Vermittlerin des englisch-französisch-belgischen Verkehrs nach Basel und der Schweiz, sowie im Transit durch die Schweiz nach Süddeutschland und über die Arlberg-Bahn nach Österreich. Die Bahn Basel-Delsberg-Biel und weiter über Neuenburg bildet die kürzeste Verbindung von Basel nach Genf. Sodann erschlossen diese Bahnen den Berner Jura und verbanden ihn mit dem sog. alten Kantonsteil. Sie wurden in den Jahren 1872–1877 dem Betrieb übergeben. Diese Bahnen haben durchweg den Charakter von Gebirgsbahnen mit zahlreichen Tunneln und Felsarbeiten durch die Ketten und Täler des Jura.

Das Netz der Suisse-Occidentale-Simplon-Bahn hatte vor der Fusion eine Betriebslänge von 602 km. Das alte Netz wurde 1873 durch Fusion aus der ehemaligen Ouest-Suisse und Franco-Suisse gebildet, dem später eine Reihe neuer Linien beigefügt wurden. Sodann betrieb die Suisse-Occidentale-Simplon-Bahn noch verschiedene kleinere Strecken.

Von der Ouest-Suisse-Bahn sind die Linien von der genferschen Grenze bei Versoix längs des Sees bis an die Grenze von Wallis bei St. Maurice, von Lausanne (Renens) über Yverdon nach Vaumarcus zum Anschluß an die Franco-Suisse-Bahn und die Verbindung Echandens-Bussigny gebaut und 1855/61 dem Betrieb übergeben worden.

Über die Konzession für die Linie von Lausanne nach Freiburg und der Berner Grenze (bei Thörishaus) und von Genf nach Versoix, kurzweg auch Oron-Bahn genannt, haben lebhafte Kämpfe innerhalb der beteiligten Kantone stattgefunden, die durch die eidgenössischen Räte beigelegt sind.

Unter den wichtigeren Bauwerken ist der große Viadukt über die Saane bei Freiburg hervorzuheben.

Die Linien der Franco-Suisse-Bahn wurden 1859 und 1860 dem Betrieb übergeben. Der Juraübergang von 941∙1 m absoluter Höhe über Meer war vor dem Durchstich der Mont d'Or-Tunnels von allen westschweizerischen der niedrigste.

Im Jahre 1873 erfolgte die vollständige Verschmelzung der drei vorgenannten Netze. An die Genehmigung der Fusion wurden Bedingungen geknüpft, die der fusionierten Gesellschaft bedeutende Lasten, namentlich den Bau neuer Linien, auferlegten.

Die Simplon-Bahn (s.d.) (ehemals Ligne d'Italie) ging 1881 in das Eigentum der Suisse-Occidentale-Simplon-Bahn über, die von da an die Firma Suisse-Occidentale-Simplon annahm.

Literatur: Meyer, Les chemins de fer de la Suisse Occidentale, Lausanne 1878. – Placid. Weißenbach, Das Eisenbahnwesen der Schweiz, I. T. Geschichte, Zürich 1913. – Albert Cuony, Les débuts des chemins de fer en Suisse 1913; Die Eisenbahnbrücke über die Saane bei Freiburg auf der Eisenbahn von Lausanne nach Bern über Freiburg (12. Blatt), herausgegeben vom schweizerischen Ingenieur- und Architekten-Verein, Zürich.

Dietler.


http://www.zeno.org/Roell-1912. 1912–1923.

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