Racing Straßburg


Racing Straßburg
Racing Straßburg
Racing Club Strasbourg.svg
Voller Name Racing Club de Strasbourg
Gegründet 1906 (als FC Neudorf)
2011 (Wiedergründung)
Stadion Stade de la Meinau
Plätze 29.200
Präsident Frédéric Sitterlé
Trainer François Keller
Liga CFA 2
2010/11 4. Rang (National)
Trikotfarben
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Heim
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Auswärts

Racing Straßburg (offiziell: „Racing Club de Strasbourg“) ist ein französischer Fußballklub aus der elsässischen Stadt Straßburg.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Verein wurde 1906 als FC Neudorf, benannt nach dem Straßburger Vorort, gegründet und spielte seit 1914 im Hämmerle-Garten in der Meinau. Nachdem das Reichsland Elsaß-Lothringen 1919 an Frankreich fiel, wurde er zunächst in RC Strasbourg-Neudorf, dann nach dem Verbot der deutschen Sprache und deutscher Ortsbezeichnungen 1921 in Racing Club de Strasbourg umbenannt.

Während der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg wurden die französischen Vereine verboten. Als „Ersatz“ für Racing beispielsweise wurde ein Rasen SC Straßburg geschaffen, der ab 1940 ebenso wie andere elsässische Vereine in den zwei Staffeln des Sportbereichs 14 a, der den Gauligen in anderen Reichsteilen entsprach, um die Meisterschaft spielte.

In den 1970er Jahren hieß der Verein zeitweise Racing Pierrots Strasbourg Meinau.

1979 feierte man den bisher größten Erfolg in der Vereinsgeschichte, als man französischer Meister wurde.

Dadurch spielte man in der Folgesaison im Europapokal der Landesmeister. Dort drang man bis ins Viertelfinale vor, wo man gegen Ajax Amsterdam den kürzeren zog (0:0, 1:4).

Wegen der Vereinsfarben Blau und Weiß wird Racing, ebenso wie die Nationalmannschaft, „Les Bleus“ - zu deutsch: die Blauen - genannt. Seine Heimspiele trägt der RC Strasbourg im Stade de la Meinau aus, das Platz für 29.200 Zuschauer bietet.

Am Ende der Saison 2009/10 stieg Racing in die National (D3) ab, sollte zwischenzeitlich sogar in die vierte Liga zwangsversetzt werden und wird damit zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte nur drittklassig spielen. Zudem befindet der RCS sich in finanziellen Schwierigkeiten, die als so gravierend eingeschätzt wurden, dass dem Klub der Konkurs droht.[1] Nachdem 2011 der direkte Wiederaufstieg misslang, drohen dem Klub die von Vereinspräsident Jafar Hilali, einem in London wohnhaften französischen Geschäftsmann, für diesen Fall angekündigten Einschränkungen: kein Antrag auf Verlängerung des Profistatus, Schließung der Straßburger Fußballschule und notfalls Anmeldung der Insolvenz.[2] Auch Ende Juni, wenige Wochen vor Beginn der neuen Saison, war noch völlig unklar, in welcher Liga das „Flaggschiff des Elsass“ 2011/12 antreten wird: der zukünftige Spielerkader, die Trainerfrage, der Ausgang mehrerer Kündigungsprozesse und die zukünftigen Besitzverhältnisse sowie die damit verknüpften Fragen der finanziellen Ausstattung sind von einer Klärung weit entfernt.[3] Mitte Juli 2011 entschied die zuständige Verbandskommission DNCG im Berufungsverfahren, dass Racing aufgrund von etwa 4 Mio. Euro Schulden endgültig in die vierte Liga strafversetzt wird. Dagegen bleibt dem Klub nur noch der ordentliche Rechtsweg. Die Elsässer verloren somit ihren Profistatus und die Straßburger Fußballschule.[4]

Daraufhin zog der avisierte Hilali-Nachfolger Sébastien Graeff seine Zusage zurück, Strasbourg zu unterstützen.[5] Nach einem Insolvenzverfahren (redressement judiciaire)[6] entschied das zuständige Straßburger Gericht am 22. August 2011 die Auflösung der Vereins-Kapitalgesellschaft. Die erste Mannschaft von Racing muss nun in der fünften Liga einen Neuanfang wagen.[7]

Ligazugehörigkeit

  • Erstklassig (Division 1, seit 2002 Ligue 1 genannt) spielte der Club 1934-1939, 1945-1952, 1953-1957, 1958-1960, 1961-1971,1972-1976, 1977-1986, 1988/89, 1992-2001, 2002-2006 und 2007/08.
  • Zweitklassig (Ligue 2): 1952/53, 1957/58, 1960/61, 1971/72, 1976/77, 1986-1988, 1989-1992, 2001/02, 2006/07 und 2008-2010
  • Drittklassig (National (D3)): 2010/11
  • Fünftklassig: ab 2011/12

Erfolge

Nur in den 1970er Jahren gehörte Racing vorübergehend zu den Spitzenteams des Landes; es gibt aber auch einige Erfolge jüngeren Datums:

Liste der Trainer

  • 1928-1930: Oscar Bongard
  • 1930-1932: Adolf Riebe
  • 1932-1933: Louis Neureuther
  • 1933-Januar 1934: Robert Fischer
  • Januar 1934-1935: Fritz Kerr
  • 1935-1939: Josef Blum
  • 1939-1940: Rumbold
  • 1941-1944: Karl Bostelaar
  • 1945-1947: Émile Veinante
  • 1947-1948: Kaj Andrup
  • 1948-1949: Émile Veinante
  • 1949- April 1952: Charles Nicolas
  • April 1952-1953: Segundo Pascual
  • 1953-1955: „Pépi“ Humpál
  • 1955-1956: Oscar Heisserer
  • 1956-1957: Jean Avellaneda
  • 1957-1958: Ferdinand Faczinek
  • 1958-1960: Pépi Humpal
  • Juni 1960-Dezember 1961: Émile Veinante
  • Dezember 1961-Juni 1964: Robert Jonquet
  • Juni 1964-Juni 1966: Paul Frantz
  • Juni 1966-Mai 1967: Walter Presch
  • Mai 1967-März 1968: René Hauss
  • März 1968-Februar 1970: Paul Frantz
  • Februar 1971-April 1971: Jenő Csaknády
  • April 1971-Mai 1972: Paul Frantz
  • Juni 1971-November 1973: Casimir Nowotarski
  • November 1973-Mai 1974: Robert Domergue
  • Juni 1974-November 1975: Hendrikus Hollink
  • November 1975-Mai 1976: Paul Frantz

Bekannte ehemalige Spieler

Fans und Rivalitäten

Ultra Boys 90 beim Heimspiel gegen RC Lens (2007)

Die Ultras des Vereins nennen sich UB90 (Ultra Boys 90) und sind fest befreundet mit der Fanszene des Karlsruher SC, regelmäßige Unterstützung bei Heim- und Auswärtsspielen ist an der Tagesordnung. Auch deutschsprachige Anfeuerungsrufe sind zu hören, besonders „Jetzt geht's los!” ist ein fester Bestandteil des Gesangs-Repertoires. Seit einiger Zeit gibt es auch eine Freundschaft mit den Harlekins aus Berlin (Hertha BSC).

In jüngerer Zeit war der FC Metz der Rivale von Racing. In der Saison 2010/11 spielte man in der National auch gegen den SR Colmar. Die Rivalitäten zu anderen Klubs aus dem Elsass sind, aufgrund der langjährigen Klassenunterschiede, weitestgehend eingeschlummert.

Literatur

  • Thierry Berthou/Collectif: Dictionnaire historique des clubs de football français. Pages de Foot, Créteil 1999 – Band 1 (A-Mo) ISBN 2-913146-01-5, Band 2 (Mu-W) ISBN 2-913146-02-3

Anmerkungen

  1. Interview mit Strasbourgs damaligem Präsidenten Jean-Claude Plessis bei France Football
  2. siehe den Artikel „Racing Straßburg, zum Aufsteigen verdammt“ aus der Badischen Zeitung vom 19. April 2011
  3. siehe den Artikel „Strasbourg – eine Geschichte der Verrückten“ in France Football vom 21. Juni 2011, S. 32–35
  4. [1]
  5. siehe diesen Artikel vom 11. Juli 2011 bei France Football
  6. Artikel aus Le Parisien vom 18. Juli 2011
  7. nach diesen Artikel in den Dernières Nouvelles d’Alsace vom 25. August 2011

Weblinks

 Commons: RC Strasbourg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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