Universität Bielefeld

Universität Bielefeld
Universität Bielefeld
Logo
Gründung 1969
Trägerschaft Land Nordrhein-Westfalen (staatlich)
Ort Bielefeld
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Leitung Gerhard Sagerer
Studenten 17.371 (WS 2010/11)[1]
Mitarbeiter 1.560 (2010)[1]
davon Professoren 292 (2010)[1]
Website www.uni-bielefeld.de

Die Universität Bielefeld ist eine 1969 gegründete deutsche Campus-Universität im Bundesland Nordrhein-Westfalen und die größte Forschungseinrichtung in der Region Ostwestfalen-Lippe. Laut internationalem Times-Higher-Education-Ranking 2010 belegt die Bielefelder Universität den 173. Rang der weltbesten Universitäten.[2]

Inhaltsverzeichnis

Überblick

Die Universität Bielefeld liegt am Hang des Teutoburger Waldes

Sie ist mit ca. 17.400 Studierenden (im Wintersemester 2010/11) die größte der sechs Bielefelder Hochschulen. Unter den staatlichen Universitäten in Westfalen liegt sie in Bezug auf Mittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft pro Professor auf dem zweiten Platz. Im Uni-Ranking des Magazins Focus vom September 2005 belegte die Universität Bielefeld den 10. von insgesamt 86 Plätzen. In den Fachbereichen Erziehungswissenschaft und Soziologie belegte sie sogar den ersten Platz.

Die Universität Bielefeld wurde von dem Soziologen Helmut Schelsky konzipiert und 1969 als sogenannte „Reformuniversität“ gegründet, wobei interdisziplinäres Arbeiten ein erklärtes Ziel war. Das zeigt sich bereits in der Architektur, bei der durch die zentrale Halle alle Fakultäten miteinander auch räumlich verbunden werden.

1976 wurde das Hauptgebäude der Universität fertiggestellt, das aus einer zentralen Unihalle und Quergebäuden für die einzelnen Fakultäten besteht. Das Gebäude hat eine Hauptnutzfläche von 150.000 m² und gehört damit zu den flächenmäßig größten Gebäuden Deutschlands. Das Hauptgebäude stellt nach dem Parlamentspalast in Bukarest das flächenmäßig zweitgrößte Gebäude Europas dar. Derzeit finden umfangreiche Baumaßnahmen mit einem Investitionsvolumen von mehr als einer Milliarde Euro statt [3], in deren Rahmen unter anderem ein neues Mensagebäude und ein Forschungsbau "Interaktive Intelligente Systeme" errichtet wird. Auf dem neu errichteten "Campus Nord" wird ab 2013 auch die Fachhochschule Bielefeld ansässig sein.

Da die Bielefelder Universität eine der wenigen Hochschulen ist, die fast alle Fakultäten unter einem Dach vereint, gilt sie als die „Universität der kurzen Wege“.

Als eine der ersten Universitäten bundesweit stellte die Universität Bielefeld ab dem Wintersemester 2002/2003 den überwiegenden Teil des Studienangebots, einschließlich der Lehrerausbildung, auf das Bachelor- und Mastersystem um.

Im Rahmen der Exzellenzinitiative erhielt die Universität Fördergelder für den Aufbau eines Exzellenzclusters zur Mensch-Maschine-Kommunikation mit dem Titel „Cognitive Interaction Technology“ und einer Graduiertenschule, der „Bielefeld Graduate School in History and Sociology“.

Noch vor der Einführung einer gesetzlichen Regelung gilt seit dem 1. Mai 2007 in den Räumen der Universität ein umfassendes Rauchverbot.

Panorama der Nordseite der Universität Bielefeld mit Übergangsbrücke zur Stadtbahn
Panorama der Nordseite der Universität Bielefeld mit Übergangsbrücke zur Stadtbahn

Fakultäten

Universität Bielefeld
Zentrale Halle der Universität Bielefeld
Siegel der Universität Bielefeld

An der Universität Bielefeld gibt es die bundesweit erste Fakultät für Soziologie. An dieser arbeiteten u. a. Norbert Elias und Niklas Luhmann. Die Geschichtswissenschaft in Bielefeld hat ebenfalls Weltruf, nicht zuletzt durch die von Hans-Ulrich Wehler mitbegründete „Bielefelder Schule“ der Sozialgeschichte und seine weiteren Arbeiten. Ebenso ist hier Reinhart Koselleck zu nennen, der zu den bekanntesten Geschichtswissenschaftlern im Nachkriegsdeutschland gehörte. An der mathematischen Fakultät waren mit Bernd Fischer, Friedhelm Waldhausen und Rudolf Ahlswede drei der weltweit herausragenden Vertreter ihrer Spezialdisziplinen (Gruppentheorie, Algebraische Topologie bzw. Informationstheorie) tätig. Reinhard Selten arbeitete am Institut für Mathematische Wirtschaftsforschung und hat die interdisziplinäre Ausrichtung zur Zusammenarbeit mit Biologen und Mathematikern genutzt, um seine spieltheoretischen Arbeiten voranzutreiben. Im Jahre 1994 erhielt Selten den Nobelpreis für Wirtschaft. Ebenfalls an der Fakultät für Mathematik ist der Leibnizpreisträger Thomas Zink tätig.

Die philosophische Abteilung zählt mit dem Schwerpunkt Analytische Philosophie und bekannten Dozenten (wie Beckermann, von Savigny, Bittner, Carrier und Wolff) zu den bundesweit bedeutsamsten. An die Fakultät für Erziehungswissenschaft sind die von Hartmut von Hentig gegründeten Versuchsschulen Oberstufen-Kolleg und Laborschule angeschlossen.

Ebenfalls zur Universität Bielefeld gehört das Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF), das bereits 1968 gegründet wurde und als das erste „Center for Advanced Study“ in Deutschland gilt.

Die 1994 gegründete Fakultät für Gesundheitswissenschaften ist nach dem Vorbild amerikanischer „professional schools“ aufgebaut. Sie strebt eine interdisziplinäre Arbeitsweise an und legt ihre Betonung auf berufsverwertbare Grundlagenforschung. Außerdem ist die Technische Fakultät zu nennen, welche sich zum Beispiel durch die Arbeitsgruppe „Wissensbasierte Systeme“ um Professor Ipke Wachsmuth oder die AG Neuroinformatik um Professor Helge Ritter, der unter anderem 2001 den Leibniz-Preis erhielt, auszeichnet. Das 2007 gegründete CoR-Lab (Cognition and Robotics) bekam nicht nur als erste universitäre Forschungseinrichtung Europas von der Firma Honda zwei ASIMO-Roboter zur Verfügung gestellt, sondern fördert auch junge Wissenschaftler mit einer Graduate School im Bereich Cognition and Robotics. In den letzten Jahren wurden die Studiengänge Latein, Katholische Theologie, Romanistik, Osteuropastudien und Geographie geschlossen, um sich auf drittmittelstarke Fächer zu konzentrieren.

Die Universität Bielefeld besteht aus folgenden 13 Fakultäten:

Zentrale wissenschaftliche Einrichtungen

  • Centrum für Biotechnologie (CeBiTec) [4]
  • Exzellenzcluster “Cognitive Interaction Technology” (CITEC)[5]
  • Forschungsinstitut für Kognition und Robotik (CoR-Lab)[6]
  • Forschungsschwerpunkt Mathematisierung (FSPM)
  • Institut für die Simulation komplexer Systeme (ISKOS)
  • Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG)
  • Institut für mathematische Wirtschaftsforschung (IMW)
  • Institut für Weltgesellschaft (IW)
  • Institut für Wissenschafts- und Technikforschung (IWT) [7]
  • Interdisziplinäres Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung (IFF)
  • Laborschule des Landes Nordrhein-Westfalen an der Universität Bielefeld
  • Oberstufenkolleg des Landes Nordrhein-Westfalen an der Universität Bielefeld
  • Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF)
  • Zentrum für Lehrerbildung (ZfL)

Weitere zentrale Einrichtungen

  • International Office (ehem. AAA)
  • Service Center Medien (SCM)
  • Hochschul-Rechenzentrum (HRZ)
  • Universitätsarchiv

Bibliothek

Die Universitätsbibliothek befindet sich in der kompletten 1. Etage des Uni-Hauptgebäudes (über alle Gebäudeflügel verteilt). Sie ist mit einem Bestand von weit über 2,1 Millionen Büchern überdurchschnittlich ausgestattet.

2008 wurden in einigen Gebäudekomplexen Asbest gefunden. Nach einer Sanierung und zahlreichen Raumluftproben wurden die Bibliotheken wieder freigegeben und Beschränkungen der Öffnungszeiten aufgehoben.[8] [9] [10]

Ästhetisches Zentrum

Seit Juli 2003 besteht das Ästhetische Zentrum an der Universität. Das Ästhetische Zentrum bildet für die vielfältigen künstlerischen und kulturellen Aktivitäten der Universität einen gemeinsamen institutionellen Rahmen. Es ist zum einen ein Dienstleistungszentrum für das Management einzelner Aufgaben und Projekte, zum anderen ein Forum, in welchem das ästhetische Engagement und die kulturelle Identität der Universität konzeptuell bedacht und weiterentwickelt werden.

Sonstige zentrale Einrichtungen

Die Universität besitzt noch eine Anzahl weitere kleiner zentraler Einrichtungen, diese sind unter anderem:

  • Hertz 87,9, einen eigener Radiosender, welcher rund um die Uhr sendet und in weiten Teilen des Stadtgebietes zu empfangen ist
  • ein Internationales Begegnungszentrum (IBZ), welches Unterkünfte für Gastwissenschaftler zur Verfügung stellt
  • eine Betriebskita für die Kinder der Mitarbeiter der Universität

Wissenschaftliche Zeitschriften

Auswahl:

Sonderforschungsbereiche

An der Universität Bielefeld gibt es mehrere von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Sonderforschungsbereiche (SFB), das heißt langfristige Forschungsprojekte, bei denen Wissenschaftler aus mehreren Arbeitsgruppen und Disziplinen zusammenarbeiten, um neue Erkenntnisse zu einem eingegrenzten Thema zu erlangen:

SFB 360 Situierte künstliche Kommunikatoren[11] (1993–2005)
Sprecher: Gert Rickheit
Beteiligt: Technische Fakultät
Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft
SFB 584 Das Politische als Kommunikationsraum in der Geschichte[12] (seit 2001)
Sprecher: Willibald Steinmetz
Beteiligt: Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie
Fakultät für Soziologie
Fakultät für Rechtswissenschaft
Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft
SFB 613 Physik von Einzelmolekülprozessen und molekularer Erkennung in organischen Systemen[13] (seit 2002)
Sprecher: Dario Anselmetti
Beteiligt: Fakultät für Physik
Fakultät für Chemie
Fakultät für Biologie
SFB 673 Alignment in Communication[14] (seit 2006)
Sprecher: Ipke Wachsmuth
Beteiligt: Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft
Technische Fakultät
SFB 701 Spektrale Strukturen und Topologische Methoden in der Mathematik[15] (seit 2005)
Sprecher: Friedrich Götze
Beteiligt: Fakultät für Mathematik
SFB 882 Von Heterogenitäten zu Ungleichheiten[16] (seit 2011)
Sprecher: Martin Diewald
Beteiligt: Fakultät für Soziologie

Daneben ist die Universität Bielefeld an einem weiteren Sonderforschungsbereich beteiligt:[17]

SFB 686 Modellbasierte Regelung der homogenisierten Niedertemperatur-Verbrennung (seit 2006)
Federführung: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Beteiligt: Fakultät für Chemie, Katharina Kohse-Höinghaus

Personen

Rektoren

Amtszeit Name Fachbereich/Fakultät
1969–1970 Ernst-Joachim Mestmäcker Rechtswissenschaft
1970–1992 Karl Peter Grotemeyer Mathematik
1992–1996 Helmut Skowronek Psychologie und Sportwissenschaft
1996–2001 Gert Rickheit Linguistik und Literaturwissenschaft
2001–2009 Dieter Timmermann Pädagogik
seit 2009 Gerhard Sagerer Informatik[18]

Leibniz-Preisträger

Der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis ist der international höchstdotierte wissenschaftliche Förderpreis und wird seit 1985 jährlich von der Deutschen Forschungsgemeinschaft an in Deutschland arbeitende Wissenschaftler verliehen. Insgesamt wurden acht Wissenschaftler der Universität Bielefeld mit diesem Preis ausgezeichnet:

Jahr Name Forschungsgebiet Anmerkung
1992 Thomas Zink Mathematik gemeinsam mit
Christopher Deninger (Universität Münster)
Michael Rapoport (Universität Wuppertal)
Peter Schneider (Universität zu Köln)
1994 Adrienne Héritier, Helmut Willke Soziologie/Politikwissenschaft
1998 Ute Frevert Neuere Geschichte
2000 Gertrude Lübbe-Wolff Öffentliches Recht
2001 Helge Ritter Neuroinformatik
2007 Bernhard Jussen Mittelalterliche Geschichte
2008 Martin Carrier Wissenschaftsphilosophie

Ehrensenatoren[19]

  • 1983 Eberhard Freiherr von Medem (1913–1993), Ministerialdirigent a. D. im Kultusministerium, Mitglied des Gründungsausschusses der Universität
  • 1983 Ernst-Joachim Mestmäcker (geb. 1926), Rechtswissenschaftler, Mitglied des Gründungsausschusses der Universität und Gründungsrektor
  • 1983 Paul Mikat (geb. 1924), Rechtswissenschaftler, Kultusminister NRW und Vorsitzender des Gründungsausschusses der Universität
  • 1983 Helmut Schelsky (1912–1984), Soziologe, "Planer" der Universität und Mitglied des Gründungsausschusses der Universität
  • 1989 Eberhard Firnhaber (geb. 1927), Mitglied des Gründungsausschusses und Kanzler der Universität
  • 1989 Hartmut von Hentig (geb. 1925), Pädagoge und Publizist
  • 1989 Reinhart Koselleck (1923–2006), Historiker und Mitglied des Gründungsausschusses der Universität
  • 1989 Werner Maihofer (1918–2009), Rechtswissenschaftler, Politiker und Bundesminister
  • 1992 Karl Peter Grotemeyer (1927–2007), Mathematiker, Rektor der Universität
  • 1994 Dietrich Storbeck (1927–1997), Soziologe
  • 1994 Erich Christian Schröder (1927–2007), Philosoph
  • 1996 Niklas Luhmann (1927–1998), Soziologe
  • 1998 Johannes Rau (1931–2006), Wissenschaftsminister und Ministerpräsident NRW, Bundespräsident
  • 2004 Hans-Ulrich Wehler (geb. 1931), Historiker
  • 2009 Franz-Xaver Kaufmann (geb. 1932), Soziologe

Ehrenpromotionen[20]

Ehrenbürger[21]

  • 1985 Ernst Graumann (1913–1991), Regierungspräsident des Regierungsbezirks Detmold und Vorsitzender der Westfälisch-Lippischen Universitätsgesellschaft
  • 1985 Herbert Hinnendahl (1914–1993), Oberbürgermeister der Stadt Bielefeld und Vorsitzender der Westfälisch-Lippischen Universitätsgesellschaft
  • 1985 Heinz-Robert Kuhn (1909–1998), Oberstadtdirektor der Stadt Bielefeld
  • 1996 Harro Heim, Direktor der Universitätsbibliothek Bielefeld
  • 1996 Gerd Seidensticker, Leiter des Unternehmens Seidensticker und Vorsitzender der Westfälisch-Lippischen Universitätsgesellschaft
  • 2000 Karen Leffers, Mitbegründerin und Vorstandsmitglied des Vereins zur Förderung ausländischer Studenten in Bielefeld, Mitglied des Kuratoriums der Westfälisch-Lippischen Universitätsgesellschaft
  • 2000 Walter Stich, Regierungspräsident des Regierungsbezirks Detmold und Vorsitzender des Kuratoriums der Westfälisch-Lippischen Universitätsgesellschaft
  • 2005 Helmut Steiner, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied und Schatzmeister der Westfälisch-Lippischen Universitätsgesellschaft, Lehrbeauftragter und Honorarprofessor an der Universität Bielefeld

Traditionen

Finnbahn-Meeting

Seit 1982 findet jährlich am letzten Mittwoch im Mai auf einer eigens für diesen Zweck angelegten Finnbahn ein Staffellaufwettbewerb von Angehörigen der universitären Einrichtungen statt. Bei diesem im Rahmen des Lehrprogramms der Sportwissenschaften organisierten Wettbewerb treten etwa 35 Zehnerteams über eine Distanz von 10 km gegeneinander an.

Nacht der Klänge

Jedes Jahr im Juni findet seit 2004 die Nacht der Klänge statt, bei der über das ganze Unigebäude verteilt (vom Schwimmbad bis zur Mensa, vom Keller bis zum 10. Stock) musikalische Gruppierungen der unterschiedlichsten Art auftreten. Etwa 500 Mitwirkende bieten 10.000 Besuchern ihre Künste dar.

Westend-Party

Jeweils am ersten Mittwoch der Vorlesungszeit jedes Semesters findet im Westend der zentralen Unihalle die größte Studentenparty des Semesters mit über 10.000 Gästen statt. Sie wird abwechselnd von Studenten der Fachschaften für Wirtschaftswissenschaften (Wiwi), Sportwissenschaften und Rechtswissenschaft organisiert.

Einführung von Studiengebühren

Als an der Universität Bielefeld zum Wintersemester 2006/07 Studienbeiträge eingeführt werden sollten, protestierten zahlreiche Studierende und besetzten das Rektorat und die Unihalle jeweils für einen Monat. Zahlreiche Gruppen und Privatpersonen, bspw. Konstantin Wecker, zeigten sich daraufhin solidarisch mit den protestierenden Studenten. Des Weiteren kam es zu großen Protestaktionen wie der Wanderausstellung, die in der Universität Paderborn startete und nun über Bielefeld nach Münster weitergeleitet wurde. Die Besetzung war allerdings auch unter den Studierenden umstritten: Viele Studierende teilten zwar die ablehnende Haltung der Besetzer gegenüber Studiengebühren, zweifelten aber angesichts der universitären Strukturen an der Wirksamkeit der Besetzung. Bei einer durch den AStA und das StuPa durchgeführten Urabstimmung votierten ca. 94 Prozent der Abstimmenden gegen die Einführung von Studiengebühren an der Bielefelder Universität und gaben somit den verantwortlichen Studenten auf politischer Ebene Rückendeckung. Die Wahlbeteiligung betrug 22,4 Prozent.

Auf der Grundlage des Gesetzes zur Sicherung der Finanzierungsgerechtigkeit im Hochschulwesen (HFGG), dem Studienbeitragsgesetz, vom 16. März 2006 hatte der Senat der Universität Bielefeld in seiner Sitzung am 12. Juli 2006 erstmals eine Studienbeitragssatzung beschlossen, in der die Studienbeiträge nach Länge des bereits absolvierten Studiums gestaffelt waren. Die unterschiedliche Höhe der Studienbeiträge verstieß jedoch nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts Minden vom 1. Juni 2007 gegen den im Paragraphen 3 des Grundgesetzes festgelegten Gleichheitsgrundsatz. Daher wurde am 4. Juli 2007 eine neue Übergangs-Studienbeitragssatzung (10. Juli 2007) verabschiedet. Danach werden grundsätzlich Studienbeiträge in Höhe von 350 Euro für alle Studierenden ab dem Wintersemester 2007/08 bis einschließlich Sommersemester 2009 erhoben. In der Sitzung am 4. Februar 2009 hat der Senat der Universität die Höhe der Studienbeiträge von 350 Euro bestätigt, sodass ab dem Wintersemester 09/10 diese Regelung unbefristet gilt.

Im Juli 2006, während der Senatssitzung zur formellen Beschließung der Studienbeiträge, kam ein Generalschlüssel zum Uni-Hauptgebäude abhanden. Die Studierenden sollten durch mehrere „Ringe“ des Sicherheitsdienstes gehindert werden, an der öffentlichen Sitzung teilzunehmen. Zeitgleich zu den Protesten gegen Studiengebühren wurden Toiletten im Universitätsgebäude und der Privatwagen des Rektors Dieter Timmermann durch Brandlegung beschädigt - die Polizei ermittelte jedoch auch gegen einen Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes der Universität.

Verkehrsanbindung

Stadtbahnhaltestelle „Universität“ mit Parkhaus bei Nacht

Die Universität ist aus der Innenstadt mit der Stadtbahn erreichbar:

Linie 4 Lohmannshof – UniversitätHauptbahnhofJahnplatz – Rathaus.

Die Stadtbuslinie 31 bedient die Ortsteile Gellershagen und Schildesche. In Babenhausen Süd (Stadtbahn) bestehen Anschlüsse in Richtung Jöllenbeck, Enger und Spenge. An der Wertherstraße (kurzer Fußweg) verkehren die Regionalbuslinien 21 und 62 nach Werther und Borgholzhausen. Außerdem besteht mit der Nachtbuslinie N1 Anschluss an das Nacht- und Frühverkehrsnetz (Sonntags bis 8.30 Uhr).

Siehe auch

Literatur

  • Zwischenstation: Universität Bielefeld 1979. - Bielefeld: Pfeffer, 1979.
  • Die humane Universität. Bielefeld 1969–1992: Festschrift für Karl-Peter Grotemeyer / hrsg. von Andreas Dress; Eberhard Firnhaber; Hartmut v. Hentig; Dietrich Storbeck. - Bielefeld: Westfalen-Verlag, 1992.
  • Reformuniversität Bielefeld: 1969–1994. Zwischen Defensive und Innovation / hrsg. von Peter Lundgreen. - Bielefeld: Verlag f. Regionalgeschichte, 1994.
  • Martin Löning, Gerhard Trott: Die Universität Bielefeld. Eine Geschichte in Bildern. - Erfurt: Sutton Verlag, 2003. ISBN 3-89702-628-7.
  • Veit Mette: Universität Bielefeld. Ebene 0. (deutsch-englisch = Level 0) / hrsg. von Ulrike Davy und Heike Piehler. Mit einer Einf. von Walter Kellein. - Bielefeld / Leipzig : Kerber-Verlag, 2007.

Weblinks

 Commons: Universität Bielefeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Referenzen

  1. a b c Zahlen-Daten-Fakten für das akademische Jahr 2010
  2. http://www.timeshighereducation.co.uk/world-university-rankings/2010-2011/top-200.html
  3. Campus Bielefeld 2025
  4. http://www.cebitec.uni-bielefeld.de/
  5. http://www.cit-ec.de/
  6. http://www.cor-lab.de/
  7. http://www.uni-bielefeld.de/iwt
  8. Informationsseiten der Universität Bielefeld zu den Asbestfunden ab März 2008
  9. uni.aktuell: Fünf von acht Teilbibliotheken kehren zum regulären Betrieb zurück
  10. uni.aktuell: Auch Bibliothek in den Bauteilen U und V freigegeben
  11. http://www.sfb360.uni-bielefeld.de/ – Informationen zum SFB 360
  12. http://www.uni-bielefeld.de/geschichte/sfb584/ – Informationen zum SFB 584
  13. http://www.physik.uni-bielefeld.de/sfb/ – Informationen zum SFB 613
  14. http://www.sfb673.org/ – Informationen zum SFB 673
  15. http://www.math.uni-bielefeld.de/sfb701/cgi-bin/index.pl?lang=DE – Informationen zum SFB 701
  16. http://www.sfb882.uni-bielefeld.de/ – Informationen zum SFB 882
  17. Statistisches Jahrbuch der Universität Bielefeld 2006, Redaktionsschluss: 20. Juni 2006
  18. Professor Gerhard Sagerer tritt Amt als Rektor an. In: uni.aktuell. Universität Bielefeld, 1. Oktober 2009, abgerufen am 2. Oktober 2009.
  19. Liste aller Ehrensenatoren der Universität Bielefeld
  20. Liste aller Ehrenpromotionen der Universität Bielefeld
  21. Liste der Ehrenbürger auf der Internetseite der Universität Bielefeld, abgerufen am 3. August 2011

Wikimedia Foundation.

См. также в других словарях:

  • Universität Bielefeld — Université de Bielefeld L université de Bielefeld est une université allemande, à Bielefeld, en Westphalie du Nord. Professeurs célèbres Achim Müller, chimie Lien externe (de) …   Wikipédia en Français

  • Bielefeld Hbf — Bahnhofsdaten Kategorie Fernverkehrssystemhalt …   Deutsch Wikipedia

  • Universität Witten — Universität Witten/Herdecke Gründung 1983 Trägerschaft privat, gemeinnützige GmbH …   Deutsch Wikipedia

  • Universität Witten-Herdecke — Universität Witten/Herdecke Gründung 1983 Trägerschaft privat, gemeinnützige GmbH …   Deutsch Wikipedia

  • Universität Duisburg-Essen — Motto Offen im Denken Gründung 2003 (bzw. 1972) …   Deutsch Wikipedia

  • Universität Paderborn — Motto Die Universität der Informationsgesellschaft Gründung 1972 Trägers …   Deutsch Wikipedia

  • Universität Siegen — Gründung 1972 Trägerschaft MIWFT NRW (staatlich) …   Deutsch Wikipedia

  • Bielefeld University — Infobox University name = Bielefeld University native name = Universität Bielefeld image size = 200px caption = Bielefeld University logo latin name = motto = established = September 5, 1969 closed = type = affiliation = endowment = officer in… …   Wikipedia

  • Bielefeld — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Bielefeld-Schildesche — Schildesche Bezirk von Bielefeld Datei:Bezirke Bielefeld Schildesche.svg …   Deutsch Wikipedia


Поделиться ссылкой на выделенное

Прямая ссылка:
Нажмите правой клавишей мыши и выберите «Копировать ссылку»