Wolfgang Storz


Wolfgang Storz

Wolfgang Storz (* 4. Oktober 1954 in Tuttlingen) war von 15. Oktober 2002 bis zum 16. Mai 2006 Chefredakteur der Frankfurter Rundschau. Zuvor war der promovierte Sozialwissenschaftler stellvertretender Chefredakteur und Leiter des Politischen Ressorts.

Storz begann seine journalistische Laufbahn bei der Badischen Zeitung in Freiburg im Breisgau, Stationen beim Südwestfunk und bei der ZEIT folgten. 1984 ging er als Korrespondent für die Badische Zeitung nach Bonn, 1996 bis 1998 war er Leiter der Politik- und Nachrichtenredaktion der "Badischen Zeitung" (Freiburg). 1998 wechselte Storz zum Vorstand der IG Metall nach Frankfurt am Main, für die er als Chefredakteur des Mitgliederorgans metall arbeitete.

Ende 2000 bis November 2002 war Stolz stellv. Chefredakteur und anschließend Chefredakteur der "Frankfurter Rundschau".[1]

Am 16. Mai 2006 gab die Gesellschafterversammlung des Druck- und Verlagshauses Frankfurt bekannt, dass sie sich mit sofortiger Wirkung von Wolfgang Storz als Chefredakteur der Frankfurter Rundschau trennt. Nachfolger auf diesem Posten wurde zum 1. Juli 2006 Uwe Vorkötter.

Vorausgegangen war ein Konflikt der SPD-Schatzmeisterin Inge Wettig-Danielmeier mit Wolfgang Storz, welchen Storz als den „entscheidenden Grund“ für seine Kündigung ansieht. Wettig-Danielmeier hatte eine Veränderung der Berichterstattung über Die Linke im Wahljahr 2005 empfohlen, Storz lehnte dies als Einflussnahme ab. Wettig-Danielmeier warf Storz wegen der Ablehnung ein „Missverständnis über die redaktionelle Unabhängigkeit“ vor, bestreitet aber dass der inhaltliche Streit Kündigungsgrund war. Storz ging es nach eigenen Angaben um eine kritisch-differenzierte Berichterstattung über die linke Partei, die SPD-Schatzmeisterin warf der FR vor „Propagandablatt der Linkspartei“ zu werden.[2][3][4] Mit einem Vergleich zu Gunsten von Wolfgang Storz wurde die Trennung zum 30. Juni 2007 rechtskräftig.[5]

2006 bis 2007 war Wolfgang Storz Lehrbeauftragter an der Universität Kassel im Fachgebiet "Politisches System der BRD – Staatlichkeit im Wandel". Seit 2006 schreibt Storz gelegentlich als freier Autor für die Wochenzeitung Freitag.

2010 und 2011 war Storz als Autor an Studien der Otto Brenner Stiftung beteiligt.[6][7] Außerdem ist er aktuell als Lehrbeauftragter für die Universität Kassel und die Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main tätig.[8]

Einzelnachweise

  1. http://cms.uni-kassel.de/unicms/index.php?id=1775
  2. Hintergrund zu Storz Entlassung bei FR, taz, 16. Oktober 2007
  3. Schriftwechsel von Storz und Wettig-Danielmeier dokumentiert (vom 1. September 2007)
  4. Die Schatzmeisterin und der Sturz des „FR“-Chefs, tagesspiegel (vom 31. August 2007)
  5. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 21. März 2007
  6. Hans-Jürgen Arlt, Wolfgang Storz: Wirtschaftsjournalismus in der Krise. Eine Studie der Otto Brenner Stiftung. OBS-Arbeitsheft 63, Frankfurt/Main, 2010.
  7. Studie der Otto-Brenner-Stiftung: Drucksache „Bild“ – Eine Marke und ihre Mägde, Frankfurt/Main 2011
  8. vgl. Kurzbiographie beim Frankfurter PresseClub e.V.

Weblinks


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