Butzbach-Licher Eisenbahn


Butzbach-Licher Eisenbahn

Butzbach-Licher Eisenbahn (BLE) ist ein Teilbetrieb der Hessischen Landesbahn GmbH mit Sitz in Butzbach und Name der Stammstrecke von Butzbach nach Lich.

Oberkleen–Griedel–Grünberg/Bad Nauheim Nord
Streckenlänge: 56,4 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse: C2
Maximale Neigung: Butzbach Nord–Münzenberg: 28 ‰
Griedel–Bad Nauheim Nord: 38 
Minimaler Radius: 180 m
Höchstgeschwindigkeit: HLB-Teil: 40 km/h
EFW-Teil: 25 km/h
Legende
   
7,6 Oberkleen
   
6,5 Ebersgöns
   
B 3
   
   
3,1 Anschluss Ayers-Kaserne
   
3,0 Pohl-Göns
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
Weichenwerke Butzbach Anst. Butzbach Nord
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neue Verbindung zur Main-Weser-Bahn
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0,0 Butzbach und ex Butzbach West der BLE
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alte Verbindungskurve
Bahnhof ohne Personenverkehr
0,0
1,1
Butzbach Ost Werkstatt/Waschanlage HLB
   
Grenze HLB/EFW
Bahnübergang
B 488 (in Kreisverkehr)
Straßenbrücke
A 5
Bahnhof, Station
3,2
0,0
Griedel
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0,3 Griedel Mitte
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3,0 Rockenberg
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4,4 Oppershofen
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7,1 Steinfurth
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7,2 Steinfurth Rosenbahnsteig
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B 3
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Parkplatz am Bahnhof
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Bad Nauheim (Main-Weser-Bahn)
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11,0 Bad Nauheim Nord
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Verb. derzeit ungenutzt
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Bad Nauheim EFW
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Bahnhof, Station
5,1 Gambach
   
5,3 Anschluss Basaltwerk
Bahnhof ohne Personenverkehr
7,1 Oberhörgern-Eberstadt
   
9,1 Münzenberg Holzverladung
   
A 45
   
10,5 Trais-Münzenberg
   
12,6 Muschenheim
   
B 488
   
14,3 Hof und Dorf Güll
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Lahn-Kinzig-Bahn von Gießen
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ehem. B 457 (gemeinsam)
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19,1 Lich Süd/Lich (Oberhess)
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Lahn-Kinzig-Bahn nach Gelnhausen
   
24,2 Nieder-Bessingen
   
26,7 Ober-Bessingen
   
27,9 Münster (Oberhess)
   
29,1 Ettingshausen
   
30,6 Harbach
   
33,1 Queckborn
   
B 49
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Vogelsbergbahn von Gießen
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38,1 Grünberg Süd/Grünberg (Oberhess)

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Abgebaute Trasse bei Lich

Die Butzbach-Licher Eisenbahn AG wurde am 14. April 1902 von der damals führenden Bahnbau- und Betriebsgesellschaft Lenz & Co GmbH, die 87% der Aktien übernahm, sowie acht Anliegergemeinden gegründet. Der Name blieb rund einhundert Jahre unverändert erhalten, obwohl die Aktienmehrheit 1929 auf die AG für Verkehrswesen (AGV) und 1954 auf das Land Hessen übergegangen war. Seit 28. Dezember 1971 bis Ende 2005 war die BLE eine Tochter der landeseigenen Hessischen Landesbahn GmbH (HLB), die 94,4 % der Aktien hielt. Dann wurde sie mit der Frankfurt-Königsteiner Eisenbahn AG vereinigt, die jetzt als HLB Basis AG firmiert. Das operative Geschäft haben die neuen Unternehmen HLB Hessenbahn GmbH und HLB Hessenbus GmbH übernommen. Der Begriff BLE bleibt als Markenname erhalten.

Infrastruktur

Die namensgebende erste 19 km lange Strecke durch die Wetterau, teilweise auch Wettertalbahn genannt, wurde am 28. März 1904 von Butzbach West (neben dem Staatsbahnhof) über Butzbach Ost, wo sich noch heute die Verwaltung sowie der Betriebsmittelpunkt befinden, und Griedel nach Lich Süd nahe der Bahnlinie Gießen–Gelnhausen (Lahn-Kinzig-Bahn) eröffnet. Erst am 1. August 1909 folgte die Fortsetzung bis Grünberg, wo in die Staatsbahn Gießen–Fulda (Vogelsbergbahn) umgestiegen werden konnte. Eine weitere Bahnlinie zweigte in Griedel durch das Wettertal nach Bad Nauheim Nord ab; sie war ab 2. April 1910 durchgehend befahrbar. Die letzte Strecke von Butzbach Ost nach Oberkleen im preußischen Kreis Wetzlar war am 1. Juni 1910 vollendet worden.

Lok 146 der BLE vom Typ ELNA 2 (1970 ausgemustert)

Die Bahn erschloss ein überwiegend ländliches Gebiet mit einigen Kleinstädten und so geringem Verkehrsaufkommen, dass die Erwartungen der Gründer nicht erfüllt werden konnten. Trotzdem hat die Bahn zwei Weltkriege und Wirtschaftskrisen überstanden und spielt heute eine wichtige Rolle im Schienennahverkehr sowie im Omnibusverkehr innerhalb des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV).

Die Betriebsführung lag bis zum Kriegsende 1945 bei der Firma Lenz & Co GmbH und ging dann auf die Deutsche Eisenbahn-Gesellschaft über. Nach einem Zwischenspiel der Deutschen Bundesbahn von 1974 bis 1982 übernahm die Hessische Landesbahn (HLB) selbst die Betriebsführung.

Das Stammnetz ist seit etwa 50 Jahren ständig geschrumpft. Es begann mit der Stilllegung der Strecke Lich–Grünberg am 4. Oktober 1953. Am 30. September folgte der Personenverkehr Butzbach Ost–Oberkleen. Am 27. Mai 1961 verlor auch die Stammstrecke Butzbach–Lich ihren Personenverkehr und einen Teil des Güterverkehrs. Der letzte Personenverkehr auf der Schiene zwischen Butzbach und Bad Nauheim endete am 31. Mai 1975. Von dem einstmals 56,4 km umfassenden Schienennetz wurde mehr als die Hälfte abgebaut.

Der Güterverkehr wurde am 26. September 1985 zwischen Münzenberg und Trais-Münzenberg, am 18. Juni 2001 zwischen Griedel und Bad Nauheim sowie Butzbach und Pohl-Göns eingestellt. Die Bedienung des Güterverkehrs zwischen Butzbach und Münzenberg wurde durch die HLB am 1. Juni 2003 aufgegeben, er wird aber von den Eisenbahnfreunden Wetterau weitergeführt.

Heutige Bedeutung

GTW 2/6 zwischen Rodheim und Burgholzhausen

Die BLE ist in den Rhein-Main-Verkehrsverbund integriert. Sie benutzt von ihrer Stammstrecke nur noch die Verbindungskurve zur Main-Weser-Bahn in Butzbach und das Stück von dort zur Werkstatt für einen bescheidenen Güterverkehr unter anderem zu den Weichenwerken und wöchentlich Betriebsfahrten der Triebwagen vom und zum neuen Einsatzgebiet.

Der ursprüngliche Personenverkehr wurde weitgehend vom bahneigenen Omnibusbetrieb übernommen, der auch den Stadtverkehr in Butzbach und Bad Nauheim bedient. Insgesamt verkehren in den Kreisen Wetterau und Gießen 15 BLE-Buslinien.

Im Zuge der Regionalisierung des Eisenbahnverkehrs übernahm die Butzbach-Licher Eisenbahn AG in den Jahren von 1998 bis 2001 Leistungen im Personenverkehr auf mehreren Strecken im Wetteraukreis und den angrenzenden Kreisen: seit 24. Mai 1998 Friedberg–Friedrichsdorf, seit 30. Mai 1999 Friedberg–Wölfersheim-Södel beziehungsweise Friedberg–Nidda, seit 8. Januar 2001 Gießen–Gelnhausen (Lahn-Kinzig-Bahn) und seit 11. Juni 2001 Friedberg–Hanau. Alle der Strecken waren von einer möglichen Stilllegung seitens der Deutschen Bahn betroffen. Außerdem fuhr bis Dezember 2006 am Montag bis Freitag ein Triebwagenpaar von Nidda über Friedberg bis Frankfurt Hbf und zurück. Dieser Zug fährt morgens nur noch bis Friedberg, da dort zwei Minuten nach der ehemals planmäßigen Abfahrt ein Regional-Express-Zug nach Frankfurt fährt. Abends wird weiterhin ab Frankfurt Hauptbahnhof gefahren.

Als Rollmaterial werden auf den Strecken 26 Dieseltriebwagen vom Typ Stadler GTW 2/6 im Eigentum der HLB eingesetzt. Sie werden wie die Desiro-Triebwagen für die Kahlgrundbahn in der Butzbacher Werkstatt gewartet.

Museumsverkehr

EfW-Museumszug

Die Strecke Bad Nauheim Nord–Griedel–Münzenberg ist an die Eisenbahnfreunde Wetterau (EFW) verpachtet, die hier eine Museumsbahn betreiben. Die Grenze liegt am Bahnübergang der B 488 und ist zur Strecke der HLB mit einer Sh 2-Tafel gekennzeichnet. Im Sommer fahren auf dieser Strecke an zwei Sonntagen im Monat Personenpendelzüge und traditionell Sonderverkehr zum Rosenfest in Steinfurth. Dazu kommen mehrere Sonderzüge an weiteren Festtagen. Zur Landesgartenschau 2010 in Bad Nauheim wurde an Wochenenden ein halbstündlicher Pendelverkehr zum Stadtteil Steinfurth angeboten. Auch der Güterverkehr, vor allem in Form von Holzzügen, wurde vom Verein wieder aufgenommen. Die Übergabe zur HLB findet dabei in Griedel statt; von dort werden die Güter über Butzbach Ost zur Main-Weser-Bahn verbracht. Verladen wird im Bahnhof Münzenberg.

Literatur

  • Andreas Christopher: Butzbach-Licher Eisenbahn : Verkehrsdienstleister mit über 100 Jahren Tradition zwischen Taunus und Vogelsberg. Arbeitsgem., Köln 2004, ISBN 3-929082-24-1
  • Klaus-Peter Quill: Die Butzbach-Licher Eisenbahn. Uhle & Kleinmann, Lübbecke 1976

Weblinks


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