Lich


Lich
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Lich
Lich
Deutschlandkarte, Position der Stadt Lich hervorgehoben
50.5216666666678.8208333333333177
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Gießen
Höhe: 177 m ü. NN
Fläche: 77,64 km²
Einwohner:

13.266 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 171 Einwohner je km²
Postleitzahl: 35423
Vorwahlen: 06404, 06004
Kfz-Kennzeichen: GI
Gemeindeschlüssel: 06 5 31 011
Stadtgliederung: 9 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Unterstadt 1
35423 Lich
Webpräsenz: www.lich.de
Bürgermeister: Bernd Klein (SPD)
Lage der Stadt Lich im Landkreis Gießen
Niederdorfelden Biebertal Wettenberg Lollar Staufenberg (Hessen) Allendorf (Lumda) Rabenau (Hessen) Heuchelheim (Hessen) Gießen Buseck Grünberg (Hessen) Fernwald Linden (Hessen) Langgöns Pohlheim Reiskirchen Lich Hungen Laubach Wetteraukreis Vogelsbergkreis Landkreis Limburg-Weilburg Landkreis Limburg-Weilburg Landkreis Marburg-Biedenkopf Lahn-Dill-KreisKarte
Über dieses Bild

Lich ist eine Stadt im mittelhessischen Landkreis Gießen, 15 Kilometer südöstlich der Universitätsstadt Gießen.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Oberstadt mit ihren schönen Fachwerkfassaden

Geografische Lage

Die Stadt Lich liegt an einer Furt des Flüsschens Wetter, das der Wetterau zwischen Taunus und Vogelsberg den Namen gibt. Die Kernstadt und die nördlichen und östlichen Stadtteile gehören zum Naturraum Vorderer Vogelsberg, die südlichen und westlichen Stadtteile gehören zur Wetterau.

Gemeindegliederung

Zu Lich gehören außer der Kernstadt die Stadtteile


Nachbargemeinden

Lich grenzt im Norden an die Gemeinden Fernwald und Reiskirchen, im Osten an die Stadt Laubach, im Osten und Süden an die Stadt Hungen und im Südwesten an die Stadt Münzenberg (Wetteraukreis) sowie im Westen an die Stadt Pohlheim.

Geschichte

Lich – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655
Überreste des Limes in der Gemarkung Lich

Werkzeuge von Neandertalern (etwa 100.000 v. Chr.) wurden in den Fuchslöchern in der Nähe des Waldschwimmbades gefunden. Im Bereich des Kolnhäuser Hofes hinterließen Menschen des Aurignac-Typus 50.000 Jahre später ihre Werkzeuge. Linearbandkeramiker, eine der ältesten bäuerlichen Kulturen der Jungsteinzeit, siedelten um 4000 v. Chr. am lößreichen Ufer der Wetter um Lich. Weitere spärliche Funde stammen aus der Bronzezeit und der Hallstattzeit und der Latènezeit. ob auch die Kelten in der Gegend um Lich ansässig waren, ist bis heute umstritten. Sicher ist die Anwesenheit der Römer am Rhein – der hier die Grenze des Römischen Reiches bildete – seit 49 v. Chr.; die Chatten sind in Hessen um dieselbe Zeit nachgewiesen.

Beim Bau des Limes 83–85 nach Chr. durch die Römer wurde das Kohortenkastell Arnsburg im Bereich des heutigen Stadtteils Arnsburg errichtet. Es war damit das nördlichste Kohortenkastell des Wetteraulimes.

Lich wurde im Jahre 790 zum ersten Mal im Lorscher Codex erwähnt. Im 9. Jahrhundert zieht sich das Kloster Lorsch aus der Wetterau zurück, und das Bistum Mainz tritt an seine Stelle, aber auch das Kloster Fulda erhält Güter in Lich. Im 12. Jahrhundert gründete Kuno I. von Münzenberg das von den Zisterziensern verwaltete Kloster Arnsburg, im Jahr 1300 erhielt Lich als besondere Gunst für Philipp von Falkenstein von König Albrecht die Stadtrechte verliehen. Es verblieb bei dem Geschlecht der Falkensteiner bis in die zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts, dann fiel es an die Grafen von Solms. Den Dreißigjährigen Krieg überstand Lich ebenso wie den Zweiten Weltkrieg ohne große Schäden.

Im Jahre 1993 war Lich der Austragungsort des Hessentages.

Rathaus mit Marktbrunnen

Politik

Stadtverordnetenversammlung

Bürgermeister von Lich ist seit 2008 der Sozialdemokrat Bernd Klein.

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:

Kommunalwahl 2011
 %
40
30
20
10
0
27,2%
26,3%
17,9%
14,5%
8,1%
6,1%
DBL Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Kürzel
Gewinne und Verluste
Im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
+2,8%
-10,4%
-1,0%
+4,9%
-2,3%
+6,1%
DBL Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Kürzel
Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 27,2 10 24,4 9
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 26,3 10 36,7 14
FW Freie Wähler 17,9 7 18,9 7
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 14,5 5 9,6 3
FDP Freie Demokratische Partei 8,1 3 10,4 4
DBL Demokratische Bürgerliste Lich 6,1 2 - -
Gesamt 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 49,1 49,7
Licher Schloss
Blick in die Unterstadt mit der Hofapotheke

Wappen

Am 1. Mai 1928 erhielt die Stadt Lich die Genehmigung, das nachfolgend beschriebene Wappen zu führen.

Wappenbeschreibung:
„In Silber ein rotes Schloss mit vier Türmen, darüber ein ungleich rot/gold geteilter Münzenberg-Falkensteiner Schild.“

Das Wappen findet sich in ähnlicher Form bereits auf dem Stadtsiegel von 1309.[2]

Städtepartnerschaften

Lich unterhält Partnerschaften mit folgenden Städten und Gemeinden:

Weiterhin besteht eine Städtefreundschaft mit:

Das Textorhaus am Kirchplatz
Stadtturm
Marienstiftskirche
Die Marienstiftskirche

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Die Innenstadt von Lich ist geprägt von einem reichen Bestand an Fachwerkhäusern. Zu diesen gehört das Textorhaus, ein reich verzierter Fachwerkbau aus dem Jahr 1632, in dem sich heute das Heimatmuseum befindet.
  • Die spätgotische Marienstiftskirche mit einer Skulptur Kuno von Falkensteins und seiner Gemahlin Anna von Nassau ist eine weitere Sehenswürdigkeit.
  • Von der Stadtbefestigung ist noch ein 48 Meter hohe Stadtturm aus dem 15. Jahrhundert erhalten.
  • Mit dem Kino Traumstern besitzt Lich ein überregional bekanntes Programmkino, das bereits mehrmals ausgezeichnet wurde und dessen Einzugsgebiet sich bis ins Rhein-Main-Gebiet erstreckt.
  • Der 40.000 m² große Wildpark Klosterwald befindet sich unweit des Klosters Arnsburg.
  • Im Stadtteil Ober-Bessingen hat sich das Fachwerk-Torhaus erhalten. Das Torhaus wurde 1782 als Teil der Befestigung des Dorfes erbaut. Es verfügt über einen Dachreiter mit Turmuhr. Das Gebäude wurde an der Stelle einer bereits 1593 belegten Pforte errichtet.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Lich ist durch das Busnetz des Rhein-Main-Verkehrsverbundes an Linien nach Gießen, Butzbach, Schotten und Grünberg angebunden. Außerdem verfügt es über eine Stadtlinie.

In Lich sowie im Stadtteil Langsdorf befinden sich Haltepunkte der Lahn-Kinzig-Bahn.

Lich ist über die A 5 Frankfurt-Kassel, Anschlussstelle Fernwald und die A 45 Hanau–Dortmund (Sauerlandlinie), Anschlussstelle Münzenberg erreichbar. Außerdem liegt es an der B 457 und an der B 488.

Licher Brauerei

Ansässige Unternehmen

Die Stadt ist durch die Licher Privatbrauerei überregional bekannt. Eine 400-jährige Tradition hat in Lich der Orgelbau. Hierfür stehen noch heute die Orgelbauanstalt Förster & Nicolaus und als Hersteller von Orgelteilen die Otto Heuss KG. Lich ist zudem Standort der Asklepios Klinik Lich.

Sport

Die Licher BasketBären (TV 1860 Lich, zwischenzeitlich als LTi Lich in der Pro A spielend) spielt seit der Saison 2009/2010 in der Pro B, der dritthöchsten Basketball-Spielklasse Deutschlands. In der Saison 1999/2000 spielten die Licher sogar in der BBL (Basketball-Bundesliga). Die Heimspiele werden in der rund 1500 Zuschauer fassenden Dietrich-Bonhoeffer-Halle ausgetragen. Sie wurde 1999 wegen des Erstliga-Aufstiegs ausgebaut.

Die 1. Mannschaft des V. F. R 1920 Lich, der Fußballverein aus Lich, spielt in der Kreisoberliga Süd. Der VFR hat eine Mitgliederzahl von 450, davon 200 Kinder und Jugendliche. Außerdem besitzt er zehn Jugendmannschaften, eine Alte Herren-Mannschaft und ein zweites Team, welches in der Kreisliga B Gießen spielt.

Die Handball-Abteilung des TV 1860 Lich ist besonders gut im weiblichen Jugendbereich. Sie errang zahlreiche Titel wie Nordhessenmeister, Hessenmeister und Südwestdeutscher Meister. Der TV verfügt auch über 10 Jugend-Mannschaften, ein ein Frauen Team, welches in der Bezirksoberliga spielt, die zweite Frauen Mannschaft in der Bezirksliga C und das erste Herren-Team (Männer-Spielgemeinschaft Hungen/Lich) in der Bezirksliga B.

Der Karate-Dojo Lich e. V. wurde 1985 von Detlef Herbst gegründet und hat rund 420 Mitglieder, davon mehr als die Hälfte Kinder und Jugendliche. Der Verein hat eine Vielzahl an Meistertiteln auf Landes-, Bundes- und internationaler Ebene gewonnen. Der Verein organisiert neben seinem regelmäßigen Trainingsbetrieb (Shotokan-Karate, Gymnastik für Erwachsene, Bewegungsförderung für Kinder) auch größere Breitensportveranstaltungen wie die Karate-Sommerschule und den Kata-Marathon. Im Jahr 2008 wurde dem Verein bereits zum zweiten Mal das „Grüne Band für vorbildliche Talentförderung im Verein“ des DOSB verliehen.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die vor Ort gelebt oder gewirkt haben

  • Nikolaus Erbenius betrieb in Jahren 1596-1599 eine Druckerei, die nach seinem Rückgang nach Frankfurt fortgeführt wurde von Konrad Neben und Wolfgang Ketzel (bis ca. 1606). Dort wurden u. a. 1602 das Buch Gründlicher Bericht von Zauberey und Zauberern von Anton Praetorius gegen Hexenprozesse und Folter gedruckt.
  • Ernst Moritz Engert (1892–1986)), Grafiker, Silhouettenkünstler und Mitbegründer der Darmstädter Sezession.
  • Anne-Eva Brauneck (1910–2007), Kriminologin, erste Strafrechtsprofessorin Deutschlands.
  • Joachim Werner Dudeck (1932–2010), Professor der Medizinischen Informatik, Begründer des Deutschen Krebsregisters.
  • Dieter Beckmann (*1937), erster Inhaber des Lehrstuhls für Medizinische Psychologie an der Universität Gießen.
  • Karl Starzacher (*1945), Politiker, 1991–1995 Präsident des Hessischen Landtags, von 1995–1999 Hessischer Finanzminister.

Bildung

Gesamtschulen:

Dietrich-Bonhoeffer-Schule

Grundschulen:

Erich-Kästner-Schule
Selma-Lagerlöf-Schule
Grundschule Langsdorf

Sonderschulen:

Anna-Freud-Schule

Berufsschulen:

Krankenhausschule

Außerdem verfügt die Stadt über die Kreisvolkshochschule des Landkreises Gießen.

Literatur

  • Görlich, Paul: Licher Heimatbuch. Hrsg. vom Magistrat der Stadt Lich, 1989
  • Fügen, Randolf: Highlights in Mittelhessen. 1. Auflage. Wartenberg, Gudersberg-Gleichen 2003, ISBN 3-8313-1044-0

Weblinks

 Commons: Lich (Hessen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 31. Dezember 2010 (Hilfe dazu)
  2. F. Hauptmann, Das Wappenrecht, Bonn 1896, Seite 125 (Volltext mit Stadtsiegelabbildung)

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  • Lich — (l[i^]ch), n. [AS. l[=i]c body. See {Like}, a.] A dead body; a corpse. [Obs.] [1913 Webster] {Lich fowl} (Zo[ o]l.), the European goatsucker; called also {lich owl}. {Lich gate}, a covered gate through which the corpse was carried to the church… …   The Collaborative International Dictionary of English

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  • ...lich — lich: Das überaus produktive Suffix (mhd. lich, ahd. līch, got. leiks, engl. ly, schwed. lig) war ursprünglich ein selbstständiges Wort, identisch mit dem unter ↑ Leiche behandelten germ. Substantiv *līka »Körper, Gestalt«. Als Grundwort in… …   Das Herkunftswörterbuch

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  • Lich — (l[i^]k), a. Like. [Obs.] Chaucer. Spenser. [1913 Webster] …   The Collaborative International Dictionary of English

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  • Lich — es conocido en español como cadáver y es una de las criaturas no jugadoras más conocidas de los juegos de rol. Un lich es un poderoso mago que ha conseguido prolongar su vida más allá de la muerte de su cuerpo, en el que sigue habitando. Sin… …   Enciclopedia Universal

  • lich — [lich] n. [ME < OE lic, akin to Ger leiche, corpse < IE base * lig , figure, shape, similar, like > LIKE2] [Now Brit. Dial.] a dead body …   English World dictionary

  • Lich — Lich, Stadt in der hess. Provinz Oberhessen, Kreis Gießen, an der Wetter, Knotenpunkt der Staatsbahnlinie Gießen Gelnhausen und der Eisenbahn Butzbach L., hat eine evang. Stiftskirche, ein Schloß des Fürsten zu Solms Hohensolms L. nebst Park,… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon


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