Karl von Utenhove


Karl von Utenhove

Karl (Karel, Carolus) von Utenhove, Herr van Nieuwland (* 18. März 1536 in Gent; † 31. August 1600[1] in Köln) war ein flämischer humanistischer Gelehrter (Philologe) und Dichter, der in Basel, Paris, London und am Niederrhein wirkte.

Karl von Utenhofe, Kupferstich Mitte des 17. Jh. nach einem zeitgenössischen Portrait von Crispin de Passe d. Ä.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Karl von Utenhove (auch van Uytenhofen, Vtenhouius Neochthonis u. ä.) war der Sohn von Karl von Utenhove d. Ä., Herr von Merkeghem, Horsen, Nieuwland, Warenchem und Oosthoek (um 1500–1580), und Anna de Grutere († vor 1556) und der Enkel von Nicolas von Utenhove († 1527)[2]. Seiner verstorbenen Mutter Anna de Grutere widmete Karl von Utenhove ein Epitaphium. Die zweite Frau seines Vaters Karl d. Ä. war Elisabeth Wier, vermutlich eine Verwandte des Klever Leibarztes und Gegners der Hexenverfolgung Johann Weyer (1515–1588)[3].

Das Stadtschloss „Utenhovesteen“ der Familie in Gent befand sich am Vrijdagmarkt 9–10 (1839 abgerissen, heute „Ons Huis“). 1557 wurde die Bibliothek Karls von Utenhove d. Ä., der 1539 und 1548 erster Schöffe (Bürgermeister) von Gent gewesen war, konfiziert[4]. 1562[5] floh der Vater als verfolgter Protestant mit seiner Familie zunächst zu Herzog Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg (1516–1592) und suchte dann Schutz bei Graf Hermann von Neuenahr und Moers (1520–1578) in Friemersheim (heute Duisburg-Rheinhausen).

Schulzeit

In Gent war der flämische Philologe Johann Otho (um 1520–1581) Lehrer von Karl von Utenhove; Utenhove widmete ihm 1555 und 1556 Epigramme und 1556 ein dreiseitiges Melydrion. Mit der Tochter Johanna Otho (um 1549–nach 1621) seines Lehrers, die selbst literarisch tätig war und seit 1557 mit ihrem Vater in Duisburger Exil lebte, hatte Karl von Utenhove zeitlebens Kontakt.

Studium in Löwen und Basel (1555 bis 1557)

Karl von Utenhove bezog 1555 zusammen mit seinem Schulfreund Bonaventura Vulcanius (1538–1614) die Universität Löwen. Noch im selben Jahr studierte er in Basel, wo er die Humanisten Sebastian Castellio (1515–1563), Bonifacius Amerbach (1495–1562) und Thomas Platter (1499–1582) kennenlernte. 1555 bis etwa 1557 war Utenhove Tischgänger bei Platter.

Handschriftliches „Pentastichon“ Utenhovens (Zeilen 8/9: „οὐθὲν ὁ βίος“) für Bonifacius Amerbach, 1555

Utenhove war polyglott und schrieb Gedichte in mindestens 10 Sprachen (Flämisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Latein, Griechisch, Hebräisch und „Chaldäisch“). Als Humanist schrieb „Uten-ho-vius“ seinen Namen oft griechisch „Οὐθὲν-ὁ-βίος“ – „drei Worte, in denen verborgen ‚Nichts ist dieses Leben‘ steckt[6].

Schon in seiner ersten Basler Zeit wirkte Utehove an Publikationen des Druckers Johannes Oporinus (1507–1568) mit und veröffentlichte kleine Beiträge in Werken von Paul Dolscius (1526–1589), Gilbert Cousin (1506–1572)[7], Hadrian Junius (Adrian de Jonghe) (1511/12-1575), Joachim Camerarius (1500–1574), Michael Neander (1525–1595), Pierio Valeriano (1477–1558), Celio Secondo Curione (1503–1569) oder Olympia Fulvia Morata (1526–1555).

Hauslehrer in Paris (1557 bis 1561)

Im Winter 1556/57 reiste Utenhove mit seinem Vater und seinem Bruder Johann (Jan d. J.) nach Paris und wurde Hauslehrer der Töchter Camille (1547–nach 1611)[8], Lucrèce (1548/49–1580) und Diane (1550–1581) des berühmten Gelehrten Jean de Morel (1511–1581) und seiner Frau Antoinette de Loynes (1505–1567/68)[9]. Jean de Morel war ein Gläubiger des Nostradamus (1503–1566), über dessen Verse sich Utenhove spöttisch äußerte:

Nostra damus cu[m] verba damus, q[ui]a fallere Nostru[m] est,
Et cum verba damus nil nisi Nostra-damus[10].
Wir geben das Unsrige, wenn wir Worte geben, denn Unser ist ja zu täuschen.
Und wenn wir Worte geben, geben wir nichts anderes als das Unsrige

Morels Haus bildete einen Mittelpunkt des kulturellen Lebens[11]; Utenhove freundete sich dort an mit Jean Dorat (1508–1588), Adrianus Turnebus (1512–1565), Denis Lambin (1520–1572), George Buchanan (1506–1582), François Olivier (1497–1560), Michel de L’Hospital (um 1505–1573) und Mitgliedern der Dichtergruppe „La Pléiade“ um Pierre de Ronsard (1524–1585) und Joachim du Bellay (um 1522–1560). Im Winter 1558/59 besuchte Jan Kochanowski (1530–1584) Utenhove in Frankreich.

Gesandtschaft nach England und Schottland (1561 bis 1565)

1561 reiste er mit der französischen Gesandtschaft als Sekretär des Prälaten und Diplomaten Paul de Foix de Carmain (1528–1584) nach England und Schottland. In London gehört Utenhove dem literarischen Kreis um Königin Elisabeth I. an. William Camden (1551–1623) bezeichnet ihn noch 1614 als „Carolus Vtenhovius my good friend[12]. Mit Mildred Cook Cecil, Lady Burghley (1526–1589), der Frau des Staatssekretärs William Cecil (1521–1598), die als eine der gebildetesten Frauen Englands galt, führte er einen umfangreichen Briefwechsel. Auch Philip Sidney (1554–1586), Daniel Rogers (1573–1652) und Robert Dudley (1532–1588) gehörten zu Utenhoves englischem Freundeskreis.

Über die Niederlande und Emden kehrte Utenhove 1565 nach Düsseldorf zurück. Nach der Rückkehr aus England besuchte er Johann und Johanna Otho in Duisburg[13].

Augsburger Reichstag und Genter Bildersturm (1566)

Während des Reichstags, der vom 23. März bis 30. Mai 1566 stattfand, hielt Utenhove sich in Augsburg auf[14]; dort hat er Wilhelm Friedrich Lutz (1551–1597) und Hieronymus Wolf (1516–1580)[15], vermutlich auch Caspar Peucer (1525–1602) und Wilhelm Xylander (1532–1576) getroffen. Orlando di Lasso (1532–1594) und Paul Melissus (1539–1602), mit denen Utenhove freundschaftlich korrespondierte, waren 1566 ebenfalls anlässlich des Reichstages in Augsburg.

Als es in Gent 1566 zu einem Bildersturm kam, reiste Utenhove im September über Antwerpen und Brüssel sofort dorthin, berichtete Ludwig von Nassau-Dillenburg (1538–1574) aus Dentergem von den Vorgängen und bat um Milde für die Bilderstürmer[16]; Dentergem war Besitz seiner Verwandten Anne d'Olhain-Estaimbourg (1532–1566)[17]. In Aalter traf er im September Katharina van den Boetzelaer[18] († nach 1567), die eine wichtige Rolle in der kalvinistischen Partei der „Geusen“ und bei der Abfassung des sog. Adelskompross von Breda spielte. Im August 1566 war Utenhove in Brügge[19].

Studien in Basel (ab 1567)

Nach der Ankunft von Herzog Alba (1507–1582) in den Spanischen Niederlanden, kehrte Utenhove 1567 zu seinem Vater nach Friemersheim zurück. Er schreibt von dort im Juni an Pierre l'Oyseleur (1530–1590), Seigneur de Villiers et Westhove, den späteren Sekretär und Hofprediger Wilhelm von Oraniens (1533–1584).

Utenhove versuchte zunächst vergeblich, in Köln Fuß zu fassen. Er erteilte Sprachunterricht, musste aber als Prostestant die Stadt verlassen. Als er ohne Erlaubnis des Rates zurückkehrte, wurde er kurzzeitig ins Gefängnis geworfen[20].

1567 reiste Utenhove nach Basel, um Heinrich Bullinger (1504–1575) zu besuchen, und immatrikulierte sich 1568/69 in Basel. 1568 gab Utenhove in Basel die gesammelten Gedichte „Francisanus et fratres“ seines Freundes George Buchanans heraus[21]; als Anhang dazu veröffentlichte er seine eigene Schrift Xenia mit neulateinischen, griechischen und hebräischen Gedichten. Utenhove besorgte in Basel darüber hinaus verschiedene Publikationen anderer Personen, die im „OffizinOporinus erschienen, als „Castigator“ und „Corrector“.

Düsseldorf (ab 1570)

1570 und 1571, vermutlich auch danach, hielt Karl von Utenhove sich in Düsseldorf auf[22]. Um diese Zeit hat Utenhove, der „fast ein ganzes Leben als Vagabund gelebt, endlich geheiratet[23]; Dorat schrieb 1570 ein „Epithalamium“ auf seine Hochzeit[24].

Der Klever Leibarzt Reiner Solenander (1524–1601) berichtet 1576 Wilhelm V. in seinem „Consilivm XXVI“, dass ein bestimmtes Rezept dem „Gastfreund“ Carolus Vtenhouius des Herzogs früher schon einmal („aliquando“) bei gleichen Nieren- und Milzproblemen geholfen habe[25].

Am 2. Mai 1574 immatrikulierte sich ein „Carolus Vtenhouius“ (zusammen mit „Nicolaus uten Hove“) in Heidelberg, 1576 in Köln, später in Padua; es dürfte sich dabei jedoch ebenso wie bei „Hanso Karolus Utenhovius“ aus Gent, der 1589/90 in Basel war, um Verwandte Karls gehandelt haben.

Der Cousin „Karl Uutenhove“ und die reformierte Republik in Gent (1576 bis 1584)

Es wird oft vermutet, dass Utenhove nach der „Genter Pazifikation“ 1576 nach Gent zurückkehrte. Bei dem Genter Ratsherren und Bürgermeister, der zusammen mit Nikolaus und Jakob Utenhove zu den „18 beharrlichen Ratsherren“ gehörte, die 1577 bis 1584 als Kalvinisten die Macht in der Stadt übernahmen, handelt es sich jedoch um den Namensvetter Karl Uutenhove, Heer van Hooghewalle en Hoogh-Seylandt († nach 1584)[26], und zwar um einen Cousin von Karl von Utenhove[27]. 1583/84 gegen Ende der reformierten Republik war dieser täuferisch gesinnte Karel van Utenhove Genter Bürgermeister. Er soll den Gentschen Magistrat zusammen mit dem ebenfalls taufgesinnten Schöffen Gillis Hebberecht 1584 verlassen haben, weil die Ausübung der Todesstrafe der Überzeugung der beiden widersprach.

In dem Relief zur Unabhängigkeitserklärung der Generalstaaten (1581) von Henri Bouchard (1875-1960) auf dem Reformationsdenkmal in Genf ist Karl Utenhove van Hoogewalle als Deputierter Flanderns dargestellt.

Düsseldorf und Köln (bis 1600)

Karl von Utenhove, Portrait von Crispin de Passe d. Ä., 1595

In den folgenden Jahren hielt sich Utenhove vorwiegend in Friemersheim, in Neuss, am Jülich-Kleve-Bergischen Hof in Düsseldorf (bis etwa 1588)[28] und in Köln auf. 1585 besuchte ihn Melissus[29]. In Neuss und Düsseldorf war Wilhelm Fabry (1560–1634), der Begründer der wissenschaftlichen Chirurgie, ein Schüler von Utenhove.

Basilius Amerbach (1533–1591) versuchte um 1589/90[30] noch einmal - offenbar vergeblich -, Utenhove zu einem Wechsel als Professor für Griechisch nach Basel zu bewegen.

1590 lebte Utenhove in Köln. Dort portraitierte ihn 1595 Crispin de Passe der Ältere (1564–1637) im Alter von 59 Jahren. Enge Freunde Utenhoves in Köln waren Mathias Quadt von Kinckelbach (1557–1613) oder die Humanisten Pedro Ximémez (um 1524–1595) und Jean Matal (um 1517–1597). Der reformierte Prediger Dietrich Dunck[31] kam aus Düsseldorf nach Köln, um von Utenhove Französisch zu lernen[32]. 1597 übernahm Utenhove das Amt des Testamentsvollstreckers des Nachlasses von Matal, der seit 1593 in Köln gelebt hatte[33]. Johann von Lyskirchen († um 1608), der zwischen 1595 und 1607 fünfmal Kölner Bürgermeister war, hat Utenhove „seines hohen verstants wegen sonderlich in Ehren gehalten[34]. Lyskirchen bereitete 1597 eine Publikation des Briefwechsels Utenhoves vor, die aber offenbar nicht realisiert wurde.

Im Sommer 1599 erkrankten Utenhoves Frau Ursula und seine Adoptivtochter Anna von Palant (um 1550–1599) schwer, konnten aber von dem herzoglichen Leibarzt Wilhelm Fabry zunächst „aus dem Rachen des Orcus gerettet werden[35]. Anna von Palant erlag jedoch wenige Monate später im November 1599 in Köln der Pest. Utenhove litt in dieser Zeit stark an einer urologischen Erkrankung und bat Fabry um Hilfe, da das von den Kölner Ärzten Dr. Heinrich Botterus (1539–nach 1613)[36] und Dr. Arnold Manlius (1530/37–1607)[37] verabreichte „Alexipharmacum“ nicht helfe.[38].

1600 starb Utenhove erblindet an einem Schlaganfall; seine Frau Ursula überlebte ihn. Einen Kommentar zu den Dionysiaka des Nonnos von Panopolis (5. Jh. n. Chr.), an dem er arbeitete - sein Drucker Oporinus hatte schon 1556 aus Italien eine Handschrift des Textes erhalten, editio princeps[39] 1569 durch Gerhard Falkenburg (um 1538–1578) -, konnte Utenhove nicht mehr abschließen[40]. Utenhove, der sich aus den konfessionellen Auseinandersetzungen herauszuhalten suchte und vor allem erasmisch gesinnt war, wurde in Köln protestantisch bestattet.

Briefwechsel

Ein KonvolutLegionum Epistolarum Utenhovii hecatontas aut centuria prima“ des umfangreichen Briefwechsels Karls von Utenhofen gelangte in die Bibliothèque nationale de France (MS Lat. 18562)[41]. Es enthält Briefe an oder von Basilius Amerbach (1533–1591), Théodore de Bèze (1519–1605), William Cecil, 1. Baron Burghley (1521–1598), David Chyträus (1531–1600), Jean Daurat (Auratus) (1508-1588), Janus Douza (van der Does) (1545–1604), Königin Elisabeth I. (1533–1603), Gerhard Falkenburg (um 1538–1578), Marquard Freher (1565–1614), Rudolf Goclenius (1547−1628), Kardinal Antoine Perrenot de Granvelle (1517−1586), Jan Gruter (1560−1627), Johann Gymnich III. (1540−1596), Franz Junius (1545−1602), Justus Lipsius (1547−1606), Johann von Lyskirchen († um 1608), Konstantin von Lyskirchen (1500–1581), Philips van Marnix (1540−1598), Paul Melissus (1539–1602), Jean Matal (um 1517–1597), Gerhard Mercator (1512–1594), Camille Morel (1547–nach 1611), Frédéric Morel (1523–1583), Adam Henricpetri (1543–1586), Suffridus Petrus (1527–1597), Johannes Piscator (1546–1625), Felix Platter (1536–1614), Johannes Posthius (1537–1597), Heinrich Rantzau (1526–1598), Nikolaus von Reusner (1545–1602), Pierre de Ronsard (1524–1585), Henri Estienne (Henricus Stephanus II.) (1531–1598), Johannes Sturm (1507–1589), Heinrich Sudermann (1520–1591), Anna von Utenhove und Theodor Zwinger (1533–1588).

Weitere Briefe Utenhoves sind in Sammlungen seiner Korrespondenzpartner wie Bonifacius Amerbach (1495–1562), Justus Lipsius (1547−1606), Wilhelm Fabry (1560–1634)[42] u. a. sowie in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg[43], der Universitätsbibliothek Basel[44] und der Bayerischen Staatsbibliothek München[45] erhalten.

Familie

Karl von Utenhove war seit etwa 1565/70 verheiratet mit Ursula von Vlodrop († nach 1604)[46], Tochter von Wilhelm IV. von Vlodrop († 1546)[47], Herr von Odenkirchen, Daelenbroeck und Reckheim, und Odilia von Hoemen († 1558)[48].

Vlodrop

Geschwister von Ursula von Vlodrop[49]:

  • Wilhelm V. von Vlodrop († 1564), Herr zu Leuth, war seit etwa 1534 mit Anna (Margaretha) von der Donck (um 1515–um 1561) verheiratet. Dessen Tochter Odilia von Vlodrop (um 1540–1620), seit 1559 verheiratet mit Floris (Florentz) van den Boetzelaer (Botzlar) (um 1532–vor 1575)[50], Burggraf von Odenkirchen, förderte die Reformation.
  • Maria von Vlodrop († vor 1563), seit 1532[51] verheiratet mit Johann IV. von Palant († vor 1556), Herr zu Weisweiler, Wildenburg, Nothberg, Berghe (Laurenzberg), Amtmann von Eschweiler. Deren Sohn Johann V. von Palant († nach 1564) war 1559 Jülicher Amtmann von Wilhelmstein und Eschweiler[52], die vermutliche Tochter Anna von Palant (um 1550–1599) war eine neulateinische Dichterin.
  • Hendrik († vor 1559).
  • Anna (Barbara) von Vlodrop († 1579), seit 1538 verheiratet mit Johann von Quadt († um 1569/70), Herr zu Wickrath, Reckheim und Kreuzberg[53].
  • Balthasar von Vlodrop († 1567), Herr zu Odenkirchen, seit 1564 auch Herr zu Leuth, war seit etwa 1542 verheiratet mit Katharina von Bylandt († um 1575). Er gewährte in Leuth taufgesinnten Flüchtlingen aus den Spanischen Niederlanden Unterschlupf. Ihre Tochter Anna von Vlodrop (1543–1584) heiratete I. 1565 Matthias von Loë († um 1575), Herr von Wissen und Veylar, Dost zu Goch, und II. 1575 Graf Johann van Horne (1531–1606), Herr von Boxtel.
  • Johanna, Nonne im Prämonstratenser-Kloster Wenau.

Mit der Nichte seiner Frau Ursula, Anna von Palant (Pallantia), korrespondierte Utenhove, und er förderte die Publikation ihrer Gedichte. Die Großnichte Margaretha Bock-Erfenstein von Gutmannsdorf, Enkelin der Anna von Vlodrop, war seit etwa 1600 die zweite Frau von Marquard Freher (1565–1614) und ebenfalls literarisch tätig[54]. Margaretha Bock widmete 1607 „ihrem lieben Vettern vnd in der Hebreischen Sprach gewesenen Rabino oder Lehrmeister zu danckbarer gedechtnus“ ein deutsches Epitaph, das von Wilhelm Fabry veröffentlicht wurde[55].

Karl von Utenhove, der selbst keine Kinder hatte, adoptierte seine Nichte Anna von Palant - die im Jahr vor ihm starb - und vielleicht auch seinen Verwandten Janus Gruterus[56].

Um die Mitgift der Ursula von Vlodrop nach einem Erbteilungsvertrag von 1547 entspann sich ein 200-jähriger Prozess der Eheleute Utenhove und ihrer Erben vor dem Reichskammergericht.[57]

Utenhove

Wappen der Familie Uutenhove

siehe: Karl von Utenhove der Ältere#Familie (zu dem Geschwistern Karls von Utenhove[58] und zu seinem Onkel Jan Utenhove d. Ä. (1516/20–1565).

Utenhoves „Nichte“ Anna von Utenhove (Utenhovia) (um 1550–nach 1595 [1641?]) galt als gebildete Dichterin[59]. Für ihren erblindeten Onkel nahm sie Diktate auf[60].

Quellen

  • François de Thoor[61]: In Callimachi hymnos latinis versibus expressos a Carolo Utenhovio (British Library, Sloane Manuscripts 1768, Blatt 6)
  • Jean Daurat: Griechisches Gedicht auf die Kallimachos-Edition von Karl von Utenhove mit einer lateinischen Übersetzung von Johanna Otho: Callimachum qui omnes scribendis praevenit hymnis (Bibliothèque nationale de France Paris, Collection Dupuy 951, Blatt 151) und N. N.: In Callimachum latinum Caroli Utenhovii epigramma (1566) (ebd., Blatt 77v)[62]
  • Legionum Epistolarum Utenhovii hecatontas aut centuria prima (bisher ungedruckte handschriftliche Briefsammlung; Bibliothèque National de France Paris, MS fonds latin 18592)
  • Guillaume Colletet (1598–1659), Lebenslauf („vie“) Utenhoves (Bibliothèque National de France Paris, Nouvelles acquisitions françaises, MS 3073, Blätter 489ff)
  • Gedichte an Elsabeth I., im Februar 1561 übergeben an William Cecil (Public Record Office London, SP 70/48, Blätter 4v–9r)
  • Carmen aggratulatorium Caroli Utenhovii, ad Illustrem D. Robertum Dudleium a Regina Angliae Comitem designatum Ao 1564. 8 octobris und 1564 mense Novembri Caroli Utenhovii in Robertu[m] dudleium a Regina Angliae Comitem Lecestriae designat[um]. In: Album Joannis Rotarii (Zentralbibliothek der Universität Gent, Handschrift Nr. 2465)[63]
  • Charles Utenhove fils a M. de Villiers. Nouvelles des Pays-Bas., Brief vom 20 Juni 1567, und Charles Utenhove, le fils, au Comte Louis de Nassau / Dem Edelen Wolgebornen Hern, Hern Lodwichen, Graeffen zu Nassau, meinem gnedigen Hern, Brief von 19. September 1566. In: G. Groen van Prinsterer: Archives ou correspondance inédite de la maison d'Orange-Nassau, 1. Ser., Bd. II. 1566, Leiden: S. & J. Luchtmans 1835, S. 295–298. Bd. III. 1567-1572, Leiden: S. & J. Luchtmans 1836, S. 102–107 (Online-Ressourcen, abgerufen am 31. März 2011)
  • Veronique Despodt: Gentse Grafmonumenten en Grafschriften tot het einde van de calvinistische Republiek (1584), Bd. III Repertorium (Lic. phil. Universiteit Gent), Gent 2000/01 (Online-Ressource, abgerufen am 4. März 2011)

Werke

Eigenhändige Widmung Melissus' an Utenhove

Weblinks

Literatur

  • Melchior Adam: Carolvs Vtenhovivs. In: Vitae Germanorum philosophorum, qui seculo superiori, et quod excurrit, philosophicis ac humanioribus literis clari floruerunt, Frankfurt [Main]: Jonas Rosen / Heidelberg: Johann Lancelot 1615, S. 443–446
  • Paul Bergmans: Deux amis de Roland de Lassus: les humanistes Charles Utenhove et Paul Melissus Schede. In: Académie royale de Belgique. Bulletin de la Classe des Beaux-Arts 15 (1933), S. 101–112
  • Jan Adrianus van Dorsten: Poets, Patrons, and Professors. Sir Philip Sidney, Daniel Rogers, and the Leiden Humanists (1962), S. 16 Anm. 2 (Online-Ressource DBNL 2006, abgerufen am 19. Februar 2011)
  • Johan Decavele: De dageraad van de Reformatie in Vlaanderen (1520-1565), Bd. I Tekst (Verhandelingen van de Koninklijke Academie voor Wetenschappen, Letteren en Schone Kunsten van België. Klasse der Letteren 76), Brüssel: Paleis der Academien 1975, S. 85–93
  • Leonard Wilson Forster: Charles Utenhove and Germany (1971). In: Kleine Schriften zur deutschen Literatur im 17 Jahrhundert (Beihefte zum Daphnis 1), Amsterdam: Rodopi, 1977, S. 60–80
  • Willem Jan Cornelis van Hasselt: Het Geslacht Utenhove. In: Kerkhistorisch Archief 3 (1862), S. 226-229
  • Willem Janssen: Charles Utenhove, sa vie et son oeuvre (1536–1600) (diss. phil. Nijmegen), Maastricht: van Aelst 1939
  • Nicolaas Christiaan Kist: Johanna Otho en Karel Utenhove. Eene bijdrage tot de hervormings-geschiedenis van Gend. In: Kerkhistorisch Archief 2 (1859), S. 419–426
  • Johann Peter Lotichius: Bibliotheca poetica, Bd. III. Germaniae et Belgii Poetae, Frankfurt a. M.: Lucas Jennis 1626, S. 101f
  • Matthias Quad: Teutscher Nation Herligkeitt, Köln: Wilhelm Lutzenkirchen 1609, S. 423ff
  • Antonius Sanderus, De Gandavensibus eruditionis fama claris libri tres, Antwerpen: Gulielmus a Tongris (Willem van Tongeren) 1624, S. 30f
  • E. P. Schorer: Geslacht- en wapenkunde. Geslacht Utenhove. In: De Navorscher 22 (1872), S. 473
  • Frans Vyncke: Melissus, Charles Utenhove fils et les humanistes rhénans. In: Slavica Gandensia 12 (1985), S. 249–257
  • Frans Vyncke: De Gentse familie Utenhove en haar relaties met Polen in de 16de eeuw. In: ders. (Hrsg.): Handelingen van het Internationaal Colloqium „Nederlands-Poolse Kulturele Ontmoetingen“. Vlaams-Poolse Tijdingen 6/3-4 (1985), S. 25–44

Einzelnachweise

  1. W. J. C. van Hasselt, a. a. O., S. 288 Anm. 2, nennt 1608 als Sterbejahr und hält die Angabe „1600“ in David van Hoogstraten / Jan Lodewyk Schuer / Louis Moreri: Groot algemeen historisch, geographisch, genealogisch en oordeelkundig woordenboek, Amsterdam u. a. 1733, s. v., auf das sich die Sekundärliteratur in der Regel bezieht, für einen Druckfehler; vgl. aber M. Adam, a. a. O., S. 445 (Daten in ausgeschriebenen Wörtern).
  2. Präsident des Rates von Flandern, verheiratet mit Agnes van der Vaerent († 1520) (Epitaphe im Dominikanerkloster Gent) und Elizabeth de Grutere.
  3. Karl von Utenhove steuerte ab 1568 Widmungsgedichte zu späteren Auflagen von Weyers De praestigiis daemonum bei (vgl. auch Xenia, S. 104f) und korrespondierte freundschaftlich mit dessen Sohn Galenus Weyer (1547–1619); vgl. L. W. Forster, a. a. O., S. 88.
  4. Vgl. Johan Decavele: Het culturele en intellectuele netwerk. Middeleeuwen en 16de eeuw. In: Het stedelijk netwerk in België in historisch perspectief (1350–1850) (Historische uitgaven 86), Brüssel: Gemeentekrediet 1992, S. 365–384, bes. S. 380f.
  5. Nach anderen 1557; vgl. aber Ulrich Gäbler / Kurt Jakob Rüetschi: Die drei Briefe Jan Utenhoves des Jüngern an Bullinger (1564), Anm. 13 (Online-Ressourse, abgerufen am 19. Februar 2011).
  6. Vgl. „tria ... Verba, quibus NIHIL-HAEC-VITA latenter inest“: Xenia, S. 94; gemeint ist im erasmischen Sinne ein Leben „ohne Gott“; vgl. L. W. Forster, a. a. O., S. 98.
  7. Auch Gilbertus Cognatus, Kanoniker in Nozeroy, Sekretär des Erasmus von Rotterdam.
  8. Zu ihr: Samuel Will: Camille de Morel: a prodigy of the Renaissance. In: Publications of the Modern Language Association 51 (1936), S. 83–121; Philip Ford: Camille de Morel. Female Erudition in the French Renaissance. In: Gay Ferguson / Catherine Hampton (Hrsg.), (Re)Inventing the Past, Durham 2003, S. 245–259.
  9. Vgl. Antonia Deloina ex Graeco C. V. Camilla Morella Interprete. In: Xenia, S. 67.
  10. Xenia, S. 108; wird auch Étienne Jodelle (1532–1573) oder Théodore de Bèze (1519–1605) zugeschrieben.
  11. Philip Ford: An Early French Renaissance Salon: The Morel Household. In: Renaissance and Reformation 28 (2004), S. 9–20 (Online-Ressource, abgerufen am 29. Juni 2011).
  12. Remaines, concerning Britaine, London: John Legatt 1614, S. 173.
  13. Vgl. Richmond Laurin Hawkins: A Letter from One Maiden of the Renaissance to Another. In: Modern Language Notes 22 (1907), S. 243–245, bes. S. 244.
  14. Eintrag von „Carl Utenhof“ im Stammbuch des Guilelmus Fridericus Lucius (Bibliothek des Germanischen Nationalmuseum Nürnberg, Hs. 91.766); vgl. Xenia, S. 24.115.
  15. Vgl. Hieronymus Wollf's Denkwürdigkeiten seines Lebens. Von ihm selbst beschrieben. In: Ludwig Gotthard Kosegarten: Rhapsodieen, Bd. III, Leipzig: Heinrich Gräff 1801. S. 137–286, bes. S. 229f.
  16. Charles Utenhove „der Sohn“ erwähnt in dem Brief als seinen älteren Bruder einen „Monsr. de Markeghem“.
  17. Auch „Ollehain“ u. ä., Tochter von Josse I. d'Olhain-Estaimbourg (1498–1547) und (∞ 1531) Josine Uutenhove († 1566); verheiratet seit 1549 mit Robert d'Aubigny (um 1527–1585); vgl. L'Epitaphe sur le trespas de feu Mad. Anne de Dolehaing Dame d'Esteinbourg, Dentreghem, &c. sa Cousine germaine. In: Xenia, S. 109f.
  18. Auch bekannt als „Madame de Praet“; Tochter von Wessel VI. van Boetzelaer († 1575) und Françoise van Praet van Moerkercken (um 1509–1562), ∞ I. 1552 mit Jacob van Vlaanderen, Herr van Beveren und Onlede († vor 1566); ∞ II. 1566/67 mit Frans van Haeften († 1573); Schwägerin von Karls angeheirateter Nichte Odilia von Vlodrop (um 1540–1620). Zu Katharina van den Boetzelaer vgl. Johan Decavele: De eerste protestanten in de Lage Landen, Zwolle / Löwen: Davidsfonds / Waanders 2004, S. 159–171; vgl. Xenia, S. 72–74.
  19. Vgl. die Datierung seines Gedichtes an Hubert Golzius, a. a. O..
  20. Vgl. Leonard Ennen: Geschichte der Stadt Köln. Meist aus den Quellen des Kölner Stadt-Archivs Bd. IV, Köln / Neuss: L. Schwann 1875, S. 848f.
  21. Georgii Bvchanani Scoti Poetae eximij Francisanus et fratres, quibus accessere varia eiusdem & aliorum poemata..., Eiusdem Psalmos..., Basel: Thomas Guarinus, 1568.
  22. Briefe an Theodor Zwinger; Universitätsbibliothek Basel.
  23. tota fere vita vagus ... postremo uxore ducta...“; Gerhard von Stökken: Carolus Utenhovius. In ders.: Thuanus Enucleatus, Bd. II, Helmstedt: Henning Müller 1656, S. 50, nach Jacques Auguste de Thou (1553–1617).
  24. J. A. van Dorsten: a. a. O.
  25. Reiner Solenander: Consiliorvm medicinalivm ... Sectiones quinque, Frankfurt am Main: Andreas Wechel 1596, S. 293.
  26. Auch Jonkheer Charles Ouytenhove, Utenhove, Utinovius; vgl. Bernardus de Jonghe: Ghendtsche geschiedenissen of chronyke van de beroerten en ketterye binnen, en ontrent de stadt van Ghendt sedert 't jaer 1566, tot het jaer 1585, Bd. 2, Gent: Petrus de Goesin Erben o. J. [1752], passim, bes. S. 333; David A. Shank: A Dutch „Anabaptist” Among the „Powers”. In: The Mennonite Quaterly Review 80 (2006), S. 415–433.
  27. ... they made M. Charles Utinovio chief burgomaster, cousin of the other who was formerly there in company with M. de Foys, now French ambassador to the Pope“, vgl. Elizabeth: March 1583-4, 21-25. in: Calendar of State Papers Foreign, Elizabeth 18 (1914), S. 422-432 (abgerufen am 20. Februar 2011); Vgl. February 1583–4, 21–29, S. 358-376; L. W. Forster, a. a. O, S. 84f Anm. 7.
  28. Das Epigramm in „Le Théâtre du monde“ von Pierre Boaistuau ist „Dusselopoli Montium Anno 1588 Calen. Ian“ datiert.
  29. Brief Melissus' an Francis Walsingham (1532–1590) aus Friemersheim vom 19. Februar 1585; vgl. L. Forster: a. a. O., S. 77 Anm. 1.
  30. Vgl. Rudolf Thommen: Geschichte der Universität Basel 1532-1632, Basel: Carl Detloff 1889, S. 364f.
  31. Aus Venlo, 1599 verhaftet und aus Köln vertrieben.
  32. Vgl. Eduard Wiepen: Neues über die Lebensverhältnisse des Geographen Matthias Quad von Kinckelbach. In: Beiträge zur Geschichte des Niederrheins 20 (1906), S. 62–122, bes. S. 111; L. W. Forster, a. a. O., S. 89.
  33. Vgl. Peter Arnold Heuser: Jean Matal. Humanistischer Jurist und europäischer Friedensdenker (um 1517-1597), Köln: Böhlau 2003, S. 235.
  34. M. Quadt, a. a. O., S. 424.
  35. Vgl. Brief Utenhoves vom 18. September 1599. In: Guilhelmus Fabricius Hildanus: Observationum et Curationum Chirurgicarum Centuria Quarta (Bd. IV). Accessit Eivsdem Avthoris Epistolarvm ad amicos, eorundemque ad ipsum, Oppenheim: Johann Theodor de Bry 1619, S. 276: „...quippe qui Flodropiam & filiolam adoptivam Annam ab orci faucibus, Carolíque familiam Utenhovi integram, hac eruere non gravatus aestate es, Deo juvante“ (= „der du ja im diesem Sommer keine Mühe gescheut hast, die Vlodrop und das Adoptivtöchterchen Anna und eine unversehrte Familie des Karl Utenhove - mit Gottes Hilfe - aus den Schlunden des Orcus hervorzuholen“).
  36. Aus Amersfoort, 1561 in Köln, 1576 kurzzeitig Professor der Medizin in Marburg, später Professor und 1601 Dekan in Köln, Kur-Kölner und Herzoglich-Jülicher Leibarzt.
  37. Aus Gent, Philologe, Dichter, Arzt in Konstantinopel, 1578 Professur der Medizin in Köln, 1587 Rektor der Universität; vgl. Penkert Sibylle: Zur systematischen Untersuchung von Emblematik-Stammbüchern. Am Beispiel des Kölner Professors der Medizin Arnoldus Manlius, phil. et med. dr. (gest. 1607). In: Albrecht Schöne (Hrsg.): Stadt - Schule - Universität - Buchwesen und die deutsche Literatur im 17. Jahrhundert, München: Beck 1976, S. 424-432; Stammbuch mit Einträgen zwischen 1570 und 1610 aus Delft, Köln, Konstantinopel, Philippolis, Prag und Wien in der Universitätsbibliothek Heidelberg (Hs. 487).
  38. Brief Utenhoves vom 18. September 1599 an Wilhelm Fabry; (a. a. O.).
  39. Nonni Panopolitae Dionysiaca. Nunc primum in lucem ed[ita], ex Bibliotheca Ioannis Sambvci Pannonij. Cum lectionibus, & coniecturis Gerarti Falkenbvrgii Nouiomagi, Antwerpen: Christoffel Plantijn 1569.
  40. Vgl. Gerhard von Stökken: a. a. O.
  41. Beschreibung des Bestands in Paul Oskar Kristeller (Hrsg.): Iter Italicum, Bd. III., Leiden: Brill 1983, S. 270.
  42. G. Fabricius: a. a. O.
  43. Nachlass- und Autographensammlung; vgl. bes. Nilüfer Krüger (Hrsg.): Supellex epistolica Uffenbachii et Wolfiorum. Katalog der Uffenbach-Wolfschen Briefsammlung (Katalog der Handschriften der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg 8), 2 Bde, Hamburg: Hauswedell, 1978.
  44. Katalog Handschriften und Nachlässe.
  45. Bayerische Staatsbibliothek München; Collectio Camerariana Bd. 13 = Clm 10363, 84.114; Bd. 19 = Clm 10369, 160–183; Bd. 33 = Clm 10383, 255–274.
  46. Testament vom 30. September 1604 im Historischen Archiv der Stadt Köln (Best. 110F, U/265).
  47. Zu ihm: Augustinus Janssen: Willem van Vlodrop, pandheer van Grevenbicht, en het ontluikende protestantisme. In: HJLZ 30 (2009), S. 67–75; Grabplatte aus der alten St. Laurentiuskirche in Odenkirchen jetzt im Torbogen des Burgturmes.
  48. Nach ihr wurde der „Odiliengarten“ in Odenkirchen benannt.
  49. Vgl. L. W. Forster, a. a. O., S. 88f, s. auch Hauptstaatsarchiv Düsseldorf, Reichskammergericht, Bestand 737, Az. B 2000/5980 u. a.
  50. Sohn von Wessel VI. van Boetzelaer († 1575) und Françoise van Praet van Moerkercken (um 1509–1562), Bruder der Katharina van Boetzelaer († nach 1567), die Karl von Utenhove 1566 in Aalter besuchte; s. o.
  51. Ehevertag im Hauptstaatsarchiv Düsseldorf, Reichskammergericht, Bestand 4290.
  52. Vgl. Armin Tille / Johannes Krudewig: Übersicht über den Inhalt der kleineren Archive der Rheinprovinz (Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein Erg.Bd. 2), Bd. II., Köln: J. &. W. Boisserée 1904, S. 31. Johann V. von Palant war verheiratet mit Anna von Gertzen genannt Sintzig († 1611), Erbin zu Langendorf.
  53. ∞ I. Anna von Geldern (nach 1502–vor 1538).
  54. Vgl. Jane Stevenson: Women Latin poets, Oxford: University Press 2005, S. 236.240.244–247.524f.565 (dort werden Anna und Johanna von Palant für zwei verschiedene Personen gehalten).
  55. Wilhelm Fabricius: De Combustionibus... In quo accensi sunt odores suavissimi memoriae Nobilissimi viri D. Caroli Utenhovii, C[aroli] F[ilii], Basel: Ludwig König (Rex) 1607, S. 106.
  56. Vgl. M. Adam, a. a. O., S. 445; J. A. van Dorsten: a. a. O.; L. W. Forster, a. a. O., S. 87.
  57. Vgl. Hauptstaatsarchiv Düsseldorf, Reichskammergericht A 115 (A 565/1319).
  58. Vgl. W. J. C. van Hasselt, a. a. O.; Frans de Potter: Généalogie de la famille De Gruutere, Gent: C. Annoot-Braeckman 1868, S. 19.30f (dort Angabe von archivalischen Quellen im Stadtarchiv Gent).
  59. Vgl. J. Stevenson: a. a. O., S. 240.244f.
  60. Dictante Karolo Anna ab Vtenhouia scribebat Vtenhouio in: Cornelius Schoneus: Terentius Christianus, duabus Comoedis auctus, Köln: Gerhard Grevenbroich 1595; vgl. Hans van de Venne: Cornelius Schoneus 1541-1611. A Bibliography of His Printed Works II. In: Humanistica Lovaniensia 33 (1984), S. 206–314, 210.
  61. Auch Franciscus Thorius Bellio; aus Bailleul, flämischer Humanist, Arzt und Dichter.
  62. Vgl. Paul Oskar Kristeller (Hrsg.): Iter Italicum, Bd. III, Leiden: Brill 1983, S. 326f; Bd. IV, Leiden: Brill 1983, S. 60.
  63. Stammbuch von Johann Radermacher d. Ä. (1560-1620); vgl. „Karel Utenhove“ in: „digitale bibliotheek voor de nederlandse letteren“ (abgerufen am 17. Februar 2011.
  64. Exemplar FNP IX 18 Nr. 1 der Unviversitätsbibliothek Basel; vgl. Frank Hieronymus: Griechischer Geist aus Basler Pressen, Basel 2003 (Online-Ressource, abgerufen am 17. Februar 2011).
  65. Adrian de Jonghe (1511/12-1575) aus Hoorn, Arzt und Philologe.
  66. Arnold Arlenius Peraxylus (Arnoud van Eynhouts, Eindhoven, Arnould de Lens) (um 1510-1574/82), holländischer Humanist in Florenz und Mondovì; Michael Isingrin (um 1500–1557), Drucker in Basel.
  67. Vgl. Margarethe Zimmermann: Europäische Netzwerke und Kulturtransfer im Familien-Salon des Jean de Morel und der Antoinette de Loynes. In: Dorothea Nolde / Claudia Opitz (Hrsg.): Grenzüberschreitende Familienbeziehungen, Köln / Weimar / Wien: Böhlau Verlag 2008, S. 157–175, bes. S. 167.
  68. Siehe oben unter „Quellen“.
  69. In einem satirischen „Epitaph“ wird das „Chasteau de Vrimursheim“ erwähnt, vgl. ebd. (unpaginiert); möglicherweise ist auch Karl von Utenhove d. Ä. der Verfasser.
  70. Nicht enthalten in Gothorum Sueonumque historia, ex probatis antiquorum monumentis collecta, et in xxiiij. libros redacta, Basel: Michael Isengrin 1558.
  71. Julius Alexandrinus von Neustein (1506–1590) und Johann Crato von Krafftheim (1519–1585) waren kaiserliche Leibärzte in Wien.
  72. Aus Brescia, Arzt, Professor in Padua, bekämpfte die Astrologie, † 1553.
  73. Jean Dorat (1508–1588).
  74. Aus Bistritz, * um 1510, Humanist, 1533 Pfarrer in Heidendorf in Siebenbürgen, 1549 Arzt in Bistritz, † 1553 als Stadtphysicus in Hermannstadt.
  75. Antonius Bonfinius (1427–1502), italienischer Historiker.
  76. Gedicht an Johannes Oporinus (1507–1568) und Wilhelm Xylander (1532–1576).
  77. Aus Düren (1527–1573), Studium in Paris, Humanist, Rektor des akademischen Gymnasiums in Düsseldorf.
  78. Nicht enthalten in der 1. Aufl. 1564.
  79. Aus Danzig oder aus der Schweiz, 1548 Studium in Wittenberg, Poeta laureatus im Königsberger Dichterkreis, kaiserlicher Kriegsrat, † 1553; Fluminum Germaniae descriptio, Königsberg 1550.
  80. Digitale Kopien aus dem vom Verfasser Karl von Utenhove zugeeigneten Exemplar.
  81. Aus Venlo („Herbipolita Venlonianus“) (1526–1583), Humanist, Numismatiker und Drucker, † in Brügge.
  82. Aus Brügge (1536–1597), Jurist und Philologe.
  83. Vgl. ebd., S. 154f: N. Revsneri Sursum Corda. Emblema XXXIX. Ad Carolum Utenhouium Patr. Gaudauensem.
  84. Christoph von Wylich und Lottum, Herr von Hueth und Grünstein (um 1525/30–1590).
  85. Obwohl in älterer Literatur vereinzelt als Publikation Utenhoves verzeichnet, scheint das Buch nur im Manuskript „Epistolarum Utenhovii hecatontas“ der Französischen Nationalbibliothek erhalten zu sein, s. oben unter „Quellen“. Auch die bei Heinrich Eschbach: Dr. med. Johannes Wier, der Leibarzt des Herzogs Wilhelm III. von Cleve-Jülich-Berg. Ein Beitrag zur Geschichte der Hexenprozesse. In: Beiträge zur Geschichte des Niederrheins 1 (1886), S. 59–174, bes. S. 69 Anm. 32, zitierte angebliche Veröffentlichung Utenhoves: „Astragalus sive Xeniorum liber. Allusiones ad illustrium aliquot hominum nomina, Köln 1597“, ist eine Kombination dieser Angabe mit den „Xenia“ von 1568.
  86. Ludwig Perez (* um 1555), Sohn des Marcos Perez (1527–1572), ursprünglich aus Lucca, aus den Spanischen Niederlanden (Antwerpen) als Protestanten vertrieben, 1567 Basler Bürgerrecht, später Textilhandel und Bankier in Nürnberg; vgl. Lothar Bauer: Die italienischen Kaufleute und ihre Stellung im protestantischen Nürnberg am Ende des 16. Jahrhunderts. In: Jahrbuch für Fränkische Landesforschung 22 (1962), S. 1–18, bes. S. 12.
  87. Aus Hof.
  88. Auch Antonius Dunckius, aus Venlo („Venlonio Belgae“), Arzt.

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