Otto Schwebel


Otto Schwebel
Otto Schwebel

Otto Schwebel (* 30. Juli 1903 in Frankfurt am Main; † 3. Dezember 1976 in Gauting) war ein deutscher Politiker (NSDAP). Während des Nationalsozialismus war er Oberbürgermeister von Worms, Landrat im Kreis Worms und zudem war er von 1939 bis 1945 Mitglied des Reichstags.

Leben

Schwebel war ab 1926 Forstreferendar und ab 1928 Forstassessor in Michelstadt. Am 1. März 1930 trat er mit der Mitgliedsnummer 22.189 der NSDAP bei und war zunächst Kreisleiter der NSDAP für Groß-Gerau. Er wurde danach Gaugeschäftsführer der Gauleitung Hessen-Nassau-Süd und wurde 1932 Gauinspektor. Von 1932 bis zum 30. September 1937 war er Kreisleiter der NSDAP für Worms. Nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten war er vom 24. April bis zum 16. August 1933 kommissarischer Beigeordneter von Worms, bevor er am 16. August 1933 das Amt des Wormser Oberbürgermeisters von Wilhelm Rahn übernahm[1]. Im Sommer 1933 förderte Schwebel die Pläne des Leiters des Verkehrsvereins zur Wiederbelebung des vor dem Krieg jährlich gefeierten Sedanfestes. Die Abhaltung dieses traditionellen Festes war in Worms durch die bis 1930 andauernde Besetzung durch französische Truppen nicht möglich gewesen. Am 2. September 1933 feierte man in Worms das erste Backfischfest als Nachfolger des Sedanfestes.[2]

Schwebel gab im Juni 1934 das Amt des Oberbürgermeister an den aus Gießen stammenden Werkzeugmeister Heinrich Bartholomäus ab und wurde Kreisrat beziehungsweise Landrat im Kreis Worms. Auf eigenen Wunsch wurde er am 30. September 1937 aus dieser Funktion entlassen.[3] Er wechselte als NSDAP-Kreisleiter nach Frankfurt am Main, eine Funktion, die er bis zum 30. Juni 1943 ausübte. Nachdem Schwebel im April 1938 erfolglos zur Reichstagswahl vorgeschlagen worden war, konnte er am 10. November 1939 für den verstorbenen Abgeordneten Johannes Lommel in den politisch bedeutungslosen Reichstag nachrücken. In den Jahren 1939 und 1940 war er im Kriegsdienst an der Westfront.

Ab Juli 1943 war Schwebel vertretungsweise Regierungspräsident des Regierungsbezirks Wiesbaden.[4] Kurz vor Kriegsende flüchtete Schwebel am 25. März 1945 drei Tage vor dem Einrücken der US-amerikanischen Truppen aus Wiesbaden, zeitgleich mit dem hessischen Gauleiter Jakob Sprenger aus Frankfurt.

Im März 1960 verwarf der hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel einen Berufungsantrag von Otto Schwebel, dem eine niedrigere Instanz eine Rentenzahlung verweigert hatte.[5]

Literatur

  • Joachim Lilla (Bearbeiter): Statisten in Uniform. Die Mitglieder des Reichstags 1933–1945. Droste Verlag, Düsseldorf 2004, ISBN 3-7700-5254-4.
  • E. Kienast (Hg.): Der Großdeutsche Reichstag 1938, IV. Wahlperiode, R. v. Decker´s Verlag, G. Schenck, Ausgabe Juni 1943, Berlin

Einzelnachweise

  1. Abschied von Demokratie in Worms In: Wormser Zeitung vom 26. Juni 2008.
  2. Die Entstehung des Backfischfestes vor 75 Jahren bei www.worms.de
  3. Landkreis Worms bei www.territorial.de
  4. Regierungsbezirk Wiesbaden bei www.territorial.de.
  5. American Jewish Year Book 1961 (pdf, 508 KB), S. 258.

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