Heinrich von Hohenlohe


Heinrich von Hohenlohe
Hochmeisterwappen Heinrichs von Hohenlohe

Heinrich von Hohenlohe (* um 1200; † 15. Juli 1249) war der siebte Hochmeister des Deutschen Ordens.

Inhaltsverzeichnis

Familie

Heinrich war Angehöriger des fränkischen Adelsgeschlechts Hohenlohe. Sein Vater war Graf Heinrich von Hohenlohe († nach 1212), seine Mutter war Adelheid von Gundelfingen auf der Brenz († nach 1230).[1] Nach dem Tod seines Vaters beerbte diesen Heinrichs älterer Bruder Gottfried als neuer Graf von Hohenlohe. Heinrich war 1218 Domherr in Würzburg.

Deutscher Orden

Er trat um 1219, zusammen mit seinen Brüdern Andreas und Friedrich, in den Deutschen Orden ein. Gemeinsam brachten sie bei ihrem Eintritt in den Orden Mergentheim als Schenkung ein. Zu Zeiten Hermann von Salzas war er bereits in den Jahren 1232-1244 Deutschmeister des Deutschen Ordens, so dass ihm alle deutschen Kommenden unterstanden.

Regentschaftsrat des unmündigen Königs

Im Jahre 1237 wurde er zudem in den Regentschaftsrat für den unmündigen deutschen König Konrad IV. berufen. Sein Einfluss muss zu dieser Zeit sehr groß gewesen sein, da ein Zeitgenosse schrieb, dass „einige Deutschordensbrüder“ Deutschland regierten. Zu diesen Deutschordensrittern muss auch Heinrich gezählt haben. Heinrichs Bruder Andreas gründete in dieser Zeit auch das Deutsch-Ordenshaus in Mergentheim.[2]

1244 wurde Heinrich zum siebten Hochmeister des Ordens gewählt.

Umgestaltung der Ordensregel

Er erreichte, dass Papst Innozenz IV. dem Deutschen Orden gestattete seine Regel zu ändern, was bis dato nicht erlaubt war. Allerdings sollte die Regeländerung nach Willen des Papstes nicht das geistige Leben des Ordens betreffen. So begann Heinrich die Regel des Ordens umzuarbeiten und zu vereinheitlichen: Er behielt weitestgehend die Templerregel für den Kriegsdienst und die Johanniterregel für den Dienst an den Kranken bei, fasste die Regel jedoch kürzer und präziser als zuvor. Vor allem passte er die Regel aber den neuen Verhältnissen in Preußen an.

Die älteste erhaltene Abschrift dieser Regel stammt aus dem Jahr 1264. Neben der Bibel war die Regel, das so genannte Ordensbuch, die wichtigste Schrift des Deutschen Ordens. Das Ordensbuch, welches in jeder Kommende, das heißt in jedem Haus des Ordens vorhanden sein musste, bestand aus vier Teilen. Der erste Teil, der Prolog, beschrieb die Entstehungsgeschichte des Deutschen Ordens und gab eine theologische Begründung für das Ordensleben. Der zweite Teil beinhaltete die Regel, in ihr enthalten waren die drei Mönchsgelübde, die Observanzen für die Krankenpflege und die Regeln für das Gemeinschaftsleben der Mönche. Im dritten Teil waren die Gesetze des Ordens zusammengefasst, dabei handelte es sich um Vorschriften für das Leben in der Gemeinschaft. Der letzte Teil, die Gewohnheiten, erläutert die Verfassung und die Hierarchie des Ordens, regelte die Befugnisse der einzelnen Ämter im Allgemeinen, sowie im Fall des Krieges.

Auch die Ordenstracht wurde festgeschrieben: die Deutschordensritter sollten einen weißen Mantel mit einem schwarzen Tatzenkreuz auf der linken Mantelseite tragen. Dies erregte den Zorn der Templer, da diese dieselbe Tracht trugen, doch der Deutsche Orden war bereits so mächtig, dass er sich gegen die Templer durchsetzen konnte. Die Templer trugen in Zukunft dennoch weiter den weißen Mantel mit rotem Tatzenkreuz.

Einzelnachweise

  1. Vgl. Detlev Schwennicke: Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten. Neue Folge, Band XVII. Vittorio Klostermann, Frankfurt am Main 1998, Tafel 1.
  2. Vgl. http://www.historisches-wuerttemberg.de/schloss/mergenth/mergenth.htm

Literatur


Vorgänger Amt Nachfolger
Gerhard von Malberg Hochmeister des Deutschen Orden
1244–1249
Gunther von Wüllersleben

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Heinrich von Hohenlohe — Titre 7e Grand maître de l ordre Teutonique 1244 – 1249 Prédécesseu …   Wikipédia en Français

  • Heinrich von Hohenlohe — (died 15 July, 1249) was the seventh Grand Master of the Teutonic Order, serving between 1244 1249. He was the son of one of the richest and most powerful feudal lords in Württemberg and had four brothers and one sister.Von Hohenlohe was canon of …   Wikipedia

  • Heinrich von Pfannberg — (* vor 1241; † 24. Juli 1282) war Graf von Pfannberg, Landeshauptmann von Steiermark 1253 sowie Oberster Landrichter der Steiermark 1276 1279. Inhaltsverzeichnis 1 Leben und Wirken 1.1 Ungarische Herrschaft 1.2 Böhmische Herrschaft …   Deutsch Wikipedia

  • Heinrich Friedrich (Hohenlohe-Langenburg) — Heinrich Friedrich, Graf zu Hohenlohe Langenburg (* 7. September 1625 in Langenburg; † 2. Juni 1699 ebenda) wurde als jüngstes Kind von Graf Philipp Ernst zu Hohenlohe Langenburg und dessen Frau Gräfin Anna Maria zu Solms Sonnenwalde geboren. Er… …   Deutsch Wikipedia

  • Heinrich von Brentano — Heinrich von Brentano, en 1956. Mandats Président du groupe CDU/CSU au Bundestag allemand 24  …   Wikipédia en Français

  • Heinrich von Zeißberg — Heinrich von Zeißberg …   Deutsch Wikipedia

  • Heinrich von Wittek — Heinrich Ritter von Wittek (* 29. Januar 1844 in Wien; † 9. April 1930 ebenda) war ein Politiker und 1899/1900 kurzzeitig Ministerpräsident der österreichischen Reichshälfte von Österreich Ungarn. Heinrich von Wittek um 1897 …   Deutsch Wikipedia

  • Heinrich von Tschirschky — Heinrich Leonhard von Tschirschky und Bögendorff (* 15. August 1858 in Dresden Hosterwitz; † 15. November 1916 in Wien) war ein deutscher Diplomat und Staatssekretär im Auswärtigen Amt des Deutschen Kaiserreichs …   Deutsch Wikipedia

  • Heinrich von Aulock — (* 12. Juli 1824 in Ober Seichwitz; † 5. März 1885 in Kostau) war Mediziner, Gutsbesitzer und Mitglied des deutschen Reichstags. Leben Aulock besuchte das Mathias Gymnasium und die Universität in Breslau und war seit 1847 Landwirt auf seinen… …   Deutsch Wikipedia

  • Gottfried von Hohenlohe — Titre 14e Grand maître de l ordre Teutonique 1297 – 1303 Prédécess …   Wikipédia en Français