Landkreis Grafschaft Hohenstein


Landkreis Grafschaft Hohenstein

Der preußisch-deutsche Landkreis Grafschaft Hohenstein bestand in der Zeit zwischen 1816 und 1945. Von 1816 bis 1888 hieß der Landkreis Kreis Nordhausen. Er umfasste am 1. Januar 1945 die vier Städte Bad Sachsa, Benneckenstein (Harz), Bleicherode und Ellrich sowie weitere 80 Gemeinden.

Inhaltsverzeichnis

Verwaltungsgeschichte

Königreich Preußen

Nach der Neuorganisation der Kreisgliederung im preußischen Staat nach dem Wiener Kongress wurde zum 1. April 1816 der neue Kreis Nordhausen im Regierungsbezirk Erfurt in der preußischen Provinz Sachsen eingerichtet. Das Landratsamt befand sich in Nordhausen.

Norddeutscher Bund / Deutsches Reich

Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich. Seit dem 1. April 1882 bildete die Stadt Nordhausen einen eigenen Stadtkreis. Das Landratsamt blieb aber weiter in Nordhausen. Der Kreis trug nunmehr die Bezeichnung Landkreis. Am 8. August 1888 wurde neue Bezeichnung Kreis Grafschaft Hohenstein eingeführt, die auf die mittelalterliche Grafschaft Hohnstein Bezug nahm.

Zum 30. September 1929 fand im Kreis Grafschaft Hohenstein entsprechend der Entwicklung im übrigen Preußen eine Gebietsreform statt, bei der alle bisher selbstständigen Gutsbezirke aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden. Am 1. Oktober 1932 vergrößerte sich das Kreisgebiet durch folgende Eingliederungen:

Zum 1. Januar 1939 führte der Kreis Grafschaft Hohenstein entsprechend der jetzt reichseinheitlichen Regelung die Bezeichnung Landkreis.

Nach Auflösung der Provinz Sachsen zum 1. Juli 1944 gehörte der Kreis zwar weiter zum Land Preußen, war aber nunmehr – in Angleichung an die Reichsverteidigungsbezirke – der Verwaltung des Reichsstatthalters für Thüringen in Weimar unterstellt. Im April 1945 wurde das Kreisgebiet zunächst durch die amerikanischen Streitkräfte besetzt. Später folgten die sowjetischen Besatzer.

Nach 1945 / DDR

Bad Sachsa und Tettenborn wurden zum 1. September 1945 Teil der Britischen Besatzungszone. Auf Verordnung des Präsidenten des Landes Thüringen wurde der Landkreis Grafschaft Hohenstein mit Wirkung vom 19. Oktober 1945 in Landkreis Nordhausen umbenannt. 1950 wurde die Stadt Nordhausen in den Landkreis eingegliedert. Durch die Verwaltungsreform von 1952 kam der Landkreis, der bis dahin zum Land Thüringen gehörte, als Kreis Nordhausen zum neugebildeten Bezirk Erfurt. Gleichzeitig wurden die Stadt Benneckenstein und die Gemeinde Sorge herausgelöst und dem Kreis Wernigerode im Bezirk Magdeburg zugeordnet.

Landräte

Kommunalverfassung bis 1945

Der Landkreis Grafschaft Hohenstein gliederte sich in Stadtgemeinden, in Landgemeinden und – bis zu deren vollständiger Auflösung – in selbstständige Gutsbezirke. Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 sowie der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 wurde zum 1. April 1935 das Führerprinzip auf Gemeindeebene durchgesetzt. Die bisherigen Stadtgemeinden Bad Sachsa, Benneckenstein (Harz), Bleicherode und Ellrich führten ab 1. Januar 1934 die Bezeichnung Stadt. Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen; es galt weiterhin die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881.

Ortsnamen

Die Schreibweise zweier Gemeinden änderte sich:

  • Benneckenstein in Benneckenstein (Harz) (nach 1920?)
  • Sachsa in Bad Sachsa (1905)

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