Milch

Milch

Milch, die den Menschen und Säugethieren eigenthümliche, zur Ernährung ihrer Gattung von der Geburt an bis zu einem gewissen Alter bestimmte Flüssigkeit von weißer Farbe, angenehmem Geruch und süßem Geschmack. Durch längeres Stehen in mäßiger Wärme, durch Abkochung und Zusatz von Säuren oder Kräutern zersetzt sie sich in Rahm, Molken, Butter, Käse. Sie ist unter Einwirkung der Wärme sogar einer geistigen Gährung fähig, namentlich wenn die Scheidung durch öfteres Umrühren verhindert und ein Ferment zugesetzt wird. Tartaren und Mongolen bereiten sich auf diese Art ihren Branntwein (Kumiß, Ariki). Die Bestandtheile der Milch sind: Milchzucker, salzsaures, phosphorsaures und essigsaures Kali, Milchsäure, Eisenoxydul, etwas Natrum, phosphorsaurer Kalk und Talk. Die Milch der verschiedenen Thiere ist nach ihren Bestandtheilen auch verschieden. Die Eselsmilch nähert sich am meisten der Menschenmilch durch Geruch, Geschmack und Milchzuckergehalt, sie sondert weniger Rahm ab und enthält mehr Käse. Pferdemilch ist dünner, läßt sich schwer buttern, eignet sich aber am besten zur Gährung. Kuhmilch hat mehr Consistenz und Käsegehalt, und liefert die beste Butter, die zum Unterschied von der übrigen gelb ist. Ziegenmilch hat weniger Milchzucker und gibt reichlichen Käse. Schafmilch gibt sehr viel Rahm, aber die Butter scheidet sich schwer und bleibt mit dem Käse vereinigt; daher der zarte, süßliche Geschmack des Schafkäse. – Daß die Milch als ein vorzügliches und gesundes Nahrungsmittel dient, ist bekannt; eben so ihre vielfache Anwendung in der Küche.

H.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Milch — Sf std. (8. Jh.), mhd. mil(i)ch, ahd. miluh, milih, as. miluk Stammwort. Aus g. * meluk f. Milch , auch in gt. miluks, anord. mjolk, ae. meol(u)c, milc, afr. melok. Das Wort ist in dieser Form nicht vergleichbar und auch morphologisch nicht… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Milch — Milch, a. [OE. milche; akin to G. melk, Icel. milkr, mj[=o]lkr, and to E. milk. See {Milk}.] [1913 Webster] 1. Giving milk; now applied only to beasts. Milch camels. Gen. xxxii. Milch kine. Shak. [1913 Webster] 2. Tender; pitiful; weeping. [Obs.] …   The Collaborative International Dictionary of English

  • Milch — (Lac), 1) die von den Brustdrüsen der weiblichen Säugethiere abgesonderte eigenthümliche Flüssigkeit, welche von der Natur zur Ernährung des Säuglings bestimmt ist. Sie ist undurchsichtig, weißlich, zuweilen bläulichweiß od. gelbl ichweiß, von… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Milch — [Basiswortschatz (Rating 1 1500)] Bsp.: • Hat das Baby seine Milch bekommen? • Ich habe Kondensmilch. • Ich kann warme Milch nicht ausstehen …   Deutsch Wörterbuch

  • Milch — Milch: Das gemeingerm. Wort mhd. milch, ahd. miluh, got. miluks, engl. milk, schwed. mjölk gehört zu dem unter ↑ melken behandelten Verb. – Im übertragenen Gebrauch bezeichnet das Wort im Dt. z. B. den Saft mehrerer Pflanzenarten und den Samen… …   Das Herkunftswörterbuch

  • milch — [milk, milch] adj. [ME milche, milk giving < OE milce, akin to meolc,MILK] Now Chiefly Dial. MILK …   English World dictionary

  • Milch — Milchbearbeitungsgeräte …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Milch — Milch, die von den weiblichen Säugetieren nach dem Gebären während eines gewissen Zeitraums in den Milchdrüsen gebildete Flüssigkeit, welche zur Ernährung der Jungen dient. Die M. ist das vollkommenste Nahrungsmittel (s.d., Beilage), weil sie… …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Milch — Milch, ist die Secretionsflüssigkeit der Brustdrüse des weiblichen Säugethiers und des menschlichen Weibes, die erste, dem Neugeborenen von der Natur angewiesene Nahrung. Dieselbe besteht unter dem Mikroskop betrachtet aus einer wasserklaren… …   Herders Conversations-Lexikon

  • milch — /milch/, adj. (of a domestic animal) yielding milk; kept or suitable for milk production. [1250 1300; ME milche; cf. OE milce (in thrimilce the month of May, i.e., the month when cows could be milked thrice a day); see MILK] * * * …   Universalium

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”