Reineke der Fuchs

Reineke der Fuchs. Unter diesem Namen wurde im 15. Jahrh. zuerst durch eine niedersächsische Bearbeitung ein episches, fabelhaftes Gedicht bekannt, das mit einem großen Aufwande von Witz und Satyre die Schicksale Reineke's (des Fuchses) an dem Hofe des Königs Nobel ( Löwen) schildert, die Schlauheit des Fuchses erzählt und seine übrigen seltsamen Abenteuer und Gefahren beschreibt, denen er sämmtlich durch die Pfiffigkeit seiner Anschläge entging. Sehr wahrscheinlich versteckte der Verfasser des Gedichtes unter dieser harmlos-witzigen Hülle seinen Zorn über die Mängel und Fehler an irgend einem Hofe. Die erste Bearbeitung in niedersächsischer Mundart erschien unter dem Titel: »Reineke de Vos« zuerst 1495 zu Lübeck, und ward in sehr kurzer Zeit eine Lieblingslectüre des Volkes. Aller Forschungen ungeachtet konnte man sich doch nie über den wahren Verf. vereinigen. Rollenhagen, der bekannte Verf. des »Froschmaisters,« stellt in der Vorrede zu diesem Gedicht einen Nikolaus Baumann auf, der in den Diensten des Herzogs von Jülich stand, in Ungnade fiel und in Rostock unter dem Herzog Magnus 1523 starb. Lange hielt man diesen für den Verfasser, fand aber später, daß die eigentliche Fabel bereits in der Mitte des 13. Jahrh. bekannt war. Gelehrte der neuesten Zeit fanden die Quelle des Fabelgedichts im Französischen; namentlich erwarb sich der franz. Gelehrte Méon ein Verdienst um die Sammlung der verschiedenen Handschriften, deren er 12 in altem Französisch zusammenstellte und herausgab unter dem Namen, »Roman du renard.« Als Bearbeitungen im Hochdeutschen sind die bekanntesten und glücklichsten die von Göthe in Hexametern, von Soltau im Versmaße des Originals, und in neuester Zeit von E. Ortlepp zu nennen. Auch eine Fortsetzung des Gedichtes lieferte Sparre, eigentlich Renner, betitelt: »Hennynk de Han«

W.....m.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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  • Reineke, der — Der Reineke, des n, plur. die n. 1) Ein männlicher Taufnahme, welcher besonders in Niederdeutschland üblich ist, wo er auch Reiner, Reinier, lautet, und mit Reinhard, allem Ansehen nach, gleichbedeutend ist. S. Frisch, v. Rein, wo mehrere,… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

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  • Reineke Fuchs — Rei|ne|ke Fụchs 〈[ ks] m.; ; unz.〉 der Fuchs in der Tierfabel [nach dem nddt. Gedicht Reinke de Vos (Lübeck 1498) „Reineke der Fuchs“ <nddt. Reineke = hochdt. Reinhart <ahd. Reginhart „kundiger Ratgeber“] …   Universal-Lexikon

  • Reineke Fuchs (Goethe) — Reineke Fuchs ist ein Epos in zwölf Gesängen von Johann Wolfgang Goethe. 1793 entstanden, lag es im Mai 1794 im Erstdruck vor. Den Stoff vom Reineke Fuchs bezog Goethe aus der von Johann Christoph Gottsched 1752 besorgten Prosabearbeitung eines… …   Deutsch Wikipedia

  • Fuchs — (s. ⇨ Reineke). 1. Ale Fichse gihn schwer ei s Eisen. (Oberlausitz.) 2. Alle listigen Füchse kommen endlich beym Kirssner in der Beitze zusam. – Petri, II, 6; Simrock, 2888; Körte, 1678; Reinsberg II, 46. Frz.: Enfin les renards se trouvent chez… …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon

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  • Fuchs — Ein Rotfuchs in Deutschland Ein Rotfuchs in Nordschweden Ein Fuchs ist ein …   Deutsch Wikipedia

  • Reineke Fuchs — Reineke Fuchs, hochdeutsche Bezeichnung für den Haupthelden der deutschen Tiersage (s. d.). Das älteste Zeugnis für eine solche begegnet uns im 7. Jahrh. bei dem fränkischen Chronisten Fredegar. Die Ausbildung der Sage ist jedoch nicht auf… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Fuchs (Begriffsklärung) — Fuchs (ahd. fuhs, mhd. vuhs) ist in der Tierwelt gebräuchlich für: Fuchs, aus der Familie der Hunde Fuchs (Pferd), ein Pferd mit braunem Fell, brauner Mähne und braunem Schweif Großer Fuchs, Schmetterling Kleiner Fuchs, Schmetterling Harzer Fuchs …   Deutsch Wikipedia

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