Selbstentzündungen des menschlichen Körpers

Selbstentzündungen des menschlichen Körpers, eine Erscheinung, die lange bezweifelt wurde, aber nichtsdestoweniger authentisch ist. Wenn man bedenkt, wie viel Holz die Alten zur Verbrennung der Leichen oder spätere Völker zur Verbrennung von Verbrechern brauchten, so muß es das höchste Erstaunen erregen, daß bei Selbstverbrennungen alles bis auf eine fettige, übelriechende Masse Asche, etwas Kohle und etwa einige Kopfknochen in kurzer Zeit verzehrt wird. Personen, welche ein so schreckliches Ende nahmen, waren meistens Trunkenbolde oder an reichlichen Genuß der Spirituosen gewöhnt, und in der Mehrzahl alte Frauen, die sehr fett waren. In den meisten Fällen, die gewöhnlich im Winter vorkommen, war etwas Brennbares in der Nähe gewesen, eine Pfeife, ein Kohlentopf, eine Lampe und dergleichen, das vielleicht den Alkohol in der Ausdünstung entzündete, der aber freilich nicht mit Gewißheit nachgewiesen werden kann. Wo solche zündbare Gegenstände nicht da waren, oder nicht bemerkt worden sind, hat man die S. des Menschenkörpers aus den Ursachen erklärt, die der S. von Steinkohlen, Heu, Dünger und ähnlichen Dingen zum Grunde liegen, oder man nahm eine Einwirkung der Elektricität an, welche den alkoholosirten Körper, namentlich die weingeistdurchdrungene Fettmasse, entzündete. Bei Sectionen von Trinkern und Verbrechern, die sich vor der Hinrichtung Muth zutranken und, wie bekannt, aus Angst nicht berauscht werden und viel vertragen, roch nach Berichten bewährter Männer das Fett und alle Theile nach Alkohol. Das erste der Wissenschaft bekannt gewordene Opfer dieser Todesart war die Gräfin Zangari und Bundi, die sich viel mit Kampferspiritus wusch. Sie lag vor dem Bett zu Asche verbrannt, bis auf die Unterschenkel, an welchen die Strümpfe unversehrt waren, einige Kopftheile und drei schwarz gewordene Finger. Die Asche war feucht und stinkend, das Bett aufgedeckt und mit aschgrauem Ruß bedeckt, das Zimmer voll stinkendem Ruß und Dampf, der bis in's Nebenzimmer gedrungen war; in der Lampe war das Oel und zwei Lichter auf dem Leuchter verzehrt. Ein Köhler verbrannte an der Seite seiner Frau, die ihm vergebens Hilfe leistete und löschen wollte; ein altes Fischerweib ward todt, aber rauchend gefunden, und zerfiel in Asche, als man es mit Wasser begoß. Seit dieser Zeit sind die Beispiele häufiger geworden.

D.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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