Kohl

Kohl, zur Familie der Kreuzblumen gehörend, eine sehr reiche Pflanzengattung, der man in den meisten Küchengärten den 8. Theil des Bodens zugesteht. Die Kohlfamilie ist unstreitig nicht nur die älteste, sondern auch die ausgebreitetste unter den Gemüsearten und im Verlaufe der Zeit die Mutter einer zahlreichen Race von Küchengewächsen geworden, jedoch von so verschiedener Beschaffenheit und mannichfachem Aussehen, daß man ihren Ursprung oft schwer erräth. Hierher gehören z. B. die Kohlrübe, deren rübenartige Wurzeln in dem Boden stecken und über der Erde nichts als Blätter zeigen. Der Same wird nach einem Regen in der letzten Hälfte des Mai's gesäet, die jungen Pflanzen Anfangs Juli 1½ Fuß aus einander versetzt. Die hauptsächlichsten Kohlarten sind: der gemeine Kohl, welcher in England und Griechenland an den Seeküsten wild wächst und vom April bis Juni blüht. Der Stengel ist aufrecht und wie die Blätter glatt, die Wurzelblätter sind länglich herzförmig, die Blumen gelb. Als vorzüglichste Varietäten dieser Art nennen wir den baumartigen Kohl, Blaukohl, mit blauen, krausen, eingeschnittenen Blättern; grünblätterigen Krauskohl oder bunten Krauskohl, auch Plümagekohl genannt, mit zierlichen weißen, rothen und gefleckten Blättern. Savoyerkohl oder Wirsing, mit runzligen und krausen Blättern; Rosen- oder Sproßkohl; Herzkohl mit gerunzelten, buchtig-lappigen Blättern; Weißkraut oder Weißkohl mit geschlossenen, dichten Blätterköpfen; Kohlrabi mit knolligem Stengel über der Erde; die schon erwähnte Kohlrübe unter der Erde; Blumenkohl, auch Carfiol genannt, dessen Blumenstiele in den ersten Perioden ihrer Entwickelung fleischig markig sind und dichte, dolden-traubenartige Köpfe bilden, und Spargelkohl oder Broccoli, dessen Stengel und Blattrippen ein wohlschmeckendes Mark enthalten, welches wie Spargel bereitet und gegessen wird. Alle diese Kohlarten, so wie ihr Nutzen und Gebrauch, sind hinlänglich bekannt. Zur zweiten Gattung der Kohlfamilie gehört: der Feldkohl mit leierförmigen Wurzelblättern, graugrün und scharfborstig, wächst fast in ganz Europa auf den Feldern. Rübenkohl oder weiße Feldrübe, welche Art in Deutschland wegen der Wurzeln häufig auf Feldern gebaut und sowohl als Gemüse, als zum Viehfutter benutzt wird. Ferner die runde oder kugelige Rübe, die lange weiße Rübe, die Mairübe, die Herbstrübe und die märkische Rübe, unter allen Varietäten die kleinste, aber wegen ihres angenehmen Geschmackes berühmt. Diese und mehrere andere Sorten Rüben können als Varietäten dieser Gattung betrachtet werden. Endlich der Rübsenkohl (Rübsen, Rübsamen, Oelsamen). Letztere wegen ihres ölgebenden Samens häufig gebaute Pflanze wächst in England und mehrern andern Ländern Europa's wild auf Aeckern und an Gräben, blüht schön gelb im April und Mai, und verbreitet einen starken, aber angenehmen Geruch. Die jungen Blätter des Rübsenkohls dienen zum Gemüse, auch zum Salat. Aus dem Samen wird das bekannte Rübsenöl gepreßt.

L. M.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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