Regen

Regen, der natürliche Niederschlag des Wassers aus der Atmosphäre in Gestalt von Tropfen, welche letztere Bezeichnung deßhalb nöthig ist, weil das Wasser sich auch in flockiger Gestalt als Schnee, in fester als Hagel, in Bläschen als Nebel und in Dunstform als Thau niederläßt. Man theilt den Regen nach der Art, wie er sich zeigt, in Strichregen, der aus einer einzelnen, vom Winde fortgeführten Wolke, meist im Frühlinge, auf eine geringe Landesstrecke fällt; Landregen, der sich über größere Distrikte oft mehrere Wochen ununterbrochen ergießt, und bei öfterer Wiederkehr die sogenannten nassen Sommer zur Folge hat; Gewitterregen, welchen sein Name hinlänglich erklärt; Platzregen, der sich häufig bei Gewittern in einer großen Masse urplötzlich über eine kleine Strecke ergießt; Wolkenbruch, dasselbe Phänomen, nur im erhöhten Maßstabe, wo sich die Wolke dem Erdboden bedeutend nähert, und ihren verderbenschwangern Inhalt in langen ununterbrochenen Fäden ausschüttet; Dun st- und Staubregen fällt oft bei wolkenlosem Himmel in kleinen zerstreuten Tröpfchen, hält aber nie lange an. Es ist bewiesen, daß nicht die Wolke allein, sondern die ganze Luftschicht zwischen ihr und der Erde mit regnet, indem der Wasserdampf in derselben sich den fallenden Tropfen anschließt. – Der Regen ist für unser veränderliches Klima von höchster Wichtigkeit; er nährt die Quellen, Bäche, Ströme, Pflanzen und Thiere, und sein längeres Ausbleiben gilt mit Recht für ein großes Unglück. Ost ersetzt ihn aber die Natur auf andere Weise; so fällt z. B. an den Küsten von Peru in mehreren Jahren kein Wassertropfen vom ewig heitern Himmel; die Nächte aber spenden eine überreiche Menge Thau, welcher den R. vollkommen ersetzt.

V.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Regen- — Regen …   Deutsch Wörterbuch

  • Regen — bei Lunde, Dänemark Regenschauer …   Deutsch Wikipedia

  • Regen — Regen …   Wikipédia en Français

  • Regen — Rêgen, verb. reg. act. welches mit bewegen gleichbedeutend ist, im Hochdeutschen aber am häufigsten nur von einer geringen, schwachen Bewegung gebraucht wird. 1. Eigentlich. Ohne deinen Willen soll niemand seine Hand oder seinen Fuß regen, 1 Mos …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Regen — Sm std. (8. Jh.), mhd. regen, ahd. regan, as. regan , regin Stammwort. Aus g. * regna m./n. Regen , auch in gt. rign n., anord. regn n., ae. regn, rēn, afr. rein. Herkunft unklar. Verb: regnen; Adjektiv: regnerisch.    Ebenso nndl. regen, ne.… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Regen — Regen: Das gemeingerm. Wort mhd. regen, ahd. regan, got. rign, engl. rain, schwed. regn ist dunklen Ursprungs. – Abl.: regnen »als Regen zur Erde fallen« (mhd. reg‹en›en, ahd. reganōn, vgl. got. rignjan, engl. to rain, schwed. regna), dazu… …   Das Herkunftswörterbuch

  • regen — Vsw std. (13. Jh.), mhd. regen, mndd. rogen, regen aufrichten, erregen, bewegen Stammwort. Vermutlich als Kausativum zu ragen, also eigentlich ragen machen . deutsch d …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • regen — regen: Das schwache Verb mhd. regen »aufrichten, in Bewegung setzen; bewegen; erregen, erwecken; anrühren« ist das Veranlassungswort zu dem im Nhd. untergegangenen starken Verb mhd. regen »emporragen, sich erheben; steif gestreckt sein, starren« …   Das Herkunftswörterbuch

  • Regen — [Basiswortschatz (Rating 1 1500)] Auch: • regnen Bsp.: • Es sieht nach Regen aus. • Es regnet (in Strömen). • In Wales wird es am Wochenende regnen. • Wir hatten diesen Sommer sehr viel Regen …   Deutsch Wörterbuch

  • regen — V. (Aufbaustufe) geh.: einen Körperteil o. Ä. leicht bewegen Synonym: rühren Beispiele: Der Kranke konnte kein Glied regen. An den Bäumen regte sich kein Blättchen …   Extremes Deutsch

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”