Wind

Wind. Gleich allen flüssigen Körpern sucht die unsere Erde überall umgebende Luft stets im Gleichgewicht zu bleiben; wird dieses, sei es durch Kälte, die zusammenzieht, oder durch Wärme, die ausdehnt, gestört, und tritt nun die benachbarte Luft zur Ausgleichung und Wiederherstellung desselben hinzu, so ist dieß die Hauptursache des W. Mehr oder weniger sind solche Strömungen in der Atmosphäre stets vorhanden; man unterscheidet sie nach ihrer Fühlbarkeit in bewegte Luft, Wind, Sturm und Orkan, und bezeichnet sie dann einzeln nach der Himmelsgegend, aus der sie kommen, z. B. West-, Nordwestw. etc. Begegnen sich zwei Strömungen in entgegengesetzter oder sich durchschneidender Richtung, wie nicht selten geschieht, so entspringen aus diesem Zusammentreffen die Wirbelwinde und bei örtlicher Begünstigung die Wasserhosen (s. d.). Es gibt beständige und veränderliche W., nämlich solche, die entweder immer oder doch lange Zeit aus einer bestimmten Himmelsgegend in einer Gegend wehen, während die anderen bald aufhören oder umspringen. Jede Gegend hat ihre vorherrschenden W., das nördliche Deutschland: Nordwest, West und Südwest, die Wendekreise: die Passaten, fast nur aus Osten wehend und der Umdrehung der Erde ihre Entstehung verdankend, das indische Meer etc. die Mussons, regelmäßig die eine Hälfte des Jahres aus einer, die andere aus der entgegengesetzten Richtung wehend etc.; an den Meeresküsten wehen die Land- und Seewindedes Tages von der See dem Lande zu, des Nachts umgekehrt. Die Temperatur der W. bestimmt sich durch die Atmosphäre, aus der sie kommen, und modificirt sich auch nach jener der Gegenden, über welche sie streichen; bei uns ist der W. aus Ost kalt, trocken, streng und lange während; aus Nord kalt und feucht, ohne Dauer; aus West feucht, von ungleicher Temperatur und Dauer; aus Süd warm und trocken, jedoch nur selten anhaltend. Zu den heißesten, feuchten und deßhalb so schädlichen W. gehören der Cbamsin, Harmattan und der Samum oder Sirocco (s. d.). Während der gewöhnliche Wind 30 F. in einer Secunde zurücklegt, macht deren der starke Sturm 70, der heftige Orkan gar 120; dieser beiden Mächte Wüthen unterliegen jährlich Tausende von Schiffen etc. Die schrecklichsten Verheerungen richten aber die Orkane auf den westindischen Inseln und im Golf von Mexico an.

4.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

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  • Wind — von etwas bekommen (kriegen): heimlich davon erfahren, eine Ahnung von etwas haben.{{ppd}}    Die Redensart stammt aus der Jägersprache. Das Wild bekommt vom Jäger Wind, d.h. ›Witterung‹; der Wind bringt seiner feinen Nase den Geruch des Jägers… …   Das Wörterbuch der Idiome

  • Wind — (w[i^]nd, in poetry and singing often w[imac]nd; 277), n. [AS. wind; akin to OS., OFries., D., & G. wind, OHG. wint, Dan. & Sw. vind, Icel. vindr, Goth winds, W. gwynt, L. ventus, Skr. v[=a]ta (cf. Gr. ah ths a blast, gale, ah^nai to breathe hard …   The Collaborative International Dictionary of English

  • wind — wind1 [wīnd] vt. wound or Rare winded, winding [ME winden < OE windan, akin to ON vinda, Ger winden < IE base * wendh , to turn, wind, twist > Arm gind, a ring] 1. a) to turn, or make revolve [to wind a crank] b) to move by or as if by… …   English World dictionary

  • Wind — Wind, v. t. [imp. & p. p. {Wound} (wound) (rarely {Winded}); p. pr. & vb. n. {Winding}.] [OE. winden, AS. windan; akin to OS. windan, D. & G. winden, OHG. wintan, Icel. & Sw. vinda, Dan. vinde, Goth. windan (in comp.). Cf. {Wander}, {Wend}.]… …   The Collaborative International Dictionary of English

  • wind — Ⅰ. wind [1] ► NOUN 1) the perceptible natural movement of the air, especially in the form of a current blowing from a particular direction. 2) breath as needed in physical exertion, speech, playing an instrument, etc. 3) Brit. air swallowed while …   English terms dictionary

  • wind — wind, breeze, gale, hurricane, zephyr are comparable rather than synonymous terms that can all basically mean air in motion. Wind is the general term referable to any sort of natural motion whatever its degree of velocity or of force {a strong… …   New Dictionary of Synonyms

  • Wind — Wind: Das gemeingerm. Substantiv mhd. wint, ahd. wind, got. winds, engl. wind, schwed. vind gehört mit Entsprechungen in anderen idg. Sprachen zu der unter ↑ wehen dargestellten idg. Wurzel, vgl. z. B. tochar. A wänt »Wind«, lat. ventus »Wind« (↑ …   Das Herkunftswörterbuch

  • Wind — Wind, v. i. 1. To turn completely or repeatedly; to become coiled about anything; to assume a convolved or spiral form; as, vines wind round a pole. [1913 Webster] So swift your judgments turn and wind. Dryden. [1913 Webster] 2. To have a… …   The Collaborative International Dictionary of English

  • WIND — Caractéristiques Organisation NASA Masse 800 kg plus …   Wikipédia en Français

  • Wind — Sm std. (8. Jh.), mhd. wint, ahd. wint, as. wind Stammwort. Aus g. * wenda m. Wind , auch in gt. winds, anord. vindr, ae. wind, afr. wind. Außergermanisch vergleichbar sind zunächst l. ventus, kymr. gwynt, apreuß. wins Luft, Wetter , toch.A want …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Wind — Wind, v. t. [imp. & p. p. {Winded}; p. pr. & vb. n. {Winding}.] [1913 Webster] 1. To expose to the wind; to winnow; to ventilate. [1913 Webster] 2. To perceive or follow by the scent; to scent; to nose; as, the hounds winded the game. [1913… …   The Collaborative International Dictionary of English

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