Asperden
Asperden
Stadt Goch
Koordinaten: 51° 41′ N, 6° 10′ O51.6838888888896.1619444444444Koordinaten: 51° 41′ 2″ N, 6° 9′ 43″ O
Fläche: 18,86 km²
Einwohner: 2.234 (30. März 2007)
Eingemeindung: 1. Juli 1969
Postleitzahl: 47574
Vorwahl: 02823
Kirche St. Vincentius in Asperden

Asperden ist ein Ortsteil der Stadt Goch im Kreis Kleve (Nordrhein-Westfalen) mit 2.234 Einwohnern (30. März 2007).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Ort Asperden wurde um 1100 erstmalig erwähnt. Der Ortsname Asperden (Espenrodung), ein Rodungsname, ist auf die Rodungszeit der Wälder zurückzuführen.[1] Asperden liegt am Rand des Klever Reichswaldes.

St. Vincentius

Die katholische Pfarrkirche St. Vincentius ist seit 1255 nachweisbar. Zu Beginn des 14. Jahrhundert erfolgte die Angliederung des Gotteshauses an das Kloster Graefenthal. Der im 15. Jahrhundert errichtete Neubau wurde 1893 nach Errichtung eines neuen Gotteshauses im neoromanischen Stil auf der gegenüberliegenden Straßenseite vollständig abgebrochen. Heute gehören zur Gemeinde St. Vincentius noch ein Kindergarten, ein Jugendheim und die Don-Bosco-Grundschule.

Am 27. April 2008 wurde mit Günter Leuken der vorerst letzte Pfarrer der Gemeinde verabschiedet. Er war 34 Jahre in Asperden aktiv und ging nach Vollendung des 75. Lebensjahres in den Ruhestand. Nach ihm ist heute der Weg neben der Kirche benannt. Mit Pfarrer Leuken bricht die lange Reihe der Ortspfarrer für St. Vincentius erst einmal ab, da ein Nachfolger nicht vorgesehen ist.

Kloster Graefenthal

Kloster Graefenthal (Torgebäude)

Hauptartikel: Kloster Graefenthal

Nordwestlich von Asperden an der Niers liegt das Gut Graefenthal. Das ehemalige Zisterzienserinnenkloster ist eine Stiftung des Grafen Otto II. (Geldern). 1251 ist die Beisetzung von Ottos Gemahlin im Chor der Kirche überliefert. Die übrigen Kloster- und Wirtschaftsgebäude wurden um 1258 bezugsfertig. Nach Zerstörung der Abtei 1474 und umfangreichen Umbauten im Jahre 1711 wurde das Kloster nach der Säkularisation im Jahre 1802 abgebrochen. Die noch erhaltenen Gebäude der Abtei liegen innerhalb einer weitläufigen mauerumwehrten Anlage.[2]

Versunkenes Kloster

Hauptartikel: Burgus Asperden

Noch etwas weiter nördlich, auf der anderen Seite der Niers, lag früher bei der Flurbezeichnung „Versunkenes Kloster“ ein römischer Burgus mit einer zugehörigen kleineren Gewerbeansiedlung. Der Burgus Asperden ist heute in der Örtlichkeit nicht mehr zu erkennen.[3]

Asperden im Zweiten Weltkrieg

Ehrenmal zum Gedenken der Gefallenen des Zweiten Weltkrieges

Im nahegelegen Klever Reichswald und im Umfeld des heutigen Ortes Asperden, fand im Februar 1945 des Zweiten Weltkrieges die sogenannte Schlacht im Reichswald statt. Nach dieser Schlacht konnten die Alliierten anschließend bei Wesel einen Brückenkopf über den Rhein schlagen und somit das Ruhrgebiet einnehmen.

Nach 1945

Am 28. Juni 1946 wurde die Amtsverwaltung Asperden, bestehend aus den Gemeinden Kessel, Asperden, Hassum und Hommersum mit Genehmigung der Militärregierung wieder von Goch selbstständig. Die auf dem Reichswaldgelände des Amtes entstandenen Siedlergemeinde Nierswalde wurde 1953 durch Regierungsverfügung dem Amt Asperden angegliedert. Das endgültige Aus für das Amt Asperden kam mit dem Neugliederungsgesetz vom 11. März 1969. Es wurde aufgelöst und die selbständigen Gemeinden, darunter auch Asperden, sind seit dem 1. Juli 1969 Ortsteile der Stadt Goch.[4]

Ehrenmal der fahrenden Gesellen im Asperdener Reichswald zu Ehren der Gefallenen des Ersten Weltkrieges

Wirtschaft

In Asperden sind verschiedene kleine und mittlere Familienunternehmen ansässig. Es handelt sich um Unternehmen aus den verschiedensten Bereichen wie zum Beispiel: Schreinerei/Tischlerei, Raumausstattung, Verkauf von Gartenmöbeln und Zubehör, Hotel/Restaurant, Reithof, Landwirtschaft und Gartenbau. Die Reichswaldklinik (eine aus den Medien bekannte Privatklinik für plastische und kosmetische Chirurgie) ist auch in Asperden zu finden.

Vereine (Auswahl)

SV Asperden 1946 e.V.
Der Sportverein Asperden wurde 1946 gegründet und ist mit ca. 300 Mitgliedern (Stand Januar 2008) der größte Verein im Dorf. 1955, 1980 und 1989 war der SV Asperden Meister der Kreisliga B, 1993 und 1996 Meister der Kreisliga C und 1998 hat der Verein den DFB-Jugendförderpreis erhalten. Neben Fußball gibt es auch Damenturnen, Kinderturnen und Cheerleading.

Tambourcorps Asperden
Das Tamboucorps Asperden wurde 1954 gegründet, hier kann jeder eintreten und ein Instrument lernen.

AKV Vallis Comitis
AKV „Vallis Comitis“ ist der Asperdener Karnevalsverein. Asperden

Luftsportverein Goch
Der Luftsportverein Goch hat seinen Sitz am Segelflugplatz in Asperden. Hier kann man das Fliegen lernen.

KLJB Asperden (Katholische Landjugendbewegung)
Die KLJB Asperden wurde 1959 gegründet und ist eine Ortsgruppe der bundesweit aktiven KLJB.

Persönlichkeiten

  • Barbara Kisseler (* 1949), Honorarprofessorin und Leiterin der Berliner Senatskanzlei
  • Willi Girmes (* 1956), Sänger, Entertainer und Partykünstler

Einzelnachweise

  1. Siedlungen die ihren Ursprung in der Rodungszeit der Wälder haben, erkennt man an der Endung: den, so z. B. Asperden (Espenrodung) → vgl. Friedrich Gorissen: Von der römischen Herrschaft in Land am Niederrhein, Kleve 1949, S. 75 ff.
  2. P. Burggraaff, A. Schuhmann, T. Voss: Kulturlandschaft an der Niers. Das ehemalige Zisterzienserinnen-Kloster Graefenthal. In: HKLE 1992. S. 189–195.
  3. Hermann Hinz, Ilse Hömberg: Ausgrabung eines spätrömischen Burgus in Asperden, Kreis Kleve in Beiträge zur Archäologie des römischen Rheinlandes III, Düsseldorf 1968, S. 167 - 212
  4. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970.

Weblinks

 Commons: Asperden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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