Physiker

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Galileo Galilei führte als erster vorurteilsfreie Experimente durch
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Ein Physiker ist ein Naturwissenschaftler, der sich mit Themen aus der Physik befasst.

Inhaltsverzeichnis

Berufsfeld

Physiker sind in vielfältigen Berufsfeldern tätig: sie bearbeiten Aufgaben in der Grundlagen- und Industrieforschung, Entwicklung, Produktion, Beratung, Organisation und Verwaltung, im Marketing, im Öffentlichen Dienst und in der Lehre an Schulen und Hochschulen. Dabei wenden sie Methoden der theoretischen, experimentellen und angewandten Physik an.

In der Regel sind sie auf ein Spezialgebiet orientiert, wie zum Beispiel Kernphysik und Elementarteilchenphysik, Atom-, Hochenergiephysik und Molekularphysik, Clusterphysik, Festkörperphysik, Hydrodynamik, Aerodynamik, Thermodynamik, Optik, Akustik, Elektrodynamik, Plasmaphysik und Tieftemperaturphysik, Astrophysik, Extraterrestrische Physik, Biophysik, Atmosphärenphysik, Ozeanographie.

Diplom-Physiker arbeiten in der Forschung und Lehre an Hochschulen. Sie sind in Forschungs- und Entwicklungsabteilungen von Unternehmen fast aller Branchen tätig, zum Beispiel im Maschinen- oder Fahrzeugbau, der Rundfunk-, und Nachrichtentechnik, der Medizin-, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik, der Energieerzeugung und -verteilung oder der Chemischen Industrie. Physiker, die auf Lehramt studiert haben, arbeiten in der Regel als Lehrer an Schulen.

Laut einer im Februar 2010 veröffentlichten Studie der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG)[1], durchgeführt vom Institut der Deutschen Wirtschaft Köln, ist die Situation für Physiker am Arbeitsmarkt schlechter als bei den übrigen Akademikern. Auf der Basis von Daten, die aus dem Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes erhoben wurden, lässt sich die Erwerbslosenquote für alle diejenigen im erwerbsfähigen Alter bis 65 Jahre berechnen, die als Physiker ausgebildet wurden, d.h. die ein Physikstudium an einer Universität oder FH abgeschlossen haben (Ausbildungsberuf Physiker). Diese Quote lag im Jahr 2007 bei 4,5 Prozent und war damit etwas höher als die durchschnittliche Erwerbslosigkeit bei Akademikern (3,9 Prozent), allerdings geringer als die Erwerbslosenquote der Gesamtbevölkerung (8,6 Prozent). Die Werte lassen sich nur bedingt mit den Arbeitslosenzahlen der Bundesagentur für Arbeit vergleichen, die für 2007 eine Arbeitslosenquote für Physiker und Mathematiker von 6,6% (für 2009 5,9%)[2] (bezogen auf die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten) angibt, da die Arbeitssuchenden dort nicht nach dem Ausbildungsberuf, sondern nach dem gewünschten Zielberuf erfasst werden. Aus dieser Statistik fallen also alle Physiker heraus, die eine Stelle in einem anderen Beruf, z. B. im IT-Bereich, suchen. Aus der DPG-Arbeitsmarktstudie wird deutlich, dass die Bundesagentur für Arbeit nur ca. ¼ der Menschen mit einem Physikabschluss erfasst.

Der Unterschied in den Quoten wird zudem dadurch beeinflusst, dass verschiedene Grundgesamtheiten für die Ermittlung der Quote zu Grunde gelegt wurden. Z. B. besteht ein Unterschied zwischen Arbeitslosen und Erwerbslosen (siehe Wikipedia Artikel zur Arbeitslosenstatistik), außerdem betrachtet die Statistik der Bundesagentur für Arbeit Physiker und Mathematiker.

Weiterhin schätzt die oben zitierte DPG-Studie, dass ein jährlicher Mindestbedarf von 2.500 neu einzustellenden Physikern besteht.

Charakteristika

Physiker arbeiten nicht selten in Berufsfeldern, die dem eigentlichen Physikstudium fremd sind (vgl. z. B. diese Liste bekannter Physiker in anderen Berufsfeldern). Viele Physiker arbeiten in wirtschaftlichen Gesellschaften wie Banken oder Versicherungen. Viele Physiker, vor allem aus der Geophysik und der Meteorologie, sind in der Informatik mit der Programmierung von Modellen komplexer Systeme beschäftigt.

Physiker erlernen in ihrem Studium den Prozess der mathematischen Modellierung und seiner Überprüfbarkeit. Obwohl diese Fähigkeit im Studium primär auf physikalische Fragestellungen angewandt wird, finden sich Anwendungsgebiete auch in anderen Bereichen der Technik und Naturwissenschaften.

Ausbildung

Der Beruf des Diplom-Physikers setzt ein Studium an einer Universität voraus, dessen Abschluss als erster berufsqualifizierender Abschluss dient. Gegenwärtig werden an vielen deutschen und Schweizer Universitäten die Diplom-Studiengänge durch die neuen internationalen Bachelor/Master-Studiengänge ersetzt.

Physik kann man auch im Rahmen von Ingenieurstudiengängen an Hochschulen oder Fachhochschulen und im Rahmen von Lehramtsstudiengängen und Magisterstudiengängen studieren. Dabei kann Physik mit Abschlussziel Magister an fast allen Hochschulen jedoch nur als Nebenfach gewählt werden.

Die Regelstudienzeit beträgt für den Diplomstudiengang 10 Semester, jedoch ist die tatsächliche Studiendauer mit etwa 11 Semestern (Median 11,2) höher (Stand 2011[3]). Für frühere Jahre wurden mit 12,9 Fachsemestern höhere Zahlen genannt. Die Regelstudienzeit eines Bachelorstudiengangs liegt in der Regel bei mindestens 6 Semestern (tatsächlich 6,0 im Median, Stand 2011), ein Masterstudiengang dauert mindestens 4 Semester.

Siehe auch

Literatur

  • Die großen Physiker, 2 Bde.: Von Aristoteles bis Kelvin; Von Maxwell bis Gell-Mann. Hrsg. v. Karl von Meyenn. 1997, ISBN 3-406-41151-7

Einzelnachweise

  1. O. Koppel, Physikerinnen und Physiker im Beruf – Arbeitsmarktentwicklung, Einsatzmöglichkeiten und Demografie – Studie im Auftrag der DPG, Bad Honnef (2010). Abgerufen am 21. Mai 2010.
  2. http://www.pallas.iab.de/bisds/Data/seite_612_BO_a.htm
  3. http://www.pro-physik.de/details/articlePdf/1318155/issue.html

Weblinks


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