Saintes-Maries-de-la-Mer
Saintes-Maries-de-la-Mer
Wappen von Saintes-Maries-de-la-Mer
Saintes-Maries-de-la-Mer (Frankreich)
Saintes-Maries-de-la-Mer
Region Provence-Alpes-Côte d’Azur
Département Bouches-du-Rhône
Arrondissement Arles
Kanton Saintes-Maries-de-la-Mer
Koordinaten 43° 27′ N, 4° 26′ O43.4516666666674.42805555555551Koordinaten: 43° 27′ N, 4° 26′ O
Höhe 1 m (0–6 m)
Fläche 374,61 km²
Einwohner 2.294 (1. Jan. 2008)
Bevölkerungsdichte 6 Einw./km²
Postleitzahl 13460
INSEE-Code

(Les) Saintes-Maries-de-la-Mer ist eine Kleinstadt mit 2294 Einwohnern (Stand 1. Januar 2008) im französischen Département Bouches-du-Rhône, einem Teil der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur; Sitz der zuständigen Unterpräfektur des Arrondissements ist Arles. Da zu der Gemeinde weitläufige Naturschutzgebiete an der Rhônemündung gehören, hat sie bei einer Fläche von 374,6 km² eine selbst für französische Verhältnisse außerordentlich geringe Bevölkerungsdichte (6,6 Ew./km²). Sie liegt im Regionalen Naturpark Camargue.

Dieser Ort in der Landschaft Camargue ist ein alter Wallfahrtsort, der heute stark durch den Tourismus geprägt wird.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Reliquie der Sara
Van Goghs „Fischerboote am Strand von Saintes-Maries“
Die Kirche von Saintes-Maries-de-la-Mer

Erwähnt wird Saintes-Maries (so die Kurzform) erstmals bereits im 4. Jahrhundert als Sancta Maria de Ratis. Césaire von Arles vermachte diese Siedlung im Jahre 542 testamentarisch einem Kloster; danach wurde der Ort als Saintes Maries (oder Notre-Dame) de la Barque bezeichnet. 859/860 zogen Wikinger auf einem ihrer Beutezüge von hier aus Rhone-aufwärts bis in die Gegend von Valence. 869 nutzten auch die Sarazenen diese Gegend als Einfallstor für ihre Plünderung von Arles.

Im 14. Jahrhundert wurde Notre-Dame-de-la-Mer zur Wehrkirche umgebaut, die noch heute steht, und seit dieser Zeit wurde der Name Notre-Dame-de-la-Mer gebräuchlich. 1448 entdeckte man (angebliche) Reliquien der beiden Heiligen Marie Jacobé und Marie Salomé, die in der Folgezeit zu einem speziellen „Marienkult“ führten, zu dem auch Gläubige von weiter her pilgerten. Während der Französischen Revolution wurde dieser Kult verboten und die Kirche teilweise zerstört (1873 restauriert).

1838 nahm die Stadt ihren heutigen Namen an. 1924 entwickelte dort der französische Künstler Paul Hermann das Kreuz der Camargue. Bis heute finden zwei Wallfahrten nach Saintes-Maries statt, die am 24. Mai und Ende Oktober jedes Jahres zu Ehren der Marie Jacobé und der Marie Salomé abgehalten werden, im Mai zudem auch von Sara, der Schutzheiligen der Gitans (das sind hauptsächlich spanische Roma).

Entwicklungen im 20. Jahrhundert

Logo

In den 1950er/1960er Jahren wurde Les Saintes-Maries-de-la-Mer zu einem Geheimtipp der französischen neuen „Bohème“, bald auch der europäischen Beatniks, blieb zudem ein religiös bedeutender Ort für die Gitanes; in mancher Sommernacht entwickelte sich auf den Straßen und am Mittelmeerstrand ein spontanes Flamenco-Festival.

Wie es Geheimtipps oft ergeht, wuchs die Stadt zwischen 1960 und 1999 von 680 auf ca. 2.500 Einwohner an, und während der Sommermonate beherbergt sie ein Vielfaches davon. Inzwischen arbeitet dort praktisch niemand mehr als Fischer oder Bauer, die Einwohner leben vom Tourismus. So erlebt Saintes-Maries-de-la-Mer gegenwärtig einen weiteren Ausbau der entsprechenden Infrastruktur, der das ursprüngliche Gesicht der Stadt nachhaltig verändert (Bau von Appartementanlagen, eines Sportboothafens, Planung eines Hochgeschwindigkeitskurses für Windsurfer u.ä.). Durch das östlich des Ortes gelegene Naturschutzgebiet führt ein etwa 25 km langer Fußweg ins benachbarte Salin-de-Giraud.

Sehenswürdigkeiten

Weblinks

 Commons: Saintes-Maries-de-la-Mer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Saintes-maries-de-la-mer — Pour les articles homonymes, voir Sainte Marie. Saintes Maries de la Mer Dét …   Wikipédia en Français

  • Saintes-Maries-de-la-Mer — Saltar a navegación, búsqueda Saintes Maries de la Mer …   Wikipedia Español

  • Saintes Maries de la Mer — Saintes Maries Pour les articles homonymes, voir Marie. Sous le vocable de saintes Maries la tradition catholique désigne trois femmes : Marie Madeleine, Marie Salomé, mère des apôtres Jean et Jacques et Marie Jacobé. Après le martyre de… …   Wikipédia en Français

  • Saintes Maries de la mer — Saintes Maries Pour les articles homonymes, voir Marie. Sous le vocable de saintes Maries la tradition catholique désigne trois femmes : Marie Madeleine, Marie Salomé, mère des apôtres Jean et Jacques et Marie Jacobé. Après le martyre de… …   Wikipédia en Français

  • Saintes-Maries-de-la-Mer —   [sɛ̃tma ri dəla mɛːr], Küstenort in der Camargue, Département Bouches du Rhône, Frankreich, 2 200 Einwohner; Seebad. Der Ort ist Wallfahrtsstätte, v. a. Pilgerziel der Roma, die sich hier alljährlich im Mai treffen.   Stadtbild:   In der… …   Universal-Lexikon

  • Saintes-Maries-de-la-Mer — Pour les articles homonymes, voir Sainte Marie. 43° 27′ 10″ N 4° 25′ 43″ E …   Wikipédia en Français

  • Saintes-Maries-de-la-Mer — French commune nomcommune=Saintes Maries de la Mer Fortified church région=Provence Alpes Côte d Azur département=Bouches du Rhône arrondissement=Arles canton=Saintes Maries de la Mer insee=13096 cp=13460 maire=Roland Chassain mandat=2002 2008… …   Wikipedia

  • Saintes-Maries-de-la-Mer — Original name in latin Saintes Maries de la Mer Name in other language Commune de la Mer, Lei Santei Marias de la Mar, Les Saintes Maries de la Mer, Les Saintes Maries, Les Santes Maries de la Mar, Saintes Maries, Saintes Maries de la Mer, Sent… …   Cities with a population over 1000 database

  • Saintes-Maries-de-la-Mer — ▪ France also called  Les Saintes Maries        village of the Camargue, Bouches du Rhône département, Provence Alpes Côte d Azur (Provence Alpes Côte d Azur) région, southern France. The village lies along the Mediterranean coast. Its name… …   Universalium

  • Saintes Maries de la Mer —    A town in southern France where a pilgrimage of Gypsies occurs in May every year. The two saints of the town s name are Marie Jacobé and Marie Salomé, followers of Jesus who, according to legend, arrived by boat at the town after fleeing from… …   Historical dictionary of the Gypsies

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”