BRITE

BRITE (BRIght-star Target Explorer) oder BRITE Constellation ist ein Satelliten-Projekt, welches mittels photometrischer Messungen die Variabilität der hellsten Sterne am Himmel untersuchen soll. Der Start der ersten Satelliten ist für Anfang 2011 vorgesehen.[1]

Inhaltsverzeichnis

Projektbeteiligte

Das Projekt wurde ursprünglich als Kooperation zwischen der Technische Universität Graz und der Universität Toronto begonnen, die FFG beschloss am 26. Oktober 2005 den Projektvorschlag zu fördern.[2] Weitere Teilhaber an der Mission sind Arbeitsgruppen der Universitäten Wien, Montréal und British Columbia.[3] Am 16. Dezember 2009 hat sich Polen dem BRITE-Projekt angeschlossen, vertreten durch zwei Institute der Polska Akademia Nauk.[4]

Satelliten

BRITE ist ein ergänzendes Projekt zu MOST und hat als primäres wissenschaftliches Ziel die Helligkeitsschwankungen von Sternen mit einer scheinbaren Helligkeit von kleiner als 4 mag photometrisch zu vermessen.[5] Die Satelliten von BRITE Constellation sollen es ermöglichen, gleichzeitig (zumindest) zehn Sterne über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten hinweg oder in zwei unterschiedlichen Epochen zu beobachten,[5] MOST erreichte nur zwei Monate Beobachtungszeit bei einem Stern.[6]

Ursprünglich war BRITE-Constellation geplant als Verbund der zwei Nanosatelliten Uni-BRITE und BRITE-Austria/TUGSAT-1,[7] deren Start für 2008 mit einer Dnepr- oder Rockot-Rakete vorgesehen war.[2] Aktuell geplant ist der Start der kanadischen und österreichischen Satelliten als Sekundärnutzlast mit einer indischen PSLV-Rakete im Jahr 2011.[8]

Die polnischen Partner bauen zwei weitere Satelliten, dabei ist der erste Start für 2012 vorgesehen.[4] Die Canadian Space Agency hat ebenfalls zwei Satelliten finanziert.[1]

Die Nanosatelliten von BRITE-Constellation sind eine Weiterentwicklung des Satelliten CanX-2.[9] Der in der BRITE-Constellation-Mission genutzte Satellitenbus hat eine Kantenlänge von 20 cm und eine Gesamtmasse von zirka 7 kg.[10] Die wissenschaftliche Nutzlast ist ein Teleskop mit CCD-Bildsensor mit einer Auflösung von 4072 x 2720 Pixeln für differentielle photometrische Messungen der Helligkeit von Sternen.[10] Die Satelliten werden sich auf einem sonnensynchronen polaren Orbit in 800 km Höhe bei einer Umlaufzeit von rund 100 Minuten bewegen, für die Bodenstationen in Graz und Toronto sind die Satelliten pro Umlauf rund 10 Minuten in Empfangsreichweite.[10] Eine weitere Bodenstation in Polen ist in Planung.

Quellen

  • W. W. Weiss, A. Moffat, O. Kudelka: BRITE-Constellation, Communications in Asteroseismology, Vol.157, p. 271, Online-Fassung
  • K. A. Carroll, S. Rucinski, and R. E. Zee: Arc-Minute Nanosatellite Attitude Control: Enabling Technology for the BRITE Stellar Photometry Mission, Proc. 18th Annual AIAA/USU Conference on Small Satellites, Logan, Utah, August 2004 [1]
  • A. Kaiser, S. Mochnacki, W. W. Weiss: BRITE-Constellation: Simulation of Photometric Performance, Communications in Asteroseismology, Vol.152, p. 43-50, Online-Fassung

Einzelnachweise

  1. a b BRITE-Constellation. Universität Wien, 28. Oktober 2009, abgerufen am 13. Dezember 2010 (englisch, auf der deutschsprachigen Seite ist noch von einem Start 2009 die Rede): „A launch of UniBRITE and BRITE-AUSTRIA in early 2011 in envisioned.“
  2. a b TUG Print Ausgabe 18 (2/06); abgerufen am 13. Dezember 2010
  3. Teams auf der BRITE-Constellation-Homepage, abgerufen am 13. Dezember 2010
  4. a b BRITE PL, abgerufen am 13. Dezember 2010
  5. a b BRITE Constellation Science, abgerufen am 13. Dezember 2010
  6. The MOST Project at a Glance, abgerufen am 13. Dezember 2010
  7. UniBRITE, abgerufen am 13. Dezember 2010
  8. Satellite Launch, abgerufen am 13. Dezember 2010
  9. Can-X3 BRITE, abgerufen am 13. Dezember 2010
  10. a b c Der erste österreichische Satellit, Pressemitteilung vom Januar 2010, abgerufen am 13. Dezember 2010

Weblinks


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