Graz

Graz
Graz
Wappen von Graz
Graz (Österreich)
Graz
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Statutarstadt
Kfz-Kennzeichen: G
Fläche: Expression-Fehler: Unerkanntes Wort „graz“ km²
Koordinaten: 47° 4′ N, 15° 26′ O47.06666666666715.433333333333353Koordinaten: 47° 4′ 0″ N, 15° 26′ 0″ O
Höhe: 353 m ü. A.
Einwohner: 261.540 (1. Jän. 2011)
Bevölkerungsdichte: Expression-Fehler: Unerkanntes Wort „graz“ Einw. pro km²
Postleitzahlen: 801x, 802x, 803x, 804x, 805x
Vorwahl: 0316
Gemeindekennziffer: 6 01 01
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptplatz 1
8011 Graz
Website: www.graz.at
Politik
Bürgermeister: Siegfried Nagl (ÖVP)
Gemeinderat: (2008)
(56 Mitglieder)
23 ÖVP,
11 SPÖ,
08 Grüne,
06 KPÖ,
05 FPÖ,
02 BZÖ,
01 Gerhard Mariacher
Lage der Statutarstadt Graz
Bezirk Bruck an der Mur Bezirk Deutschlandsberg Bezirk Feldbach Bezirk Fürstenfeld Graz Bezirk Graz-Umgebung Bezirk Hartberg Bezirk Judenburg Bezirk Knittelfeld Bezirk Leibnitz Bezirk Leoben Bezirk Liezen Bezirk Murau Bezirk Mürzzuschlag Bezirk Radkersburg Bezirk Voitsberg Bezirk WeizLage des Bezirks Graz im Bundesland Steiermark (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Grazer Rathaus
Grazer Rathaus
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Graz ist die Landeshauptstadt der Steiermark und mit 294.793 Einwohnern (davon 265.192 mit Hauptwohnsitz, Stand: 1. Oktober 2011) die zweitgrößte Stadt der Republik Österreich. Graz liegt an der Mur im Grazer Becken.

Das Grazer Feld war in der römischen Kaiserzeit eine dicht besiedelte Agrarlandschaft. Im 6. Jahrhundert wurde im späteren Graz eine Burg errichtet, von der sich der Name Graz ableitete (gradec bedeutet kleine Burg auf Slowenisch). Das Stadtwappen erhielt Graz 1245, von 1379 bis 1619 war Graz habsburgische Residenzstadt und widerstand in diesem Zeitraum mehreren osmanischen Angriffen. 2003 war Graz die Kulturhauptstadt Europas.

Graz hat sich zu einer Universitätsstadt mit insgesamt über 45.000 Studierenden entwickelt. Sie wurde zur Menschenrechtsstadt erkoren und ist Trägerin des Europapreises. Die Altstadt von Graz und das Schloss Eggenberg gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe. Graz ist Bischofssitz der Diözese Graz-Seckau. Seit März 2011 ist Graz als UNESCO City of Design Teil des Creative Cities Network.[1]

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Panorama vom Schloßberg
Panorama von St. Leonhard in Richtung Altstadt

Graz liegt an beiden Seiten der Mur, wo diese ihren Durchbruch durch das Grazer Bergland beendet und in das Grazer Becken eintritt. Die Stadt füllt den nördlichen Teil des Grazer Beckens von Westen bis Osten fast vollständig aus und ist daher an drei Seiten von Bergen umschlossen, die das eigentliche Stadtgebiet um bis zu 400 m überragen. Nur nach Süden öffnet sich das Stadtgebiet ins Grazer Feld. Der höchste Punkt in Graz befindet sich am Plabutsch mit 754 m im Nordwesten der Stadt, die tiefste Stelle, mit etwa 330 m, befindet sich dort, wo die Mur das Stadtgebiet im Süden verlässt. Graz liegt rund 150 km südwestlich von Wien. Die nächstgelegene Großstadt ist Marburg an der Drau (Maribor) in Slowenien, rund 60 km südlich von Graz. Die beiden Städte verbinden immer enger werdende kulturelle und wirtschaftliche Beziehungen. Die Europaregion Graz-Maribor ist ein Beispiel dafür.

Stadtgliederung

Karte: Grazer Stadtbezirke
Graz Stadtbezirke2.png
Blick vom Schloßberg in den Süden von Graz
Blick vom Schloßberg in den Norden von Graz

Das Stadtgebiet von Graz ist in 17 namentliche Stadtbezirke gegliedert. Rund um den ersten Bezirk, die innere Stadt, reihen sich St. Leonhard, Geidorf, Lend, Gries und Jakomini. Die restlichen Bezirke bilden den äußeren Ring von Graz: Liebenau, St. Peter, Waltendorf, Ries, Mariatrost, Andritz, Gösting, Eggenberg, Wetzelsdorf, Straßgang und Puntigam.

Weiters teilt Graz sich in 28[2] Katastralgemeinden. Die Bezirke Innere Stadt, St.Leonhard, Geidorf, Lend, Gries, Jakomini, Wetzelsdorf, Gösting sowie Waltendorf sind jeweils eine Katastralgemeinde. Zudem gibt es noch folgende Katastralgemeinden in den äußeren Bezirken:

  • Liebenau: Engelsdorf, Graz Stadt-Messendorf (teilweise), Graz Stadt-Thondorf, Liebenau, Murfeld, Neudorf
  • St. Peter: St. Peter, Graz Stadt-Messendorf (teilweise)
  • Ries: Stifting, Ragnitz
  • Mariatrost: Wenisbuch, Graz Stadt-Fölling
  • Andritz: Andritz, Graz Stadt-St.Veit ob Graz, Graz Stadt-Weinitzen
  • Eggenberg: Algersdorf, Baierdorf
  • Straßgang: Straßgang (teilweise), Webling (teilweise)
  • Puntigam: Gries (teilweise), Rudersdorf, Straßgang (teilweise), Webling (teilweise)

Der gesamte äußere Ring der Bezirke kam mit den Eingemeindungen 1938 zu Graz, Puntigam wurde als jüngster Bezirk 1988 von Straßgang abgespalten.

Nachbargemeinden

Graz ist umgeben vom politischen Bezirk Graz Umgebung, in dem sich auch alle folgenden Gemeinden befinden:

Klima

Typisches Grazer Winterwetter: Infolge der Beckenlage hängt dichter Nebel in der Stadt, während höher oben strahlend blauer Himmel herrscht (Blick vom Schloßberg)
Blick vom Schöckl auf Graz im Winter
Klimadiagramm von Graz-Thalerhof

Graz liegt im Bereich der gemäßigten Klimazone. Durch die Lage am Südostrand der Alpen ergibt sich eine gute Abschirmung gegenüber den in Mitteleuropa vorherrschenden Westwetterlagen. Größere Niederschlagsmengen dringen daher vorwiegend aus dem mediterranen Bereich vor.

  • Durchschnittstemperaturen: Flughafen 8,7 °C / Universität Graz 9,4 °C[3][4]
  • mittlere Jahresniederschlagsmenge: 818,9 mm mit durchschnittlich 92,1 Niederschlagstagen (Universität Graz)
  • Sonnenscheindauer: 2100 Stunden im Jahr (Universität Graz Periode 2003-2010)
  • Julimittel: 21,0°C (Universität Graz Periode 2003-2010)

Durch die geschützte Lage ist das Klima so mild, dass z. B. in den Parkanlagen auf dem Schloßberg Pflanzenarten gedeihen, die üblicherweise erst einige hundert Kilometer weiter südlich anzutreffen sind. Der mediterrane Einfluss zeigt sich auch bei den jährlichen Sonnenstunden, die in Graz um einiges zahlreicher sind als etwa in Wien.

Allerdings hat die Beckenlage auch klimatische Nachteile: Besonders im Winter kommt es oft zu Inversionswetterlagen, die einen Luftaustausch im Grazer Becken verhindern und so eine hohe Smog- und Feinstaubbelastung bewirken. Rund 140.000 Autos, die wochentags von auswärts nach Graz pendeln, tragen zusammen mit den von den Stadtbewohnern getätigten Autofahrten maßgeblich zur Feinstaubbelastung bei. In der Expertise einer vom steirischen Gesundheitsreferat in Auftrag gegebene Studie finden sich erschreckende Zahlen über Erkrankungen und Mortalitätsraten in der Bevölkerung; sie hängen direkt mit Feinstaub zusammen. Es wurde ermittelt, dass der Feinstaub für ca. 40 vorzeitige Todesfälle pro Jahr in Graz verantwortlich ist. Der motorisierte Individualverkehr wurde in dieser Studie als Hauptverursacher des Feinstaubs in Graz eruiert. Dabei hieß es, der Grenzwert von 50 µg/m³ wurde 2006 in Graz an 120 Tagen bis um das Dreifache überschritten. 2009 wurde der Grenzwert (50 µg) an 59 Tagen überschritten[5] , obwohl dies gesetzlich festgelegt an nur 30 Tagen passieren hätte dürfen.

Geologie

Das Gebirgsland nördlich von Graz auf beiden Seiten des engen Murtals besteht aus Kalk und Schiefer aus dem Paläozoikum.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung

Bevölkerungsentwicklung von Graz von 1849 bis 2006

Die Bevölkerungszahl von Graz überschritt etwa im Jahr 1870, in der sogenannten Gründerzeit, die 100.000er-Marke. In der Folge stieg die Einwohnerzahl bis in die 1970er-Jahre stetig an – teilweise durch natürlichen Zuwachs und Zuwanderung, teilweise durch erfolgte Eingemeindung von Nachbarorten im Jahre 1938. Von Ende der 1970er Jahre bis 2001 verringerte sich die Zahl wieder, da viele Grazer in die Umlandgemeinden zogen. Obwohl in diesen Jahren die Zahl der Bewohner mit Hauptwohnsitz abnahm, gab es zeitgleich eine Zunahme an Bewohnern mit Zweitwohnsitz. Seit 2001 gibt es wieder eine Zunahme auch von Hauptwohnsitzbewohnern. Dazu kommen noch in Graz wohnende jüngere Werktätige, die ihren Hauptwohnsitz bei den Eltern außerhalb von Graz haben. Das stellt Graz vor finanzielle Probleme, da die Stadt die Infrastruktur für alle in und um Graz wohnenden Menschen bereitstellen muss, vom Bund jedoch nur Geld für die Bewohner mit Hauptwohnsitz bekommt. Andererseits profitieren der Wirtschaftsstandort und die Bauwirtschaft von den meist jüngeren Leuten, die in Graz ihren Zweitwohnsitz haben.[6] Graz hat 109.830 Haushalte mit einem Frauenanteil von 52 Prozent.

Am 1. Jänner 2011 hatten 262.566 Personen ihren Hauptwohnsitz in Graz, 30.803 ihren Nebenwohnsitz, 169 waren obdachlos. Das ergibt eine Gesamtbevölkerungszahl von 293.538.[7] Auf Grund des Bevölkerungswachstums gehen Experten davon aus, dass Graz bis zum Jahr 2018 die Marke von 300.000 Einwohnern übersprungen haben wird.[8]

Bevölkerungsstruktur

18,14 % der Grazer sind unter 20 Jahre alt, 64,58 % zwischen 20 und 65. Der Anteil der Senioren (Über-65-Jährige) beträgt 17,27 %. 51,97 % der Grazer sind Frauen.

Herkunft und Sprache

218.163 der Grazer (85,44 %) mit Hauptwohnsitz sind österreichische Staatsbürger, 12.860 EU-Bürger (5,04 %), 24.331 Nicht-EU-Bürger (9,53 %). Von diesen stammen 2.318 aus Afrika, 986 aus Amerika, 6.583 aus Asien, 68 aus Ozeanien, 1.258 aus Russland und insgesamt 25.721 aus Europa. 257 Grazer sind staatenlos.

Die meisten Ausländer sind Bürger der folgenden Staaten: Bosnien und Herzegowina (4.604), Kroatien (4.260), Deutschland (3.918), Türkei (3.801), Rumänien (2.651), Russland (1.258), Serbien und Montenegro (1.136), Ungarn (1.135) Slowenien (1.051), Nigeria (749), Ägypten (720), Jugoslawien (654), Italien (599), Mazedonien (559), Polen (537), Bulgarien (509), Slowakei (500).[9]

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte von Graz

Politik

Wahrzeichen der Stadt: Der Grazer Uhrturm
Graz, vom Gipfel des Schöckl aus gesehen, im Jänner 2007. Deutlich zu erkennen ist der Grazer Schloßberg.

Graz ist eine Statutarstadt. Das bedeutet, dass die Gemeindeorganisation durch ein eigenes Landesgesetz (Statut der Landeshauptstadt Graz aus dem Jahr 1967) geregelt wird und die Gemeindeorgane (insbesondere der Magistrat) neben den üblichen Aufgaben einer Gemeinde auch die der Bezirksverwaltungsbehörde übernehmen. So finden auch die Grazer Gemeinderatswahlen nicht zugleich mit jenen der übrigen steirischen Gemeinden statt. Weiterhin ist Graz der Sitz des Steirischen Landtages (im Landhaus), der Steiermärkischen Landesregierung und aller Landesbehörden, der Bezirksverwaltungsbehörde Graz-Umgebung, der Wirtschafts-, Landwirtschafts- und Arbeiterkammer Steiermark, des Landespolizeikommandos, der Bundespolizeidirektion Graz, des Oberlandesgerichtes, der Sicherheitsdirektion, der Finanzlandesdirektion und des Arbeitsmarktservice.

Gemeinderat

23
11
8
6
5
2
1
23 11 
zur Vorlage
Von 56 Sitzen erreichten:

In den letzten Jahrzehnten wartete die Grazer Kommunalpolitik mit einigen Besonderheiten auf. Das in Graz traditionell politisch starke deutschnationale Lager, vertreten durch die FPÖ, bekam überdurchschnittlich viele Wählerstimmen und stellte zwischen 1973 und 1983 mit Alexander Götz den Bürgermeister der Stadt. Danach fiel die FPÖ auf wenige Mandate zurück. Zur gleichen Zeit war Graz die erste Großstadt in Österreich, in der die Grünen – als Alternative Liste Graz (ALG) – in den Gemeinderat einzogen (1983). Nachdem in der folgenden Periode die Mehrheitsverhältnisse nicht so eindeutig waren, haben sich zwei Bürgermeister die Amtszeit aufgeteilt, zuerst Franz Hasiba von der ÖVP und anschließend Alfred Stingl von der SPÖ, der nach der Wahl 1988 Bürgermeister blieb und das Amt bis 2003 bekleidete. In der auf diese Wahl folgenden Periode wurde die KPÖ mit über 20 % der Stimmen drittstärkste politische Kraft in Graz. Das schrieb man vor allem dem sozialen Engagement des damaligen KPÖ-Spitzenkandidaten und Gemeinderates Ernest Kaltenegger zu. Nachdem Kaltenegger für die KPÖ-Steiermark bei den Landtagswahlen 2005 antrat und in den Landtag einziehen konnte, verließ er den Grazer Gemeinderat.

Ergebnisse der Kommunalwahlen in Graz

Gemeinderatswahl in Graz 2008

Die letzten Gemeinderatswahlen fanden am 20. Jänner 2008 statt. Die ÖVP unter ihrem Spitzenkandidaten Siegfried Nagl konnte ihren ersten Platz verteidigen und den Vorsprung auf die politischen Mitbewerber sogar leicht ausbauen, sie erreichte beinah doppelt so viele Stimmen wie die zweitstärkste Partei, die SPÖ. SPÖ und KPÖ erlitten schwere Verluste, die zumindest bei der KPÖ nach dem Abgang ihres Spitzenpolitikers Kaltenegger in die Landespolitik von einigen Beobachtern erwartet worden waren. Das schwache Abschneiden der SPÖ galt hingegen als überraschend, ihr waren bis zu 30 % der Stimmen vorausgesagt worden. Die FPÖ konnte nach heftig umstrittenen Äußerungen ihrer Spitzenkandidatin bezüglich des Islam in Österreich ebenso wie das BZÖ einen Erfolg verbuchen. Größter Wahlsieger waren jedoch die Grünen, die ihre Mandate verdoppeln konnten.

Die letzte Gemeinderatswahl am 20. Jänner 2008 ergab folgendes Ergebnis:

Partei / politische Gruppierung Stimmen-
anteil
Verän-
derung
Sitze im Gemeinderat Verän-
derung
Sitze im Stadtrat
ÖVP 38,37 % +2,25 % 23 +2 4
SPÖ 19,74 % –6,15 % 11 -4 2
Grüne 14,56 % +6,30 % 8 +4 1
KPÖ 11,18 % –9,57 % 6 -6 1
FPÖ 10,85 % +2,87 % 6 +2 1
BZÖ 4,31 % +4,31 % 2 +2 0
Sonstige 0,88 % +0,88 % 0 0 0

Anfang März einigten sich die ÖVP unter Siegfried Nagl und die Grünen unter Lisa Rücker auf ein gemeinsames Arbeitsübereinkommen. Am 13. März 2008 wurde die neue Stadtregierung unter Schwarz-Grün angelobt, Siegfried Nagl wurde für eine zweite Amtszeit zum Bürgermeister gewählt, die Spitzenkandidatin der Grünen, Lisa Rücker, zur Vizebürgermeisterin.

Stadtrat

Der Grazer Stadtrat umfasst neun Mitglieder, die gemäß den Gemeinderatswahlergebnissen auf die fünf vertretenen Parteien aufgeteilt werden.

Amt Name Partei Ressorts
Bürgermeister Siegfried Nagl ÖVP U.a. Innere Verwaltung, Büro für Frieden und Entwicklung, Magistratsdirektion, Präsidialamt, MD-Informationsmanagement, BürgerInnenamt (nur: Ehrungen), Straßenamt (nur: Ordnungswache), Stadtbaudirektion mit Kanalbauamt, Abteilung für Grünraum und Gewässer, Stadtvermessungsamt, Stadtplanungsamt, Bau- und Anlagenbehörde, Kulturamt (nur hinsichtlich Wissenschaftspflege und Fachhochschulen)
Vizebürgermeisterin Lisa Rücker Grüne Straßenamt (ausgenommen Ordnungswache), Abteilung für Verkehrsplanung, Umweltamt, Wirtschaftsbetriebe
Stadträtin Martina Schröck SPÖ Amt für Jugend, Familie und Frauen (nur hinsichtlich Allgemeine Frauenangelegenheiten), Sozialamt (mit Ausnahme barrierefreie Wohnungen
Stadtrat Detlev Eisel-Eiselsberg ÖVP Amt für Jugend und Familie (mit Ausnahme Allgemeine Frauenangelegenheiten), Sportamt, BürgerInnenamt (Personenstandsrechtliche Aufgaben und Matrikenwesen, Personenstandsbehörde, Staatsangehörigkeits- und Heimatsrechtsangelegenheiten, Kultusangelegenheiten, Passgesetz, Meldewesen, Wehr- und Zivildienstangelegenheiten, WählerInnen- und EinwohnerInnenevidenz, Geschworenen- und Schöffenangelegenheiten, Wahlangelegenheiten und Volkszählung)
Stadtrat Mario Eustacchio FPÖ Geriatrische Gesundheitszentren, BürgerInnenamt (nur hinsichtlich Allgemeines gewerberechtliches Verfahren, Vollziehung von Vorschriften über die Lehrlingsausbildung bzw. Beschäftigung von Jugendlichen, Angelegenheiten des Jagdwesens, Angelegenheiten des Fischereiwesens, Angelegenheiten des Kraftfahrgesetzes, Verschiedene gewerberechtliche Angelegenheiten, Übertretung in Verwaltungsstrafsachen, Verwaltungsvollstreckungsverfahren)
Stadträtin Sonja Grabner ÖVP Amt für Wirtschafts- und Tourismusentwicklung, Stadtschulamt, Kulturamt (nur hinsichtlich Stadtbibliotheken), Abteilung für Katastrophenschutz und Feuerwehr
Stadträtin Elke Kahr KPÖ Amt für Wohnungsangelegenheiten, Sozialamt (hinsichtlich barrierefreie Wohnungen)
Stadtrat Karl-Heinz Herper SPÖ Gesundheitsamt, Kulturamt (mit Ausnahme Stadtbüchereien, Wissenschaftspflege und Fachhochschulen), Theaterangelegenheiten (Theaterholding Graz/Steiermark GmbH, Österreichischer Theatererhalterverband, Internationale Arbeitsgemeinschaft Deutschsprachiger Theaterverbände udgl.)
Stadtrat Gerhard Rüsch ÖVP Finanz- und Vermögensdirektion, Personalamt, Abteilung für Gemeindeabgaben, Abteilung für Rechnungswesen, Liegenschaftsverkehr, Liegenschaftsverwaltung, Liegenschaftswerkstätten, Grazer Parkraumservice

Bürgermeister

Der erste gewählte Grazer Bürgermeister in der Nachkriegszeit war Eduard Speck (SPÖ), welcher sein Amt bis 1960 ausübte. Er wurde von seinem Parteikollegen Gustav Scherbaum (SPÖ) abgelöst, dieser regierte bis 1973. Nach dem Erstarken des rechtsnationalen Lagers unter der FPÖ wurde 1973 Alexander Götz Bürgermeister; er übte das Amt bis 1983 aus. Auf ihn folgten Franz Hasiba (ÖVP) und Alfred Stingl (SPÖ), welche sich zunächst eine fünfjährige Amtsperiode aufteilten, Stingl behielt das Bürgermeisteramt jedoch bis 2003. Auf ihn folgte Siegfried Nagl (ÖVP), der bei den Gemeinderatswahlen 2008 nochmals als Bürgermeister bestätigt wurde.

Städtepartnerschaften

Denkmal für Städtefreundschaft auf dem Schloßberg (2008)

Graz unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:

Wirtschaft

Graz hat durch seine Lage im Südosten Österreichs eine wichtige Standort-Funktion. Der Zentralraum Graz erwirtschaftet mehr als ein Drittel der industriellen Wertschöpfung des Bundeslandes Steiermark und bietet rund 40 % der steirischen Arbeitnehmer einen Arbeitsplatz. Graz und die Steiermark sind Österreichs Technologiefabrik, jede dritte High-Tech-Innovation in Österreich kommt aus dieser Region. 2003 arbeiteten in Graz 184.135 Personen in 10.692 Arbeitsstätten, rund 73,4 % davon im Dienstleistungssektor (besonders öffentlicher Dienst, Handel, Geld- und Versicherungswesen). 2003 wurden 996 neue Grazer Unternehmen gegründet. Zum Vergleich im Jahr 2001 waren es noch 158.268 Personen in 14.148 Arbeitsstätten. Seit 1906 finden in Graz jährlich die Grazer Herbstmesse und einige Fachmessen im Messecenter Graz statt, bei denen manchmal mehr als 200.000 Besucher registriert werden. Ca. 55.000 der Arbeitnehmer sind Einpendler. Rund 40 % der steirischen Wirtschaftsleistung werden im Zentralraum Graz erwirtschaftet. Die stationäre Kaufkraft beträgt pro Kopf 12.810 Euro (2002), die Steuerkraft-Kopfquote beträgt 1.348 Euro (2003) und der Median des monatlichen Bruttoeinkommens liegt bei 1.948 Euro (2003).[10]

Unternehmen

Graz ist Sitz bedeutender Unternehmen von der Andritz AG bis zu Magna Steyr. (Siehe dazu Grazer Unternehmen)

Medien

In Graz sind, da es eine Landeshauptstadt ist, Redaktionen aller wichtigen bundesweiten Medien, wie dem ORF oder der Kronen Zeitung.

Zeitungen

Der wichtigste Grazer Medienkonzern ist die Styria, die neben der regionalen Kleinen Zeitung, mit einer Reichweite von bemerkenswerten 50% in den Bundesländern Steiermark und Kärnten, noch die Presse, sowie zahlreiche andere Zeitschriften und Zeitungen in Österreich, Slowenien und Kroatien herausbringt.
Jede österreichweit erscheinende Tageszeitung hat eine eigene Redaktion in Graz, die Kronen Zeitung produziert in Graz auch eine eigene Steiermark-Ausgabe. Weiters gibt es in Graz noch drei wichtige kostenlose Stadtzeitungen, die wöchentlich erscheinen: G7, die Woche und der Grazer.

Rundfunk

In Graz gibt es, wie in jeder Landeshauptstadt, ein ORF Landesstudio. Von dort aus wird rund um die Uhr Radio Steiermark gesendet. Weiters erscheint dort täglich die TV-Sendung "Steiermark heute", die in der Steiermark auf ORF 2 gesendet wird. In Graz gibt es mit Steiermark1 und MemaTV, einem Sender der nur gelegentlich Programm sendet, noch zwei weitere TV-Anstalten. Der wichtigste Radiosender, neben den ORF Radios, ist die Antenne Steiermark, die 1995 der erste Privatsender Österreichs war. Mit Radio Graz, Radio Soundportal und dem freien Radio Helsinki gibt es in Graz noch drei weitere Radiokanäle. Das österreichweite Radio Kronehit hat ebenfalls eine Zweigstelle in Graz.

Einkaufszentren und -straßen

Graz hat eine große Bedeutung als Einkaufstadt, deren Einzugsgebiet sich weit über die Stadtgrenzen und das Umland hinaus bis ins südliche Burgenland und nach Slowenien, bis nach Ungarn und Kroatien erstreckt. Als beliebteste Einkaufsstraße gilt die Herrengasse in der Inneren Stadt. Die Annenstraße, welche vom Hauptplatz nach Westen Richtung Hauptbahnhof führt, war früher eine sehr belebte Einkaufsstraße, hat mittlerweile aber trotz einiger Revitalisierungsversuche viel von ihrer einstigen Bedeutung und Beliebtheit verloren. Weitere kleinere Einkaufsstraßen sind die Kunstmeile Sackstraße, wo viele kleine Galerien und Kunstgewerbegeschäfte zu finden sind, die Sporgasse sowie die Murgasse.

Das Großkaufhaus Kastner & Öhler, das älteste Kaufhaus in Graz, steht in der Sackstraße. Bis Oktober 2010 erfuhr das Haus einen Totalumbau. Weiters gibt es in und um Graz eine Reihe von Einkaufszentren: Das Shopping Center West am Weblingergürtel, das Einkaufszentrum Murpark an der Liebenauer Tangente, den Citypark am Lazarettgürtel sowie das Einkaufszentrum Shopping Nord in Gösting, an der Kreuzung Wienerstraße−Autobahnzubringer Nord. Im Grazer Vorort Seiersberg liegt das größte Einkaufszentrum, die Shopping City Seiersberg. In Planung befindet sich ein Outletcenter in Puntigam. Das Projekt 'ECE Stadtgalerie' am Hauptbahnhof wurde inzwischen aufgegeben. Seit der Eröffnung des Shopping Nord im März 2008 weist Graz die höchste Dichte an Einkaufszentren in Österreich auf. Rein rechnerisch kommt auf jeden Einwohner der Stadt ein Quadratmeter Einkaufszentrum.[11]

Landwirtschaft

Graz ist die größte Bauerngemeinde der Steiermark. Etwa 7.600 Rinder, Schweine, Schafe, Hühner und sonstiges Geflügel sowie Ziegen und Zuchtwild werden in etwa 340 Betrieben im Stadtgebiet gehalten.[12] Auf 14 verschiedenen Bauernmärkten bieten die Landwirte das ganze Jahr über kulinarische Köstlichkeiten aus Küche, Keller und Garten an.[13]

Tourismus

Der deutsche Reiseschriftsteller Johann Gottfried Seume gelangte auf seiner berühmten Reise nach Syrakus im Jahre 1802 unter anderem nach Graz. Er schrieb:[14]

„Hier will ich einige Tage bleiben und ruhen; die Stadt und die Leute gefallen mir. Du weiſst, daſs der Ort auf den beyden Seiten der Murr sehr angenehm liegt; und das Ganze hat hier überall einen Anblick von Bonhommie und Wohlhabenheit, der sehr behaglich ist. [...] Gräz ist eine der schönsten groſsen Gegenden, die ich bis jetzt gesehen habe; die Berge rund umher geben die herrlichsten Aussichten, und müssen in der schönen Jahrszeit eine vortrefliche Wirkung thun. Das Schloſ, auf einem ziemlich hohen Berge, sieht man sehr weit; und von demselben hat man rund umher den Anblick der schön bebauten Landschaft, die durch Flüsse und Berge und eine Menge Dörfer herrlich gruppiert ist.“

Johann Gottfried Seume: Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802

Heute setzt Graz im Tourismus vor allem auf die historische Substanz der Altstadt und auf das südliche Flair. Die offiziellen Auszeichnungen der Stadt als Kulturhauptstadt 2003, als Weltkulturerbe unterstreichen diese Positionierung. Durch den Grazer Krauthäuptel, der vor rund hundert Jahren als Slowene aus Krain in die Steiermark und nach Graz gekommen ist[15], wurde die Stadt von der Agrarmarkt Austria Marketing GesmbH zur „Genuss Hauptstadt“ erhoben.[16]

Große Bedeutung kommt Graz auch als Kongressstadt zu. Graz verfügt aktuell über rund 5.000 Gästebetten im gewerblichen Bereich, dazu kommen weitere ca. 1.000 Gästebetten im nicht gewerblichen Bereich (inkl. Camping, Jugendherbergen und Privatzimmer). Rund 50 % aller Nächtigungen sind dem Segment der Geschäftsreisenden zuzurechnen. Etwa 13 % entfallen auf das Segment Kongress- und Seminartourismus. Bereits 37 % entfallen auf das Segment des klassischen Städte- und Kulturtouristen. Dieses Segment weist in den letzten Jahren die stärkste Wachstumsrate auf. Das Krisenjahr 2009 konnte Graz mit rund 788.000 Nächtigungen abschließen, was gegenüber dem Jahr zuvor nur einen Rückgang von 1 % bedeutet. Bemerkenswert im Hinblick auf die Gästestruktur ist der hohe Anteil an Inlandsgästen (rund 47 %) und der gleichzeitig sehr internationale Gästemix. Als beste Reisezeit gilt nach wie vor die warme Jahreszeit, die in Graz von April bis Oktober dauert. Die Adventzeit (Ende November – Weihnachten) hat sich durch die Adventmärkte in der Zwischenzeit ebenfalls zu einer sehr attraktiven Besuchszeit entwickelt.

Autocluster

Hauptartikel: Autocluster Steiermark

Der Autocluster Steiermark (oder „ACstyria“) ist ein loser Zusammenschluss von mehr als 180 steirischen Unternehmen, die alle in der Autozulieferindustrie tätig sind. Das Zentrum des Autoclusters ist Graz. Der größte Betrieb und Leitbetrieb ist der Magna Konzern. Im Autocluster arbeiteten im Jahr 2006 44.000 Menschen, die einen Umsatz von 9,6 Mrd. € und eine Wertschöpfung von 1,6 Mrd. € erwirtschafteten. Auch KTM fertigt seinen Sportwagen X-Bow im neu erbauten Werk in Graz (Bezirk St. Peter).

Infrastruktur

Energie Graz, Verwaltungsgebäude (2008)

Energieversorgung

Solaranlage auf der Trainingshalle des Eisstadions Graz-Liebenau

Graz besitzt eine ausgeprägte Fernwärmeversorgung mit einer Anschlussleistung von mehr als 500 MW. Im Winter wird die Wärme überwiegend aus Abwärme der Stromerzeugung genutzt, im Sommer stammt die Energie teils aus industrieller Abwärme und Gaskesseln. Graz beschreitet zusätzlich technologisch neuen Weg: Thermische Solaranlagen mit mehreren Tausend m² Kollektorfläche z. B. auf der Trainingshalle des Eisstadions Graz-Liebenau (direkt neben der UPC-Arena, 700 kW Leistung der Solaranlage), auf der Siedlung Berliner Ring (1300 kW), am Fernheizkraftwerk und auf den Dächern der städtischen AEVG (Abfall-Entsorgungs- und Verwertungs-GmbH, Endausbau 3000 kW) und beim Wasserwerk der Graz AG (2000 kW) liefern mehrere Megawatt Wärme.

Wasserversorgung

Die Wasserversorgung in Graz wird durch die Grazer Stadtwerke bereitgestellt. Das Wasser kommt ausschließlich vom Grundwasser aus den quartären Schotterfüllungen des Murtales. Die Quellen sind in Friesach, im Stadtbezirk Andritz und in St. Ilgen am Hochschwab. Das Verteilsystem in Graz hat eine Länge von 835 km, mit den knapp über 30.000 Hausanschlüssen 1.273 km. Die Grazer Stadtwerke verfügen über 23 Trinkwasserhochbehälter mit einem Gesamtspeichervolumen von 34.742 m³.[17]

Abfallentsorgung

Die Abfallentsorgung in Graz wird seit 1984 von der AEVG wahrgenommen. Sie ist ein Unternehmen der Grazer Stadtwerke und der Stadt Graz. Jährlich behandelt das Unternehmen ca. 135.000 t Müll, davon landen ca. 20.000 auf einer Deponie. Der Betrieb hat das Emas-Gütesiegel für geprüftes Umweltmanagement .[18]

Gesundheitswesen

In Graz gibt es sieben Krankenhäuser, mehrere Privatkliniken/Sanatorien sowie 44 Apotheken.

Das UKH und das LKH-West
Einfahrtsbereich des LSF
Ein „Jumbo“ und ein „regulärer“ RTW.

Das LKH-Universitätsklinikum Graz ist ein Krankenhaus der Maximalversorgung mit 1556 Betten und insgesamt 7190 Mitarbeitern und deckt den Grazer Osten ab, im Westen bestehen das LKH Graz-West in Eggenberg mit 280 Betten und insgesamt rund 500 Mitarbeitern, die Landesnervenklinik Sigmund Freud (LSF) in Straßgang mit 880 Betten und insgesamt 1.100 Mitarbeitern sowie das Unfallkrankenhaus der AUVA in Eggenberg mit 180 Betten und insgesamt rund 444 Mitarbeitern.

Weiters bestehen im Westen von Graz das geriatrische Krankenhaus Albert-Schweitzer-Klinik in Gries mit 304 Betten, das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder I in Lend mit 225 Betten, das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder II in Eggenberg mit 260 Betten und das Krankenhaus der Elisabethinen in Gries mit 182 Betten.

Es gibt in Graz einige Privatkliniken: die Privatklinik Kastanienhof, die Privatklinik Leech, die Privatklinik der Kreuzschwestern, das Sanatorium St. Leonhard, das Sanatorium Hansa und die Privatklinik Graz-Ragnitz.

Den Rettungsdienst deckt in Graz das Österreichische Rote Kreuz mit zwei Notarzteinsatzfahrzeugen, drei Notfallrettungswagen (Jumbo) und etwa 30 Rettungswägen (RTW) ab. Die „Jumbo“ genannten Notfallrettungswagen sind eine Grazer Besonderheit und im österreichischen Rettungsdienst einmalig.

Zusätzlich ist am Flughafen Graz-Thalerhof der Christophorus Notarzthubschrauber C12 stationiert.[19]

Weiters gibt es in Graz noch einen Ärztenotdienst, dieser bietet auch außerhalb der Praxisöffnungszeiten eine allgemeinmedizinische Versorgung in und um Graz und wird von praktischen Ärzten, in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz welches den Fuhrpark und Fahrer bereitstellt, besetzt.

Verkehr

Der Binnenverkehr in Graz wird vor allem durch den motorisierten Individualverkehr geprägt, durch den rund 45 % der Wege zurückgelegt werden. Der öffentliche Personennahverkehr erreicht rund 20 %, rund 16 % werden mit dem Fahrrad zurückgelegt und rund 19 % zu Fuß.[20]

Entwicklung des Modal Split in Graz 1982–2008[21][22]
Verkehrsmittel 1982 1988 1991 1998 2004 2008
Öffentlicher Verkehr 18,1 % 17,6 % 17,9 % 18,2 % 19,3 % 19,9 %
PKW als Fahrer 33,8 % 37,2 % 37,3 % 37,5 % 38,2 % 35,7 %
PKW als Mitfahrer 8,8 % 8,2 % 8,7 % 8,7 % 9,1 % 9,5 %
Fahrrad 8,3 % 11,7 % 12,5 % 14,2 % 14,1 % 16,1 %
Zu Fuß 31,0 % 25,3 % 23,6 % 21,3 % 19,3 % 18,8 %

Fußgängerverkehr

In Graz gibt es vor allem in der inneren Stadt großflächige Fußgängerzonen, deren Erweiterung von Seiten der Stadtplanung aktiv vorangetrieben wird. Dennoch konnte auch in Graz nicht verhindert werden, dass der motorisierte Individualverkehr zu Lasten des Fußverkehrs zunimmt.

Radverkehr

Wegweiser für die Fahrrad-Hauptverkehrsstrecken in Graz
Der Augartensteg, eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke
Einbahn ausgenommen Radfahrer, mit roter Bodenmarkierung

Graz ist relativ radfreundlich. Im Bereich der Stadt existieren rund 120 km [23] Radverkehrsanlagen. Erklärtes Ziel der städtischen Verkehrsplaner ist es, den Radverkehrsanteil von 14 % innerorts (2007) weiter zu steigern. Aus dem Jahr 1980 existiert ein Beschluss, ein Netz aus 190 km Radverkehrsanlagen zu errichten, was bei bisherigem Bautempo bis 2035 dauern könnte. Drei neue Stege wurden gebaut, und an manchen Stellen der Stadt gibt es schon an beiden Ufern der Mur Rad(fuß)wege. Der enge Altstadtkern, relativ wenige Steigungen im Großteil der Stadt sowie die geringe Häufigkeit von Wind und Niederschlag begünstigen das Radfahren.

Eine Umfrage unter Grazer Radfahrern ergab im Jahr 2007 die folgenden Gründe, aus denen die Befragten mit dem Rad unterwegs waren:[24] 37 % der Befragten gaben an, mit dem Rad auf dem Weg zur oder von der Arbeit zu sein. Zum Einkaufen waren 14 % der Befragten unterwegs. 24 % waren auf dem Weg zu einer oder von einer Ausbildungsstätte. Nur 10 % der Befragten gaben an, momentan „in der Freizeit“ mit dem Fahrrad unterwegs zu sein.

Die 365 km lange touristische Radroute „Murradweg“, nach dem Donauradweg der am zweitmeisten frequentierte Radweg Österreichs, sowie die Mountainbike-Route „Alpentour“ führen durch Graz. Trotz Radfahrverbot in manchem Wald existiert eine bergige Route Rund um Graz.

In Graz markierten Aktivisten etwa 1980 einen Radstreifen und wurden polizeilich gestraft. Ihre Radlogo-Schablone wurde von Vizebürgermeister Erich Edegger (in Höhe der Strafe) angekauft und dann vom Amt verwendet. Graz förderte Radverkehr beispielgebend, war etwa Österreichs Pionier beim Erlauben von Radfahren in einer Fußgängerzone (Schmiedgasse) und beim Markieren eines Radstreifens (grün) gegen eine Einbahn – zwei Dinge, die erst später gesetzlich geregelt wurden. Mit Erich Edeggers Tod 1992 starb auch ein Großteil des städtischen Engagements. Die überwiegend von Einfamilienhäusern dominierten Grazer Außenbezirke, der weiterhin wachsende Speckgürtel um die Stadt sowie der Bau von peripheren Einkaufszentren fördern das Fahren mit dem Auto.

Seit 2007 fordert critical mass monatlich auch in Graz mehr Platz für Radfahren in der Stadt.

Aufgrund einer neuen Koalition im Gemeinderat wechselte das Verkehrsressort von Gerhard Rüsch (ÖVP) am 14. März 2008 zu Lisa Rücker (Grüne), die selbst fast ausschließlich Rad fährt. Es ist paktiert, Radverkehr besonders zu entwickeln, ohne sich auf Radwegbau zu beschränken. Dazu gehören ein weiteres Liberalisieren von Radfahren im Zentrum (Fußgängerzonen, Parks, Einbahnen), die Qualitätshebung von Radwegen, das Werben für Radfahren als gesunde Bewegungsform sowie die Berücksichtigung von Wünschen der Nutzer (Aktion Radfalle), neben einer deutlichen Reduktion des Autoverkehrsanteils.

Motorisierter Individualverkehr

Ortsschild bei der Ortseinfahrt in Mariatrost

Graz besitzt ein Straßennetz von rund 1000 km.

Als eine der ersten österreichischen Städte realisierte Graz im September 1992 eine flächendeckende Tempo-30-Zone (ausgenommen Vorrangstraßen), was zu einer deutlichen Reduktion der Unfallzahlen führte.

Nach massivem Bau von Tiefgaragen in der Innenstadt, unter anderem aufwändig unter dem historischen Gebäude des Kaufhauses Kastner & Öhler, wurden bis 2007 auch bei Kaufhäusern, Großbetrieben und am Stadtrand Auto-Parkflächen ausgebaut. Mit der zweiten Röhre im Plabutschtunnel, der Nordspange (Gürtel-Unterführung) und Ausbauten am Südgürtel wurden großräumig wirksame Kapazitäten geschaffen.

Öffentlicher Verkehr

Straßenbahn am Jakominiplatz

Graz verfügt über ein relativ gut ausgebautes öffentliches Verkehrsnetz, welches in den Steirischen Verkehrsverbund eingegliedert ist.[25][26]

Sechs reguläre Straßenbahnlinien und viele Buslinien durchziehen das Stadtgebiet. Das Netz ist dicht ausgebaut und wird von vielen Grazern häufig frequentiert (66.4 km Straßenbahn und 250 km Bus).[27] Eine steigende Anzahl von Bahnhöfen und Haltestellen ermöglicht zunehmend die Benützung der S-Bahn innerhalb von Graz. Daneben werden von den Holding Graz Linien auch eine Standseilbahn, (die Grazer Schloßbergbahn, mit gewöhnlichen Fahrscheinen zu benutzen) und ein Aufzug auf den Schloßberg betrieben. In den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag sowie in den Nächten vor Feiertagen verkehren Nachtbuslinien. Den wichtigsten Knotenpunkt des innerstädtischen öffentlichen Verkehrs bildet der Jakominiplatz, an dem alle Straßenbahnlinien, zehn Buslinien und alle Nachtbuslinien zusammentreffen.

Zwischen 2005 und 2007 wurden die Straßenbahnlinien 4, 5 und 6 verlängert – die erste nennenswerte Erweiterung (insgesamt ca. 3,5 km), seit in den 50er- und 60er-Jahren fast die Hälfte des Straßenbahnnetzes eingestellt worden waren. Der weitere Ausbau des Straßenbahnnetzes Richtung Südwesten zum Nahverkehrsknoten Don Bosco und zum Stadtentwicklungsgebiet Reininghaus, sowie der Bau einer Innenstadt-Entflechtungstrecke wurden kürzlich vom Gemeinderat beschlossen. Weitere Projekte, etwa eine Nordwestlinie oder die Anbindung der Karl-Franzens-Universität, wurden aus finanziellen Gründen vorerst aufgeschoben.

Bahnverkehr

Halle des Grazer Hauptbahnhofs
Blick Richtung Innenstadt mit dem Graz Köflacherbahnhof im Vordergrund

Der Grazer Hauptbahnhof (der für seine funktionale Innenarchitektur mit dem Brunel Award ausgezeichnet und in einer VCÖ-Passagier-Umfrage als schönster Bahnhof bewertet wurde) liegt an der Südbahn. Gleichzeitig bildet er den Anfangspunkt der steirischen Ostbahn und der Graz-Köflacher Eisenbahn (GKB). Von hier fahren S-Bahnen in alle Teile der Steiermark sowie direkte Intercity-Züge nach Wien, Salzburg, Innsbruck und Bregenz. EuroCity-Züge verbinden Graz direkt mit Marburg an der Drau bzw. Laibach in Slowenien, Zagreb in Kroatien und Frankfurt am Main bzw. Saarbrücken in Deutschland. Zürich in der Schweiz ist per EuroNight direkt erreichbar, Budapest in Ungarn mit einer Kurswagen-Verbindung. Die im Bau befindliche Koralmbahn soll die historisch bedingte schlechte Anbindung von Graz an das europäische Eisenbahnnetz stark verbessern und Graz direkt mit Italien verbinden. Zeitgleich mit der Koralmbahn soll der Semmeringbasistunnel, der sich gegenwärtig noch im Planungsstadium befindet, fertiggestellt sein und Graz direkt mit Nordosteuropa verbinden. Dadurch könnte die Fahrzeit zwischen Wien und Graz um mehr als eine halbe Stunde reduziert werden. Auch im Güterverkehr böte er deutliche Vorteile gegenüber der bestehenden Semmeringbahn, da auf dieser nur beschränkte Lasten transportiert werden können. Ebenfalls in Planung befindet sich ein Ausbau der Steirischen Ostbahn, dafür ist aber noch kein Fertigstellungstermin bekannt.

Die S-Bahn Graz wurde im Dezember 2007 mit sechs Linien eröffnet und ist noch in der Ausbauphase. An diesem Projekt wird seit 1998 gearbeitet. Die Teilinbetriebnahme erfolgte am 9. Dezember 2007 und die Fertigstellung sollte bis 2016 erfolgen. Die S-Bahn bietet bessere Verbindungen im 15-Minuten-Takt. Insgesamt werden im Vollbetrieb neun S-Bahn-Linien im Großraum Graz im Einsatz sein. Die S-Bahn ist eine Kooperation zwischen den Bahngesellschaften ÖBB, STLB und GKB.

Im Zuge des Ausbaues der Südbahn und der Koralmbahn sind mehrere neue Bahnhöfe im Stadtgebiet errichtet worden, diese stellen einen weiteren Schritt in Richtung Vollausbau der Grazer S-Bahn dar. Der sich in der ersten Bauphase befindliche Nahverkehrsknoten Hauptbahnhof soll ein zeitgemäßes Umsteigen zwischen den S-Bahn-Zügen und den innerstädtischen Verkehrsmitteln ermöglichen. Die neue Anbindung der Straßenbahn an den Hauptbahnhof erfolgt mittels einer Unterführung des nahen Eggenbergergürtels und einer Unterflurtrasse mit Doppelhaltestellen in Tieflage. Der Nahverkehrsknoten soll ab 2012 betriebsbereit und bis 2016 fertiggestellt sein.

Darüber hinaus ist das Umland durch zahlreiche, in den steirischen Verkehrsverbund integrierte Regionalbuslinien erschlossen, die ihre Endstationen am Andreas-Hofer-Platz, am Jakominiplatz, am Griesplatz, am Lendplatz und beim Hauptbahnhof haben.

Flughafen Graz

Tower des Flughafens Graz-Thalerhof (2008)
Hauptartikel: Flughafen Graz-Thalerhof

Unweit südlich des Stadtgebietes, etwa 10 km vom Stadtzentrum entfernt, befindet sich (über Bus- und Bahnverbindungen erreichbar) der Flughafen Graz-Thalerhof, der im Linienverkehr vor allem als Zubringer für internationale Flughäfen dient. Der Flughafen Graz Thalerhof ist nach Wien Schwechat und Salzburg Maxglan, der drittgrößte Flughafen in Österreich, und im Frachtaufkommen in Österreich auf Platz zwei. Es werden verschiedene Destinationen im In- und Ausland angeflogen, durch die Austrian Airlines nach Wien, Düsseldorf, Linz, Lufthansa nach Frankfurt, München und Stuttgart, Intersky nach Friedrichshafen, Split, Welcome Air nach Innsbruck, Hannover, Air Berlin nach Berlin (Planung), Ryanair nach London-Stansted, Robin Hood Aviation nach Zürich, und Niki nach Palma de Mallorca und Nürnberg. Im Charterverkehr werden vor allem die Mittelmeer-Ferienziele angeflogen. Am Flughafen befindet sich seit 1981 auch das österreichische Luftfahrtmuseum. Im Jahr 2007 wurden am Flughafen Graz 948.000 Passagiere gezählt. Im Jahr 2008 wurde erstmals die 1.000.000-Passagiergrenze erreicht.

Fernstraßen

Graz liegt an der Pyhrn Autobahn (A 9) und an der Süd Autobahn (A 2), die sich beim Knoten Graz-West schneiden. Die A9 Pyhrn Autobahn verläuft, mit Ausnahme vom (seit 2003 auch blau) beleuchteten Stadtautobahn-Teilstück Straßgang–Webling, unterirdisch durch den zehn Kilometer langen Plabutschtunnel im Westen von Graz an der Stadt vorbei. Weiterhin durchzieht die B 67 im Westen die Stadt von Norden nach Süden, sie ist durchgehend vierspurig ausgebaut und ist die wichtigste Durchfahrtstraße, von ihr zweigen die die Stadt durchquerenden Teilstücke a, b und c ab, die an der Stadtgrenze wieder in andere ehemalige Bundesstraßen (B 72, Weizer Straße, B 73, Kirchbacher Straße, B 65, Gleisdorfer Straße) münden.

Sehenswürdigkeiten

Grazer Altstadt

Blick aus dem Kunsthaus auf das Weltkulturerbe: Links der Schloßberg, rechts die Altstadt mit der Franziskanerkirche
Schlossberg und Ferdinandsbrücke (1855) (heute: Keplerbrücke), davor die Franz-Karl-Brücke (heute: Hauptbrücke) [Anm. 1]
Graz, Mur und Schloßberg 1912
Schloßbergplatz und Kriegssteig
Arkadenhof im Landhaus
Glockenspielhaus am Glockenspielplatz
Eiskrippe im Landhaushof

Die Grazer Altstadt wurde 1999 wegen ihres Erhaltungszustandes und weil ihre baugeschichtliche Entwicklung im Altstadtbild ablesbar ist, zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Diese Auszeichnung ist verbunden mit der Verpflichtung, das historische Erbe mit seinem seit der Gotik errichteten Bauensemble zu erhalten und neue Architektur harmonisch einzufügen.

Die meisten der Grazer Sehenswürdigkeiten befinden sich in der Altstadt. Diese erstreckt sich über den gesamten Bezirk Innere Stadt, geht aber noch über dessen Grenzen hinaus. Im Zentrum liegt der Schloßberg, der zwischen ca. 1125 und 1809 als Festung fungierte. Da diese nie eingenommen wurde, steht sie im Guinness-Buch der Rekorde als stärkste Festung aller Zeiten. Auf dem Schloßberg sind noch einige Festungsreste und Bauwerke aus der Zeit erhalten geblieben, unter ihnen der Uhrturm von 1570, das Wahrzeichen von Graz, der Glockenturm und die Kasematten (ehemaliges Verlies unterm Berg). Die nordwestlich des Schlossbergs gelegene Ferdinandsbrücke, benannt nach Kaiser Ferdinand I., war die erste Kettenbrücke der Steiermark und die größte Österreichs, erbaut 1836. Sie wurde 1920 in Keplerbrücke umbenannt[Anm. 1], zu Ehren von Johannes Kepler, der hier sechs Jahre lebte und forschte. 1963 erfolgte ein Brückenneubau. Am Fuße des Schloßberges liegt die Grazer Stadtkrone. Sie wird durch den gotischen Dom (Domkirche St. Ägidius), das Mausoleum und Katharinenkirche aus dem 17. Jahrhundert, die alte Jesuiten Universität und die Grazer Burg gebildet. Besonders zu erwähnen ist das Landplagenbild an der südlichen Außenwand des Doms. Die Grazer Burg ist eine ehemalige Habsburger Residenz mit der als Baujuwel geltenden gotischen Doppelwendeltreppe von 1499 und ist heute Sitz der steirischen Landesregierung. Am Hang unterhalb der Südflanke des Schloßberges verläuft die steile Sporgasse, eine Einkaufs- und Cafestraße. Auch hier finden sich einige Sehenswürdigkeiten, unter anderem das Palais Saurau, die Stiegenkirche, die mittelalterlichen Hofstättenanlagen und der Innenhof des Deutschordens. Der Sporgasse ähnlich ist die Sackstraße. Hier befinden sich das Kaufhaus Kastner & Öhler, das Palais Attems, das Palais Herberstein, in dem sich das Museum im Palais befindet, das Palais Khuenburg, in dem sich das Stadtmuseum befindet, und der Schloßbergplatz. Von hier führt der „Kriegssteig“, eine steile Treppe, auf den Schloßberg. Weiterhin findet sich dort auch der Westeingang in die Schloßbergstollen. Diese Stollen waren während der Weltkriege als Schutzbunker angelegt worden. Heute befinden sich darin unter anderem die Veranstaltungshalle „Dom im Berg“ sowie die Märchengrottenbahn. Die Sporgasse sowie die Sackstraße beginnen am Hauptplatz. An diesem zentralen Ort der Stadt stehen das Rathaus und der Erzherzog-Johann-Brunnen. Zwischen dem Hauptplatz und dem zweiten zentralen Platz, dem Jakominiplatz, verläuft die Herrengasse, eine barocke Prunkstraße. Hier stehen das Landhaus mit seinem Renaissancearkadenhof, das Landeszeughaus mit der größten frühneuzeitlichen Waffensammlung der Welt, das „Gemalte Haus“ und die Stadtpfarrkirche. Der Name der Glacisstraße erinnert an die einstige Stadtbefestigung von Graz. An manchen Stellen ist noch die alte Stadtmauer zu erkennen, und zwei Stadttore sind erhalten geblieben, das östliche Burgtor und das äußere Paulustor. Auf Teilen des ehemaligen Glacis' wurde durch den Grazer Bürgermeister Moritz Ritter von Franck ein großer Park begründet, der heute den Stadtpark bildet. In der Nähe des Stadtparks liegt die Grazer Oper, das zweitgrößte Opernhaus Österreichs, welches Ende des 19. Jahrhundert von dem Wiener Architekturbüro Büro Fellner & Helmer erbaut wurde. Direkt neben dem Opernhaus steht eine moderne Stahlskulptur, das „Lichtschwert“. Auch das Schauspielhaus, welches 1776 eröffnet wurde, liegt in der Altstadt. Die Franziskanerkirche, die zweitgrößte Kirche von Graz, ist am Ostufer der Mur zu finden. Direkt gegenüber, am Westufer der Mur, befinden sich die modernen Gebäude, das Kunsthaus und dazwischen die Murinsel. Weiterhin sind die Hauptgebäude der Karl-Franzens-Universität, der Technische Universität und der Universität für Musik und darstellende Kunst, sowie die Leechkirche, die älteste Kirche in Graz (1202), und das Universalmuseum Joanneum in den an die Altstadt angrenzenden Bezirken zu finden. Unweit der Karl-Franzens-Universität liegt der Botanische Garten.

Sehenswürdigkeiten außerhalb der Altstadt

Schloss Eggenberg
Ruine Gösting

Die meistbesuchte Sehenswürdigkeit, mit jährlich mehr als einer Million Besuchern, ist der Park von Schloss Eggenberg am westlichen Stadtrand. In diesem Englischen Landschaftsgarten leben auch frei laufende Pfaue. Das Schloss gilt als die bedeutendste barocke Schlossanlage der Steiermark. Seine Anfänge reichen bis ins Mittelalter zurück, und ab 1625 wurde es im Auftrag Hans Ulrichs von Eggenberg (1568–1634) und unter der Leitung des Hofarchitekten Giovanni Pietro de Pomis zur repräsentativen barocken Vierflügelanlage ausgebaut. Der Zyklus von 24 Prunkräumen mit originaler Ausstattung des 17. und 18. Jahrhunderts gehört zu den bedeutendsten Ensembles historischer Innenräume, die Österreich besitzt. Selten hat sich eine Raumausstattung von vergleichbarer künstlerischer Qualität so vollständig und so ungestört erhalten. Ihr Mittelpunkt ist der glanzvolle Planetensaal. Am nördlichen Stadtrand befindet sich die Burgruine Gösting, eine Burg mit sehr guten Überblick, von der aus das Murtal nördlich von Graz einst kontrolliert wurde. 1723 wurde sie durch Blitzschlag zerstört, heute ist sie ein beliebtes Ausflugsziel. Nach der Zerstörung erbauten die Grafen Attems als neuen Sitz das schlichte Barockschloss Gösting.

Auch eine Reihe wichtiger Kirchenbauten befindet sich außerhalb der Altstadt, darunter die größte Kirche von Graz, die Herz-Jesu-Kirche, die Leonhardkirche sowie die Wallfahrtsorte Mariatrost und Mariagrün.

Der größte Jugendstilbaukomplex Österreichs liegt im Osten der Stadt, das LKH-Universitätsklinikum Graz. In dessen Nähe findet man auch die Rettenbachklamm, eine ganzjährig begehbare Klamm im Stadtgebiet.

Unter Denkmalschutz steht die 1922 eröffnete Weinzöttlbrücke über die Mur.

Kirchen und Synagogen

Basilika Mariatrost
Mausoleum Kaiser Ferdinands II.
Grazer Synagoge

In Graz gibt es, wie in den meisten Städten im katholisch geprägten Österreich, eine Fülle an Kirchen. Zu den ältesten Kirchen von Graz zählen die Leechkirche nahe der Universität Graz, deren Ursprünge in das Jahr 1202 zurückgehen, die Stiegenkirche in der Sporgasse und die Rupertikirche in Straßgang. Die höchsten Kirchen sind die im neugotischen Backsteinstil erbaute Herz Jesu Kirche und die Franziskanerkirche- deren Turmunterteil einst Teil der Grazer Stadtmauer war. Erstere ist mit 109,6 m die dritthöchste Kirche Österreichs und das höchste Gebäude von Graz. Im selben Bezirk befindet sich gegenüber dem LKH Graz die 1361 erstmals urkundlich erwähnte Pfarrkirche St. Leonhard. An dieser Stelle befand sich mit dem Meierhof Guntarn im Mittelalter die erste Grazer Siedlung außerhalb der Innenstadt.

Der Grazer Dom, das kunst- und kulturhistorisch bedeutendste Sakralbauwerk in Graz, wurde unter Friedrich III. im 15. Jahrhundert errichtet und war Hofkirche der römisch-deutschen Kaiser. Er war einst mit einem Verbindungsgang mit der Grazer Burg verbunden. Der Hauptaltar ist in seiner Gestaltung eines der prächtigsten Gesamtkunstwerke des Barock. In den beiden Seitenschiffen befinden sich die besterhaltenen Brauttruhen der Paola Gonzage aus dem Herrschergeschlecht von Mantua – geschaffen von Andrea Mantegna in der italienischen Frührenaissance. Direkt neben dem Dom befindet sich das Mausoleum Kaiser Ferdinands II., eines der bedeutendsten Gebäude aus dem Manierismus (dieses stellt das bedeutendste Bauwerk dieses Baustils nördlich der Alpen dar. Zusammen mit der Burg bilden diese beiden Kirchen die so genannte Stadtkrone von Graz. Zwischen den beiden Gebäuden (östlich davon) befindet sich auf einem Sockel eine mittelgroße und sehr sehenswerte Bronzeskulptur des Kirchenpatrons Ägidius geschaffen nach der Vorlage des bekannten Grazer Künstlers Erwin Huber.

Die Grazer Stadtpfarrkirche ist die Hauptpfarrkirche der Stadt. In der Innenstadt hat sich seit dem 13. Jahrhundert auch ein Franziskanerkloster erhalten, und am gegenüberliegenden Murufer liegt das Minoritenkloster mit der barocken Mariahilferkirche. In der Sackstraße, direkt gegenüber der Schloßbergstiege, ist die Dreifaltigkeitskirche zu sehen, die bis 1900 die Kirche des ehemaligen Ursulinenkonvents war. In der Paulustorgasse steht neben dem Volkskundemuseum die Antoniuskirche.

Der Grazer Kalvarienberg befindet sich im vierten Bezirk Lend. Die Anlage auf dem Austein wurde im 16. Jahrhundert gegründet und von den Jesuiten verwaltet. Besonders sehenswert ist die hochbarocke Kalvarienbergkirche mit der Heiligen Stiege und der Ecce-Homo-Bühne und die zahlreichen Kapellen. Im selben Bezirk sind außerdem die Barmherzigenkirche und die Marienkirche in der Nähe des Grazer Hauptbahnhofs erwähnenswert. In Gries stehen mit der Kirche St. Andrä, der Welschen Kirche am Griesplatz und der Bürgerspitalkirche bedeutende gotische und barocke Kirchenbauten. Weitere Sakralbauten der Grazer Kernbezirke sind die Grabenkirche und die Klosterkirche Maria Schnee in Geidorf, sowie die Erlöserkirche des LKH Graz. Der Bezirk Jakomini ist vor allem durch den modernen Kirchenbau der Münzgrabenkirche und durch die Josefkirche geprägt.

Bekannte Kirchenbauten in den Randbezirken sind die als Wahlfahrtskirche bekannte Basilika Mariatrost als die dem Stadtteil namensgebende wichtigste Barockkirche der Steiermark und die Mariagrüner Kirche. Im Stadtbezirk St. Peter steht weithin sichtbar die Pfarrkirche St. Peter. Im Nordosten von Graz kann man die Kirche St. Ulrich samt dazugehörigem Quellheiligtum und die Pfarrkirche St. Veit in Andritz besichtigen. Auf der anderen Murseite sind in den Bezirken Gösting und Eggenberg die Kirche St. Anna, die Schlosskirche des Schlosses Eggenberg, der Vierzehn-Nothelfer-Kirche, die Vinzenzkirche und auf einem Bergkamm in Wetzelsdorf die Kirche St. Johann und Paul zu sehen. Im südlichen Stadtteil Straßgang befinden sich mit der Kirche Maria im Elend, der Schlosskirche St. Martin, der etwas entlegenen Florianikirche und der zuvor erwähnten Rupertikirche weitere wichtige Grazer Sakralbauten.

Die Heilandskirche, in der Nähe der Grazer Oper gelegen und 1824 errichtet, ist die größte evangelische Kirche der Stadt Graz. Zur evangelischen Konfession zählen auch die Kreuzkirche am Rande des Volksgartens, deren Pfarrheim das Mühl-Schlössl ist, die Christuskirche in Eggenberg, die Evangelische Johanneskirche in Andritz und die Erlöserkirche in Liebenau.

Graz besitzt auch eine Synagoge, die 1998 auf den Grundmauern einer 1938 beim Novemberpogrom niedergebrannten Synagoge errichtet wurde.

Museen

Universalmuseum Joanneum in Graz

Das Universalmuseum Joanneum in der Steiermark ist nicht nur das älteste und – nach dem Kunsthistorischen Museum in Wien – das zweitgrößte Museum Österreichs, sondern seiner Vielfalt und des Umfanges der Sammlungsbestände wegen auch das bedeutendste unter den österreichischen Landesmuseen. Namensgeber des Museums ist Erzherzog Johann, der im Jahr 1811 seine privaten Sammlungen stiftete mit dem Auftrag, „das Lernen zu erleichtern und die Wissbegierde zu reizen“. Den Gründungsstatuten des Erzherzogs zufolge erfüllt das Universalmuseum Joanneum – gemäß der Idee des Sammelns, Forschens, Bewahrens und Vermittelns – nach wie vor die Aufgabe, ein umfassendes Bild der Entwicklungen von Natur, Geschichte, Kunst und Kultur in der Steiermark zu zeigen. Die meisten der 12 Ausstellungsorte liegen in Graz, deren wichtigste sind:

  • Alte Galerie (in Schloss Eggenberg (Graz)): verfügt über bedeutende Bestände europäischer Kunst: von Romanik und Gotik über deutsche und italienische Renaissance bis zu reich bestückten Kennerkabinetten des Barock
  • Neue Galerie: umfasst bedeutende Sammlungen bildender Kunst des 19., 20. Jahrhunderts und der Gegenwart
  • Haupthaus des Universalmuseum Joanneum: mit den Sammlungen der Botanik, der Geologie & Paläontologie, der Kulturhistorischen Sammlung, der Mineralogie, der Münzensammlung und der Ur- und Frühgeschichtlichen Sammlung
  • Kunsthaus: zeitgenössische Kunst, das Gebäude ist bekannt als „Friendly Alien“
  • Künstlerhaus: steht bildenden Künstlern zur Verfügung
  • Schloss Eggenberg (Graz): ist die bedeutendste barocke Schlossanlage der Steiermark und zählt mit seiner erhaltenen Ausstattung, dem weitläufigen Landschaftsgarten sowie mit den im Schloss untergebrachten Sammlungen (Alte Galerie, Münzkabinett und Archäologiemuseum) zu den wertvollsten Kulturgütern Österreichs.
  • Volkskundemuseum: beherbergt die älteste und umfangreichste volkskundliche Sammlung der Steiermark
  • Landeszeughaus: Museum für Rüstungen und Waffen, mit ca. 32.000 Einzelstücken (im Originalzustand) die größte historische Sammlung der Welt
  • Münzkabinett des Universalmuseum Joanneum im Schloss Eggenberg

Weitere Museen

Grazer Kunsthaus bei Nacht

Schlösser und Palais in Graz

Grazer Burg

Graz war während der Monarchie ein beliebter Sitz von Adeligen und höheren Beamten. Deswegen gibt es in Graz viele Schlösser und Palais. Das bekannteste ist Schloss Eggenberg, die wichtigste barocke Schlossanlage in der Steiermark. In dem Schloss ist heute die Alte Galerie untergebracht. Der weitläufige Schlosspark, mit über einer Million Besuchern jährlich, ist die meistbesuchte Sehenswürdigkeit in Graz. Eine weitere wichtige Schlossanlage ist die Grazer Burg, eine ehemalige Residenz der Habsburger; sie fungiert heute als Sitz der Steiermärkischen Landesregierung. Die meisten Grazer Schlösser werden heute von der öffentlichen Hand genutzt. So ist im Palais Meran, dem ehemaligen Stadtsitz Erzherzog Johanns, heute die Kunstuniversität Graz untergebracht. Im Palais Herberstein befindet sich die Neue Galerie, im Jagdschloss Karlau eine Strafvollzugsanstalt, im Schloss St. Martin ein Volksbildungsheim, und im Jagdschloss Lustbühel ein Kindergarten sowie ein Musterlandwirtschaftsbetrieb. Im Palais Attems schließlich befinden sich Büros der Festivals Styriarte und Steirischer Herbst sowie das der Literaturzeitschrift manuskripte. Das Messeschlössel und das Palais Thinnfeld befinden sich ebenfalls im Besitz der öffentlichen Hand, wobei Ersteres zur Zeit leer steht und in Letzterem seit kurzem das Haus der Architektur untergebracht ist. Weitere Schlösser in Graz sind das Meerscheinschlössl, das Plabutscher Schloss, das Schloss Liebenau, das Hallerschloss, das St. Veiter Schlössl , das Palais Kollonitsch in der Schmiedgasse, das Palais Saurau (mit der Figur des „stürzenden Türken“ und einem Renaissanceinnenhof) sowie das barocke Schloss Gösting.

Denkmäler

Hauptplatz mit Erzherzog-Johann-Brunnen und Blick auf den Uhrturm

Friedhöfe

Ursprünglich wurden die Friedhöfe rund um die Kirchen angelegt. Durch das Bevölkerungswachstum wurden ab dem 16. Jahrhundert auch außerhalb der Stadtmauern, in den Vorstädten, Friedhöfe angelegt. Kaiser Josef II. erließ im Rahmen der Sanitätsreform 1782 ein generelles Verbot für innerstädtische Beisetzungen. In der Folge wurden die innerstädtischen Friedhöfe aufgelassen und neue außerhalb der Stadt angelegt. Die Grazer Friedhöfe sind alle im kirchlichen Besitz, ausgenommen der Urnenfriedhof, welcher der Stadt Graz (Grazer Bestattung) gehört.[29] Mit einem Alter von rund eintausend Jahren ist der, an der südlichen Stadtgrenze gelegene, Friedhof Feldkirchen bei Graz der älteste bestehende Friedhof, welcher von der Grazer Bestattung zu den Grazer Friedhöfen gezählt wird. Er besitzt auch ein eigenes Beinhaus mit den Gebeinen von 1.767 Menschen aus Galizien und der Bukowina, welche 1936 nach Schleifung des Internierungslagers und des dazugehörenden Friedhofs im Bereich des heutigen Flughafens Graz-Thalerhof, hierher überführt worden sind.[29]

Architektur / Stadtentwicklung

Sporgasse
Schloßberg und Franziskanerkirche von der Tegetthoff-Brücke

Das Stadtbild der inneren 6 Stadtbezirke ist, wie für eine mitteleuropäische Stadt typisch, vor allem durch eher niedrige, gleichmäßige Verbauung sowie durch zahlreiche Sakralbauten geprägt. Die restlichen Bezirke von Graz sind geprägt von den Baustilen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Abgesehen von der Altstadt lässt sich an den vorherrschenden Baustilen der Stadtteile sehr gut die Epoche, in denen sie ihren größten Ausbau und Bevölkerungszuwachs erfuhren, erkennen. So werden die direkt an die Altstadt angrenzenden inneren 6 Stadtbezirke vom Baustil der Gründerzeit, dem Historismus, geprägt. Ganze, bisher vorstädtisch geprägte Stadtviertel, wurden mit mehrgeschossigen Zinshäusern, die reichen Fassadenstuck aufweisen, verbaut. Für die neu entstandene Klasse der Großindustriellen entstanden auch mehrere vornehme Villenviertel. In der Zwischenkriegszeit war die Bautätigkeit aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage gedämpft. Trotzdem gelang es der Stadt Graz einige Wohnsiedlungen und öffentliche Gebäude zu bauen, ansonsten aber wurde in diesen Jahren wenig errichtet. Die stärkste Veränderung des Stadtbildes wurde in den Zeit zwischen 1950 und 1980 vollzogen, da die vielen kriegszerstörten Häuser oft mit Hochhäusern ersetzt wurden und zugleich die Wohnungsnot mit dem Bau von großen Hochhaussiedlungen in den Außenbezirken bekämpft wurde. Außerdem wurden auch weite Teile der Außenbezirke von Graz mit einem Teppich aus Einfamilienhäusern verbaut. Das Bauerbe des Historismus wurde in der Nachkriegszeit als geschmacklos empfunden und bei vielen Häusern wurden die Stuckfassaden abgeschlagen, auch wenn sie den Krieg unbeschädigt überstanden hatten. Das geschah vor allem in jenen Stadtteilen, die der Bombenkrieg stark in Mitleidenschaft gezogen hatte. In den Stadtteilen Geidorf und St. Leonhard, die den Bombenkrieg fast unbeschädigt überstanden hatten, gibt es aber noch ganze Viertel mit Häusern deren Fassadenstuck intakt ist. 1972 wurde die Altstadt unter Schutz gestellt, um den geplanten Abriss von ganzen Häuserzeilen zu verhindern. 1974 wurde ein Hochhausbauverbot für die gesamte Stadt verordnet, als Reaktion auf den oft unsensiblen Umgang der Investoren mit dem Stadtbild. Weiterhin wurden auch Teile der Außenbezirke als Grüngürtel unter Schutz gestellt, und die Bebauungsdichten im gesamten Stadtgebiet wurde drastisch gesenkt. Während die Unterschutzstellung der Altstadt und des Grüngürtels heutzutage als großer Erfolg gewertet werden, wurde das Hochhausverbot und die niedrigen Bebauungsdichten inzwischen teilweise revidiert. Die Stadtplaner hatten erkannt, dass Zersiedlung ein großes Problem darstellt; daher ist der Bau von Hochhäusern in mehreren Gebieten außerhalb der Altstadt und der Gründerzeitviertel wieder erlaubt.

Moderne Architektur

Prisma in Liebenau

1965 entstand die „Grazer Schule“. Bemerkenswert sind eine ganze Reihe von spannenden Gebäuden im Bereich der Grazer Universitäten. Dazu zählen z. B. die Gewächshäuser von Volker Giencke, oder das RESOWI-Zentrum von Günther Domenig. 2003 bestärkte Graz als Kulturhauptstadt Europas seinen Ruf mit mehreren neuen Bauten – Stadthalle, Kindermuseum, Helmut-List-Halle, Kunsthaus und Murinsel waren und sind vielbeachtete Highlights. Letztere knüpfen, obwohl nicht von heimischen Architekten und Künstlern, in ihrer Formgebung an die Grazer Schule an. Ein bemerkenswertes Wohnbauprojekt der letzten Jahre ist das Rondo. Seit 2009 besitzt die Kunstuniversität mit dem sogenannten Mumuth von Ben van Berkel einen modernen Veranstaltungsort.

Grünanlagen und Parks

Burggarten
Stadtpark (im Hintergrund der Uhrturm)
Blick in den Augarten (2008)

70 % der Stadtfläche von Graz werden von Grünflächen eingenommen, wobei einen großen Teil dieser Flächen die Gärten der zahlreichen Einfamilienhäuser ausmachen. Der Grüngürtel, der unter besonderem Schutz steht, nimmt den ganzen westlichen, nördlichen und östlichen Stadtrand ein. Sehr beliebt als Ausflugsziele im Grüngürtel sind die Platte, der Leechwald und der Plabutsch. Es gibt zahlreiche Parkanlagen in Graz. Neben dem Stadtpark, dem größten Park in Graz, sind auch noch Volksgarten, Augarten, Schlosspark Eggenberg, Eustacchio Naturpark und Burggarten nennenswert. Auch der Schloßberg wurde nach der Schleifung der Burg im 19. Jahrhundert begrünt und dient heute als Erholungsraum.

Ausflugsziele

Die Berge, die das Grazer Becken von Westen bis Nordosten umschließen (Buchkogel, Plabutsch, Hohe Rannach, Leber, Platte, Lustbühel), laden zu kurzen Spaziergängen oder ausgedehnten Wanderungen ein und bieten schöne Ausblicke auf die Stadt; zudem sind sie vom Zentrum aus leicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Darüber hinaus gibt es ein immer dichter werdendes Netz von Mountainbike-Routen mit den Hauptgebieten Schöckl und Plabutsch. Das nordöstlich anschließende Grazer Bergland − das sich vom Grazer Hausberg Schöckl (1445 m) bis hin zum Hochlantsch (1720 m) erstreckt − erweitert diese Möglichkeiten nochmals um sehenswerte Klammen und Höhlen wie die Bärenschützklamm, die Kesselfallklamm oder die Lurgrotte.

Für historisch Interessierte bieten sich Tagesausflüge zum Österreichischen Freilichtmuseum im rund 20 Kilometer nördlich der Stadt gelegenen Stübing oder beispielsweise zum Bundesgestüt Piber an, in dem die Lipizzaner für die Spanische Hofreitschule in Wien gezüchtet und dressiert werden.

Im Großraum Graz finden sich auch Kirchen, die von österreichischen Künstlern neu gestaltet wurden. In Bärnbach die Hundertwasserkirche (umgestaltet von Friedensreich Hundertwasser) und im Vorort Thal bei Graz die St. Jakob Kirche mit dem Zubau und der Ausstattung von Ernst Fuchs. Auch in Bärnbach wurde ein Brunnen von Ernst Fuchs gestaltet.

Kultur

Die Stadt Graz hat als internationales Kulturzentrum eine jahrhundertealte Tradition. Die Stadt lag und liegt an einem Schnittpunkt europäischer Kulturen. Durch die Rolle als Hauptstadt von Innerösterreich (ab 1379) gewann die Stadt größeren Einfluss im Alpen-Adria-Raum. Die romanischen und slawischen Einflüsse sind bis heute spürbar und vor allem durch die Bauwerke der Altstadt auch gut sichtbar. 1993 fand in Graz der Europäische Kulturmonat statt. Am 1. Dezember 1999 wurde Graz für seine Altstadt von der UNESCO in die Liste der Weltkulturerbe aufgenommen. 2003 war Graz Kulturhauptstadt Europas.

Veranstaltungsorte

Murinsel bei Nacht

Zu den wichtigsten Grazer Veranstaltungsorten zählen die Stadthalle Graz, die bis zu 11.030 Menschen Platz bietet, der Stephaniensaal im Congress Graz[30], die Helmut-List-Halle mit Platz für bis zu 2.400 Besucher, sowie die Seifenfabrik, ein 2003 eröffnetes Zentrum , das in einer ehemaligen Seifenfabrik etabliert wurde.[31]

Zu den Vereinigten Bühnen Graz gehören die Grazer Oper, das Schauspielhaus Graz, das NextLiberty und das Grazer Orpheum.

Der Dom im Berg wurde für die Landesausstellung 2000 in den Schloßbergstollen errichtet und bietet bis zu 600 Personen Platz[32], die Schloßbergbühne Kasematten hat sich als Veranstaltungsort für Konzerte sehr bewährt.

Seit 2005 steht für Veranstaltungen die „Alte Universität Graz“ zur Verfügung.

Regelmäßige Veranstaltungen und Festivals

Der steirische herbst, 1967 gegründet, ist ein internationales Allspartenfestival für zeitgenössische Kunst, die styriarte ein Musikfestival für Klassik und Barock, das springfestival eine Veranstaltung für elektronische Kunst und Musik und das Aufsteirern ein Volkskulturfest. Zu den wichtigsten Grazer Veranstaltungen zählen außerdem das jährliche Festival des österreichischen Films Diagonale, das Elevate Festival (Festival für zeitgenössische Musik, Kunst und politischen Diskurs), der Jazz-Sommer Graz sowie das internationale Festival für Straßen- und Figurentheater LaStrada. Seit 1987 wird in Graz auch der Grazer Kleinkunstvogel-Preis vergeben, dessen Wettbewerb als älteste deutschsprachige Startrampe für den Kabarett- und Kleinkunst-Nachwuchs gilt.

Film

Die österreichische Filmproduktion ist auf Wien zentriert.

In Graz entstanden 1919 die Kurzstummfilme (600 bis 800 Meter) „Der Sprung in die Ehe“ mit Ernst Arnold als Hauptdarsteller und „Die Zwangsjacke“ mit Sängern der Grazer Oper als Darsteller. Beide stammten von der Grazer „Alpin-Film“. Ebenfalls in Graz produzierte man die Filme „Czaty“, „Die schöne Müllerin“ und „Schwarze Augen“. Alle drei Filme inszenierte Ludwig Loibner und wurden von der „Mitropa-Musikfilm“ produziert. Besonderheit dieser Stummfilme war, dass es keine Zwischentitel gab, da stattdessen Sänger und Orchester den Film begleiteten, wozu Adolf Peter Balladenmusik von Karl Löwe und Liedmusik von Franz Schubert bearbeitete. Problematisch war natürlich die Abstimmung von Orchester und Sänger auf die Geschwindigkeit des Films, weshalb abgesehen von der Premiere der Filme am 19. September 1921 keine weiteren Aufführungen belegt sind.

Ebenfalls in der Steiermark stellte der Dokumentarfilmpionier Bruno Lötsch, Vater von Umweltschützer und Museumsdirektor Bernd Lötsch, seine ersten Aufnahmen für das ab 1920 erschienene „Steiermärkische Filmjournal“ her, eine Wochenschau im Grazer Kinovorprogramm.

Im März 2004 wurde die CINESTYRIA laut Eigendefinition als eine regionale, nationale und internationale Schnittstelle für Filmförderung, Information, Service und Support steiermarkrelevanter Film- und TV-Projekte eingesetzt. Die verbesserte Kunst- und Nachwuchsförderung führte zu neuen Impulsen in der lokalen Filmszene.

Die Nachwuchsfilmgruppe LOOM drehte 2005 in Graz ihren Kinofilm Jenseits (2006, Regie Stefan Müller, u. a. mit Andreas Vitásek), u. a. in den Bezirken Mariatrost, Liebenau und St. Leonhard.

Zwei jüngere Fernsehproduktionen, die in Graz spielen und gedreht wurden, sind: Die Liebe hat das letzte Wort (2004, Regie Ariane Zeller, u. a. mit Günther Maria Halmer und Ruth Maria Kubitschek), sowie Die Ohrfeige (2005, Regie Johannes Fabrick, u. a. mit Alexander Lutz und Julia Stemberger).

Auch der Handlungsort des dreifachen Gewinners des Österreichischen Filmpreises 2011 "Die unabsichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott" ist Graz.

Musik

Die bekannteste Grazer Band ist Opus mit dem Welthit „Live Is Life“ aus dem Jahr 1985. Wilfried (Wilfried Scheutz) vertrat Österreich beim Eurovision Song Contest 1988 mit „Lisa Mona Lisa“ und mit dem bekanntesten Popsänger Österreichs Falco ist Graz durch seine Ehefrau verbunden.

In den Jahren 2004 und 2005 konnten die Bands Shiver und Rising Girl, deren Bandmitglieder aus Graz kommen, in der österreichischen Hitparade beachtliche Platzierungen landen. Weitere Bands, die im regionalen Bereich sowie teilweise österreichweit und auch in Deutschland Beachtung finden sind Binder & Krieglstein, Jerx, Antimaniax, The Staggers, Facelift und Red Lights Flash.

Im Jahr 2002 formierte sich ein Orchester neu: Das Recreation - Großes Orchester Graz, welches oft auch in kleiner Besetzung auftritt.

Sport

Fußballspiel in der UPC-Arena

Die wichtigsten Sportarten in Graz sind Fußball, Eishockey sowie American Football. Der SK Sturm spielt in der Fußball-Bundesliga, der GAK und die Amateurmannschaft des SK Sturm treffen in der Regionalliga Mitte aufeinander. Durch die EC Graz 99ers ist Graz auch in der höchsten Spielklasse der österreichischen Eishockeyliga vertreten, die Turek Graz Giants vertreten die steirische Landeshauptstadt in der Austrian Football League.

Auch der Laufsport ist unter den Bürgern der steirischen Landeshauptstadt sehr beliebt. Die Stadt bzw. die nähere Umgebung bieten eine Vielzahl an Trainingsmöglichkeiten. So bieten der Murradweg und die Naherholungszentren Leechwald (21,5 km Laufwege) und Platte beschilderte und vermessene Laufwege. Diese Wege sind auch unter Mountainbikern und Nordic-Walkern beliebt. Höhepunkte der Laufsaison sind der Graz-Marathon (Ende Oktober), der Grazer Volkslauf, welcher am 17. April 1983 erstmalig ausgetragen wurde und somit der älteste Volkslauf Österreichs ist, weiterhin der Business-Lauf und der Frauenlauf und schließlich als Jahresabschluss der Grazer Silvesterlauf. Bekannt ist auch der sogenannte USI-Lauf oder Kleeblatt-Lauf, der einmal jährlich vom Sportinstiut der Grazer Universität abgehalten wird. Er wird jedes Jahr begleitet vom USI-Fest, das stets abends auf den Kleeblattlauf folgt und mit bis zu 25.000 Besuchern als das größte Studentenfest Europas gilt. Graz ist auch Zentrum des Orientierungslauf, mit drei ansässigen Klubs (Sportunion Schöckl Graz, OLC Graz und HSV Graz), die regelmäßig nationale, aber auch internationale Wettkämpfe veranstalten.

Internationale Aufmerksamkeit brachte das jahrelang unmittelbar nach der Tour de France durchgeführte „Grazer Altstadtkriterium“, ein Radrennen mit Streckenführung durch die engen Gassen der Grazer Altstadt, an dem internationale Spitzenradsportler wie Lance Armstrong oder Jan Ullrich teilnahmen.[33]

Im Sommer bietet die Stadt zahlreiche Bade- bzw. Schwimmmöglichkeiten. Die Freibäder der Grazer Freizeitbetriebe Augarten (Jakomini), Eggenberg , Margarethen (Geidorf), Stukitz (Andritz) und Straßgang werden jeden Sommer von Badegästen besucht. Auch die in Graz-Umgebung gelegenen Badeseen in Kumberg (Well-Welt), das Schwarzl-Freizeitzentrum in Unterpremstätten und die Copacabana in Kalsdorf bei Graz ziehen jedes Jahr hauptsächlich Grazer Gäste an. In den Freizeitzentren, aber auch in den Freibädern, gibt es zahlreiches Sportangebot (Beachvolleyball, -soccer, Paddle, Minigolf und so weiter).

Im Winter bestehen je nach Witterungsverhältnissen mehrere Eislaufmöglichkeiten. Natureis gibt es beispielsweise am Hilmteich, im Volksgarten oder in Mariatrost. Die einzige Kunsteisbahn befindet sich in der Liebenauer Eishalle, die unabhängig von den Außentemperaturen benutzt werden kann.

Schlittschuhläufer des Eislaufvereines der Turnhalle Graz im Jahre 1909

Eislaufen und Eiskunstlaufen haben in Graz und in der Steiermark eine längere Tradition. So wurde der Steirische Eislaufverband mit dessen ersten Präsidenten Leo Scheu bereits 1923 gegründet. Zu Ehren von Scheu wird in Graz jährlich eine große Eislaufveranstaltung, die Icechallenge (das Leo Scheu Memorial) veranstaltet. Diese Veranstaltung mit jährlich bis zu 150 Sportlern wurde seit dem Jahr 1971 insgesamt bereits 35 Mal in der Liebenauer Eishalle durchgeführt.

Der Steirische Eislaufverband konnte sportlich auch einige Erfolge verbuchen. In den letzten fünf Jahren konnte bei den Damen durch Karin Brandtstätter 2005, Kathrin Freudelsperger 2007 (beide vom Grazer Eislaufverein) und durch Denise Kögl 2008 (Eissportclub) insgesamt drei Österreichische Staatmeistertitel gewonnen werden. Zudem wurden erstmals überhaupt mit Kathrin Freudelsperger 2007 und Denise Kögl 2008 steirische Einzelsportler im Eiskunstlaufen zu Weltmeisterschaften entsandt.

Auch Ultimate Frisbee wird in Graz professionell gespielt. Drei österreichische Nationalspieler trainieren in Graz. Das österreichische Nationalteam wurde im Sommer 2004 in Portugal Weltmeister.

Als berühmte Sportler, die aus Graz stammen, sind an oberster Stelle die Medaillengewinner bei Olympischen Spielen zu nennen: Harald Winkler (Gold, Viererbob 1992), Franz Brunner und Walter Reisp (Silber, Handball 1936), und Ine Schäfer (Bronze, Leichtathletik 1948)

Sportvereine

Hauptartikel: Liste Grazer Sportvereine

Bildung

Karl-Franzens-Universität, Hauptgebäude
Technische Universität Graz (TUG), Erzherzog-Johann-Universität, Hauptgebäude
Universitätsbibliothek, Lesesaal

Schulen

Die Stadt ist in erster Linie für die Pflichtschulen verantwortlich, für welche sie die Infrastruktur zur Verfügung stellt. Es gibt 51 Volksschulen und 21 Hauptschulen in Graz.

Daneben wird auch mit den vom Bund betriebenen Allgemein- und Berufsbildenden Höheren Schulen zusammengearbeitet. In Graz existieren 23 Bundesgymnasien (z.B. das BRG Kepler), davon sind vier katholische Privatschulen. Darüber hinaus gibt es in Graz acht höhere technische Lehranstalten (HTL), vier Handelsakademien/Handelsschulen (HAK/HASCH) sowie acht Schulen für wirtschaftliche Berufe (HBLA). Das Schulzentrum St. Peter umfasst neben zwei Gymnasien sechs Landesberufsschulen.[34]

Berufliche Weiterbildung

Anbieter berufsorientierter Weiterbildung sind das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI), das Berufsförderungsinstitut (BFI), das Volksbildungshaus Urania, das Berufsförderungsinstitut Steiermark, die Volkshochschule Steiermark, das Gymnasium für Berufstätige Graz.

Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen

Graz ist mit ca. 50.000 Studenten und vier Universitäten, zwei pädagogischen Hochschulen und zwei Fachhochschulen nach Wien der zweitgrößte Universitätsstandort Österreichs. Der Anteil der Studierenden in der Bevölkerung ist hoch und umfasst etwa jeden sechsten Einwohner.

Die im Bezirk Geidorf gelegene Karl-Franzens-Universität (Carola-Franciscea) wurde 1585 gegründet und ist somit nach der Universität Wien die zweitälteste Universität Österreichs. Mit 28.500 Studenten ist die Universität Graz auch die zweitgrößte Universität des Landes und bietet eine Vielzahl an Studienrichtungen und -fächern an. 11.500 Studenten besuchen die Technische Universität (Erzherzog-Johann-Universität) und weitere 4.300 sind an der Medizinischen Universität (Leopold-Auenbrugger-Universität) immatrikuliert. Auch diese beiden Universitäten sind damit die zweitgrößten des jeweiligen Fachbereiches in Österreich. Ergänzt wird die Reihe der Grazer Universitäten durch die Universität für Musik und darstellende Kunst mit 2.300 Studierenden (einschließlich Mitbelegern).[35]

Graz ist das größte österreichische Fachhochschulzentrum mit der Fachhochschule Joanneum, welche mit 3.400 Studierenden die zweitgrößte Fachhochschule in Österreich darstellt, sowie mit der Fachhochschule Campus02, welche 1.000 Studierende ausbildet.[35] Neben diesen sind die pädagogischen Hochschulen (vor dem Wintersemester 2007 noch Akademien) – die Pädagogische Hochschule des Bundes in der Steiermark sowie die Kirchliche Pädagogische Hochschule in Graz ansässig.

Für die Musikausbildung unterhalb des Hochschulniveaus ist das Johann-Joseph-Fux-Konservatorium des Landes Steiermark zuständig. Weiters existiert das Konservatorium für Kirchenmusik der Diözese Graz-Seckau.

Darüber hinaus existiert in Graz auch eine Schule für allgemeine Gesundheits- und Krankenpflege.

Bibliotheken

Der breiten Öffentlichkeit stehen die Stadtbibliothek mit sechs Zweigstellen, einer Mediathek, einem Bücherbus und dem Zustellservice in allen Grazer Postfilialen,[36] die Steiermärkische Landesbibliothek sowie die Bibliothek der Arbeiterkammer Graz zur Verfügung. Auf dem wissenschaftlichen Sektor sind jene Bibliotheken zu nennen, die an allen Hochschulen, Universitäten und Fachhochschulen eingerichteten sind und deren älteste, bedeutendste und umfangreichste die Bibliothek der Universität Graz mit derzeit mehr als 3 Millionen Medien ist.

Wissenschaft

Die Wissenschaftsstadt Graz ist in hohem Maß von Lehre und Forschung an ihren vier Universitäten geprägt. Neben den akademischen Bildungsstätten gibt es eine große Zahl von wissenschaftlichen Projekten und Institutionen. Dazu zählt in erster Linie die Joanneum Research GmbH, die mit ca. 20 Instituten und ca. 400 Mitarbeitern die zweitgrößte außeruniversitäre Forschungseinrichtung Österreichs darstellt und ihre Zentrale sowie einige ihrer Institute in Graz hat.

Weitere außeruniversitäre Einrichtungen sind:

  • IFZ – Interuniversitäres Forschungszentrum für Technik, Arbeit und Kultur
  • Akustikkompetenzzentrum
  • Angewandte Biokatalyse Kompetenzzentrum

Persönlichkeiten

Johannes Kepler lebte und unterrichtete von 1594 bis 1600 in Graz
Erwin Schrödinger musste 1938 von Graz aus emigrieren
Gouverneur Arnold Schwarzenegger (2004)

In Graz geborene Personen

Zu den bekanntesten in Graz geborenen Personen zählen die beiden Kaiser Ferdinand II. und Ferdinand III., der Barockbaumeister Johann Bernhard Fischer von Erlach, der 1914 in Sarajevo ermordete Erzherzog Franz Ferdinand, der Adelige Roman von Ungern-Sternberg, der Autor Gerhard Roth, der Komponist Robert Stolz, der Dirigent Karl Böhm, der Zeitungsherausgeber Hans Dichand sowie der derzeitige Bundespräsident Heinz Fischer.

Persönlichkeiten, die mit Graz verbunden sind

In Graz lehrte und forschte von Johannes Kepler 1594 bis 1600. Erzherzog Johann wirkte hier von 1811 bis zu seinem Tod. Johann Nestroy trat von 1826 bis 1833 als Schauspieler in Graz auf. Nikola Tesla erhielt seine Ausbildung 1876 bis 1878 an der Technischen Universität Graz. Der steirische Dichter und Publizist Peter Rosegger verbrachte einen Großteil seines Lebens hier. August Musger der als Erfinder der Zeitlupe gilt genoss ab 1879 seine Ausbildung in Graz und starb auch hier. Friedrich Schmiedl entwickelte in den 1920er und 1930er-Jahren in Graz seine Postraketen. Ludwig Boltzmann lehrte 1869–1873 und 1876–1890 an der Karl-Franzens-Universität. Auch der Chemiker und Pharmakologe Otto Loewi (Professur ab 1909), der bekannte Ökonom Joseph Schumpeter (1911-1921), der Begründer der Kontinentalverschiebungstheorie Alfred Wegener (ab 1924) und der Physik-Nobelpreisträger Erwin Schrödinger hatten eine Professur an der Karl-Franzens-Universität. Der Literatur-Nobelpreisträger Ivo Andrić studierte in Graz Slawistik und promovierte daselbst 1924. Der Schauspieler Karlheinz Böhm kam 1946 mit seinen Eltern nach Graz, wo er auch maturierte. Der Dirigent Nikolaus Harnoncourt ist in Graz aufgewachsen und hier bis heute alljährlich als wichtigster Künstler der Styriarte präsent. Der Formel-1-Weltmeister Jochen Rindt, ist bei seinen Großeltern in Graz aufgewachsen. Arnold Schwarzenegger, der Bodybuilder, Schauspieler und spätere Gouverneur von Kalifornien, hat in Graz die Schule besucht, den Militärdienst abgeleistet und hier mit seinem Training begonnen.

Ehrenringträger und Ehrenbürger

Von der Stadt Graz zu Ehrenbürgern und Ehrenringträgern gemacht wurden unter anderen Karlheinz Böhm, Nikolaus Harnoncourt, David Herzog, Helmut O. List, Fritz Popelka, Arnold Schwarzenegger (Er gab den Ehrenring am 19. Dezember 2005 zurück[37]) und Heinz Fischer.[38]

Literatur

  • Walter Brunner im Auftrag der Stadt Graz, Kulturamt (Hrsg.): Geschichte der Stadt Graz (in 4 Bänden), Eigenverlag der Stadt Graz 2003, ISBN 3-902234-02-4
  • Fritz Posch: Die Besiedelung des Grazer Bodens und die Gründung und früheste Entwicklung von Graz. In: Wilhelm Steinböck (Hrsg.): 850 Jahre Graz 1128–1978. Styria, Graz 1978, ISBN 3-222-11040-9
  • Alfred Schierer: Graz – Eine kurze Geschichte der Stadt, Graz 2003, ISBN 3-8000-3997-4
  • Stadt Graz (Hrsg.): Historisches Jahrbuch der Stadt Graz, Graz ab 1968 jährlich
  • Werner Strahalm: Graz – Eine Stadtgeschichte, Strahalm, Graz 1989, ISBN 3-900526-27-3

Weblinks

 Commons: Graz – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Design Bote: Graz wird City of Design
  2. 126. Graz. In: Österreichischer Amtskalender online. Jusline Österreich GmbH, Wien 2002–, Permalink Österreichischer Bibliothekenverbund.
  3. Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik: Klimadaten Graz Flughafen
  4. Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik: Klimadaten Graz Universität
  5. Überschreitungen des Grenzwertes für Feinstaubbelastung in Graz 2009
  6. Österreichischer Rechnungshof: Wirkungsbereich der Landeshauptstadt Graz (Absatz 3.3)
  7. Magistrat Graz: Anwesende Bevölkerung nach Wohnsitz und Gechlecht pro Bezirk, Stand 1. Juli 2011
  8. Graz: Bald 300.000 Einwohner
  9. Bevölkerung der Landeshauptstadt Graz: Stand 1. Jänner 2009
  10. Webseite der Stadt Graz: Grazer Wirtschaft, 29. Juli 2005
  11. Artikel auf Handelszeitung.at: Graz ist Shopping-Hauptstadt
  12. http://www.graz.at/cms/beitrag/10040434/745414/ Abgerufen am 16. Jänner 2010.
  13. http://www.graz.at/cms/beitrag/10017584/398520/ Abgerufen am 16. Jänner 2010.
  14. Johann Gottfried Seume: Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802, online frei verfügbar unter [1], Seite 51, 56–57
  15. Der Lieblingssalat der Grazer DerStandard, 20. April 2011
  16. Salat macht Graz zur "Genuss-Hauptstadt"
  17. Grazer Stadtwerke: Grazer Wasser
  18. Abfallentsorgungs- und Verwertungs GmbH Graz
  19. ÖAMTC – Der Österreichische Automobil-, Motorrad- und Touring Club
  20. Webseite der Stadt Graz: KFZ Verkehr
  21. http://www.feinstaubfrei.at/down/Entwicklung_ModalSplit1989-2004.pdf Stadt Graz Verkehrsplanung
  22. Lisa Rücker präsentiert neue Mobilitätszahlen für Graz (2009)
  23. [2] graz.at: Abteilung für Verkehrsplanung, Abgerufen am 20. August 2011
  24. Quelle: Fahrradklimatest Steiermark 2007 Fahrradklimatest Steiermark 2007 (2,3 MB)
  25. Martin Bauer Öffentlicher Personennahverkehr in Graz – gestern heute morgen. Vortrag. Graz, Jänner 2007 (pdf, TU Graz)
  26. Graz Stadt. public-transport.at
  27. Webseite der Stadt Graz: Allgemeines
  28. http://www.stadtmuseumgraz.at/index.php?pageid=9
  29. a b Wegweiser zu den Ruhestätten der Stadt Graz. event media, Graz 2004.
  30. Veranstaltungszentrum GRAZER CONGRESS
  31. Veranstaltungszentrum SEIFENFABRIK
  32. Veranstaltungszentrum Dom im Berg
  33. Das von der Kleine Zeitung veranstaltete Grazer Altstadtkriterium wird bis auf weiteres nicht mehr stattfinden
  34. https://citrix.lsr-stmk.gv.at/Schulen/default.htm Schulführer des Landesschulrats Steiermark
  35. a b http://www.bmwf.gv.at/submenue/wissenschaft/national/statistiken/ Universitätsstatistiken dem Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung
  36. Stadtbibliothek Graz
  37. ORF Steiermark: Schwarzenegger schickt Ehrenring zurück
  38. [3] Kronen Zeitung: Bundespräsident Fischer wird Grazer Ehrenbürger, 24. September 2008

Anmerkungen

  1. a b Der Gemeinderat von Graz beschloss am 27. Mai 1920, die Albrechts-, Franz-Karl- sowie die Ferdinandsbrücke in Tegetthoffbrücke, Hauptbrücke sowie Keplerbrücke umzubenennen. – Siehe: Kleine Chronik. (…) Straßenumbenennungen in Graz. In: Neue Freie Presse, Morgenblatt (Nr. 20025/1920), 29. Mai 1920, S. 6, Mitte unten. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/nfp.
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