Steiermark
Steiermark
Landesflagge Landeswappen
Landesflagge Landeswappen
Basisdaten
Landeshauptstadt: Graz
Größte Stadt: Graz
Landeshymne: Dachsteinlied
ISO 3166-2: AT-6
Kürzel: St
Website: www.steiermark.at
Karte: Steiermark in Österreich
Liechtenstein Schweiz Bodensee Vorarlberg Tirol Tirol Salzburg Kärnten Burgenland Wien Steiermark Oberösterreich Niederösterreich Italien Slowenien Deutschland Kroatien Slowakei Tschechien UngarnSteiermark in Austria.svg
Über dieses Bild
Politik
Landeshauptmann: Franz Voves (SPÖ)
Regierende Parteien: SPÖ, ÖVP und FPÖ
(Arbeitsübereinkommen zwischen
SPÖ und ÖVP)
Sitzverteilung im Landtag
(56 Sitze):
SPÖ 23
ÖVP 22
FPÖ 6
Grüne 3
KPÖ 2
Letzte Wahl: 26. September 2010
Nächste Wahl: 2015
Bevölkerung
Einwohner: 1.210.614 (1. Jänner 2011)[1]
– Rang: 4. von 9
Bevölkerungsdichte: 74 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 6,5 %[2] (2010)
Geographie
Fläche: 16.401,04 km²
– Rang: 2. von 9
Höchster Punkt: 2.995 m
(Hoher Dachstein)
Verwaltungsgliederung
Bezirke: 1 Statutarstadt
17 Bezirke
2 Exposituren
Gemeinden: 542
– davon Städte: 34
– davon Marktgemeinden: 120
Karte: Steiermark und Bezirke
Bezirk Bruck an der Mur Bezirk Deutschlandsberg Bezirk Feldbach Bezirk Fürstenfeld Graz Bezirk Graz-Umgebung Bezirk Hartberg Bezirk Judenburg Bezirk Knittelfeld Bezirk Leibnitz Bezirk Leoben Bezirk Liezen Bezirk Murau Bezirk Mürzzuschlag Bezirk Radkersburg Bezirk Voitsberg Bezirk WeizLage des Bezirks Karte A Stmk ohne.svg im Bundesland Steiermark (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Logo des Bundeslandes Steiermark
Der Stubenbergsee, ein künstlich angelegter Badesee im Bezirk Hartberg
Die Bezirkshauptstadt Murau in der Obersteiermark
Der Uhrturm ist das Wahrzeichen der steirischen Landeshauptstadt Graz
Am Erzberg bei Eisenerz wird seit Jahrhunderten Bergbau betrieben
Im Personenverkehr wird die Feistritztalbahn nur noch als Museumsbahn betrieben
Das Geburtshaus des steirischen Dichters Peter Rosegger
Die Altstadt von Leoben liegt in einer Schleife der Mur, des bedeutendsten Flusses der Steiermark

Die Steiermark ist ein Bundesland in Österreich. Landeshauptstadt ist Graz. Die Steiermark ist der Fläche nach das zweitgrößte, der Einwohnerzahl nach das viertgrößte Bundesland von Österreich. Es grenzt an Kärnten, das Land Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich und das Burgenland sowie im Süden an Slowenien. Die Bewohner nennen sich Steirer.

Die 1180 zum Herzogtum erhobene Steiermark war bis zum Ende des Ersten Weltkrieges im Jahr 1918 ein Kronland der österreichisch-ungarischen Monarchie; diese umfasste außer dem heutigen österreichischen Bundesland auch die nun zu Slowenien gehörende Untersteiermark.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte der Steiermark

1180 wurde die Steiermark unter den Traungauern zum Herzogtum erhoben und die lehnsrechtlichen Bindungen an das Herzogtum Bayern und das Herzogtum Kärnten gelöst.

Aufgrund eines 1186 mündlich abgeschlossenen (in der Georgenberger Handfeste dokumentierten) Erbvertrages wurden die Herzöge von Österreich aus der Dynastie der Babenberger 1192 Herzöge der Steiermark (bis 1246).

Nach dem Aussterben der Babenberger gelangte die Steiermark zunächst an Ungarn, 1270 an Böhmen. Im Frieden von Ofen wurde 1254 der mit der Steiermark verbundene Traungau von jener abgetrennt. Er wurde ein wesentlicher Teil des entstehenden „Fürstenthums ob der Enns“ (Oberösterreich). Gleichzeitig wurde auch die zur Steiermark gehörige Grafschaft Pitten ausgegliedert und dem Herzogtum Österreich, das ungefähr dem heutigen Niederösterreich entspricht, zugeschlagen.

1282 gelangte das Herzogtum Steiermark gemeinsam mit dem Herzogtum Österreich an die Habsburger. Im Zuge der habsburgischen Erbteilungen wurde die Steiermark der zentrale Teil Innerösterreichs (mit der Residenz Graz).

1918, nach dem Ersten Weltkrieg, wurde gemäß den Bestimmungen des Vertrages von Saint Germain der südliche Teil des Herzogtums, die Untersteiermark, abgetrennt und an den SHS-Staat, das spätere Jugoslawien angeschlossen und ist heute ein bedeutender Teil von Slowenien.

1938, nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich, wurde das Ausseerland nach Oberösterreich („Oberdonau“) aus-, dafür das südliche Burgenland angegliedert. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden diese Gebietsveränderungen wieder rückgängig gemacht, so wurde das Ausseerland am 1. Juli 1948[3] wieder der Steiermark angeschlossen. Im Mai 1945 wurde die Steiermark von den Sowjets besetzt, kam dann aber von 1945 bis 1955 unter britische Verwaltung.

Name

Der Name „Steiermark“ leitet sich von der Stadt Steyr (heute in Oberösterreich) und der dort erstmals 985 erwähnten Styraburg, dem heutigen Schloss Lamberg, her. Die Stadt Steyr war früher als Teil des Traungaus mit der Steiermark eng verbunden und neben ihrem Handelsprivileg bekannt für die eisenverarbeitende Industrie im Zusammenhang mit dem steirischen Erzberg. Auf die gemeinsame Geschichte der Stadt und des Landes weisen noch der lateinische (und ins Englische übernommene) Name des Bundeslandes (Styria) und das gemeinsame Wappen, der silberne, rot gewaffnete und gehörnte, flammenspeiende, aufgerichtete Panther auf Grün hin. Bei Ableitungen vom Wort „Steiermark“ unterscheidet man zwischen dem geographischen und auf vielen anderen Gebieten gebräuchlichen Ausdruck „steirisch“ und dem amtlich-politischen Namen „steiermärkisch“ für Behörden und Institutionen. Der Wortteil „-mark“ weist auf die Eigenschaft als Grenzgebiet (Mark) hin, was sich aus der Mark an der Mur erklärt.

Landeshymne

Seit 1929 ist das Dachsteinlied, das mit den Worten „Hoch vom Dachstein an …“ beginnt, offizielle Landeshymne der Steiermark. Obwohl − entgegen der politischen Realität – in der ersten Strophe auf das ehemalige Gebiet der Untersteiermark Bezug genommen wird, wurde der Text bislang nicht geändert.

Geographie

Das Bundesland Steiermark hat eine Fläche von 16.391,93 km² und ist somit das zweitgrößte Bundesland Österreichs. Es verfügt über eine 145 km lange Außengrenze mit Slowenien, womit es das Bundesland mit der geringsten Grenzlänge ist, abgesehen vom Ausnahmefall Wien.

Die Steiermark ist in mehrere Regionen gegliedert. Flächenmäßig am größten ist die Obersteiermark, die von den nördlichen Landesgrenzen bis zum Steirischen Randgebirge südlich der Mur-Mürz-Furche reicht. Die Weststeiermark liegt südlich davon, und zwar westlich der Mur. Die Oststeiermark liegt östlich der Mur und südlich des Wechsels und der Fischbacher Alpen. Zwischen Ost- und Weststeiermark liegt die Landeshauptstadt Graz. Diese Einteilung der Steiermark, der zufolge große Teile der Obersteiermark westlicher als die Weststeiermark liegen, stiftet manchmal bei Nichtkundigen Verwirrung. Sie rührt aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg her, als Ost- und Weststeiermark zusammen die „Mittelsteiermark“ bildeten, während die Untersteiermark das gemischtsprachige deutsch-slowenische Gebiet mit der Hauptstadt Marburg an der Drau (slowenisch Maribor) war und welches nach dem Ende des Ersten Weltkrieges zum SHS-Staat kam und heute zu Slowenien gehört. Der südliche Landesteil ab etwa der Linie Deutschlandsberg – Leibnitz – Bad Radkersburg wird Südsteiermark genannt und ist nicht mit der Untersteiermark zu verwechseln. Umgangssprachlich jedoch wird (zumindest in der Obersteiermark) heute noch öfters die Südsteiermark mit der Untersteiermark namentlich gleichgesetzt.

Die Steiermark wird auch die „Grüne Mark“ oder das „Grüne Herz Österreichs“ genannt, da rund 61 Prozent ihrer Bodenfläche bewaldet ist und ein weiteres Viertel von Wiesen, Weiden sowie Obst- und Weingärten eingenommen wird.

Das im Norden des Landes befindliche Ennstal mit seinen schroffen Felsen, vom Dachstein bis zum Nationalpark Gesäuse, und die Gebirgsplateaus zwischen Hochschwab und Rax machten die Steiermark auch als alpines Bundesland bekannt. Die Obersteiermark und die Thermenregion im oststeirischen Hügelland sind wichtige Fremdenverkehrsgebiete. Aus touristischen Gründen wurde mittlerweile für den östlichen Teil der Obersteiermark die künstliche Bezeichnung „Hochsteiermark“ geschaffen und wird als Tourismusregion vermarktet.[4] Der Süden des Landes ist größtenteils hügelig (Weinbaugebiet), das Grazer- und Leibnitzer Feld entlang der Mur ist dagegen eben.

Der Hauptfluss der Steiermark ist die Mur, die im Salzburger Lungau entspringt, bald danach in der westlichen Obersteiermark bei Predlitz die Landesgrenze passiert und bis Bruck an der Mur in vorwiegend östliche Richtung fließt. Dort vollzieht der Fluss eine Biegung und verläuft bis an die slowenische Grenze bei Spielfeld in südliche Richtung. Von dort fließt die Mur wieder in östliche Richtung bis Bad Radkersburg und bildet dabei die Grenze zum südlichen Nachbarstaat.

Statutarstadt

  • Landeshauptstadt Graz

Bezirke

Für eine ausführliche Liste siehe: Liste der politischen Bezirke der Steiermark

Bezirk Verwaltungssitz Fläche
(km²)
Einwohner
(1. Januar 2011)[5]
Kfz-Kenn-
zeichen
Bruck an der Mur Bruck an der Mur 1.306,96 km² 62.500 BM
Deutschlandsberg Deutschlandsberg 863,49 km² 60.851 DL
Feldbach Feldbach 727,26 km² 67.046 FB
Fürstenfeld Fürstenfeld 263,82 km² 22.797 FF
Graz Graz 127,58 km² 261.540 G
Graz-Umgebung Graz 1.100,71 km² 142.553 GU
Hartberg Hartberg 955,70 km² 66.730 HB
Judenburg Judenburg 1.097,36 km² 44.983 JU
Knittelfeld Knittelfeld 578,02 km² 29.095 KF
Leibnitz Leibnitz 681,50 km² 77.289 LB
Leoben Leoben 1.099,69 km² 63.104 LE, LN
Liezen Liezen, Bad Aussee, Gröbming 3.270,37 km² 79.814 LI, BA, GB
Murau Murau 1.384,58 km² 29.426 MU
Mürzzuschlag Mürzzuschlag 848,86 km² 40.207 MZ
Radkersburg Bad Radkersburg 336,96 km² 22.911 RA
Voitsberg Voitsberg 678,60 km² 52.242 VO
Weiz Weiz 1.070,48 km² 87.526 WZ

Städte

Die nach Einwohnerzahl und Fläche zehn größten Städte bzw. Gemeinden der Steiermark sind:

Stadt/Gemeinde Einwohner
1. Januar 2011
Graz 261.540
Leoben 24.600
Kapfenberg 21.831
Bruck an der Mur 12.816
Knittelfeld 11.607
Köflach 9757
Voitsberg 9676
Judenburg 9314
Mürzzuschlag 8745
Weiz 8897
Stadt/Gemeinde Bezirk Fläche
Gußwerk BM 285,36 km²
Wildalpen LI 203,08 km²
Gaal KF 197,37 km²
Grundlsee LI, BA 153,22 km²
Predlitz-Turrach MU 150,12 km²
Rohrmoos-Untertal LI, GB 146,34 km²
St. Nikolai im Sölktal LI, GB 135,38 km²
Turnau BM 135,05 km²
Kleinsölk LI, GB 132,29 km²
Frohnleiten GU 127,62 km²

Siehe auch

Angrenzende Gebietskörperschaften

Oberösterreich Niederösterreich
Salzburg Nachbargemeinden Burgenland
Kärnten Slowenien
Panoramabild der Nordoststeiermark, aufgenommen von der Ringwarte am Ringkogel – Der Blick reicht vom Stuhleck (ganz links), über den Hochwechsel und das Hartberger Land bis weit hinein in das Burgenland und nach Ungarn.
Panoramabild der Nordoststeiermark, aufgenommen von der Ringwarte am Ringkogel – Der Blick reicht vom Stuhleck (ganz links), über den Hochwechsel und das Hartberger Land bis weit hinein in das Burgenland und nach Ungarn.


Politik

Landesregierung

Die neun Sitze der amtierenden Landesregierung werden nach Proporz besetzt.

Sitzverteilung im Landtag seit der Landtagswahl in der Steiermark 2010

Landtag

Arkadenhof des Grazer Landhauses

Der Landtag Steiermark besteht aus 56 Mitgliedern. Neben den beiden Regierungsparteien sind seit der Landtagswahl am 2. Oktober 2005 auch die Kommunistische Partei Österreichs mit derzeit 2 Mandaten und die Grünen mit 3 Mandaten vertreten. Die KPÖ, die seit 1970 nicht mehr im Landtag vertreten war und auch sonst weder in einem anderen österreichischen Landtag noch im Nationalrat über Mandate verfügt, verdankt den größten steirischen Erfolg der Parteigeschichte wohl vor allem ihrem Spitzenkandidaten Ernest Kaltenegger, der sich in Graz als Wohnbaustadtrat einen Namen gemacht hatte.

Siehe auch Ergebnisse der Landtagswahlen in Österreich

Euregio Graz-Maribor

Hauptartikel: Euregio Graz-Maribor

Das Gebiet umfasst die südliche Steiermark und das nördliche Slowenien. In der Region leben ca. 1,61 Millionen Menschen. Durch bilaterale Zusammenarbeit soll ein starker Wirtschaftsraum entstehen. Es wird aber auch im gesellschaftlichen und kulturellen Bereich zusammengearbeitet.

Wirtschaft

Mit einem Wirtschaftswachstum von 3,4 Prozent erreichte die Steiermark 2007[6] das höchste Wachstum aller österreichischen Bundesländer, besonders der schnell wachsende Ballungsraum Graz ist hierfür verantwortlich. Im Vergleich mit dem Bruttoinlandsprodukt der Europäischen Union ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreichte die Steiermark 2006 einen Index von 107,6 (EU-27 = 100).[7]

Autocluster

Hauptartikel: Autocluster Steiermark
Der X-Bow von KTM

Der Autocluster Steiermark (oder „ACstyria“) ist ein loser Zusammenschluss von mehr als 180 steirischen Unternehmen, die alle in der Autozulieferindustrie tätig sind. Das Zentrum des Autoclusters ist die Landeshauptstadt Graz. Der größte Betrieb und Leitbetrieb ist der Magna Konzern. Im Autocluster arbeiten im Jahr 2006 44.000 Menschen die einen Umsatz von 9,6 Mrd. Euro und eine Wertschöpfung von 1,6 Mrd. Euro erwirtschafteten. Auch KTM will seinen geplanten Sportwagen in Graz fertigen. Dazu soll ein Werk in Graz gebaut werden.

Eco World Styria

In der Steiermark existiert mit ECO WORLD STYRIA.[8] einer der größten Umwelttechnik-Cluster Europas, welcher 2010 zum weltbesten Cleantech Cluster gerankt wurde.[9] Das Wirtschaftswachstum der rund 150 Cluster-Unternehmen betrug zwischen 2006 und 2008 durchschnittlich 22 %/a (real). Diese erzielten zuletzt einen reinen Umwelttechnik-Umsatz von 2,7 Mrd. Euro, das entspricht rund 8 % vom Brutto-Regional-Produkt der Steiermark und einer der höchsten Umwelttechnik-Unternehmenskonzentrationen weltweit. Diese Unternehmen beschäftigen 22.900 Menschen, davon 13.400 im Bereich der Erneuerbaren Energie und Umwelttechnik, allein im Jahr 2008 kamen hier 2.000 Beschäftigte hinzu. Zu den bekanntesten Unternehmen zählen die Andritz AG, Roth, KWB und das Joanneum Research.[10]

Verkehr

Öffentlicher Verkehr

Desiro-Nahverkehrszug am Grazer Hauptbahnhof
Die Haupthalle des Grazer Hauptbahnhofs
Triebwagen (Baujahr 1930), im Planeinsatz auf der Landesbahn Feldbach–Bad Gleichenberg
Liniennetz der S-Bahn Steiermark

Die wichtigste Bahnlinie in der Steiermark ist die Südbahn, die von Wien kommend über das UNESCO-Weltkulturerbe Semmeringbahn und den Bahnknoten Bruck an der Mur durch die steirische Landeshauptstadt Graz und von dort weiter an die österreichisch-slowenische Grenze bei Spielfeld führt. Auf dieser Strecke gibt es stündliche Verbindungen von Graz nach Wien und zurück mit ÖBB-InterCity-Zügen. Einige dieser Züge werden über Graz hinaus bis nach Maribor in Slowenien geführt.

Eine weitere bedeutende Bahnstrecke in der Steiermark ist die Rudolfsbahn, die von Sankt Valentin in Niederösterreich nach Tarvisio in Italien führt. In der Steiermark befinden sich an dieser Strecke der Bahnknoten Selzthal, an dem über die Pyhrnbahn Anschluss nach Linz und über die Ennstalbahn nach Salzburg besteht, der Knoten Leoben, an dem über eine kurze Strecke eine Verbindung zur Südbahn bei Bruck an der Mur besteht, sowie die Städte Knittelfeld, Zeltweg und Judenburg. Bei Neumarkt in Steiermark erreicht die Bahnstrecke die Landesgrenze zu Kärnten. Teile der Rudolfsbahn werden unter anderem auf den Relationen von Graz nach Salzburg und von Wien nach Klagenfurt am Wörthersee befahren.

Die Weststeiermark wird durch die Graz-Köflacher Bahn mit den beiden Linien Köflacherbahn, jetzt S7, und Wieserbahn, jetzt S6, erschlossen. Die Koralmbahn, die eine direkte Verbindung zwischen Graz und der Kärntner Landeshauptstadt Klagenfurt herstellen soll, ist derzeit im Bau. Die Strecke, deren Herzstück der 33 Kilometer lange Koralmtunnel sein soll, wird voraussichtlich bis zum Jahr 2020 fertiggestellt und läuft zum Teil entlang der Wieserbahn.

Internationale Zugverbindungen, die über die Steiermark führen, sind etwa die Relationen von Wien nach Ljubljana (über Graz), von Wien nach Zagreb (über Graz), von Graz nach Zürich, von Graz nach Budapest, von Graz nach Frankfurt am Main und von Graz nach Saarbrücken. Bedeutende österreichische Städte, in die Direktverbindungen von Graz bestehen sind unter anderem Innsbruck in Tirol, Salzburg im gleichnamigen Bundesland und die österreichische Bundeshauptstadt Wien.

Bahnstrecken von untergeordneter Bedeutung, die regelmäßig von Regionalzügen im Personenverkehr befahren werden, sind etwa die Steirische Ostbahn, die Weizer Bahn, die Radkersburger Bahn, die Landesbahn Feldbach–Bad Gleichenberg, die Köflacherbahn und die Wieserbahn, die Lokalbahn Peggau–Übelbach, die Murtalbahn und die Thermenbahn. Auf manchen Bahnstrecken, wie der Lokalbahn Mixnitz–Sankt Erhard und der Feistritztalbahn, findet planmäßig nur noch Güterverkehr statt. Die Erzbergbahn und die Stainzerbahn verkehren nur noch als Museumsbahnen.

S-Bahn Steiermark

Hauptartikel: S-Bahn Steiermark

Die S-Bahn Graz wurde im Dezember 2007 mit sechs Linien eröffnet und ist noch in der Ausbauphase. An diesem Projekt wird seit 1998 gearbeitet. Die Inbetriebnahme erfolgte am 9. Dezember 2007 und die Fertigstellung soll bis 2016 erfolgen. Die S-Bahn bietet bessere Verbindungen im 15-Minuten-Takt. Insgesamt werden im Vollbetrieb neun S-Bahn-Linien im Großraum Graz im Einsatz sein. Die S-Bahn ist eine Kooperation zwischen den Bahngesellschaften ÖBB, StLB und GKB.

Fernstraßen

Süd Autobahn (A2) zwischen Laßnitzhöhe und Graz

Durch die Steiermark führen derzeit zwei Autobahnen und drei Schnellstraßen.

Die in Planung befindliche Fürstenfelder Schnellstraße (S7) soll von Riegersdorf zum österreichisch-ungarischen Grenzübergang Heiligenkreuz führen und damit die Städte Graz und Budapest direkt verbinden. Sie ist von der Asfinag im Halbausbau geplant (wechselweise 2+1 Verkehrsführung)

Radverkehr

Wegweiser für Radfahrer in Graz

In der steirischen Hauptstadt Graz ist der Radverkehr mit 16-Prozent-Anteil am Modal Split für österreichische Verhältnisse sehr stark ausgeprägt. In der gesamten Steiermark beträgt der Anteil des Radverkehrs am Verkehrsaufkommen rund 6 Prozent und liegt damit in etwa im gesamtösterreichischen Durchschnitt. In der Strategie Radverkehr Steiermark 2008–2012 des Landes Steiermark wird als Ziel für das Jahr 2012 eine Verdopplung des Radverkehrsanteils auf 12 Prozent angegeben. Besonders das Radfahren im Alltag soll gefördert werden, um dieses Ziel zu erreichen.

Eine große wirtschaftliche Bedeutung hat der Radtourismus in der Steiermark. Der Murradweg, der zum größten Teil auf steirischem Gebiet verläuft und vom Ursprung der Mur bis an die steirisch-slowenische Grenze bei Bad Radkersburg verläuft ist der bedeutendste touristische Radweg des Landes. Insgesamt gibt es in der Steiermark über 2000 Kilometer überregionale Radwege.

Flughafen Graz-Thalerhof

Hauptartikel: Flughafen Graz
MD-90 am Flughafen Graz

Etwa 10 km südlich vom Stadtzentrum von Graz entfernt, befindet sich (über Bus- und Bahnverbindungen erreichbar) der Flughafen Graz-Thalerhof, der im Linienverkehr als Zubringer für die internationalen Flughäfen München, Frankfurt und Wien fungiert. Der Flughafen ist nach Wien und Salzburg der drittgrößte Flughafen in Österreich und liegt im Frachtaufkommen in Österreich auf Platz zwei. Es werden verschiedene Destinationen im In- und Ausland angeflogen, durch die Austrian Airlines nach Wien, Düsseldorf, Linz, Lufthansa nach Frankfurt, München und Stuttgart, Friedrichshafen, Welcome Air nach Innsbruck, Hannover, Göteborg, Stavanger, Kristiansand, TUIfly nach Köln/Bonn, Hamburg (in Planung), Ryanair nach London-Stansted, Barcelona-Girona, Robin Hood Aviation nach Zürich, Rheinair nach Zürich und Niki nach Palma de Mallorca. Im Charterverkehr werden vor allem die Mittelmeer-Ferienziele angeflogen.

Am Flughafen befindet sich seit 1981 auch das österreichische Luftfahrtmuseum.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung
Datum Einwohner

31. Dezember 1900 1.356.494 einschließlich Untersteiermark
7. März 1923 977.350 ohne Untersteiermark
17. Mai 1939 1.119.374
1. Juni 1951 1.109.335
21. März 1961 1.137.865
12. Mai 1971 1.192.100
12. Mai 1981 1.186.525
15. Mai 1991 1.184.593
15. Mai 2001 1.183.303

Die Zahl für 1900 bezieht sich auf das wesentlich größere Territorium mit der Untersteiermark.

Ballungsräume

Graz
Hauptartikel: Graz

Der größte Ballungsraum der Steiermark ist die Landeshauptstadt Graz mit 300.045 Einwohnern. In der Agglomeration wohnen ca. 320.000 Menschen (Hauptwohnsitz). Das Einzugsgebiet der Stadt umfasst über 700.000 Menschen und reicht von der südlichen Obersteiermark über das Grazer Feld ins Südburgenland bis nach Nordslowenien. Besonders die Nachbargemeinden Seiersberg, Feldkirchen bei Graz, Gössendorf und Kalsdorf werden immer größer.

Mur-Mürz-Furche
Hauptartikel: Mur-Mürz-Furche

Die größten Städte der Mur-Mürz-Furche sind Leoben, Bruck an der Mur und Kapfenberg. Hier befindet sich das Zentrum der Schwerindustrie. Zusammen mit ihrem Einzugsgebiet bilden sie den zweiten Ballungsraum der Steiermark mit ca. 150.000 Einwohnern.

Minderheiten

Die Volkszählung von 2001 ergab 4.250 slowenische Steirer. Sie sind erst seit 2004 als autochthone Minderheit laut Staatsvertrag (regelt maßgeblich die Minderheitenrechte der Slowenen und Kroaten in Österreich) anerkannt und haben daher im Volksgruppenbeirat Sitz und Stimmrecht.

Sehenswürdigkeiten

Alte Schmiede im Österreichischen Freilichtmuseum in Stübing bei Graz

Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Steiermark zählen die größte Marien-Wallfahrtskirche Österreichs Mariazell, der Erzberg in Eisenerz, das Benediktinerstift Admont, der Tier- und Naturpark Schloss Herberstein, das Bundesgestüt Piber, der Dachstein, das Österreichisches Freilichtmuseum in Stübing bei Graz, die Riegersburg, die Skiflugschanze Kulm in Bad Mitterndorf/Tauplitz sowie die Landeshauptstadt Graz, deren Altstadt zum Weltkulturerbe zählt.

Die bekannteste barocke Schlossanlage der Steiermark ist das Schloss Eggenberg in Graz, in dem heute die Alte Galerie des Universalmuseums Joanneum untergebracht ist. Den Schlosspark besuchen im Jahr etwa 1 Mio. Menschen.

Der Tier- und Naturpark Schloss Herberstein ist ein Zoo in der steirischen Gemeinde Stubenberg am See, nahe St. Johann bei Herberstein mit einer Größe von ungefähr 40 ha. Im Park befindet sich auch das Schloss Herberstein dessen Anfänge ins 12. Jahrhundert zurück reichen.

Die größte Burg in der Steiermark ist die Riegersburg, deren Anfänge ins 11. Jahrhundert zurückreichen. Sie befindet sich im gleichnamigen Ort, Riegersburg im Bezirk Feldbach. Die zweitgrößte Burg ist die Burg Strechau in der Obersteiermark.

Die Burg Oberkapfenberg in der Stadt Kapfenberg beherbergt heute eine Sammlung von historischen Waffen und eine Greifvogelschau. Die größte Festung der Steiermark war der Grazer Schlossberg. Die Festung steht als eine nie eingenommene Anlage im Guinness-Buch der Rekorde. Erst nachdem Napoleon Wien eroberte und mit der Zerstörung der Hauptstadt drohte, ergab sich der Schlossberg und französische Truppen schleiften den Großteil der Bauten.

Kulinarik

Die bekannteste kulinarische Spezialität der Steiermark ist vermutlich das Kernöl. Weiters sind zu nennen Käferbohnen, Schilcher, Steirischer Junker und die Produkte der Schokoladenmanufaktur Zotter. Die bekanntesten Brauerzeugnisse sind Murauer, Schladminger, Puntigamer, Reininghaus und Gösser Bier.

Zu den berühmten typisch steirischen Mahlzeiten zählt unter anderem der Sterz. Dieser kann auf verschiedenste Arten zubereitet werden und wird zusammen mit Kaffee oder auch Suppen gegessen. So ist auch in dem zum Volkslied gewordenen Lied der Kern-Buam „Da Steirische Brauch“ vom „(…) Türkensterz mit ana Schwaumm’suppn drauf (…)“ die Rede. Gemeint ist eine Pilzsuppe.

Literatur

  • Heinz Held: Kärnten und Steiermark. DuMont Kunst-Reiseführer; DuMont Buchverlag, Köln; 2. Auflage 1981; ISBN 3-7701-1097-8

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria - Bevölkerung zu Jahres- und Quartalsanfang
  2. Bevölkerung zu Jahresbeginn seit 2002 nach zusammengefasster Staatsangehörigkeit - Steiermark, Statistik Austria
  3. Homepage > Unser Land > Landesgeschichte > Chronik > 1948
  4. Vgl. www.hochsteiermark.at.
  5. Statistik Austria - Bevölkerung zu Jahres- und Quartalsanfang
  6. Steirische Wirtschaft wächst besonders stark - oesterreich.ORF.at
  7. Eurostat Pressemitteilung 23/2009: Regionales BIP je Einwohner in der EU27 (PDF-Datei; 360 kB)
  8. ECO WORLD STYRIA
  9. Top 10 Cleantech Cluster - Cleantech Group
  10. ECO WORLD STYRIA - Fakten

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Steiermark – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Steiermark – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

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  • Steiermark — geographical name see Styria …   New Collegiate Dictionary

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