Schweizer Franken
Schweizer Franken

1 Schweizer Franken

Staat: SchweizSchweiz Schweiz
LiechtensteinLiechtenstein Liechtenstein
ItalienItalien Campione d’Italia (Italien)
DeutschlandDeutschland Büsingen am Hochrhein (Deutschland)
Unterteilung: 100 Rappen
ISO-4217-Code: CHF
Abkürzung: Fr., SFr.
Wechselkurs:
(18. November 2011)

1 EUR = 1,2378 CHF
(SNB-Untergrenze 1,20)
1 CHF = 0,80788 EUR

1 CHF = 0,6932 GBP
1 CHF = 84,07 JPY
1 CHF = 1,0968 USD

Der Schweizer Franken (französisch franc suisse, italienisch franco svizzero, rätoromanisch franc svizzer) ist die Währung der Schweizerischen Eidgenossenschaft und des Fürstentums Liechtenstein. Er wird in 100 Rappen (französisch centimes, italienisch centesimi, rätoromanisch raps) unterteilt. Seine ISO-Abkürzung ist CHF, das Währungszeichen SFr. (kurz Fr.), für Rappenbeträge wird das Kürzel Rp. benutzt.

Ausserdem ist der Schweizer Franken die amtliche Währung in der italienischen Exklave Campione d’Italia; in Büsingen am Hochrhein, der deutschen Exklave in der Schweiz, wird überwiegend mit Schweizer Franken gezahlt. Die Schweizerische Nationalbank hat aufgrund einer lang anhaltenden Überbewertung des Schweizer Franken im September 2011 einen Mindestkurs von 1,00 EUR = 1,20 CHF festgelegt.[1][2]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die ersten Schweizer-Franken-Münzen von 1850
Die gegenwärtigen Münzen in der Prägung von 1995

Bis zur Gründung der Helvetischen Republik im Jahr 1798 war die Ausgabe von Münzen Sache der Kantone. 1799 war die Einführung einer einheitlichen Währung namens «Franken» geplant, was jedoch am Mangel an Edelmetallen scheiterte. Ihr Wert hätte 10 bernischen Batzen oder 6,614 Gramm reinem Silber oder 1,4597 französischen Franken entsprochen. Unterteilt gewesen wäre die Währung in 10 Batzen oder 100 Rappen.

Mit der Mediation von 1803 ging die Münzhoheit an die Kantone zurück. Die Tagsatzung legte allerdings den Schweizer Franken (nun auf 6,77025 Gramm Feinsilber oder 1,5 französische Francs festgesetzt) als einheitliche Währung fest. Die Kurantmünzen der Kantone orientierten sich an dieser Einheit, während die Scheidemünzen oft noch in den alten Einheiten geprägt wurden.

Nachdem 1848 die Schweiz als Bundesstaat geschaffen worden war, war wieder der Bund für die Währung zuständig. Mit dem «Bundesgesetz über das eidgenössische Münzwesen» vom 7. Mai 1850 wurde der Franken, der sich nun am französischen (Silber-)Franc orientierte, als Währung der Schweiz eingeführt. Ab 1850 wurden neue Münzen geprägt und im Jahr darauf herausgegeben.

Von 1865 bis 1927 war die Schweiz Mitglied der Lateinischen Münzunion, was bedeutete, dass Gold- und Silbermünzen aus Frankreich, Belgien, Italien und Griechenland in der Schweiz als offizielle Zahlungsmittel zirkulierten. Die Bestimmungen der Münzunion legten fest, dass die Einheit der jeweiligen Landeswährung 4,5 Gramm Silber oder 0,290322 Gramm Gold entsprach. Sogar nachdem die Union in den 1910er Jahren bedeutungslos geworden war und 1927 offiziell endete, blieb die Goldparität für den Schweizer Franken erhalten, bis dieser 1936 als Folge der Weltwirtschaftskrise um 30 Prozent abgewertet werden musste.

Der im Rahmen des Goldstandards festgelegte Wechselkurs[3] gegenüber der Mark betrug 1912[4] 0,81 und war 1932[5] noch unverändert.

Von 1945 bis zum Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems 1973 war der Schweizer Franken an den US-Dollar gekoppelt. Der Kurs betrug von 1945 bis 1949 4,30521 Franken pro Dollar, von 1949 bis 1973 4,375 Franken pro Dollar bzw. 0,203125 g Gold pro Franken. Seither verlor der Dollar stets an Wert.

Schweizer Franken ausserhalb der Schweiz

1924 wurde der Schweizer Franken auch in Liechtenstein eingeführt, wo er die Österreichische Krone ablöste. Einen offiziellen Währungsvertrag mit der Schweiz schloss Liechtenstein jedoch erst am 19. Juni 1980 ab («Währungsvertrag zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Fürstentum Liechtenstein»).

Die amtliche Währung der italienischen Exklave Campione d’Italia ist der Schweizer Franken. Büsingen am Hochrhein benutzt den Euro als amtliche Währung; gehandelt wird jedoch meist mit dem Schweizer Franken. Als Reservewährung spielt der Schweizer Franken eine eher untergeordnete Rolle.

Da mehrere internationale Sportverbände ihren Hauptsitz in der Schweiz haben, werden in vielen Sportarten Preisgelder in Schweizer Franken ausgezahlt.

Münzen

Umlaufmünzen

Die Schweizer Münzen werden von der offiziellen Münzstätte der Schweizerischen Eidgenossenschaft (swissmint) hergestellt. Folgende Münzen werden bis heute geprägt:

Betrag Bild Motiv Metall Durchmesser Dicke Masse
5 Rappen Fünfrappen.jpg Libertas-Kopf (oft als Helvetia gedeutet) 92 % Cu, 6 % Al, 2 % Ni 17,15 mm 1,25 mm 1,8 g
10 Rappen Zehnrappen.jpg Libertas-Kopf 75 % Cu, 25 % Ni 19,15 mm 1,45 mm 3 g
20 Rappen Zwanzigrappen.jpg Libertas-Kopf 75 % Cu, 25 % Ni 21,05 mm 1,65 mm 4 g
½ Franken Fünfzigrappen.jpg Stehende Helvetia 75 % Cu, 25 % Ni 18,20 mm 1,25 mm 2,2 g
1 Franken Einfranken.jpg Stehende Helvetia 75 % Cu, 25 % Ni 23,20 mm 1,55 mm 4,4 g
2 Franken Zweifranken.jpg Stehende Helvetia 75 % Cu, 25 % Ni 27,40 mm 2,15 mm 8,8 g
5 Franken Fünffranken.jpg Alphirte (oft als Wilhelm Tell gedeutet) 75 % Cu, 25 % Ni 31,45 mm 2,35 mm 13,2 g

Der Rand ist bei 5, 10 und 20 Rappen glatt, bei 1/2, 1 und 2 Franken gerippt und bei 5 Franken mit Sternen versehen.

Ausser Kurs gesetzt sind und nicht mehr geprägt werden der Ein- und Zweiräppler.

Die Landesbezeichnung ist auf allen Münzen mit «Confoederatio Helvetica», dem lateinischen Namen der Schweizerischen Eidgenossenschaft, oder «Helvetia» angegeben.

10-Rappen-Münze von 1879

Die ältesten heute noch gültigen Münzen sind die 10-Rappen-Münzen aus dem Jahre 1879. Unter allen Kursmünzen weltweit sind sie mit Abstand die ältesten, die bis heute mit gleichem Motiv und gleicher Legierung hergestellt werden.

Die 2-Franken-Münzen werden – als älteste – seit 1874 bis heute im gleichen Motiv geprägt. Die Ausgaben bis 1967 wurden jedoch auf Grund ihrer Silberlegierung (heute: Kupfernickel) zurückgezogen, da die Silberlegierung den Nominalwert überstieg. Dasselbe geschah gleichzeitig mit allen Münzwerten ab 50 Rappen aufwärts (Ausnahme: 1969 gab es noch einmal 5-Franken-Münzen aus Silber). Seit 2004 wurden zudem die aus Reinnickel bestehenden Münzen zu 10 (1932–1939) und 20 Rappen (1881–1938) aus dem Verkehr gezogen, da Automaten diese nicht erkennen können.

Heute sind alle Münzen mit Ausnahme der 5-Rappen-Münze (seit 1981 Aluminiumbronze) in Kupfernickel legiert.

Das Einrappenstück, das im Zahlungsverkehr schon lange keine Rolle mehr spielte und dessen Herstellungskosten zuletzt 11 Rappen betrugen, wurde per 1. Januar 2007 ausser Kurs gesetzt. Das bis 1974 geprägte Zweirappenstück wurde bereits 1978 aus dem Zahlungsverkehr genommen. Gleichzeitig mit der Abschaffung des Einräpplers wurde auch die Abschaffung des Fünfräpplers diskutiert. Da die Reaktionen darauf mehrheitlich negativ waren und unter anderem ein Preisanstieg befürchtet wurde, liess man diese Pläne fallen.

Gedenkmünzen

Die Schweiz gibt seit 1936 gelegentlich und seit 1974 jährlich Gedenkmünzen heraus. Bis 1991 handelte es sich dabei um Fünffrankenmünzen, die in ihren technischen Daten mit den Kursmünzen identisch waren und kursgültig waren, auch wenn sie selten im Zahlungsverkehr anzutreffen waren. Heute werden Nominale zu 10 Franken (Bimetall), 20 Franken (20 g Silber-Kupfer-Legierung) und 50 Franken (11,29 g Gold-Kupfer-Legierung, wird nur über dem Nennwert verkauft) geprägt. Ihr Nennwert ist gesetzlich garantiert, für den allgemeinen Zahlungsverkehr sind sie jedoch nicht zugelassen.

10-Franken-Goldmünze von 1946 zu Gedenken an Fürst Franz Josef II., 2,90 g Feingold, geprägt nach der Norm der Lateinischen Münzunion

Der «Währungsvertrag Schweiz – Liechtenstein» von 1981 erlaubt es Liechtenstein mit Genehmigung des Eidgenössischen Finanzdepartementes (EFD), eigene Münzen zu prägen und diese in Umlauf zu setzen. Dies ermöglicht Liechtenstein, Gedenkmünzen zu besonderen Anlässen zu prägen. So wurden für das 200-jährige Jubiläum der Souveränität des Fürstentums 2006 zwei Münztypen im Nominalwert von 10 und 50 Franken geprägt. Als Zahlungsmittel sind diese jedoch nur in Liechtenstein gültig.

Banknoten

Banknoten wurden zuerst von Geschäfts- und Kantonalbanken herausgeben; 1907 erhielt die neu gegründete Schweizerische Nationalbank (SNB) als Zentralbank das alleinige Recht zur Banknotenausgabe (Notenmonopol). Die umgehend eingeführte erste Serie (Interimsnoten) basierte noch auf Entwürfen aus dem Ausland, ergänzt durch Schweizer Hoheitszeichen. 1909 druckte Orell Füssli probeweise Banknoten für die SNB, die basierend auf inländischen Entwürfen von mehreren Druckereien hergestellt und ab 1911 von der SNB als zweite Serie eingeführt wurden. In den 1970ern wurde mit der sechsten Serie die Sicherheitsdruck-Abteilung von Orell Füssli alleinige Druckerei für sämtliche Schweizer Banknoten.

Liechtenstein hat nie Banknoten in Schweizer Franken ausgegeben und hat nach dem aktuellen schweiz-liechtensteinischen Währungsvertrag kein Recht dazu.

Die aktuelle, achte Banknotenserie, die 1995 eingeführt wurde, umfasst sechs Stückelungen (Nennwerte) mit folgenden Porträts:

Betrag Vorderseite Rückseite Porträt Motiv Format Ausgabedatum
10 Fr. 10 Franken Vorderseite 10 Franken Rückseite Le Corbusier (Architekt) Grundriss des Regierungsviertels der indischen Stadt Chandigarh 74 × 126 mm 8. April 1997
20 Fr. 20 Franken Vorderseite 20 Franken Rückseite Arthur Honegger (Komponist) Pacific 231 74 × 137 mm 1. Oktober 1996
50 Fr. 50 Franken Vorderseite 50 Franken Rückseite Sophie Taeuber-Arp (Bildende Künstlerin) 74 × 148 mm 3. Oktober 1995
100 Fr. 100 Franken Vorderseite 100 Franken Rückseite Alberto Giacometti (Bildender Künstler) L’Homme qui marche I 74 × 159 mm 1. Oktober 1998
200 Fr. 200 Franken Vorderseite 200 Franken Rückseite Charles Ferdinand Ramuz (Schriftsteller) Derborence/Diablerets, Lavaux 74 × 170 mm 1. Oktober 1997
1000 Fr. 1000 Franken Vorderseite 1000 Franken Rückseite Jacob Burckhardt (Kunsthistoriker) 74 × 181 mm 1. April 1998

Mit diesen Noten wurde zwischen 1995 und 1998 die vorherige Serie ersetzt, welche anstelle der 200-Franken-Note eine 500-Franken-Note enthielt.

Erste Serie von 1907

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Die erste Serie bestand aus den Noten: 50, 100, 500 und 1000. Die Noten wurde 1907 bei der Gründung der Nationalbank als «Interimsnoten» (zwischenzeitliche Noten) herausgegeben, da zwischen Gründung der Nationalbank und der Notenausgabe zu wenig Zeit war, um neue Noten zu schaffen. 1. Ausgabe: 20. Juni 1907, Rückruf: 1. Juli 1925, gültig bis: 30. Juni 1945.

Zweite Serie von 1911

Die zweite Serie von 1911 bestand aus den Noten 5, 10, 20, 40, 50, 100, 500 und 1000. Die Serie war mehr als 67 Jahre gültig, die 10er- und 40er-Noten waren jedoch nie im Umlauf. 1. Ausgabe: 16. September 1911, Rückruf: 1. Oktober 1958, gültig bis: 30. September 1978. (5er-Note: Rückruf: 1. Mai 1980, gültig bis: 30. April 2000)

Dritte Serie von 1918

Die dritte Serie bestand aus mehreren Noten, die während den Jahren 1918 bis 1930 als «Kriegsnoten» entstanden. Sie besteht aus drei verschiedenen 20er-Noten und zwei verschiedenen 100er-Noten, von denen aber jeweils nur eine ausgegeben wurde.

Vierte Serie von 1938

Die vierte Serie bestand aus den Noten 50, 100, 500 und 1000. Es handelt sich um eine Reserveserie, die nie ausgegeben wurde, die 500er-Note wurde nicht gedruckt.

Fünfte Serie von 1956

Die fünfte Serie bestand aus den Noten 10, 20, 50, 100, 500 und 1000. 1. Ausgabe: gestaffelt ab 29. März 1956, Rückruf: 1. Mai 1980, gültig bis: 30. April 2000.

Sechste Serie von 1976

Die sechste Serie bestand aus den Noten 10, 20, 50, 100, 500 und 1000. 1. Ausgabe: gestaffelt ab 4. Oktober 1976, Rückruf: 1. Mai 2000, gültig bis: 30. April 2020.

Siebte Serie von 1984

Sie wurde in den 1980er Jahren entworfen und bildete die Reserveserie. Das Aussehen und die Daten dieser Banknoten waren nicht für die Öffentlichkeit bestimmt (sogenannte Geheimreserve). Die Noten dieser Serie wären eingesetzt worden, falls die sich aktuell im Umlauf befindenden Noten massenhaft gefälscht worden wären. Es handelte sich um die letzte Reserveserie. Anstelle einer Reserveserie wurde bei der 8. Serie das Sicherheitssystem laufend weiterentwickelt. Inzwischen wurde auch das Aussehen der 7. Serie veröffentlicht.[6] Auf dieser Serie sind die gleichen Personen abgebildet wie in der 6. Serie, mit Ausnahme von Auguste Forel, der durch Louis Agassiz ersetzt wurde.

Achte Serie von 1995

Die achte Serie wurde 1995 eingeführt, befindet sich aktuell in Umlauf und ist oben zu sehen.

Neue Banknoten ab 2012

Ab 2012 werden neue Banknoten ausgegeben. Den Designwettbewerb gewann Manuel Krebs, allerdings wurde die Zweitplatzierte Manuela Pfrunder beauftragt, ihren Entwurf weiterzuführen.[7] Als Datum für die Einführung war ursprünglich der Herbst 2010 geplant. Um mehr Zeit für die Entwicklung neuer Sicherheitstechnologien zu haben, wurde der Termin auf 2012 verschoben, da bei der aktuellen Banknotenserie noch kein Sicherheitsmangel bestehe.[8]

Tabellarischer Überblick

Serie Einführung Wertlos seit/ab Designer Bemerkungen
Erste Serie 1907 1945 Josef Storck und Albert Walch Übergangsnoten
Zweite Serie 1911 1980 Eugène Burnand, Ferdinand Hodler und S. Balzer zurückgerufen am 1. Oktober 1958 (5-Franken-Schein: 1980[9])
Dritte Serie 1918 1930 Orell Füssli sogenannte Kriegsnoten, nur teilweise ausgegeben
Vierte Serie (1938) Victor Surbek und Hans Erni Reserveserie, nie im Umlauf gewesen
Fünfte Serie 1956 2000 Pierre Gauchat und Hermann Eidenbenz zurückgerufen 1980
Sechste Serie 1976 April 2020 Ernst und Ursula Hiestand zurückgerufen am 1. Mai 2000
Siebte Serie (1984) Elisabeth und Roger Pfund Reserveserie, nie im Umlauf gewesen
Achte Serie 1995 Jörg Zintzmeyer im Umlauf
Neunte Serie 2012 Manuela Pfrunder in Arbeit[10]

Fälschungssicherheit

Die aktuellen Banknoten der achten Serie gehören zu den fälschungssichersten der Welt. Sie haben bis zu 18 verschiedene Sicherheitsmerkmale, um Fälschungen nahezu unmöglich zu machen.[11] Das Papier wird aus Nebenprodukten der Baumwollherstellung gewonnen.

Specimen

Werden Schweizer Banknoten reproduziert, zum Beispiel zur Verwendung als Prüfmuster, Spielgeld oder zu Werbezwecken, so ist der Aufdruck «SPECIMEN» auf den Noten der Schweizer Franken zwingend, dabei muss die Länge des Wortes mindestens 75% und die Breite 15% der Banknote ausmachen. Der Aufdruck kann weggelassen werden, sofern sie durch andere Merkmale (wie Grösse etc.) klar von echten Noten unterschieden werden kann[12].

Banknotenumlauf

Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Banknotenumlauf[13] des Schweizer Frankens im Jahre 2009 um etwa 3,957 Mrd. Franken bzw. 9,6 Prozent auf durchschnittlich 45'362'627'420 Franken erhöht. Diese Summe war auf insgesamt 315'648'076 Banknoten verteilt. Den höchsten wertmässigen Anteil machte die 1000-Franken-Note mit 26'492'736'000 Franken (58,4 Prozent) aus. Daraus lässt sich schliessen, dass ein grosser Anteil des Bargeldes ausserhalb des Zahlungsverkehrs als Wertaufbewahrungsmittel genutzt wird. Bezogen auf die Stückzahl war die 100-Franken-Note am häufigsten anzutreffen: Es zirkulierten 82'044'184 Banknoten zu 100 Franken, was einen Anteil von 26,0 Prozent an der Anzahl aller Schweizer Banknoten bedeutet.

Die Rolle des Schweizer Frankens

Anlagewährung

Wegen seines flexiblen Wechselkurses hat sich der Schweizer Franken in den letzten 30 Jahren als eine sehr stabile und krisensichere Währung etabliert. Ohne die Bindung an eine andere Währung wird er in keine Finanzkrise mitgerissen und hat von der Entwicklung der schweizerischen Volkswirtschaft profitiert. Des Weiteren sorgt das Vertrauen in den Schweizer Finanzplatz, in die wirtschaftliche und politische Stabilität der Schweiz und eben auch in den Schweizer Franken für die internationale Verbreitung des Frankens als Anlagewährung. Deswegen erfreut er sich grosser Beliebtheit bei ausländischen Anlegern, die den Franken in verschiedenen Anlageklassen wie Aktien, Anleihen und Bankguthaben nachfragen.

In ruhigen Zeiten greift der Anleger gerne auf den Franken zurück, um sein international breit gefächertes Währungsportfolio zu ergänzen. Mit seiner Eigenständigkeit kann der Franken nämlich das Risikoprofil des Währungsportfolios verbessern. Eine Bestätigung zeigt sich in den Devisenreserven der Notenbanken weltweit, in denen der Franken im Verhältnis zur wirtschaftlichen Bedeutung der Schweiz überproportional vertreten ist.

Aussenwert des Frankens

«Sicherer-Hafen»-Währung

Wie zuverlässig die Stabilität des Frankens dann wirklich ist, zeigt sich erst in Krisenzeiten. In der Vergangenheit erwies sich der Schweizer Franken für internationale Investoren als «sicherer Hafen», wenn die Welt von politischen oder wirtschaftlichen Katastrophen erschüttert wurde. Diese Sicherheit äusserte sich des Öfteren in Form eines starken Aufwertungsdrucks, der durch die Nachfrage entstand.

Seit der Einführung des Euros hat der Franken jedoch an Bedeutung als Diversifikationswährung eingebüsst, was hauptsächlich an der Zunahme der neuen Liquidität und Effizienz der europäischen Finanzmärkte liegt. Der Aufwertungstrend bei kleineren Krisen ist somit erheblich schwächer als früher ausgefallen.

Erst mit Ausbruch der Staatsschuldenkrise im Euroraum in den sog. PIIGS-Staaten [ab Mai 2010] sowie der Probleme in den Vereinigten Staaten von Amerika (Schuldenobergrenze, sehr hohe Staatsverschuldung von faktisch über 100 % des BIP) wurde der Schweizer Franken durch internationale Anleger wieder sehr stark nachgefragt. Allein von Mai 2010 bis Anfang August 2011 wertete der Schweizer Franken um über 30 % gegenüber dem Euro bzw. um über 25 % gegenüber dem US-Dollar auf. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) versuchte mit verschiedenen Maßnahme die Überbewertung des Franken zu stoppen, die zunehmend die Schweizer Wirtschaft belastete und das Risiko einer deflationären Entwicklung barg.[14] 2009 und 2010 wurden ausländische Wertpapiere aufgekauft, 2011 wurde der Leitzins gesenkt und die Geldmenge erhöht.[15] Im September 2011 beschloss die SNB schliesslich einen Euro-Mindestkurs für den Schweizer Franken. Zur Durchsetzung des Kursziels von 1,20 Franken wurden von der SNB unlimitierte Deviseneinkäufe angekündigt.[16][2]

Zitat:[1]

«Nationalbank legt Mindestkurs von 1.20 Franken pro Euro fest: Die gegenwärtig massive Überbewertung des Schweizer Frankens stellt eine akute Bedrohung für die Schweizer Wirtschaft dar und birgt das Risiko einer deflationären Entwicklung. Die Schweizerische Nationalbank strebt daher eine deutliche und dauerhafte Abschwächung des Frankens an. Sie toleriert am Devisenmarkt ab sofort keinen Euro-Franken-Kurs unter dem Mindestkurs von 1.20. Die Nationalbank wird den Mindestkurs mit aller Konsequenz durchsetzen und ist bereit, unbeschränkt Devisen zu kaufen. Der Franken ist auch bei 1.20 pro Euro hoch bewertet und sollte sich über die Zeit weiter abschwächen. Falls die Wirtschaftsaussichten und die deflationären Risiken es erfordern, wird die Nationalbank weitere Massnahmen ergreifen.»

Schweizerische Nationalbank am 6. September 2011

Weblinks

 Commons: Schweizer Franken – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Nationalbank legt Mindestkurs von 1.20 Franken pro Euro fest. Medienmitteilung der Schweizerischen Nationalbank vom 6. September 2011 (PDF-Datei)
  2. a b SNB-Präsident: Massnahme kann mit grossen Kosten verbunden sein. Video in: Schweizer Fernsehen vom 6. September 2011
  3. vgl.: Liste der Wechselkurse (Goldstandard)
  4. Otto, Carl; Der Haussekretär; Berlin 1913, S 485, 3. Umschlagseite
  5. Von A-Z: Das Konversationslexikon; Berlin 1932, Sp. 417ff
  6. http://www.snb.ch/de/iabout/cash/history/id/cash_history_serie7
  7. Medienmitteilung der Schweizerischen Nationalbank 26. Februar 2007
  8. Medienmitteilung der Schweizerischen Nationalbank 17. Februar 2010
  9. Schweizerische Nationalbank: Zweite Banknotenserie 1911
  10. Entwürfe der 9. Serie
  11. Sicherheitsmerkmale der SNB
  12. Merkblatt über die Reproduktion von Banknoten, 16. Juni 2009, Schweizer Nationalbank, abgerufen am 11. Mai 2011
  13. Angaben der SNB zum Notenumlauf
  14. Hanno Mußler: Nationalbank stemmt sich gegen Aufwertung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 3. August 2011.
  15. Alexander Künzle: Die Gratwanderung der Nationalbank, 4. August 2011.
  16. Nationalbank legt Euro-Mindestkurs fest, NZZ Online, 6. September 2011.

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