Bad Wiessee
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bad Wiessee
Bad Wiessee
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bad Wiessee hervorgehoben
47.71666666666711.716666666667740
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Miesbach
Höhe: 740 m ü. NN
Fläche: 32,79 km²
Einwohner:

4.640 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 142 Einwohner je km²
Postleitzahl: 83707
Vorwahl: 08022
Kfz-Kennzeichen: MB
Gemeindeschlüssel: 09 1 82 111
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Sanktjohanserstraße 12
83707 Bad Wiessee
Webpräsenz: www.bad-wiessee.de
Bürgermeister: Peter Höß (Fr.Wählergem.Wiesseer Block)
Lage der Gemeinde Bad Wiessee im Landkreis Miesbach
Österreich Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen Landkreis Ebersberg Landkreis München Rosenheim Landkreis Rosenheim Bad Wiessee Bayrischzell Fischbachau Gmund am Tegernsee Hausham Holzkirchen (Oberbayern) Irschenberg Kreuth Miesbach Otterfing Rottach-Egern Schliersee (Gemeinde) Tegernsee (Stadt) Valley Waakirchen Warngau WeyarnKarte
Über dieses Bild

Bad Wiessee ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Miesbach und ein Kur- und Urlaubsort am Westufer des Tegernsees.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Bad Wiessee liegt am Westufer des Tegernsees am Nordrand der Bayerischen Alpen. Nach Miesbach sind es 15 km, nach Holzkirchen 20 km, nach Bad Tölz 17 km, nach Gmund am Tegernsee (nächster Bahnhof) 5 km und in die Landeshauptstadt München 50 km. Mit den Nachbargemeinden Gmund, Tegernsee und Rottach-Egern bestehen neben Linienbusverbindungen (Tegernsee-Ringlinie) zusätzlich regelmäßige Schiffsverbindungen über den See. Zu den weiteren Nachbargemeinden zählen Kreuth, Lenggries, Gaißach und Waakirchen.

Drei der sechs größeren Zuflüsse des Tegernsees münden in Bad Wiessee. Der nördlichste der Bäche ist der Breitenbach. Durch den Ortskern fließt der Zeiselbach. Im Ortsteil Abwinkl mündet der Söllbach in den Tegernsee. Daneben verlaufen auf dem Gemeindegebiet noch eine Vielzahl von kleineren Bächen wie der Weidenbach.

Geschichte

Der alte Name Westense (um 1150) belegt, dass es sich um eine Siedlung am „Westufer des Sees“ handelt.[2]

Der Legende nach entdeckte im Jahr 1441 ein Mönch in St. Quirin am Ostufer des Tegernsees einen goldgelben Streifen (Petroleum) im See, der von einer Stelle am Westufer kam, über der eine natürliche Ölquelle bestand. Tatsächlich dürfte die längst versiegte Quelle, deren Lage heute noch an einer Kapelle auf dem Golfplatz von Bad Wiessee erkenntlich ist, seit ewigen Zeiten bestanden haben. Nach einer Inschrift in der Kapelle wurde die Quelle 1430 erstmals gefasst.

Nachdem das Steinöl vom Tegernsee therapeutische Eigenschaften als z. B. Einreibung besaß, erlangte es als St.-Quirin-Öl bald große Beliebtheit und zog Scharen von Pilgern an den Tegernsee. Durch die weit verbreitete technische Verwendung von Erdöl ab Ende des 19. Jahrhunderts versuchte die niederländische Gesellschaft Dordtsche Petroleum Maatschappy ab 1904, in größeren Tiefen reiche Erdölvorkommen zu entdecken, die man in etwa 500 m Tiefe auch antraf. Es folgte die Gründung der Ersten bayerischen Petroleum Gesellschaft mbH und Durchführung von 10 Bohrungen am See. Aber schon 1912 war das aus den Bohrlöchern gepumpte Fördergut so stark verwässert, dass die Ölgewinnung eingestellt werden musste. 1909 stieß jedoch der Niederländer Adriaan Stoop bei einer Bohrung auf ein ergiebiges Iod-Schwefel-Thermalwasservorkommen, die Grundlage des Aufstiegs zum Heilbad wurde. 1922 wurde aus Wiessee das Bad Wiessee.

Beim sogenannten Röhm-Putsch 1934 hatte sich die SA-Führung auf telefonische Anordnung Hitlers in Bad Wiessee getroffen. In der Pension Hanselbauer wurden Ernst Röhm und seine SA-Führer in Anwesenheit Hitlers von der SS verhaftet und teilweise noch am gleichen Tage erschossen. Der von Hitler wegen einer Mesalliance 1938 zum Rücktritt gezwungene Reichkriegsminister Feldmarschall Werner von Blomberg lebte während des Krieges mit seiner Gattin Erna (genannt auch Eva oder Margarethe) Gruhn zurückgezogen in einem Berghaus bei Bad Wiessee, wo er 1945 von den Amerikanern verhaftet wurde.

Politik

Wappen

Wappenbeschreibung:
„In Blau über zwei silbernen Wellenbalken eine von zwei goldenen Händen emporgehobene goldene Schale, im Schildfuß ein goldener Dreiberg

Das Gemeindewappen versinnbildlicht:

  • die Berge, dargestellt im unteren Teil durch den Dreiberg,
  • den See, dargestellt durch die zwei silbernen Wellenbalken,
  • die Heilquelle, dargestellt durch die von zwei goldenen Händen getragene goldene Schale.

Partnerschaften

Seit 1963 ist Dourdan in Frankreich Partnergemeinde von Bad Wiessee.

Infrastruktur

Neben der touristischen Infrastruktur eines oberbayerischen Ferienortes besitzt Bad Wiessee ein Spielcasino.

Nächster Bahnhof ist Gmund, bedient von der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) mit Verbindung über Holzkirchen (Oberbayern) nach München.

Der Ortskern ist geprägt von Häuserzeilen, eine Besonderheit ist die kilometerlange Seepromenade und einem Strandbad.

Baudenkmäler

Liste der Baudenkmäler in Bad Wiessee

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Otto Beisheim (* 1924), Gründer des Metro-Konzerns, Verleihung Anfang November 2005

Söhne und Töchter der Gemeinde

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

Quellen

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
  2. Dietmar Urmes: Handbuch der geographischen Namen. ISBN 3-937715-70-3.

Weblinks

 Commons: Bad Wiessee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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