Bahnhof Bautzen
Bautzen
Blick von Westen auf das Gleisfeld des Bautzener Bahnhofs
Blick von Westen auf das Gleisfeld des Bautzener Bahnhofs
Daten
Kategorie 4
Betriebsart Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 3
Reisende < 2.500 [1]
Abkürzung DBZ B
Eröffnung 23. Juni 1846
Profil auf Bahnhof.de Nr. 432
Lage
Stadt Bautzen
Land Sachsen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 10′ 22″ N, 14° 25′ 45″ O51.17277777777814.429166666667Koordinaten: 51° 10′ 22″ N, 14° 25′ 45″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Sachsen

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Der Bahnhof Bautzen befindet sich südlich der Bautzener Altstadt. Er ist ein klassischer Durchgangsbahnhof an der Bahnstrecke Dresden–Görlitz. Der Bahnhof verfügte seit seiner Erbauung bis in die 1990er Jahre über ein Bahnbetriebswerk.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Am 23. Juni 1846 wurde Bautzen mit der Fertigstellung der Teilstrecke Bischofswerda–Bautzen an die Bahnstrecke Dresden–Görlitz der Sächsisch-Schlesischen Eisenbahngesellschaft angeschlossen. Am 1. September 1847 wurde die Verbindung durchgehend bis nach Görlitz eröffnet.

Der Standort des Bautzener Bahnhofs wurde aufgrund verschiedener technischer und ökonomischer Parameter – unter anderem wurde das Spreetal an einer der engsten Stelle gequert – etwas abseits der historischen Altstadt gewählt. Die Lage des Bahnhofs hat in der Folgezeit den innerstädtischen Verkehr stark beeinflusst und wesentliche Veränderungen an der gewachsenen Stadtstruktur hervorgerufen. Im Gegensatz zu anderen Städten ließ sich der Bautzener Bahnhof an keine der beiden mittelalterlichen Verkehrsachsen (Nord–Süd und Ost–West) zügig anbinden, da er südöstlich des alten Straßenkreuzes lag.

Weder die Inkaufnahme eines längeren Weges zum Stadtzentrum über einen Straßenknick noch ein diagonaler Straßendurchbruch zum Stadtzentrum wurden in Bautzen konsequent umgesetzt, stattdessen findet sich ein städtebaulicher Kompromiss. Auf der Verbindungsachse Bahnhof–Hauptmarkt wurde in die mittelalterliche Vorstadtstruktur hart eingegriffen und ein Straßendurchbruch mit der Kaiserstraße (heute Karl-Marx-Straße) durch die gewachsene Stadtstruktur bis hin zum Kornmarkt angelegt. Der weitere Durchbruch durch die Altstadtbebauung zum Hauptmarkt erfolgte nicht. Seit dieser Zeit hat sich das ökonomische Stadtzentrum Bautzens vom Hauptmarkt immer mehr Richtung Kornmarkt verlagert.

Verschiedene Planungen (1870 und 1914), die eine Eisenbahnverbindung von Berlin über Bautzen und Rumburg nach Wien vorsahen, wurden von der sächsischen Regierung aufgrund der gewollt bevorzugten verkehrlichen Entwicklung von Dresden nicht mitgetragen. Dies und die Tatsache, dass die Eisenbahnlinie nach Zittau bereits weit vor Bautzen in Bischofswerda abzweigt, verhinderten, dass sich Bautzen jemals zu einem bedeutenden Eisenbahnknotenpunkt entwickelte.

Im Jahr 1877 wurde die Nebenstrecke nach Bad Schandau in Betrieb genommen. In diesem Zusammenhang wurde das Bahnhofsgebäude erweitert. Ab 1908 gab es eine Verbindung nach Berlin über Hoyerswerda. 1921 erhielt der Bahnhofsbau in etwa seine heutige Gestalt. 1945 brannte das Gebäude im Zuge der Schlacht um Bautzen aus.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Bahnhofsgebäude vereinfacht wieder aufgebaut. Der Plotzener Künstler Alfred Herzog (1895–1988) schuf acht Sgraffiti in der Bahnhofshalle. Sie stellen den Waggonbau LOWA und andere traditionelle Wirtschaftszweige in Bautzen und der Region dar.

In den Jahren 2010 und 2011 wurde der Bahnhof mit Geldern aus dem Konjunkturpaket modernisiert. Die Bahnsteige werden angehoben, Treppenaufgänge erneuert und weitere Aufzüge sowie Schrift-Anzeigetafeln installiert.[2]

Verkehr

Regionalbahn nach Dresden am Bahnsteig 1

Der Bahnhof Bautzen wird im Fahrplanjahr 2010 von vier Linien des Schienenpersonennahverkehrs bedient:

Linie Linienverlauf
RE1 Dresden − Bischofswerda − Bautzen − Löbau − Görlitz
RE100 Dresden − Bautzen − Görlitz − Breslau
RB60 Dresden − Bischofswerda − Bautzen − Löbau − Görlitz
OE 60V Görlitz – Bischofswerda Verstärkerzüge werktags

Stand: 6. Februar 2010

Bahnbetriebswerk Bautzen

Das ehemalige Bahnbetriebswerk Bautzen lag am Bahnhof Bautzen in Richtung der Streckenausfahrt nach Löbau/Görlitz und neben dem Gleisanschluss des ehemaligen Waggonbau Bautzen, heute Bombardier Transportation.

Es gehörte seit der Eröffnung der Bahnstrecke Dresden–Görlitz im Jahre 1846 zur Sächsisch-Schlesischen Eisenbahngesellschaft, die 1851 verstaatlicht wurde, danach ab 1922 zur Reichsbahndirektion Dresden. Durch die Umstrukturierung der Eisenbahn nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Bw Bautzen der Reichsbahndirektion Cottbus eingegliedert.

Neben den Betriebswerken Löbau und Zittau fuhren noch 1950 von hier aus Züge, die mit Loks der Baureihen 382–3, 754, 10–11, 755, 9421 wie zu sächsischen Länderbahnzeiten Maschinen, die bereits 35 bis 45 Jahre alt waren.

Bis zum 14. Mai 1988 waren hier einsatzfähige Dampfloks der Baureihe 52 für den planmäßigen Streckendienst und als Heizloks beheimatet.

Einzelnachweise

  1. Bahnhofsentwicklungsprogramm Sachsen. Aktueller Stand und Konzeption 2006. November 2006, S. 11, abgerufen am 27. Oktober 2010 (PDF).
  2. Sächsische Zeitung: Bautzens Bahnhof wird für 900 000 Euro modernisiert, 30. Juli 2010.

Literatur

  • Hans von Polenz: Eisenbahnen im Bautzener Land; Ostsächsische Eisenbahnfreunde e.V., Löbau 2006; ISBN 3-00-018243-8
  • Erich Preuß: Der Reichsbahn-Report 1945–1993. Tatsachen – Legenden – Hintergründe. 2 Auflage. Transpress, Berlin 1994, ISBN 3344707892.

Weblinks

 Commons: Train stations in Bautzen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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