Bahnhof Beckingen (Saar)
Beckingen (Saar)
Das Empfangsgebäude; genaue Zählungen ergaben über 100 noch heute sichtbare Einschusslöcher aus dem Zweiten Weltkrieg[1]
Das Empfangsgebäude; genaue Zählungen ergaben über 100 noch heute sichtbare Einschusslöcher aus dem Zweiten Weltkrieg[1]
Daten
Kategorie 6
Betriebsart Haltepunkt
Bahnsteiggleise 2
Abkürzung SBE
Eröffnung 1868
Webadresse Stationssteckbrief der DB Netz AG
Lage
Ort Beckingen
Land Saarland
Staat Deutschland
Koordinaten 49° 23′ 12″ N, 6° 41′ 17″ O49.3866666666676.6880555555556Koordinaten: 49° 23′ 12″ N, 6° 41′ 17″ O
Eisenbahnstrecken

Saarstrecke (3230, KBS 685)

Bahnhöfe im Saarland

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Der Bahnhof Beckingen (Saar) ist der Bahnhof der Gemeinde Beckingen auf der Saarstrecke zwischen Trier und Saarbrücken. Er wurde im Jahre 1868 erbaut. Sein äußerlich einer mittelalterlichen Burganlage ähnelndes Empfangsgebäude steht unter Denkmalschutz.[2] Der Bahnhof wird im bahnamtlichen Betriebsstellenverzeichnis mit dem Betriebsstellenkürzel SBE geführt und gehört zur Bahnhofskategorie 6. Nach Entfernung der Weichen zum angrenzenden Werksgelände der Firma Ruia Global Fasteners AG im Jahre 2008 ist der bisherige Bahnhof betrieblich ein Haltepunkt.

Inhaltsverzeichnis

Empfangsgebäude

Das Gebäude ist in die Liste der Denkmäler der Gemeinde eingetragen (siehe Liste der Baudenkmäler in Beckingen). Die Gemeinde erwarb das Gebäude im Jahr 2009 von der Deutschen Bahn zum symbolischen Preis von einem Euro.

Von der äußeren Gestalt erinnert der Gebäudekomplex an eine mittelalterliche Burganlage, auch wenn der markante, 20 m hohe Turm durch Kriegseinwirkung im Zweiten Weltkrieg verloren gegangen ist: Die Fenster erinnern an Schießscharten, die Gesimse sind wie ein Zinnenkranz ausgebildet und das Gemäuer ist sehr rustikal gestaltet. Die benachbarte Ruine von Siersburg hat wahrscheinlich Pate gestanden.

Der Grundriss ist wohlproportioniert und erfüllte alle Bedürfnisse, die an einen kleinen Bahnhof gestellt werden können: Die Vorhalle führte rechte Hand in die beiden Warteräume erster und zweiter Klasse mit jeweils direktem Zugang zum Hausbahnsteig, in der Mitte der Fahrkartenschalter und linke Hand die Gepäckaufbewahrung, ebenfalls mit einem Ausgang zum Bahnsteig.

Empfangsgebäude des Bahnhofs

Im Laufe der Jahre wurde die Nutzung und auch die Aufteilung stark verändert. Die stärksten Veränderungen fanden bereits 1890 statt. Dies ist erst das Jahr, von dem an das Gebäude in den Unterlagen der Eisenbahndirektion Saarbrücken geführt wird. Die damals zusätzlich errichteten Obergeschosse wurden im Zweiten Weltkrieg wieder zerstört, wie auch der nach oben hin achteckige Uhrenturm, der nicht nur zur Zierde des Gebäudes errichtet wurde, sondern auch die an langen Ketten hängenden Gewichte der mechanischen Bahnhofsuhr beherbergte. Diese mussten durch ihre Länge entsprechend selten per Hand wieder hochgezogen werden.

Ein erst nach dem Krieg angebrachtes Vordach wurde wie auch andere spätere Umbauten ohne Rücksicht auf geometrische und andere stilistische Gegebenheiten errichtet. Der Bahnhof ist heute in einem schlechten Zustand. Verschiedene Einzelelemente wie Fassadenteile, Fenster usw. geben einen Eindruck der ursprünglichen Gestalt dieses Profanbaus, der dem Stil des englischen Gothic Revival zuzurechnen ist.

Eine weitere Besonderheit ist die Asymmetrie der Gebäudeanlage, die sich – mit der Eisenbahnentwicklung von England kommend – allgemein erst nach 1870 durchsetzte. Sie wurde hier wegen des einer mittelalterlichen Burg ähnlichen Baustils bewusst als Stilmittel eingesetzt. Die Anlage des Turms wurde vom 1852 erbauten ersten Saarbrücker Hauptbahnhof mit beeinflusst, der eine Zweiturmfassade besaß.

Zusammen mit den Gebäuden der Bahnhöfe Merzig und Dillingen ist das Empfangsgebäude nach dem von Bexbach das älteste noch erhaltene im Saarland.

Der ehemalige Bahnhof wurde von Mai 2009 bis Dezember 2010 zum Kultur- und Naturbahnhof umgebaut. Im Zuge dieser Baumaßnahme wurde auch der im Krieg zerstörte Turm wieder errichtet.

Verkehr

Der Bahnhof Beckingen gehört zum Saarländischen Verkehrsverbund und liegt in der Wabe 211 (Beckingen).[3] Er wird von den folgenden Linien bedient:[4]

Linie Linienbezeichnung Linienverlauf
RE 11 Saartal-Express Trier HbfMerzig (Saar)Beckingen (Saar)DillingenSaarlouisSaarbrücken Hbf
RB 71 Saartal-Bahn Trier Hbf–Merzig (Saar)–Beckingen (Saar)–Dillingen–Saarlouis Hbf–Saarbrücken Hbf–Homburg (Saar) Hbf

Am Bahnhof halten ferner Busse der Linien 201, 202 und 462.

Unfall vom 11. Mai 1970

Ein schwerer Unfall ereignete sich am 11. Mai 1970, bei dem nach einem Erdrutsch, ausgelöst durch heftigen, zwei Tage andauernden Regenfall, fünf Menschen zu Tode kamen. Ein Eilzug entgleiste und zertrümmerte den letzten Wagen eines entgegenkommenden Personenzuges.[5]

Einzelnachweise

  1. Gemeinde Beckingen: Beschreibung des Saar-Lückner-Rundwegs
  2. Info-Seite zu Sehenswürdigkeiten auf der Website des Landgasthauses Wilscheider Hof
  3. Wabenplan 2007 des Saarländischen Verkehrsverbundes (PDF)
  4. Deutsche Bahn: Liniennetz Regionalverkehr Rheinland-Pfalz/Saarland (PDF)
  5. GEHT'S GUT, 'NE BELOHNUNG, GEHT'S SCHIEF …. In: Der Spiegel. Nr. 26, 1970 (Leserbrief von Theo Plettenberg, online).

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