Bahnstrecke Görlitz–Seidenberg
Görlitz–Hagenwerder (–Zawidów)
Strecke der Bahnstrecke Görlitz–Seidenberg
Kursbuchstrecke (DB): 220
Streckennummer: 6590
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Maximale Neigung: 15,87 
Legende
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von Berlin
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von Dresden
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207,920 Görlitz (Berlin Görlitzer Bf km 0) 221 m
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nach Wrocław und Jelenia Góra
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210,500 Görlitz Vorstadt bis 1910
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210,760 Görlitz-Weinhübel früher Leschwitz-Posottendorf 206 m
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(Neutrassierung 1985)
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214,010 Deutsch-Ossig (bis 1985) 192 m
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214,900 Deutsch-Ossig (1985–1998) 200 m
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217,423 Hagenwerder früher Nikrisch 195 m
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nach Zittau
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Lausitzer Neiße (Staatsgrenze DeutschlandPolen)
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von Bogatynia
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Abzw Wilka 2
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nach Mikułowa
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224,800 Zawidów früher Seidenberg
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Staatsgrenze PolenTschechien
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nach Liberec (vorm. SNDVB)

Die Bahnstrecke Görlitz–Seidenberg war eine Hauptbahn in Preußen, welche unter Umgehung sächsischen Staatsgebietes als Teilstück einer Fernverbindung zwischen Berlin und Wien erbaut wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg verblieb der östlich der Lausitzer Neiße gelegene Abschnitt in Polen und kam zu den Polnischen Staatsbahnen (PKP). In Betrieb sind heute nur noch die Teilabschnitte GörlitzHagenwerder und Abzw. Witka–Zawidów.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Eröffnet wurde die Verbindung Görlitz–Seidenberg am 1. Juni 1875. In den Folgejahren war die Strecke eine wichtige Verbindung im grenzüberschreitenden Nord-Südverkehr zwischen Preußen, Böhmen und Österreich. Wegen der schwierigen Topografie der österreichischen Anschlusstrecke blieben die Verkehrsleistungen allerdings hinter den Erwartungen zurück. Durchgängige Schnellzüge zwischen Berlin und Wien wurden etwa über die längeren, aber topografisch günstiger gelegenen Strecken im Elbtal oder in Oberschlesien geleitet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Neißebrücke (2007) 51° 3′ 48″ N, 14° 58′ 2″ O51.063214.9673

Der nach 1945 in Polen verbliebene Abschnitt besaß zunächst keine direkte Anbindung an das übrige polnische Eisenbahnnetz. 1948 wurde darum die ehemalige Kleinbahn Schönberg–Nikolausdorf (Sulików–Mikułowa) nach Zawidów verlängert. Eröffnet wurde die Neubaustrecke am 3. Oktober 1948. Das Gleis über die Oder-Neiße-Grenze zwischen Hagenwerder und Zawidów wurde dagegen bald nach 1945 abgebrochen. 1950 wurde eine neue Verbindung zur Neißetalbahn geschaffen, um einen durchgängigen Zugverkehr zum im Aufbau befindlichen Kraftwerk Turów in Turoszów und 1960 weiter nach Bogatynia zu ermöglichen. Im Güterverkehr erlangte die Verbindung über das nunmehrige Zawidow ihre alte Bedeutung zurück, der grenzüberschreitende Reisezugverkehr in die Tschechoslowakei wurde allerdings nicht wieder aufgenommen.

Der in Deutschland verbliebene Abschnitt Görlitz–Hagenwerder wurde am 1. November 1948 zur Nebenbahn abgestuft. Im Jahr 1985 wurde der Abschnitt zwischen Görlitz-Weinhübel und Hagenwerder im Zuge der Erweiterung des Braunkohletagebaus Berzdorf neu trassiert.

Am 3. April 2000 wurde der Reisezugverkehr der PKP zwischen Mikułowa und Bogatynia eingestellt. Güterverkehr zwischen Mikułowa und Turoszów bzw. Tschechien findet nach wie vor statt.

Unterspültes Gleis nach dem Augusthochwasser 2010 zwischen Weinhübel und Hagenwerder am Streckenkilometer 213,8

Während des Neiße-Hochwassers am 7./8. August 2010 wurde die Strecke an mehreren Stellen überflutet. Bei Deutsch-Ossig und Hagenwerder wurde abschnittsweise der Bahndamm unterspült. Der Bahnverkehr war seitdem eingestellt. Am 1.April 2011 konnte der Zugverkehr auf der gesamten Neißetalbahn Zittau-Görlitz nach erfolgter Reparatur wieder aufgenommen werden.

Literatur

  • Bernd Kuhlmann: Eisenbahnen über die Oder-Neiße-Grenze. Ritzau KG – Verlag Zeit und Eisenbahn, Pürgen 2004, ISBN 3-935101-06-6.
  • Wilfried Rettig: Eisenbahn im Dreiländereck. Ostsachsen (D) / Niederschlesien / (PL) / Nordböhmen (CZ). Teil 1: Geschichte der Hauptstrecken, Betriebsstellen, Elektrifizierung und Fahrtbeschreibungen. EK-Verlag, Freiburg (Breisgau) 2010, ISBN 978-388255-732-9.

Weblinks


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