Bahnstrecke Lubsko–Bad Muskau
Lubsko–Bad Muskau
Strecke der Bahnstrecke Lubsko–Bad Muskau
Kursbuchstrecke: 178k (1945); PKP 357 (1968)[1][2]
Streckennummer: 365 (Stary Raduszec–Łęknica)
Streckenlänge: 42,7 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Legende
   
von Krosno Odrzańskie
   
von Guben
Bahnhof, Station
37,34 Lubsko früher Sommerfeld Nebenbf.
   
nach Legnica
   
39,59 Budziechów früher Baudach (Niederlausitz)
   
42,56 Glinka Górna früher Oberklinge
   
44,3 Graniczno früher Drei Grenzen
   
46,2 Świbinki früher Schniebinchen
   
47,32 Nowa Rola früher Niewerle
   
50,29 Grabówek früher Grabower Mühle
   
51,88 Łazy Żarskie früher Laesgen
   
Tuplice Barszcz früher Teuplitz Fürstenstraße
   
von Cottbus
Bahnhof, Station
56,77 Tuplice früher Teuplitz Nebenbf.
   
nach Żagań
   
59,19 Chełmica früher Helmsdorf (Kr. Sorau)
   
61,36 Trzebiel früher Triebel
   
Trzebiel Gródek früher Triebel Spremberger Straße
   
64,88 Kamienica nad Nysą Łużycką früher Kemnitz (Kr. Sorau)
   
Buczyny früher Buckoka
   
68,53 Żarki Wielkie früher Groß Särchen (Kr. Sorau)
   
72,68 Czaple-Chwaliszowice früher Tschöpeln-Quolsdorf
   
75,35 Nowe Czaple früher Neu Tschöpeln
   
77,92 Łęknica früher Lugknitz
   
Lausitzer Neiße; Staatsgrenze Polen–Deutschland
   
79,38 Bad Muskau früher Muskau
   
nach Weißwasser

Die Bahnstrecke Lubsko–Bad Muskau war eine Nebenbahn in Polen, welche ursprünglich durch die Lausitzer Eisenbahn-Gesellschaft errichtet und betrieben wurde. Sie führte von Lubsko (Sommerfeld) über Tuplice (Teuplitz) nach Bad Muskau.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Nachdem die Stadt Triebel bei der Planung der Strecke Cottbus–Sorau eine Bahnverbindung abgelehnt hatte, befürwortete sie nun bedingt durch die wirtschaftliche Entwicklung – am 9. November 1891 nahm eine Hohlglashütte ihren Betrieb auf und Triebel war Industrieort geworden – eine Eisenbahn-Nebenstrecke zwischen den Verkehrsknotenpunkten Sommerfeld (Bahnstrecke Berlin–Breslau) und Teuplitz (Bahnstrecke Cottbus–Sorau), die bis Muskau verlängert werden sollte. Als man 1895 eine Gesellschaft für Bau und Betrieb der Bahn gründen wollte, sagte kurz zuvor die Münchner Lokalbahn Aktien-Gesellschaft zu, die geplante Strecke zu bauen. In der gleichen Zeit setzten sich auch Muskau und der Rittergutsbesitzer von Nieder-Zibelle, Freiherr von Wedmeyer-Sommer, für eine Eisenbahn ein, jedoch mit Linienführung Muskau–Schönwalde über Zibelle. Bereits am 31. Oktober 1892 wurde an ein Komitee unter Vorsitz des Freiherrn von Wedmeyer-Sommer die Erlaubnis erteilt, die allgemeinen Vorarbeiten für den Bau einer Eisenbahnlinie von Muskau nach Schönwalde vorzunehmen. Dadurch kam das 1891 vorgelegte Projekt Sommerfeld–Teuplitz–Muskau in Gefahr.

Wohl auch in Folge des Einsatzes von Sommerfeld und Teuplitz unterzeichnete Kaiser Wilhelm II. am 29. April 1896 die Konzessionsurkunde für den Bahnbau an die Lokalbahn Aktien-Gesellschaft in München, die „die Gründung einer Aktiengesellschaft unter der Firma Lausitzer Eisenbahn-Gesellschaft zum Betrieb von Neben-Eisenbahnen a) von Muskau über Teuplitz nach Sommerfeld, b) von Rauscha nach Freiwaldau“ beabsichtigte. Sitz der Verwaltung wurde Sommerfeld. Es wurde gleichzeitig ein Anlagekapital von 3.367.000 Mark für die Strecke genehmigt. Die Inbetriebnahme musste innerhalb von 2 ½ Jahren erfolgen, ansonsten wurde eine Verzugsstrafe von 5 % der Bausumme fällig. Weiterhin wurde in der Konzessionsurkunde festgeschrieben, dass täglich mindestens zwei Personenzüge in jeder Richtung mit zwei Wagenklassen verkehren müssen. Die Baukosten der gesamten Strecke hatte der Kreis Sorau mit 5.000 Mark bezuschusst.

Der Betrieb begann auf dem nördlichen Abschnitt am 1. Oktober 1897 und am 15. Juni 1898 auf dem südlichen. Von Muskau aus führte eine Anschlussstrecke zum Bahnhof Weißwasser und somit an die Berlin-Görlitzer Eisenbahn. Die Strecke wurde somit nur in den preußischen Provinzen Brandenburg (Landkreise Crossen und Sorau) und Schlesien bzw. zeitweise Niederschlesien (Landkreis Rothenburg, der einen Teil des aufgelösten Landkreises Sagan beinhaltete) betrieben, nie jedoch in Sachsen, da das schlesische Muskau erst nach dem Zweiten Weltkrieg sächsisch wurde, zu dieser Zeit der heute auf sächsischem Boden verlaufende Streckenabschnitt jedoch bereits stillgelegt war.

Durch den Bau der Strecke hatte Teuplitz einen zweiten Bahnhof und eine Zentralwerkstatt erhalten. Der Bahnhof Triebel musste außerhalb der Stadt errichtet werden, da die Stadt für einen Bauplatz an der Forster Chaussee 28.000 Mark verlangte, die nicht aufgebracht werden konnten.

1898 wurde auch der Betrieb der Strecke Muskau–Weißwasser, die in Staatsbesitz war, der Lausitzer Eisenbahn-Gesellschaft übertragen, so dass dann durchgängige Zugverbindungen von Weißwasser bis Teuplitz bzw. Sommerfeld bestanden.

In Lugknitz wiederholte sich Anfang des 20. Jahrhunderts, was Jahre vorher in Weißwasser ähnlich begann – durch Rohstoffe und einen Bahnanschluss entwickelte sich das landwirtschaftlich geprägte Heidedorf zu einem aufblühenden Industriestandort. Nachdem Lugknitz 1940 nach Muskau eingemeindet wurde, erhielt der Bahnhof den Namen Muskau Ost, den in polnischer Übersetzung (Mużaków Wschodni) auch die polnische Staatsbahn beibehalten hatte. Auch die Namen anderer Bahnhöfe wurden geändert, als das Naziregime slawischstämmige Ortsnamen tilgte: 1936 Tschöpeln-Quolsdorf in Töpferstedt-Quolsdorf und Neu Tschöpeln in Birkenstedt sowie 1937 Buckoka in Buchenberge.

Brücke über die Lausitzer Neiße

Am Ende des Zweiten Weltkriegs durchtrennte die Oder-Neiße-Grenze die Bahnstrecke, und der Abschnitt Mużaków Wschodni–Muskau wurde 1945 stillgelegt. Die Neißebrücke riss man nicht ab, sie war jedoch bis zum Wegfall der Grenzkontrollen nach dem Beitritt Polens zum Schengener Abkommen gesperrt. Die Reststrecke verlor an Bedeutung, wurde jedoch bis 1999 von der polnischen Staatsbahn bis Łęknica weiter betrieben.

1990 wurde der nördliche Streckenabschnitt (Lubsko–Tuplice) und 1996 der südliche (Tuplice–Mużaków Wschodni) für den Personenverkehr geschlossen. Im Jahr 2000 wurde die Strecke dann auch für den Güterverkehr stillgelegt. Schon im Sommer 2004 war sie nicht mehr befahrbar, da in großem Ausmaß Schienen und Befestigungsschrauben gestohlen worden waren. Deshalb entschied man sich, die Strecke abzubauen, womit 2006 begonnen wurde.

Einzelnachweise

  1. kolej.one.pl: Linia Stary Raduszec–Bad Muskau
  2. Letzter Fahrplan von 1944

Literatur

  • Eberhard Blume; Hanspeter Smers; Lutz Stucka: Zur Wirtschaftlichen Entwicklung des Kreises Weißwasser/Oberlausitz in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. In: Landratsamt Weißwasser/Oberlausitz, Abteilung Kultur (Hrsg.): Heimatkundliche Beiträge für den Kreis Weißwasser/Oberlausitz. Nr. 7, Weißwasser/Oberlausitz 1991, S. 21 ff.
  • Erich Schwärzel: Die Eisenbahn im Kreise Sorau. Teil 8. Sorauer Heimatblatt 36 (1987) H. 4, S. 8 f.

Weblinks


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