Bananenkriege

Bananenkriege nannte man im amerikanischen Sprachbereich umgangssprachlich die von den Vereinigten Staaten Anfang des 20. Jahrhunderts in Mittel- und Südamerika durchgeführten Militäraktionen.

Diese Interventionen erfolgten häufig durch die United States Marine Corps; gelegentlich wurden auch Truppen der U.S. Army herangezogen.

Der Ausdruck "Bananenkrieg" rührt angeblich aus den engen Beziehungen zwischen den Interventionen und dem existenziellen Interesse der USA an der Wahrung ihrer Handelsinteressen in der Region. Besonders Anteil an finanziellen Investitionen hatte die United Fruit Company beim Anbau von Bananen, Tabak, Zuckerrohr sowie zahlreichen anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen im karibischen Raum, Mittelamerika und dem Norden Südamerikas.

Verfechter des Imperialismus vor dem 1. Weltkrieg rechtfertigten dieses Vorgehen oft mit dem Argument, diese Konflikte würden den Mittel- und Südamerikanern zu einer Stabilisierung verhelfen. Einige Imperialisten kritisierten sogar die Dimensionen der Interventionen im Sinne der US-Interessen als nicht ausreichend und plädierten für erweiterte Truppeneinsätze in der Region.

Amerikanische Imperialismuskritiker sahen diese Aktionen als einen ersten Schritt in einen abenteuerlichen amerikanischen Kolonialismus in der Region.

Spätere Beobachter argumentieren, wenn der 1. Weltkrieg die amerikanische Begeisterung für internationale Aktivitäten nicht gedämpft hätte, hätten diese Interventionen zu einer Erweiterung des US-amerikanischen Kolonialreichs geführt, mit mittelamerikanischen Staaten, die man entweder (wie Hawaii) annektiert oder (wie die Philippinen, Puerto Rico oder Guam) zum abhängigen amerikanischen Außengebiet gemacht hätte. Diese Ansicht wurde laut, als nach Rückgang der US-Aktivitäten während und nach dem 1. Weltkrieg, die US-Interventionsaktivität in den 1920er Jahren erneute aufflammte.

Die Bananenkriege wurden 1934 mit der Politik der guten Nachbarschaft Präsident Franklin D. Roosevelt beendet; seither wurde keine amerikanischen Kolonien mehr gegründet.

Betroffene Länder

Zu den von den Bananenkriegen betroffenen Ländern zählten:

Literatur

  • Ivan Musicant: The banana wars. A history of United States military intervention in Latin America from the Spanish-American War to the invasion of Panama. Macmillan, New York NY 1990, ISBN 0-02-588210-4.
  • Lester D. Langley: The Banana wars. United States intervention in the Caribbean, 1898–1934. Revised edition. Dorsey Press, Chicago IL 1988, ISBN 0-256-07020-2.
  • Lester D. Langley, Thomas Schoonover: The banana men. American mercenaries and entrepreneurs in Central America, 1880–1930. University Press of Kentucky, Lexington KY 1995, ISBN 0-8131-1891-3.

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