Bassenheimer Reiter
Bassenheimer Reiter

Der Bassenheimer Reiter ist ein frühgotisches Sandstein-Relief des heiligen Martin in der Pfarrkirche von Bassenheim bei Koblenz, vielleicht die berühmteste Martinsdarstellung der Kunstgeschichte.

Das über dem linken Seitenaltar angebrachte Kunstwerk wird dem sogenannten Naumburger Meister zugeschrieben. Es wurde um 1240 für den Westlettner des Mainzer Doms geschaffen. Als dieser 1683 abgebrochen wurde, brachte der Mainzer Domherr Casimir Waldbott von Bassenheim das Relief nach Bassenheim. Die Einordnung als Werk des Naumburger Meisters erfuhr das Reiterbildnis 1935 durch den späteren Direktor des Kölner Museums Schnütgen, Prof. Hermann Schnitzler.

Das im Quadrat wenig mehr als ein Meter große Relief besteht aus weißlich-grauem Sandstein, der mit einer rötlichen Lasur überzogen ist. Diese wahrscheinlich aus der Barockzeit stammende Färbung wurde 1935/36 sichtbar, nachdem ein gelblicher Ölanstrich aus dem Jahr 1900 entfernt worden war. Das Bild tritt aus einem etwa 13 cm tiefen Kasten mit abgeschrägten Seiten hervor, der aus zwei Steinen besteht. Der Kopf des Reiters, der linke Ellbogen des Bettlers sowie Stirn und Schnauze des Pferdes ragen über den Rahmen des Kastens hinaus.

Bis zum Abbruch der früheren Bassenheimer Kirche im Jahr 1898 war das Martinus-Relief außen in einer Seitenmauer eingemauert. In Verbindung mit dem Neubau forderte Provinzialkonservator Paul Clemen, „das in einer Seite des Chorhauptes vermauerte mittelalterliche Reliefbild des hl. Martinus mit Rücksicht auf seinen hohen Kunstwert an passender Stelle im Innern des Kirchenneubaus wieder anzubringen.“

Das Bassenheimer Heimatmuseum widmet sich als Martinusmuseum der Geschichte des heiligen Martin und des Bassenheimer Reiters.

Literatur

  • Clemen/Zimmermann: Die Kunstdenkmäler des Landkreises Koblenz. L. Schwan, Düsseldorf 1944, Nachdruck 1981, ISBN 3-590-32142-3.

Weblinks

 Commons: Bassenheimer Reiter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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