Zesterfleth

Zesterfleth

Das Geschlecht Zesterfleth leitet seinen Namen von einem nicht mehr bestehenden Ort Zesterfleth her, der schon früh eine eigene Kirche hatte [1], auf einer Elbinsel an der Stelle des Hahnöfersand lag, und wohl bei einer Sturmflut 1412 oder 1470 weggeschwemmt wurde.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Ihre Familiengruft haben sie unter der Kirche in Steinkirchen (Altes Land) (St. Martini et Nicolai zu Steinkirchen; 1332 erstmals erwähnt [2]), nahe bei ihrem Stammschloss Bergfried [3]. Der 1608 erbauten Grünendeicher Fachwerkkirche stifteten sie Altar, Kanzel usw. Seinerzeit hatten sie ihren Wohnsitz auf dem Sassenhof.

Personalien

  • Anna (oder Adelheit) von Zersterfleth ∞ Heinrich von Clüver (* 1415)
  • Hermann von Zesterfleth († 1610/11); Lübecker Domherr, Gelehrter, Humanist, Reisender, Dichter

Die Linien der Zesterfleth in Mecklenburg und in Brandenburg sind erloschen. (Zesterfleth in Preußen ?)


  • Christian Arnold von Zesterfleth (1750-1820) war Richter (nicht: Präsident) des Oberappellationsgerichts in Celle, danach Präsident der verdenschen Ritterschaft in Stade. Er sammelte wertvolle Gemälde, lebte begütert und hinterließ seinen Erben stark belastete Güter. Er oo 1779 in Wiegersen (Kirche Apensen) Juliane Magdalene von Horn (1760-1805), die letzte ihres Stammes; brachte ritterschaftliche Güter (vgl. Rittergut Wiegersen) in die Ehe (ihre Mutter Gertrud Anna v. d. Lieth (1742-1807) war ebenfalls letzte ihres Stammes)(NDB Bd. 9, S. 298).
    • Heinrich von Zesterfleth (8.1.1781-18.April 1848 in Hamburg); 1798-1801 stud. jur in Göttingen, 1805-1836 Gutsbesitzer, ab 1806 bzw. 1814 Hof- und Kanzleirat (=Richter) bei der Justizkanzlei in Hannover, 1811 Tribunalrichter in Bremervörde, 1812 beim franz. Gerichtshof in Hamburg, 1813 sammelte er ein Bremen-Verdensches Bataillon gegen die Franzosen-Besetzung mit Major v. d. Decken.

Ab 1817 war er Oberhauptmann beim Amt Lauenau. Er galt als ausgezeichneter Jurist und Hitzkopf, der mit anderen Behörden nicht gut auskam. Nach seines Vaters Tod bereiten ihm die ererbten Güter erhebliche Probleme. 1832 bis 1841 war er Oberhauptmann beim Amt Medingen (Bad Bevensen).

      • Oswald; starb jung
      • Juliane von Zesterfleth (*15. Februar 1808 in Hannover; † 28. November 1888 in Dresden, beerd. in Gülzow) Letzte des Stammes oo 4. September 1832 in Medingen den Graf Eduard von Kielmannsegg
        • Alexander (* 1833) k.k. Fregatten-Lieutnant; ∞ Sophia Philippa Sidney
        • Thedel (* 1836) Herr auf Wiegersen und Borrl im Herzogtum Bremen[4]
        • Oswald (* 17. Juli 1838) k.k. Ober-Lieutnant; ∞ Leontine Gräfin Paar
          • Eduard Graf Kielmansegg (1874-1941)
        • Erich Kielmansegg (*1847-1923) ∞ Anastasia Lebedewna von Lebedeff
      • Emmy[5] (1813-1878) heiratete 1844 den belgischen Gesandten in Hannover, Baron Aldephonse Du Jardin (1796-1870).

Literatur

  • Hans-Cord Sarnighausen: Zur Hannoverschen Juristenfamilie v. Zesterfleth aus dem Alten Land bei Stade (Elbe). In: Genealogie, Deutsche Zeitschrift für Familienkunde, Heft 2/2010, Verlag Degener & Co., 91610 Insingen
  • Hans-Cord Sarnighausen: v. Zesterfleth, Diedrich Christian Arnold (1750-1820), Richter am OAG Celle, Ritterschaftspräsident in Stade. In: Jan Lokers/Heike Schlichting: Lebensläufe zwischen Elbe und Weser; Ein biographisches Lexikon, Band 2, Stade 2010, S. 351-354.
  • Hans-Cord Sarnighausen: Zum Medinger "Oberhauptmann" Christian v. Zesterfleth (1781-1848), in: Heimatkalender Uelzen 2011, S. 67-72.

Quellen

  1. Kirchengeschichte St. Nicolai in Borstel auf kirche-altes-land.de
  2. Kirche St. Martini et Nicolai auf luehe-online.de
  3. Bergfried des Stammschlosses auf burgeninventar.de
  4. Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon; Band 5, S. 99
  5. http://gw0.geneanet.org/index.php3?b=antterli&lang=fr;iz=2;p=louise+frederique+jeanne+emmy;n=de+zesterfleth

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