Berta Katharina Lassen

Berta Katharina (Käte) Lassen (* 7. Februar 1880 in Flensburg; † 22. Dezember 1956 in Flensburg) war eine deutsche Malerin.

Käte Lassen: Hilma mit Muscheln, 1933, Museumsberg Flensburg

Inhaltsverzeichnis

Leben und Werk

Käte Lassen wurde als Tochter des Goldschmieds Hans Nicolai Jonathan Lassen und Emmy Henriette geb. Iwersen in Flensburg geboren. Nach kurzem Besuch der Hamburger Gewerbeschule studierte sie von 1898 bis 1902 an der Damenakademie des Münchner Künstlerinnenvereins bei Ludwig Schmid-Reutte, Maximilian Dasio und Angelo Jank. Von 1902 bis 1904 erhielt sie Privatunterricht bei Hugo von Habermann. In München hatte sie ein eigenes Atelier. 1904 kehrte sie nach Flensburg zurück. Dort hatte sie bis zu ihrem Lebensende ein Atelier. 1904 Steinberghaff, 1904/5 Kopenhagen, 1908/1909 Paris, von 1905 bis 1944 Sommeraufenthalte in Dänemark (Klitmøller, Vorupør, Stenbjerg), ab 1919 immer wieder für längere Zeit in Berlin.

Lassen beschäftigte sich erstmals in ihrem Wandbild in der Heilandskapelle von Flensburg-Weiche in großem Format mit religiöser Thematik. Nach dem Ersten Weltkrieg befasste sie sich mit dem Schicksal der Kriegsinvaliden, Arbeitslosen und Witwen. Seit den Zwanziger Jahren schuf sie Glasfenster (Flensburg, Morsum/Sylt, Oeversee, Karby) und Wandbilder in Flensburg (1922) und Eckernförde (1939). Von 1946 an erhielt die Künstlerin verschiedene Aufträge für Kirchenfenster in Schleswig-Holstein, in Neumünster (1948) und Rendsburg (1950). Für die stark beschädigten, bis zu neun Meter hohen Glasfenster der Flensburger Marienkirche entwarf sie eine Gesamtkonzeption von sieben monumentalen Fenstern zum apostolischen Glaubensbekenntnis, von denen sechs ausgeführt wurden. Das sechste konnte erst 1957 nach ihrem Tod fertiggestellt werden. Obwohl sie als Glasmalerin in Schleswig-Holstein gefragt war, gab es auch Stimmen, die ihre Ausführungen zu hart, kantig, freudlos oder unreligiös fanden.

Das Schulgebäude der Käte-Lassen-Schule in Flensburg

Die Werke Käte Lassens können kunsthistorisch vom Münchener Jugendstil, über die Orientierung an den Werken skandinavischer und dänischer Künstler, einem expressionistischen Einfluss bis in die zwanziger Jahre zu einem an der Neuen Sachlichkeit entwickelten Figurenbild verfolgt werden. In der Glasfensterkunst konnte Käte Lassen schließlich ihre auf Flächigkeit, Abstraktion und Linienführung hin entwickelte Figurensprache ebenso wie ihren inhaltlichen Drang zur existentiellen bis spirituellen Auseinandersetzung voll zur Entfaltung bringen. (Mahn 2007, S. 200)

Ehrungen

Die Realschule „Käte-Lassen-Schule Flensburg“ wurde nach ihr benannt.

Werke

  • Käte Lassen: Am Meeresrand im Dünensand, Bilderbuch, Hgg.: H. u. Chr. Kuhlmann, Husum 2007, ISBN 978-3-86530-088-1

Literatur

  • Uwe Carstens: Käte Lassen, in: „Tönnies-Forum“ 1/2007, Jg. 16
  • Christina Mahn: Käte Lassen 1880 - 1956. Grenzgängerin der Moderne", Heide 2007,ISBN 978-3-8042-1199-5
  • Käte Lassen: Am Meeresrand im Dünensand, hrsg. v. Heinz Kuhlmann mit einem Nachwort v. Christina Mahn, Husum 2007, ISBN 978-3-86530-088-1
  • Ludwig Rohling: Käte Lassen. Das Werk der Malerin, Flensburg 1956
  • Ulrich Schulte-Wülwer: Malerei in Schleswig-Holstein, Katalog der Gemäldesammlung des Städtischen Museums Flensburg, Heide 1989, 400 Seiten, ISBN 3-8042-0467-8

Weblinks

 Commons: Käte Lassen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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