Black codes

Die Black Codes waren lokale und bundesstaatliche Gesetze in den Vereinigten Staaten von Amerika, die die Menschenrechte von schwarzen Amerikanern, vor allem ehemaligen Sklaven, einschränkten.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Black Codes werden hauptsächlich mit den Südstaaten und der Zeit nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg und vor der Reconstruction in Verbindung gebracht. Entgegen der allgemeinen Auffassung wurden die ersten solchen Gesetze jedoch schon im frühen 19. Jahrhundert in einigen Staaten des Nordens eingeführt.

Frühe Black Codes im Mittelwesten

Ohio, Indiana, Illinois, Michigan und Wisconsin traten als freie Staaten in die Union ein. Im frühen 19. Jahrhundert jedoch forderten weiße Bürger dieser Staaten Regelungen und Gesetze, die die Rechte von Schwarzen, die sich in ihren Gebieten niederlassen wollten oder durch sie reisten, beschnitten. In einigen Fällen führte dies zu Gesetzen, die es Schwarzen gänzlich verboten, Grundbesitz zu haben, Verträge abzuschließen, oder sich in bestimmten Staaten niederzulassen. Ohio erließ 1804 eines der ersten Gesetze gegen die Einwanderung von Freigelassenen. 1813 folgte Illinois diesem Beispiel und verbot die Ansiedelung von freien schwarzen Siedlern auf seinem Gebiet.

Ausdehnung der Black Codes: 1830–1860

Je erfolgreicher die Bewegung zur Abschaffung der Sklaverei war, zum Beispiel in der Einrichtung der Underground Railroad, umso mehr Gegenbestrebungen gab es unter den negrophoben Weißen des Nordens. Indiana verabschiedete 1845 ein Gesetz gegen „Rassenvermischung“. In einigen Staaten wurden in den 1840ern die Rassengesetze in den Verfassungsrang erhoben. Artikel 13 der Verfassung von Indiana von 1851: „No Negro or Mulatto shall come into, or settle in, the State, after the adoption of this Constitution.“ („Kein Neger oder Mulatte soll in den Staat einreisen oder in ihm siedeln nachdem diese Verfassung in Kraft tritt“). Die Verfassung von Illinois von 1848 führte eine der härtesten Gesetzgebungen gegen Schwarze in den gesamten USA ein. Der Illinois Black Code von 1853 verlängerte das Verbot der Einreise für Schwarze in den Staat.

Nach dem Bürgerkrieg

Die Rekonstruktionspolitik von US-Präsident Andrew Johnson (1865–1869) führte zum 13., 14. und 15. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten, welche die Gleichheit dieser Bevölkerungsgruppen festschrieb. Zwischen 1865 und 1866 übernahmen einzelne südliche Bundesstaaten der USA wie South Carolina, Mississippi und Louisiana die Verfassungszusätze aus dem Norden.

Auch diese Gesetze betrafen die ehemaligen Sklaven, die sie nach ihrer Befreiung wieder Regelungen und Restriktionen unterwarfen und ihnen Grundrechte absprachen. Diese variierten von Staat zu Staat, aber darunter fielen grundsätzlich Einschränkungen in der Freiheit der Berufswahl, der Ortswahl oder der Wahl des Ehepartners und des Verbots der Aussage vor Gericht.

Der Norden sah allerdings nach dem gewonnenen Krieg die Black Codes des Südens als Versuch, die Sklaverei durch die Hintertür wieder einzuführen. Die den Kongress kontrollierenden radikalen Republikaner verhinderten erfolgreich eine Umsetzung der Black Codes in den Südstaaten. Statt dessen erließ der Kongress die Bürgerrechtsgesetze von 1866. Bei erzwungenen Neuwahlen 1866, in denen die freigelassenen Sklaven wählen durften, gewannen die Gegner der Black Codes eine Mehrheit, die es ihnen erlaubte alle Black Codes außer Kraft zu setzen. Damit war auch die Umsetzung des 14. Zusatzartikels zur Verfassung garantiert.

Erst nach Ende der Reconstruction konnten die weißen Südstaatler im späten 19. Jahrhundert erneut diskriminierende Gesetze erlassen, die unter dem Namen Jim Crow bekannt wurden.

Siehe auch


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