Blumberg (Barnim)
Blumberg
Gemeinde Ahrensfelde
Wappen von Blumberg
Koordinaten: 52° 36′ N, 13° 37′ O52.60277777777813.61777777777857Koordinaten: 52° 36′ 10″ N, 13° 37′ 4″ O
Höhe: 57–87 m
Fläche: 26,05 km²
Einwohner: 2.304 (31. Dez. 2007)
Eingemeindung: 26. Okt. 2003
Eingemeindet nach: Ahrensfelde-Blumberg
Postleitzahl: 16356
Vorwahl: 033394

Blumberg ist ein Ortsteil der Gemeinde Ahrensfelde, direkt östlich von Berlin gelegen. Es liegt an der Bundesstraße 158 und am Berliner Ring. Der Ort hat heute ca. 2500 Einwohner.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Kuriosum: Linke Straßenseite - Blumberg/Elisenau, rechte Straßenseite - Bernau/Birkholzaue

Ortsgliederung

Der Ort Blumberg besteht aus folgenden Ortsteilen:

  • Blumberg (Dorf)
  • Gut Blumberg
  • Elisenau
  • Schlossparksiedlung

Geschichte

Blumberg war seit etwa 1237 Tafelgut der Brandenburger Bischöfe und sollte im Verlauf der weiteren Besiedlung städtische Funktionen übernehmen. Darauf verweist die Bezeichnung Oppidum in alten Urkunden, daraus wird bald oppidulo, eine Verkleinerungsform von oppidum. Der Ortsname taucht 1253 zum ersten Mal in einer der Urkunden zur Stadt Frankfurt (Oder) auf. In dieser Urkunde wird ein Theodericus von Blumenberch genannt, der Bevollmächtigter der Brandenburger war und wohl mit der Besiedlung des Blumberger Tafelguts beauftragt war.

Blumberg blieb bis ins 16. Jahrhundert im Besitz der Bischöfe von Brandenburg. Noch vor der durch die Einführung der Reformation in Brandenburg und damit der drohenden Säkularisation ihres Besitzes in Blumberg veräußerten sie ihn. Blumberg kam in den Besitz des Kurfürsten, der ihn jedoch sehr bald an Hans von Krummensee weiter verkaufte. Blumberg wird nur noch „stediken“, später „flegken“ oder „Rittergut“ genannt. Seine weitere Entwicklung als Stadt war damit abgebrochen bzw. verhindert.

Hans von Krummensee verkaufte 1602 den Ort allerdings schon wieder an den brandenburg-kurfürstlichen Kanzler Hans von Löben, der dort ein Jahr später ein Schloss erbaute. Der Ort litt sehr unter dem Dreißigjährigen Krieg. Ab 1654 verwaltete die Witwe des Kanzlers und danach ihre Tochter Margarete Catharina den Ort. Ihre Bilder sind in der Kirche zu sehen. Teile des Ortes und das Schloss wurden am 21. März 1695 Opfer eines Großbrandes, die Kirche blieb unbeschädigt, nicht jedoch das daneben stehende Pfarrhaus. In der Folgezeit vererbte Margarete Catharina den Ort an ihren Enkel, den bekannten Diplomaten und Dichter Friedrich Freiherr von Canitz.

1836 erwarb Graf Friedrich Ludwig von Arnim (Boitzenburger Linie) den Ort. Er ließ das Vorgängerschloss nach den Plänen Karl Friedrich Schinkels oder eher Friedrich August Stülers umbauen, ebenso ließ er den bereits aus dem 17. Jahrhundert stammenden Park nach Plänen Peter Joseph Lennés umgestalten. Das Schloss wurde zuletzt 1910 im englischen Landhausstil umgebaut.

In den 1930er Jahren kam das Schloss und sein Parkgelände in den Besitz der Nazis. Es diente bis 1944 dem NSV-Reichsseminar, wurde dann von der Wehrmacht genutzt, was schließlich nach dem Einzug der Roten Armee am 20./21. April 1945 sein Ende bedeutete. Es wurde zerstört und die Ruinen später abgerissen.

Am 26. Oktober 2003 wurde Blumberg in die neue Gemeinde Ahrensfelde-Blumberg eingegliedert[1], die am 1. Oktober 2004 in Ahrensfelde umbenannt wurde[2].

Politik

Wappen

Wappen Blumberg (Barnim).png

Beschreibung: Das Wappen ist mit einem silbernen Faden in Grün und Rot geteilt. Oben wachsen vier goldene Blumen aus dem zum Berg gewölbten Schildfuß. Im Schildfuß liegen zwei gekreuzte silberne Schlüssel mit einer Vierpassreite, deren Bärte mit Kreuzeinschnitt nach rechts zeigen.

Symbolik: Die vier Blumen versinnbildlichen den Namen des Ortes und stehen stellvertretend für die Ortsteile Dorf, Gut, Elisenau und Schlossparksiedlung. Die beiden Schlüssel, als Petrusschlüssel Zeichen des Bistums Brandenburg, verweisen auf die Geschichte Blumbergs als Bistumsbesitz.

Blumberg führt das Wappen, gestaltet von dem Erfurter Heraldiker Frank Diemar, erst seit dem Jahr 2006. Es ist im „Stufensaal“ des Ortes zu sehen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theodor Fontane setzte der Gemeinde in den Wanderungen durch die Mark Brandenburg (Band 4) ein Denkmal, in denen er vor allem die Geschichte des Ortes und deren Familien niederschrieb und dabei auch eine detaillierte Beschreibung der Ortskirche lieferte.

Kirchen

  • Die Evangelische Kirche Blumberg ist eine aus Feldsteinen errichtete Dorfkirche aus dem 13. Jahrhundert.

Parks

Einzelnachweise

  1. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2004

Weblinks


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