Bodensee-Oberschwaben-Bahn
Bodensee-Oberschwaben-Bahn
Logo der BOB
Basisinformationen
Unternehmenssitz Friedrichshafen
Webpräsenz www.bob-fn.de
Eigentümer 27,5 % Stadt Friedrichshafen
25 % Stadt Ravensburg
20 % Bodenseekreis
17,5% Landkreis Ravensburg
10 % Gemeinde Meckenbeuren
Verkehrsverbund bodo
Linien
Spurweite 1435 mm (Normalspur)
Eisenbahn 1
Anzahl Fahrzeuge
Triebwagen 7 Regioshuttle RS1
Sonstige Betriebseinrichtungen
Betriebshöfe Friedrichshafen
Aulendorf

Die Bodensee-Oberschwaben-Bahn GmbH & Co. KG, abgekürzt BOB, ist ein nicht-bundeseigenes Eisenbahnverkehrsunternehmen in Baden-Württemberg. Sie betreibt gemeinsam mit der DB Regio AG den Schienenpersonennahverkehr auf dem südlichen Abschnitt der Württembergischen Südbahn. In Anlehnung an das Volkslied Auf de Schwäb’sche Eisenbahne wird die Bahn auch Geißbockbahn genannt. Den Begriff und das damit verbundene Kommunikationskonzept hat der Überlinger Journalist und Konzeptioner Jürgen Bartsch zum Betriebsbeginn im Jahre 1993 eingebracht. Die BOB hat kein eigenes Personal, der Betrieb wird von Mitarbeitern der DB ZugBus Regionalverkehr Alb-Bodensee durchgeführt, für die Verwaltung sind die Technischen Werke Friedrichshafen zuständig. Die Wartung der Fahrzeuge führt die Hohenzollerische Landesbahn durch.[1]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Unternehmen wurde am 15. Oktober 1991 von den folgenden fünf Gesellschaftern gegründet, zunächst handelte es sich um eine GmbH:

Gesellschafter Gesellschaftsanteil
Technische Werke Friedrichshafen GmbH 27,5 %
Stadt Ravensburg 25,0 %
Bodenseekreis 20,0 %
Landkreis Ravensburg 17,5 %
Gemeinde Meckenbeuren 10,0 %

Die Bahn sollte eigentlich zum Beginn des Sommerfahrplans am 23. Mai 1993 ihren Betrieb aufnehmen. Wegen der verzögerten Auslieferung der ersten Fahrzeuge konnte dieser Termin jedoch nicht gehalten werden. Die offizielle Eröffnung fand am 25. Juni 1993 statt. Mitten in der laufenden Fahrplanperiode nahm die BOB schließlich am 1. Juli 1993 den fahrplanmäßigen Betrieb auf der 29 Kilometer langen Strecke Friedrichshafen Stadt–Ravensburg auf. Sie war damals die erste Nichtbundeseigene Eisenbahn Deutschlands, die kein eigenes Streckennetz unterhielt. Die BOB verkehrte ausschließlich auf der Infrastruktur der damaligen Deutschen Bundesbahn. Dies geschah bereits vor der zum 1. Januar 1994 in Kraft getretenen Bahnreform, erst seit diesem Stichtag muss die gleichzeitig neu gegründete Deutsche Bahn AG per Gesetz allen Eisenbahnverkehrsunternehmen einen freien Netzzugang gewährleisten. Allerdings unterhält die BOB in Friedrichshafen ein eigenes Bahnbetriebswerk und ein Kundencenter, in Aulendorf eine Abstellhalle sowie an allen von ihr bedienten Stationen eigene Fahrkartenautomaten.

Am 22. November 1996 erfolgte die Entscheidung zur Ausweitung des Betriebs über beide Streckenenden hinaus. Mit Beginn des Sommerfahrplans am 1. Juni 1997 verkehren die BOB-Triebwagen auch bis Friedrichshafen Hafen im Süden und bis Aulendorf im Norden. Die bediente Strecke ist seither 42 Kilometer lang. Außerdem wurde an diesem Tag – gemeinsam mit der Deutschen Bahn – auch der neue Haltepunkt Friedrichshafen Flughafen eröffnet. 2002 wurde das Unternehmen – rückwirkend zum 1. Oktober 2001 – in eine GmbH & Co. KG umgewandelt. 2003 beförderte die BOB mehr als eine Million Fahrgäste. Erstmalig hat das Unternehmen 2004 einen Gewinn von rund 500.000 Euro erwirtschaftet und im Durchschnitt täglich mehr als 4000 Personen befördert. Diese Einnahmen wurden zur Beschaffung neuer Triebwagen verwendet. 2008 betrug der Gewinn rund 700.000 Euro, bei über 4600 Fahrgästen täglich.[2]

Fahrzeuge

Der Betrieb begann 1993 mit zunächst nur zwei Triebwagen der Bauart NE 81, sie wurden als VT 60 und VT 61 bezeichnet. Aufgrund des großen Erfolgs wurde 1994 mit VT 63 noch ein dritter NE 81 in Dienst gestellt.

Für die beiden Streckenverlängerungen des Jahres 1997 wurden im September 1998 vier weitere Triebwagen (VT 63 bis VT 66) in Betrieb genommen. Diesmal handelte es sich um modernere Fahrzeuge des Typs Regioshuttle RS1 der ersten Generation.

Im November 2005 erhielt die BOB schließlich drei weitere RS1, dadurch konnten die drei NE 81 aus der Anfangszeit abgelöst werden. Durch Toiletten, Klimaanlage und Steckdosen (beispielsweise für Notebooks) wird den Fahrgästen mit diesen Fahrzeugen ein höherer Komfort geboten. Ferner besteht seither ein typenreiner Fahrzeugpark, der zudem komplett niederflurig ist.

Die drei nicht mehr benötigten NE 81-Triebwagen wurden an die Hohenzollerische Landesbahn abgegeben und befanden sich bis Ende 2008 beim Seehäsle im Einsatz. Danach wurden sie an die Südwestdeutsche Verkehrs-Aktiengesellschaft weitergereicht, die sie nach erfolgter Hauptuntersuchung auf der Kaiserstuhlbahn einsetzt.

Stationen

Der Bahnhof Weißenau wurde 1993 von der BOB reaktiviert
Der Bahnhof Niederbiegen wird seit 1997 von der BOB bedient, zuvor war er neun Jahre lang ohne Funktion
Station Zugangebot Aufgabe durch DB Bedienung durch BOB seit
Friedrichshafen Hafen BOB, RB, RE x 1. Juni 1997
Friedrichshafen Stadt BOB, RB, RE, IRE, IC x 1. Juli 1993
Löwental BOB, RB, RE x 1. Juli 1993
Friedrichshafen Flughafen BOB, RB, RE, IRE x 1. Juni 1997 (Neueröffnung)
Kehlen BOB 28. Mai 1988 1. Juli 1993 (Reaktivierung)
Meckenbeuren BOB, RB, RE, IRE, IC x 1. Juli 1993
Oberzell BOB 28. Mai 1988 1. Juli 1993 (Reaktivierung)
Weißenau BOB 28. Mai 1988 1. Juli 1993 (Reaktivierung)
Ravensburg BOB, RB, RE, IRE, IC x 1. Juli 1993
Weingarten/Berg BOB x 24. Mai 1998 (Neueröffnung)
Niederbiegen BOB 28. Mai 1988 1. Juni 1997 (Reaktivierung)
Mochenwangen BOB, RB 24. September 1989 1. Juni 1997 (Reaktivierung)
Aulendorf BOB, RB, RE, IRE, IC x 1. Juni 1997

Einzelnachweise

  1. Portrait der BOB auf www.privat-bahn.de
  2. http://www.suedkurier.de/region/bodenseekreis-oberschwaben/friedrichshafen/Katamaran-faehrt-weiter-im-Minus%3Bart372474,3823751 suedkurier.de Katamaran fährt weiter im Minus

Weblinks

 Commons: Bodensee-Oberschwaben-Bahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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