Adolf zu Schaumburg-Lippe
Prinz Adolf zu Schaumburg-Lippe

Prinz Adolf zu Schaumburg-Lippe, vollständiger Name Adolf Wilhelm Viktor zu Schaumburg-Lippe (* 20. Juli 1859 in Bückeburg; † 9. Juli 1916 in Bonn[1]) war ein deutscher Prinz aus dem Hause Schaumburg-Lippe und preußischer Offizier, zuletzt General der Kavallerie. In den Jahren von 1895 bis 1897 führte er für den Fürsten Alexander zur Lippe-Detmold die Regentschaft des Fürstentums Lippe-Detmold.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Adolf war der vierte Sohn des Fürsten Adolf I. Georg zu Schaumburg-Lippe (1817–1893) und seiner Frau Hermine (1827–1910), jüngste Tochter des Fürsten Georg II. zu Waldeck und Pyrmont und der Prinzessin Emma von Anhalt-Bernburg-Schaumburg-Hoym.

Im Jahre 1890 lernten sich Prinz Adolf und Prinzessin Viktoria Friederike Amalie von Preußen bei einem Besuch der Fürstin Marie zu Wied-Neuwied, Mutter der Königin Elisabeth von Rumänien, kennen. Am 19. November 1890 heiratete er in Berlin Prinzessin Viktoria von Preußen (1866–1929), zweite Tochter des Deutschen Kaisers Friedrich III. und seiner Frau der Princess Royal Victoria von Großbritannien und Irland. Nach einer ausgedehnten Hochzeitsreise in verschiedene Länder nahm das Paar den Wohnsitz im Palais Schaumburg in Bonn. Nach einer Fehlgeburt blieb die Ehe kinderlos.[2] [3]

Angesichts der Kinderlosigkeit des Fürsten Woldemar zur Lippe-Detmold (1824–1895) und seines entmündigten Bruders Alexander zur Lippe-Detmold (1831–1905), und den sich daraus ergebenden Schwierigkeiten für die Erbfolge, versuchte Woldemar die Ereignisse zu präjudizieren. Auf Grund persönlicher Abneigung und beseelt von dem Wunsch, sein Land einem Mitglied eines regierenden Fürstenhauses zu vererben, bestimmte er in seinem Testament den Prinzen Adolf, den Schwager Kaiser Wilhelms II., zu seinem Nachfolger und entfachte dadurch den lippischen Thronstreit. Um die Nachfolge stritten sich drei verwandte Familien: die fürstliche Linie Schaumburg-Lippe und die beiden gräflichen Linien Lippe-Biesterfeld und Lippe-Weißenfeld.

Durch das Eingreifen des Deutschen Kaisers hat der dadurch entstandene Lippische Erbfolgestreit das Weltinteresse erregt. Es kam dann 1895 zu einer Einigung zwischen Landtag und dem Regenten Adolf zu Schaumburg-Lippe, wonach sie sich einer schiedsrichterlichen Entscheidung unterwerfen wollten, bis zu welcher letzterer die Regentschaft führen sollte. Diese Entscheidung wurde am 22. Juni 1897 getroffen von einem Schiedsgericht unter dem Vorsitz von König Albert I. von Sachsen, wodurch das Erbfolgerecht des Grafen Ernst zur Lippe-Biesterfeld (1842–1904) anerkannt wurde.

Prinz Adolf zu Schaumburg-Lippe diente in dem seit 1852 in Bonn stationierten Husaren-Regiments „König Wilhelm I.“ (1. Rheinisches) Nr. 7. Außerdem war er à la suite des Westfälischen Jäger-Bataillons Nr. 7 in Bückeburg.

Titel, Orden und Ehrungen

Weblinks


Vorgänger Amt Nachfolger
Woldemar Regent von Lippe
1895–1897
Ernst zur Lippe-Biesterfeld

Einzelnachweise

  1. Stammtafel
  2. Fürstliche Vergangenheit
  3. Von der Millionärsvilla zum Kanzlersitz
  4. Hof- und Staatshandbuch des Königreichs Württemberg 1907, Seite 30

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Adolf I. (Schaumburg-Lippe) — Fürst Adolf I. Georg zu Schaumburg Lippe Adolf Georg (* 1. August 1817 in Bückeburg; † 8. Mai 1893 ebenda) war von 1860 bis 1893 Fürst zu Schaumburg Lippe. Leben Er war der Sohn von Fürst …   Deutsch Wikipedia

  • Adolf II. (Schaumburg-Lippe) — Adolf II. Fürst zu Schaumburg Lippe Adolf II. Fürst zu Schaumburg Lippe (* 23. Februar 1883 in Stadthagen; † 26. März 1936 in Mexiko) war von 1911 bis 1918 letzter regierender Fürst zu Schaumburg Lippe. In den wenigen Jahren seiner Regierung… …   Deutsch Wikipedia

  • Adolf Wilhelm Viktor zu Schaumburg-Lippe — Prinz Adolf zu Schaumburg Lippe Prinz Adolf zu Schaumburg Lippe, vollständiger Name Adolf Wilhelm Viktor zu Schaumburg Lippe (* 20. Juli 1859 in Bückeburg; † 9. Juli 1916 in Bonn[1]) war ein deutscher Prinz aus dem Hause Schaumburg Lippe. In den… …   Deutsch Wikipedia

  • Viktoria zu Schaumburg-Lippe — Viktoria Prinzessin von Preußen, vollständiger Name Friederike Amalia Wilhelmine Victoria von Preußen VA (* 12. April 1866 im Neuen Palais zu Potsdam; † 13. November 1929 in Bonn) war ein Mitglied des Hauses Hohenzollern und durch Heirat… …   Deutsch Wikipedia

  • Wolrad zu Schaumburg-Lippe — Ernst Wolrad Prinz zu Schaumburg Lippe (* 19. April 1887 in Stadthagen; † 15. Juni 1962 in Hannover) war von 1936 bis 1962 Oberhaupt des Hauses zu Schaumburg Lippe. Sein amtlicher Name war Prinz zu Schaumburg Lippe, jedoch führte er seit dem Tode …   Deutsch Wikipedia

  • Alexander zu Schaumburg-Lippe — Wappen des Familienchefs Alexander zu Schaumburg Lippe, vollständiger Name Ernst August Alexander Christian Viktor Hubert Prinz zu Schaumburg Lippe (* 25. Dezember 1958 in Düsseldorf) ist ein deutscher Unternehmer …   Deutsch Wikipedia

  • Friedrich zu Schaumburg-Lippe — Prinz Friedrich Georg Wilhelm Bruno zu Schaumburg Lippe (* 30. Januar 1868 in Schloss Ratiborschitz; † 12. Dezember 1945 in Kudowa) war ein deutscher Prinz aus dem Hause Schaumburg Lippe, bis 1945 letzter Besitzer der Sekundogenitur Náchod.… …   Deutsch Wikipedia

  • Charlotte zu Schaumburg-Lippe — Charlotte, Prinzessin zu Schaumburg Lippe (vollständiger Name: Charlotte Marie Ida Luise Hermine Mathilde) (* 10. Oktober 1864 in Schloss Ratibořice, Böhmen; † 16. Juli 1946 in Schloss Bebenhausen …   Deutsch Wikipedia

  • Ernst Wolrad Prinz zu Schaumburg-Lippe — (* 19. April 1887 in Stadthagen; † 15. Juni 1962 in Hannover) war von 1936 bis 1962 Oberhaupt des Hauses zu Schaumburg Lippe. Sein amtlicher Name war Prinz zu Schaumburg Lippe, jedoch führte er seit dem Tode seines Bruders Adolf als Oberhaupt des …   Deutsch Wikipedia

  • Alexander Prinz zu Schaumburg-Lippe — Alexander zu Schaumburg Lippe, vollständiger Name: Ernst August Alexander Christian Viktor Hubert Prinz zu Schaumburg Lippe (* 25. Dezember 1958 in Düsseldorf) ist seit 2003 Oberhaupt des Hauses Schaumburg Lippe. [1] Sein bürgerlicher Name ist… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”