Adrio

Adrio ist eine beliebte Schweizer Brühwurst. Das Adrio wird jedoch nicht in eine Darmhaut eingefüllt, sondern im Schweinsnetz (Netz des Schweinbauchfells) eingewickelt. Die Füllung besteht aus fein gemahlenem Brät aus Schweine- oder Kalbfleisch (oder einer Mischung aus beiden) und klein gewürfelter Schweins- oder Kalbsleber. Nach dem Schweizerischen Lebensmittelbuch SLMB von 1999 besteht Adrio aus Muskelfleisch von Kalb und vom Schwein, Schweinespeck, Kalbskopf oder Schwarten sowie Schweinsnetz. Leber oder andere Innereien sind heute unüblich. Auch ein s. g. "Kalbsadrio" enthält also immer im hohen Anteil "Schweineteile", hauptsächlich Speck und das typische Netz.

Das Adrio wird auf unterschiedliche Arten zubereitet. Neben dem ursprünglichen Schmoren und Dünsten, kann es auch gebraten oder gegrillt werden. Die Stücke sind selten grösser als 500 Gramm und werden in etwa fünf bis acht Millimeter dicken Scheiben serviert. Als Alternative gibt es Mini-Adrios in der Portionsgrösse von etwa 150 bis 250 Gramm. Auch wenn der Name Adrio ursprünglich von Leber abgeleitet ist, wird es heute auch ohne Leber zubereitet.

Adrios kann man fertig beim Metzger kaufen oder aus Wurstbrät selbst zubereiten.

Das Wort „Adrio“ stammt aus dem Französischen: atriau bzw. hâtereau = geröstete Schweineleber - aus altfranzösisch: hâte = Bratspieß und dies aus lateinisch: hasta = Spieß. Neben der eingedeutschten und italienisch klingenden Bezeichnung „Adrio“ findet man noch - selbst auf deutschsprachigen Speisekarten - die französische Schreibweise „Atriau“ - in Frankreich selbst aber „Attriau“ - Mehrzahl: Atriaux/Attriaux (Der korrekte Plural von Adrio ist im übrigen Adrios.).

Ausserhalb der Schweiz findet man das Adrio vielfach als Crépinette wieder. Allerdings ist die Crépinette statt im Schweinenetz (französisch crépine) manchmal in einen dünnen Teig (Crêpe) gehüllt.

Attereau

Manchmal wird als die französische Übersetzung von Adrio (n) Atterau (m.) zitiert: In französischen Burgund werden die ganz ähnlichen Attereaux (Plural von Attereau) tatsächlich als regionale Spezialität noch echt aus Schweineleber mit Hackfleisch zubereitet, sie werden in einer Steingut-Bratform dicht nebeneinander gesetzt und im Backofen gegart und später kalt gegessen. In ganz Frankreich kennt man jedoch die Autteraux als sehr mannigfaltigen Spießchen, sowohl tatsächlich noch mit Leberstücken und anderen zarten Innereien bestückt oder etwa mit Speck, Zunge, Fisch, Krebsen oder anderen Meeresfrüchten. Auch als vegetarische Speisen, etwa mit Champignons und Gemüse, manchmal auch paniert (à l'anglaise). Und nicht zuletzt gibt es dort auch beliebte süße Attereaux, etwa aus Früchten im Teig, die frisch und warm genossen werden.

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