Alanya

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Alanya
Wappen von Alanya
Alanya (Türkei)
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Basisdaten
Provinz (il): Antalya
Koordinaten: 36° 33′ N, 32° 0′ O36.54531.9957Koordinaten: 36° 32′ 42″ N, 31° 59′ 42″ O
Höhe: m
Einwohner: 98.627[1] (2010)
Telefonvorwahl: (+90) 242
Postleitzahl: 07400
Kfz-Kennzeichen: 07
Struktur und Verwaltung (Stand: 2009)
Bürgermeister: Hasan Sipahioğlu (ANAP)
Webpräsenz:
Landkreis Alanya
Einwohner: 248.286[1] (2010)
Fläche: 1.599 km²
Bevölkerungsdichte: 155 Einwohner je km²
Kaymakam: Hulusi Doğan
Webpräsenz (Kaymakam):
Bucht von Alanya
Seldschukische Schiffswerft
Burgberg mit altem Stadtzentrum, Moschee und Karawansere
Byzantinische Kirche in der Zitadelle - Iç Kale
"Kleopatra-Strand"

Alanya ist ein Badeort der türkischen Riviera und liegt 135 km östlich von Antalya. Alanya ist Hauptstadt des gleichnamigen Landkreises im Osten der Provinz Antalya.

Inhaltsverzeichnis

Namensherkunft

Der Name der Stadt stammt aus dem 13. Jahrhundert, von Ala-iye, Stadt des Ala. Da die Stadt im 13. Jahrhundert als Winterresidenz des seldschukischen Sultans von Rum Alaeddin Kai Kobad I. benutzt wurde, hieß die Stadt nach dem Sultan Alaiye. In lateinischen Quellen heißt die Stadt meist Alaya. Den heutigen Namen Alanya erhielt die Stadt 1933 von Kemal Atatürk.

Geschichte

Der antike griechische Name Alanyas ist Korakesion (deutsch Rabenhorst). Es gehörte zum Gebiet von Pamphylien, wird mitunter aber auch zum Rauen Kilikien gerechnet.

Der Name verweist auf den weit ins Meer hinausragenden hügeligen Felsvorsprung, auf dem die antike Stadt entstand. Die Spitze des Hügels wurde in der hellenistischen Phase mit einer Verteidigungsmauer ausgestattet. Zu Beginn des 2. Jahrhunderts v. Chr. konnte die Stadt sich einer Belagerung durch Antiochos III. widersetzen. Danach wurde sie zu einer Basis kilikischer Piraten. Mitte des 2. Jahrhundert v. Chr. erbaute der Piratenhäuptling Diototos Tryphon dort eine Festung. Die Piraten wurden schließlich 67 v. Chr. durch Pompeius besiegt. In der römischen Kaiserzeit prägte Korakesion eigene Münzen. Auf ein spätantikes Bistum der Stadt geht das Titularbistum Coracesium der römisch-katholischen Kirche zurück.

In byzantinischer Zeit hieß der Ort Kalon oros (schöner Berg). Aus dieser Zeit stammt eine Kirche in der Festung aus dem 11. Jahrhundert. 1221 nahm der seldschukische Sultan Alaeddin Kai Kobad I. die Stadt ein und nannte sie Alaiye. Der Herrscher Kyr Vart wurde nach Konya-Akşehir deportiert. Hiernach heiratete Kyr Varts Tochter den Sultan und wurde später in Kayseri im Huand-Hatun-Haus (1237) begraben.

Nach dem Niedergang des seldschukischen Reiches wurde das Gebiet 1471 dem Osmanischen Reich angegliedert. Mit Tarsus zusammen gehörte es 1571 zu Zypern, 1864 wieder zu Konya und seit 1868 zu Antalya bzw. zu dieser Provinz.

Der Burgberg

Der Burgberg besteht aus drei Sektoren, die jeweils durch Mauern umfasst werden. Zum äußeren Sektor gehören wichtige Gebäude aus der seldschukischen Zeit wie die Werft und der Rote Turm (türk. Kızıl Kule). Der Turm ist 33 m hoch und wurde 1224 - 1228 zum Schutz des Hafens erbaut. Im mittleren Sektor liegen ein Badehaus und die Süleymaniye Moschee. Der dritte Sektor ist die Zitadelle - Iç Kale, der Ursprung der Anlage. Dort befanden sich neben der byzantinischen Kirche der Palast des Sultans, Zisternen und Baracken.

Anfang des Tourismus

1948 wurde bei Hafenarbeiten die Damlataş-Höhle entdeckt. Die ersten Untersuchungen leitete ein Bürger Alanyas, Galip Dere. Er hatte aus Deutschland von der heilenden Wirkung der Höhlenluft gehört und ließ in entsprechenden Untersuchungen die heilende Wirkung auf das Atmungssystem bestätigen. Er erhielt die Erlaubnis, den Eingangsbereich zu vergrößern und sandte anschließend Fotos an Zeitungen in der ganzen Türkei. Damit begann die touristische Tradition in Alanya.

Sehenswürdigkeiten

  • Burg von Alanya - Im 2. Jahrhundert v. Chr. wurde diese weiter befestigt und ausgebaut.
  • Roter Turm in Backsteinbauweise am Hafen, 33 m hoch; der Turm wird als ethnographisches Museum genutzt.
  • Seldschukische Schiffswerft
  • Burgberg von Alanya mit altem Stadtzentrum, Moschee und Karawanserei
  • Stadtteil "Tophane" zwischen Burgmauer und Rotem Turm
  • Am Fuße des Burgberges befindet sich die Damlataşhöhle (Tropfsteinhöhle) mit einer gleichmäßigen Temperatur von 22 °C und 96 % Luftfeuchte
  • Archäologisches Museum
  • Kleopatra-Strand im Westen der Stadt
  • die seit 1998 offiziell zugängliche "Dimhöhle" - etwa 15 km vom Zentrum entfernt
  • die Aşıklar-Höhle (Aşıklar Mağarası)
  • der Dimcay-Fluss mit vielen "Picknickrestaurants"
  • weiter östlich die Stadt Anamur mit der sehenswerten Burg und der historischen Stadt Anemurion

Städtepartnerschaften

Alanya unterhält Partnerschaften mit folgenden Städten:

Ausländer in Alanya

In Alanya lebt die größte Anzahl deutscher Aussiedler (10.000 im Jahre 2006) in der Türkei. Aufgrund der vielen Deutschen wird Alanya von den im Mittelmeerraum lebenden Türken mitunter als "Almanya" (Deutschland) bezeichnet.

Als einzige Stadt der Türkei hat Alanya einen Ausländerbeirat aus freiwilligen Mitgliedern verschiedener Nationen. Er kann bei relevanten Themen beratend an Stadtratssitzungen teilnehmen. Ausländer mit Beratungsbedarf können sich an den Beirat wenden.

Die Ausländerpolizei in der Nähe des Busbahnhofes ("Otogar"), bei der Aufenthaltserlaubnisse beantragt werden, wenn der Aufenthalt länger als 90 Tage am Stück beträgt, hat einen Deutsch und Englisch sprechenden Beamten.

Neben aus Deutschland importierten Zeitungen und einer in Antalya gedruckten Ausgabe der BILD-Zeitung (ohne spezielle türkische Inhalte) gibt es weitere in der Türkei herausgegebene deutschsprachige Zeitungen, darunter die Wochenzeitung „Aktuelle Türkei Rundschau - Prima Leben“, den „Alanya-Boten“ (vierzehntäglich, deutsche und türkische Beiträge), die „Deutsche Türkei Zeitung - Prima Türkei“ (vierzehntäglich) sowie "Orange" (wöchentliche Beilage zu einer türkischen Tageszeitung, deutsche und englische Beiträge).

Eine ebenfalls große Gruppe russischer Emigranten hat im Gegensatz zu den Deutschen eine eigene Schule. Außerdem leben viele Skandinavier in Alanya, vor allem Dänen, und auch Niederländer, die sich auf den östlichen Stadtteil Mahmutlar konzentrieren.

In Alanya gibt es einen evangelischen Pfarrer, der zweimal im Monat einen Gottesdienst abhält. Alanya gilt offiziell als Außenstelle des in Antalya registrierten katholischen St.-Nikolaus-Vereins. Am 25. Februar 2006 eröffnete eine protestantische Kirche in Alanya, der höchste örtliche Würdenträger der islamischen Religionsgemeinschaft nahm als Ehrengast teil.

Impressionen von Alanya

Literatur

  • G. E. Bean: Korakesion (Alânya) Turkey. In: The Princeton encyclopedia of classical sites. Princeton University Press, Princeton 1976 (online).
  • Hansgerd Hellenkemper, Friedrich Hild: Lykien und Pamphylien, Tabula Imperii Byzantini 8. Wien 2004. ISBN 3-7001-3280-8, S. 587-594 (mit Quellen und reicher Literatur zu Geschichte und Denkmälern)
  • Scott Redford: Landscape and the state in medieval Anatolia. Seljuk gardens and pavilions of Alanya, Turkey. Oxford 2000 (BAR international series 893). ISBN 1-84171-095-4
  • Haşim Yetkin: Von der Vergangenheit bis zur Neuzeit - Alanya. Alanya.

Weblinks

 Commons: Alanya – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Türkisches Institut für Statistik, abgerufen 22. Juni 2011

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