Albert Lee
Albert Lee (2005)

Albert Lee (* 21. Dezember 1943 in Leominster, Herefordshire) ist ein britischer Gitarrist. Er lebt in Kalifornien, Vereinigte Staaten.

Anfang der 1960er Jahre spielte Lee in verschiedenen englischen Bands in Deutschland. 1963 schloss er sich, gemeinsam mit Berry Jenkins, dem deutschen Rocksänger Mike Warner und dessen Gruppe The Echolettes an. In England spielte er u. a. bei Neil Christian. 1964 schloss er sich erneut Mike Warner an, diesmal in der Gruppe „The Fenders“. Anschließend wechselte er zu „Chris Farlowe & The Thunderbirds“, bei denen er vier Jahre lang blieb. Danach spielte er u. a. bei den Bands „Country Fever“ und „Heads Hands & Feet“; letztere produzierte zwischen 1971 und 1973 drei Alben und bedeutete für Lee den Durchbruch zur internationalen Bekanntheit für sein außergewöhnlich schnelles und präzises Gitarrenspiel. Lee spielte auch auf Jon Lords Soloalbum Gemini Suite (1971) mit.

1973 nahm Lee an den Aufnahmen zu den London Sessions von Jerry Lee Lewis teil. Ebenfalls dabei waren die Gitarristen Alvin Lee von Ten Years After und Rory Gallagher. In diesem Jahr begann Albert Lee, gelegentlich mit den Crickets aufzutreten, der ehemaligen Band von Buddy Holly. 1974 erschien ihr Album Long Way From Lubbock.

Lee blieb einige Zeit in Los Angeles, wo er mit Don Everly das Album Sunset Towers aufnahm. Ende 1974 und Anfang 1975 war Lee mit Joe Cocker in Nordamerika, Australien und Neuseeland auf Tour. 1976 ging er zur „Hot Band“ von Emmylou Harris. Mit dieser Besetzung hatte Harris ihre größten Erfolge wie Luxury Liner oder C’est la vie. Während und nach dieser Zeit wurde Lee in fünf aufeinander folgenden Jahren vom renommierten Magazin „Guitar Player“ zum besten Country-Gitarristen gewählt.

1979 erschien Lees erstes Soloalbum Hiding, an dem er seit 1975 gearbeitet hatte. Inzwischen war er Mitglied der Band von Eric Clapton, bei der er fünf Jahre blieb, zu hören u. a. auf dem Live-Album Just One Night.

1982 kam das zweite Soloalbum Albert Lee heraus. Lee ist mit Beiträgen auf unzähligen Country- und Rock-’n’-Roll-Platten vertreten, u. a. bei Dave Edmunds und Rodney Crowell. 1983 arbeitete Lee mit den Everly Brothers zusammen. Seine nächsten Alben waren Speechless (1986) und Gagged But Not Bound. Seit 1987 tourt er regelmäßig mit „Hogan’s Heroes“ von Gerry Hogan. 1993 nahm er mit ihnen in Montreux das Livealbum In Full Flight auf.

Zwei weitere Gruppen, bei denen Albert Lee danach gelegentlich auftrat, waren Sterling Balls „The Biff Baby All-Stars“ sowie Bill Wyman’s Rhythm Kings. Am 29. November 2002 nahm Albert Lee am Gedenkkonzert für George Harrison teil, das in der Royal Albert Hall in London stattfand.

Lee ist befreundet mit Sterling Ball, dem Besitzer der Ernie Ball Incorporation, die Gitarren und Saiten herstellt. Zum Sortiment des Unternehmens gehört auch eine Albert-Lee-Signature-Gitarre.

Eine Besonderheit Lees ist das Spiel der Stringbender-Telecaster. Mit diesem 1965 von Gene Parsons und Clarence White konstruierten Mechanismus ist es möglich, Pedal-Steel-Licks auf der Gitarre zu spielen, was Lee bis zur Perfektion entwickelte. Außer für sein außerordentliches Gitarrenspiel ist Lee bekannt für seinen Gesang, sein Klavierspiel und sein Songwriting.

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