Alessandro Tassoni

Alessandro Tassoni (* 28. September 1565 in Modena; † 25. April 1635 ebenda) war ein italienischer Dichter.

Alessandro Tassoni

Tassoni studierte in Bologna und Ferrara die Rechte und wurde 1597 in Rom Sekretär des Kardinals Colonna, den er 1600 nach Spanien begleitete.

Vom Kardinal in persönlichen Angelegenheiten desselben nach Rom zurückgesandt, ließ er sich dort ganz nieder, wurde in die Akademien der "Umoristi" und "Lincei" aufgenommen und eins der eifrigsten Mitglieder derselben.

Ein erstes Ergebnis seiner Arbeiten waren seine "Considerazioni sopra le rime del Petrarca" (Modena 1609), wodurch er in eine heftige literarische Fehde verwickelt wurde, sich aber doch das Verdienst erwarb, der übertriebenen Verehrung Petrarcas und dem Ansehen seiner ungeschickten Nachahmer ein Ende zu setzen.

Kaum geringeres Aufsehen erregten seine "Pensieri diversi" (Rom 1612), in welchen er den Homer und Aristoteles angriff.

1612 trat er in die Dienste Karl Emanuels von Savoyen, zog sich aber, als nach langem Warten seine Beförderung durch Intrigen verhindert wurde, ins Privatleben zurück, bis 1626 der Kardinal Lodovisio ihn zu seinem Sekretär und nach des Kardinals Tod Franz I. von Modena ihn (1632) zu seinem Kammerherrn ernannte. Tassoni starb aber schon 1635.

Werk und Bedeutung

Sein Ruhm beruht vorzugsweise auf seinem heroisch-komischen Gedicht "La secchia rapita", in 12 Gesängen (Paris 1622), welches den zwischen den Modenesen und Bolognesen im 13. Jahrhundert über einen von den ersteren aus Bologna geraubten Eimer entstandenen Krieg zum Gegenstand hat.

Es ist dies eigentlich das erste komische Epos der neueren Zeit im strengen Sinn des Wortes und gehört wegen seiner glücklichen Mischung von Ernst und Scherz, der Originalität der Gedanken und Bilder, der Schönheit der echt toscanischen Sprache und der Leichtigkeit der Versifikation zu den klassischen Werken der Italiener. Die "Secchia rapita" erlebte in der Folge zahlreiche Neuauflagen (am besten, Modena 1744, Paris 1766, Venedig 1813; deutsch von Kritz, Leipz. 1842). Das Versepos bildete die Grundlage mehrerer Opern, am bekanntesten die Vertonung von Antonio Salieri.

Eine Anzahl Briefe Tassonis hat Gamba herausgegeben (Venedig 1827).

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