Alfred Kremer

Der deutsche Maler Alfred Kremer (* 17. Dezember 1895 in Regensburg; † 6. März 1965 in Weilheim in Oberbayern) schuf in der jahrzehntelangen ersten Schaffensphase vor allem Arbeiten in Öl auf Leinwand; er war besonders stark in der Aktmalerei, die seine Faszination für die Schönheit des Menschen zeigt. In den letzten drei Schaffensjahren, aufs Krankenlager gezwungen, waren es Schwarz-Weiß-Arbeiten in kleinem Format, in denen er inneres Erleben und öffentliche Ereignisse – die Verletzung des Lebens traf ihn immer ins Herz – verarbeitete. Diese „Gestalt-Zeichen“, wie er sie selbst nannte, geben ihn wiederum als Ästheten zu erkennen.

Nach dem Ende des ersten Weltkrieges, dessen erschütternde Erlebnisse als Soldat ihn zeitlebens zeichneten, studierte er in München Malerei. Im Anschluss studierte er an der Berliner Deutschen Hochschule für Leibesübungen und wurde Sportlehrer. 1930 bis 1940 war er Chefreporter des bayerischen Rundfunksenders München für Sport, 1936 Olympiareporter in Garmisch-Partenkirchen und Berlin.

Im Zweiten Weltkrieg wurde er nochmals wehrdienstverpflichtet. Nach dem Krieg arbeitete er als freischaffender Künstler in München und Weilheim. Von 1949 bis 1961 war er Mitglied der Neuen Münchner Künstlergenossenschaft. Jährliche Aufenthalte in Venedig und wiederkehrende Besuche in Paris, Bologna u. a. verbanden ihn mit der Kunstwelt europäischer Großstädte.

Literatur

  • Bernhard Degenhart: Alfred Kremer. Zeichnungen. München 1966
  • Anton Sailer, Friedbert Ficker: Alfred Kremer, der Dämon aus Weilheim. Schöfland/Schweiz, 1968
  • Florian Sundheimer: Ein Münchner Künstler. München 1995
  • Marie José van de Loo (Hrsg.): Alfred Kremer. Der gefangene Körper. München 1998

Weblinks


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