Alfred Storch

Alfred Storch (* 4. April 1888 in Hamburg; † 2. Februar 1962 in Münsingen/Schweiz) war ein deutscher Psychiater.

Nach dem Studium der Medizin in München, Freiburg im Breisgau, Berlin, Bonn und Heidelberg konnte Storch am 13. Dezember 1912 bei dem Psychiater und Neurologen Franz Nissl promovieren, an dessen Klinik er u. a. Karl Jaspers und Arthur Kronfeld kennenlernte.

Ab 1919 war Storch Assistenzarzt an der Universitätsnervenklinik in Tübingen unter Robert Gaupp, bevor er 1927 zu Robert Sommer an die Psychiatrische Universitätsklinik nach Gießen wechselte, bei dem er sich ein Jahr darauf auch habilitieren konnte. Von seinen vielen Aktivitäten ist erwähnenswert, dass er hier interdisziplinäre theologische Seminare mit Martin Buber und Paul Tillich organisierte.

1933 wurde er als sogenannter Volljude sofort entlassen. Er konnte in die Schweiz emigrieren, wo er mit umsichtiger Unterstützung ihres Leiters Max Müller von 1934 bis 1954 an der kantonalen Heil- und Pflegeanstalt Münsingen bei Bern, dem heutigen Psychiatriezentrum Münsingen tätig und wohnhaft werden konnte – allerdings um den Preis, wieder als Assistenzarzt arbeiten zu müssen. Im 58. Lebensjahr gelang es ihm 1950 dennoch, sich an der Universität in Bern im Fach Philosophie zu habilitieren.

Nach Beendigung seiner Berufstätigkeit erhielt er 1955 das Schweizerische Bürgerrecht. Vier Jahre vor seinem Tod wurde ihm als Zeichen der Wiedergutmachung 1958 in Gießen der Ehrentitel eines Honorarprofessors der Justus-Liebig-Universität verliehen.

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