Alois II. (Liechtenstein)
Alois II. von Liechtenstein

Alois II. Josef Maria Johannes Baptista von und zu Liechtenstein (* 26. Mai 1796 in Wien; † 12. November 1858 in Schloss Eisgrub, heute Schloss Lednice), war von 1836 bis zu seinem Tode 11. Fürst von Liechtenstein.

Eine nach der Revolution von 1848 von ihm erlassene liberale Verfassung hatte nur kurzen Bestand.

Inhaltsverzeichnis

Familie

Prinz Alois Josef Maria Johannes Baptista wurde 1796 als zweites Kind des kaiserlich-königlichen Obersten und späteren Generalfeldmarschalls und Fürsten Johann I. Josef (1760–1836) und seiner Gattin Josefa Sophie Landgräfin zu Fürstenberg-Weitra (1776–1848) geboren. Er wurde von verschiedenen ausgesuchten Lehrern, darunter dem Geschichtsphilosphen Friedrich Schlegel unterrichtet. Bei der Thronfolge seines Vaters 1805 wurde er zum Erbprinzen. 1806 bis 1813 war sein jüngerer Bruder Karl Johann Nepomuk (1803–1871) nominell Regent von Liechtenstein. Seine Bildungsreise führte Prinz Alois nach Italien, der Schweiz, England und Schottland. Der Erbprinz heiratete am 8. August 1831 Gräfin Franziska Kinsky von Wchinitz und Tettau (1813–1881).

Ihre gemeinsamen Kinder waren:

Regentschaft

Beeinflusst von seinen Erfahrungen mit dem politischen System Englands tendierte er zu einer liberalen Aristokratie in konservativer Gesellschaft. Nach Erbe des großen Majorats am 20. April 1836 ließ er das Stadtpalais Liechtenstein in Wien und Schloss Eisgrub umgestalten. Er restaurierte auch die Liechtenstein-Kapelle im Stephansdom in Wien und erweiterte die fürstlichen Gemäldesammlungen. 1842 besuchte er als erster regierender Fürst sein Land (Liechtenstein). Am 1. August 1842 erließ er auf Schloss Vaduz ein neues Hausgesetz, in dem die Primogenitur im Sinne der pragmatischen Sanktion von 1713 neu geregelt wurde. 1847 folgte ein weiterer Besuch in Liechtenstein. In Zusammenarbeit mit dem Kanton St. Gallen wurde die Rheinregulierung begonnen. 1852 unterzeichnete Alois II. einen Zollvertrag mit Österreich. 1849 erließ der Fürst eine provisorische Verfassung für das Fürstentum Liechtenstein, die den Forderungen der Einwohner etwas entgegenkam.

Titel, Anrede und Wappen

Der volle Titel des Fürsten war Fürst von und zu Liechtenstein, Herzog von Troppau und Jägerndorf“, Graf zu Rietberg, Regierer des Hauses von und zu Liechtenstein.

Alle Mitglieder des Hauses haben seit kaiserlicher Verleihung des Prädikats vom 3. Juni 1760 die Anrede Durchlaucht (Schriftform: S.D.) und führen das Wappen der Fürstlichen Familie.

Fürst Alois II. war seit 1836 der 931. Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies, österreichischer Verleihung.

1847 stiftete er die liechtensteinische Militär-Dienstauszeichnung.

Grabstätte

Liechtenstein-Gruft in Wranau

Fürst Alois II. und seine Gattin wurden in der Neuen Gruft der liechtensteinischen Familiengruft in Wranau, nördlich von Brünn, beigesetzt.

Literatur

  • Deutsches Adelsarchiv e.V. (Hrsg.): Genealogisches Handbuch des Adels (GHdA). Genealogisches Handbuch der Fürstlichen Häuser. Fürstliche Häuser Band XIV. C.A. Starke Verlag Limburg a.d.Lahn, 1991, (GHdA Band 100), S. 65-84.
  • Wilhelm Karl Prinz von Isenburg: Stammtafeln zur Geschichte der europäischen Staaten. Band I. Die deutschen Staaten. 2.verbesserte Auflage. J.A.Stargardt Verlag, Marburg 1953, Tafeln 175-179.
  • Detlef Schwennicke (Hrsg.): Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der europäischen Staaten. Neue Folge (EST NF), Band III / 1. J.A.Stargardt Verlag, Marburg, (EST NF III/1) Tafeln 30-39.
  • Norbert Jansen: Franz Josef II. Regierender Fürst von und zu Liechtenstein. Festschrift zum 40.Regierungsjubiläum S.D. . Amtlicher Lehrmittelverlag, Vaduz 1978. (mehrsprachige Ausgabe deutsch-englisch-französisch).
  • Harald Wanger: Die regierenden Fürsten von Liechtenstein. Frank P.van Eck Verlagsanstalt, Triesen 1995, ISBN 3-905501-22-8.

Weblinks


Vorgänger Amt Nachfolger
Johann I. Josef Fürst von Liechtenstein
18361858
Johann II.

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Alois De Liechtenstein — Pour les articles homonymes, voir Aloïs. Alois von Liechtenstein …   Wikipédia en Français

  • Alois de liechtenstein — Pour les articles homonymes, voir Aloïs. Alois von Liechtenstein …   Wikipédia en Français

  • Aloïs de Liechtenstein — Alois de Liechtenstein Pour les articles homonymes, voir Aloïs. Alois von Liechtenstein …   Wikipédia en Français

  • Alois de Liechtenstein — Saltar a navegación, búsqueda Alois de Liechtenstein Regente de Liechtenstein Nacimiento 11 de junio …   Wikipedia Español

  • Alois de Liechtenstein — Alois de Liechtenstein, Alois Philipp Maria von und zu Liechtenstein, (nacido el 11 de junio de 1968) es el príncipe heredero y regente de Liechtenstein desde el 15 de agosto de 2004. Tiene el tratamiento de Su Alteza Serenísima Nacido en Zürich …   Enciclopedia Universal

  • Alois de Liechtenstein — Pour les articles homonymes, voir Aloïs. Alois von Liechtenstein Le prince héréditaire Alois de Liechtenste …   Wikipédia en Français

  • Alois von Liechtenstein — Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein …   Deutsch Wikipedia

  • Alois von Liechtenstein (Begriffsklärung) — Der Name Alois von Liechtenstein kann folgende Personen bezeichnen: Alois I. (Liechtenstein) (1759–1805), Fürst von und zu Liechtenstein Alois II. (Liechtenstein) (1796–1858), Fürst von und zu Liechtenstein Aloys von Liechtenstein (1846–1920),… …   Deutsch Wikipedia

  • Aloïs de Liechtenstein (1968-) — Alois de Liechtenstein Pour les articles homonymes, voir Aloïs. Alois von Liechtenstein …   Wikipédia en Français

  • Alois II de Liechtenstein — Aloïs II de Liechtenstein Aloïs II de Liechtenstein Portrait par Friedrich Schilcher. Aloïs II, prince du Liechtenstein, né en 1796, mort le 12 novembre 1858. Fils de Jean I de Lie …   Wikipédia en Français

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”