Andreas Nachama
Andreas Nachama bei der Eröffnung des Gedenkortes SA-Gefängnis Papestraße

Andreas Nachama (* 27. November 1951 in Berlin) ist ein deutscher Publizist und Rabbiner. Er ist geschäftsführender Direktor der Stiftung Topographie des Terrors.

Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er ist Sohn des Berliner Oberkantors Estrongo Nachama.

Inhaltsverzeichnis

Ausbildung

Von 1972 bis 1981 studierte Nachama an der FU Berlin Geschichte und Judaistik. Zeitweilig besuchte er als Gaststudent das Leo Baeck College in London und hörte auch Vorlesungen in Israel. Das Studium schloss er mit dem Magister Artium 1976 und der Promotion 1981 ab.

Arbeit als Wissenschaftler

Nachama arbeitete von 1977 bis 1979 als wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Neuere Geschichte der Ruhr-Universität Bochum. Anschließend war er von 1980 bis 1993 als leitender Mitarbeiter bei den Berliner Festspielen angestellt und als solcher unter anderem für die Koordination und Öffentlichkeitsarbeit der Berliner 750-Jahr-Feier 1987 verantwortlich. Seit 1987 leitete er die Dauerausstellung Topographie des Terrors in Berlin, seit 1994 ist er geschäftsführender Direktor der Stiftung Topographie des Terrors. Neben dieser Tätigkeit war er in weiteren Funktionen aktiv, unter anderem von 1992 bis 1999 als künstlerischer Leiter der Jüdischen Kulturtage in Berlin. Im Jahr 2005 wurde er zum Professor am Lander Institute for Communication about the Holocaust and Tolerance am Touro College Berlin/New York ernannt.

Arbeit in der Jüdischen Gemeinde

Bereits seit 1973 war Nachama nebenamtlich Assistent von Rabbiner Louis Fischer am Chaplain Center der US-Armee in Berlin. Dies endete 1993 nach dem Abzug der Truppen aus Berlin. Von 1997 bis 2001 war er Vorstandsvorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und zugleich Mitglied des Direktoriums des Zentralrates der Juden in Deutschland sowie Governor der World Union for Progressive Judaism. Im Jahre 2000 wurde er im amerikanischen Bundesstaat New York zum Rabbiner ordiniert und amtiert seitdem in der 1999 wiedereröffneten Synagoge Hüttenweg im Gebäude des ehemaligen Chaplain Centers ehrenamtlich als Rabbiner.

Arbeit als Publizist

Schon während des Studiums arbeitete Nachama von 1977 bis 1981 als freier Journalist für verschiedene Radio- und Fernsehsender (beispielsweise SFB, ZDF, DLF, RIAS). Seit dieser Zeit veröffentlichte er allein und in Zusammenarbeit mit anderen mehrere Bücher und veröffentlichte Artikel in diversen Zeitungen und Zeitschriften.

Bibliografie

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