Kitzbühel
Kitzbühel
Wappen von Kitzbühel
Kitzbühel (Österreich)
Kitzbühel
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Kitzbühel
Kfz-Kennzeichen: KB
Fläche: 58,02 km²
Koordinaten: 47° 27′ N, 12° 24′ O47.44638888888912.391944444444762Koordinaten: 47° 26′ 47″ N, 12° 23′ 31″ O
Höhe: 762 m ü. A.
Einwohner: 8.207 (1. Jän. 2011)
Bevölkerungsdichte: 141,45 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6370
Vorwahl: 05356
Gemeindekennziffer: 7 04 11
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hinterstadt 20
6370 Kitzbühel
Website: www.kitzbuehel.eu
Politik
Bürgermeister: Klaus Winkler (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(19 Mitglieder)
12 ÖVP,
4 SPÖ,
1 Gemeinsame Kitzbüheler Liste,
1 Kitzbüheler Bürgerliste (KBL),
1 Junge Unabhängige KitzbühelerInnen (JUK)
Lage der Stadt Kitzbühel im Bezirk Kitzbühel
Aurach bei Kitzbühel Brixen im Thale Fieberbrunn Going am Wilden Kaiser Hochfilzen Hopfgarten im Brixental Itter Jochberg Kirchberg in Tirol Kirchdorf in Tirol Kitzbühel Kössen Oberndorf in Tirol Reith bei Kitzbühel Schwendt St. Jakob in Haus St. Johann in Tirol St. Ulrich am Pillersee Waidring Westendorf TirolLage der Gemeinde Kitzbühel im Bezirk Kitzbühel (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Der Schwarzsee, in dem jeden August der Weltmeisterschaftsserien-Triathlon beginnt, mit dem Wilden Kaiser.
Zentrum Kitzbühels mit Pfarrkirche Zum Hl. Andreas und Liebfrauenkirche.
Links der Turm der Liebfrauenkirche (14. Jhd.), rechts die Pfarrkirche Zum Heiligen Andreas.
Die Pfarrkirche Zum Heiligen Andreas mit dem Turm aus dem 13. Jhd.
Die Katharinenkirche (1365 geweiht) von der Vorderstadt aus gesehen.

Kitzbühel, gesprochen Kitzbühl, ist eine Stadt mit 8207 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2011) im nordöstlichen Tirol, Österreich. Kitzbühel liegt rund 100 km östlich der Landeshauptstadt Innsbruck, ist Bezirkshauptstadt des Bezirks Kitzbühel und liegt an der Kitzbüheler Ache, mitten in den Kitzbüheler Alpen. International bekannt ist sie als einer der bedeutendsten Wintersportorte Österreichs.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geschichte

In der späten Bronzezeit (1100–800 v. Chr.) wurde das Gebiet um Kitzbühel von Illyrern besiedelt, die nach Kupfererz schürften.

Um das Jahr 15 v. Chr. breiteten sich die Römer unter Kaiser Augustus bis über den Alpenraum aus und errichteten die Provinz Noricum. Nach dem Zerfall des weströmischen Reiches wurde das Gebiet um 800 von Bajuwaren besiedelt, die die Wälder rodeten.

Im 12. Jahrhundert wurde der Name Chizbuhel erstmals in einer Chiemseer Urkunde (dort ist von einem Marquard von Chizbuhel die Rede) erwähnt, wobei Chizzo eine bayrische Sippe bezeichnet und Bühel die geographische Lage der Siedlung auf einer Anhöhe. Hundert Jahre später bezeugt eine Quelle die Vogtei des Stiftes Bamberg in Kicemgespuchel; in der Stadterhebungsurkunde von 1271 wurde der Ort Chizzingenspuehel genannt.

Kitzbühel kam 1255 mit der ersten bayrischen Landesteilung zu Oberbayern, Herzog Ludwig II. verlieh Kitzbühel am 6. Juni 1271 das Stadtrecht und die Stadt wurde mit einer wehrhaften Mauer befestigt. Da sich Kitzbühel aber in den nächsten Jahrhunderten durch seine Lage zwischen Pass Thurn und Chiemgau als Handels- und Marktplatz etablierte, stetig wuchs und von kriegerischen Auseinandersetzungen verschont blieb, wurden die Mauern auf Höhe des ersten Stockes abgetragen und zum Bau von Wohnungen benutzt.

Die Heirat von Margarete von Tirol mit dem bayerischen Herzog Ludwig dem Brandenburger im Jahr 1342 vereinte Kitzbühel vorübergehend mit Tirol, durch die Eheschließung bis zum Tode Ludwigs zu einem bayerischen Nebenland wurde, bis die Stadt nach dem Schärdinger Frieden 1369 wieder an Bayern abgetreten wurde. Durch die bayerischen Landesteilungen gelangte Kufstein an die Landshuter Linie der Wittelsbacher. Während dieser Zeit wurde der Bergbau in Kitzbühel systematisch voran getrieben und ein umfassendes Bergrecht erlassen, das später für das gesamte bayerische Herzogtum von Bedeutung werden sollte. Am 30. Juni 1504 kam Kitzbühel dauerhaft an Tirol, nachdem sich Kaiser Maximilian als Gegenleistung für seinen Kölner Schiedsspruch, der den Landshuter Erbfolgekrieg beendete, die vormals Landshuter Ämter Kitzbühel, Kufstein und Rattenberg vorbehalten hatte. In den drei genannten Orten galt aber bis in das 19. Jahrhundert weiterhin das Landrecht Ludwigs des Bayern, so dass diese Städte innerhalb Tirols eine juristische Sonderstellung einnahmen. Maximilian verpfändete Kitzbühel, und so gelangte es Ende des 16. Jahrhunderts unter die Herrschaft der Grafen von Lamberg bis zum 1. Mai 1840, als Kitzbühel feierlich an den Staat übergeben wurde. Vom Schwedischen Krieg (1630–1635) zeugt die Inschrift „Bis hierher und nicht weiter kamen die schwedischen Reiter“ in der Schwedenkapelle.[1]

Die Kriege des 18. und 19. Jahrhunderts gingen an der Stadt vorüber, wenngleich sich auch Kitzbühler an den Tiroler Befreiungskämpfen beteiligten. Kitzbühel gelangte erneut zu Bayern als Kaiser Franz I. im Frieden von Pressburg Tirol an Bayern abtrat, nach dem Sturz Napoleons wurde es auf dem Wiener Kongress wieder mit Österreich vereint.

Als Kaiser Franz Joseph schließlich die verworrenen Verfassungsverhältnisse ordnete und nach Fertigstellung der Salzburg-Tiroler-Bahn im Jahr 1875 erfuhr die Stadt einen Aufschwung in Wirtschaft und Industrie. Kitzbühel hatte das Glück, im Ersten und Zweiten Weltkrieg von Zerstörungen verschont zu bleiben.[2]

Die Gemeinde ist seit 2000 Mitglied im Klimabündnis Tirol.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Katharinenkirche: 1360–1365 erbaut, hochgotische Kirche mit Kupferschmiedaltar im Herzen der Stadt; der hohe Turm mit Spitzhelm ist markanter Blickpunkt des Stadtzentrums, das Glockenspiel ist um 11:00 und 17:00 Uhr zu hören.
  • Evangelische Christuskirche in Kitzbühel, 1962 erbaut von Clemens Holzmeister
  • Tanzcafe Reisch: 1928 erbaut von Lois Welzenbacher (Architekt der Tiroler Moderne); von ihm stammt auch das Arzthaus Plahl
  • Berghaus Holzmeister am Kitzbühler Hausberg Hahnenkamm; erbaut 1930 als Gästehaus von Clemens Holzmeister
  • Berghaus von Alfons Walde, 100 m entfernt
  • Fresko von Max Weiler (1951) in der Volksschule Kitzbühel
  • neu errichtete 3S-Bahn der Firma Doppelmayr, die Luftseilbahn mit dem höchsten Bodenabstand (400 Meter) aller Seilbahnen der Welt.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter:

Berühmte Einwohner von Kitzbühel:

Tourismus

Kitzbühel, am Fuße des Hahnenkammes (1.712 m) und des Kitzbüheler Horns (1.996 m) gilt als eines der bedeutendsten Wintersportzentren in Österreich. Gemeinsam mit den Skipisten und Liften im benachbarten Kirchberg in Tirol, Jochberg und am Pass Thurn weist Kitzbühel eines der größten zusammenhängenden Skigebiete Österreichs auf. Mit rund 10.000 Hotel- und Pensionsbetten besitzt Kitzbühel mit seinen Nachbarorten auch eine ungewöhnlich hohe Fremdenbettendichte.

Den Urlaubern in Kitzbühel stehen im lokalen Skigebiet 56 Seilbahn- und Liftanlagen sowie 168 Pistenkilometer zur Verfügung, hinzu kommen für die Langläufer 40 Loipen-Kilometer.

Im Sommer gibt es 120 km mit dem Mountainbike und 500 km mit den Wanderschuhen zu erkundschaften.

Weitere Attraktionen sind die sechs Tennis- und vier Golfplätze, das Kitzbüheler Schwimmbad, Österreichs einzige Curlinghalle sowie der Schwarzsee.

Besondere Erwähnung verdient der Tourismus im Hochpreissegment, da viele Prominente und der Jetset unter anderem zur Zeit des Hahnenkammrennens hierher kommen.

Sport

  • Das Hahnenkammrennen (Abfahrtslauf auf der Streif, Slalom am Ganslernhang, Super G auf der Streif) lockt jährlich 80.000-100.000 Besucher an und bedeutet für die Region ca. 30 Millionen Euro Wertschöpfung. Im Jahr 2005 haben 700 Medienvertreter aus 35 Nationen von den Rennen berichtet.
  • Jedes Jahr im Juli findet das ATP-Tennisturnier der Herren, die Austrian Open Kitzbühel statt.
  • Jährlich führt eine Etappe der Hervis-Tour auf das Kitzbüheler Horn.
  • Der EC Kitzbühel spielt in der Tiroler Eliteliga, momentan wird über einen Aufstieg in die Nationalliga nachgedacht (März 2007). Seit Dezember 2006 spielt der EC Die Adler Kitzbühel in der neuen Eishalle im Sportpark.
  • Der KCC (Kitzbühel Curling Club) gilt als der bekannteste Curling-Club in Österreich.
  • Am Kitzbüheler Schwarzsee fanden in den Jahren 2007 und 2008 Weltcup-Triathlons statt, seit 2009 ist der Ort einer von acht Austragungsorten der Triathlon-Weltmeisterschaftsserie, und zwar der einzige, der nicht in einer Millionenstadt angesiedelt ist.
  • Auf der Münichauer Wiese findet jedes Jahr im Jänner, eine Woche vor dem Hahnenkamm-Rennen, das weltgrößte Snow-Polo Turnier mit Spielern aus aller Welt statt.[3]

Kunst und Kultur

Das Museum Kitzbühel bietet für alle Besucher einen Einblick in die Geschichte und Kultur der Stadt und Region Kitzbühel. Im obersten Geschoß des Hauses befindet sich die Galerie Alfons Walde, in der dreißig herausragende Gemälde des Künstlers präsentiert werden.

Im Winter 2004 gelang es der Stadtgemeinde Kitzbühel, dass die Ausstellung der United Buddy Bears auf ihrer Welttournee im Tennisstadion Station machte, bevor diese - unter der Bezeichnung "The Art of Tolerance" – in über 20 Metropolen auf allen fünf Kontinenten präsentiert werden konnte.

Verkehr

Straße

In Kitzbühel mündet die Brixentalstraße B170 von Wörgl kommend in die Pass Thurn Straße B161 von Mittersill nach St. Johann in Tirol.

Eisenbahn

Kitzbühel Hauptbahnhof, Kitzbühel Hahnenkamm und Kitzbühel Schwarzsee sind Haltestellen an der Salzburg-Tiroler-Bahn. Während die Bahnhöfe Hahnenkamm und Schwarzsee ausschließlich von Nahverkehrszügen bedient werden, halten am Bahnhof Kitzbühel auch Fernverkehrszüge aus Richtung Innsbruck Graz. Der Bahnhof Kitzbühel wird gerade (2010) umgebaut und erhält im Rahmen des Umbaus neue barrierefreie Bahnsteige mit Personentunnel und Lift. 2011 wird am Bahnhof Kitzbühel der Fahrdienstleiter abgezogen und somit wird dann dort auch kein Fahrkartenverkauf am Schalter mehr möglich sein.

Städtepartnerschaften

Historische Schwesterstädte Kitzbühels, Städte, denen 1393 wie Kitzbühel das Stadtrecht von München verliehen wurde, sind:

Panorama

Blick auf Kitzbühel vom Hahnenkamm
Blick auf Kitzbühel vom Hahnenkamm

Literatur

  • Gertrud Heß-Haberlandt: Bauernleben. Eine Volkskunde des Kitzbüheler Raumes. Haymon, Innsbruck 1988; ISBN 385218035X
  • Kitzbüheler Ski Club (Hrsg.): Hahnenkamm. Chronik eines Mythos. Wissen Media, Gütersloh–München 2003
  • Emil Arnim Pfeifer: Kitzbühel. Sonne und Pulverschnee. Verein „Alte Kitze – Old Kids“, Kitzbühel 1992
  • Wido Sieberer (Hrsg.): Kitzbühels Weg ins 20. Jahrhundert. Sparkasse Kitzbühel, Kitzbühel 1999
  • Wido Sieberer: Stadtführer Kitzbühel, 2006; ISBN 3702227008
  • Wolfgang Straub: Kitzbühel. Mit Fotos von Gerhard Trumler. Brandstätter Verlag, Wien 2005; ISBN 3854984251
  • Eduard Widmoser (Hrsg.): Stadtbuch Kitzbühel. Gemeinde Kitzbühel, Kitzbühel 1967–1971

Weblinks

 Commons: Kitzbühel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Über die Sage vom unbekannten Reiter
  2. www.geschichte-tirol.com: Kitzbühel
  3. Weltgrößte Polo Turnier lädt wieder nach Kitzbühel: der Valartis Snow Arena World Cup

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