Angelburg (Berg)

pd1

Angelburg
Angelburg mit dem Fernsehturm

Angelburg mit dem Fernsehturm

Höhe 609 m ü. NN
Lage Hessen, Deutschland
Gebirge Gladenbacher Bergland
Dominanz 12 km ‐ Eichholzkopf (Rothaargebirge)
Schartenhöhe 180 m – Forsthaus Streitwasser (Simmersbach-N) – Eichholzkopf
Geographische Lage 50° 47′ 18″ N, 8° 25′ 44″ O50.78828.429609Koordinaten: 50° 47′ 18″ N, 8° 25′ 44″ O
Angelburg (Berg) (Hessen)
Angelburg (Berg)

Die Angelburg ist mit 609 m ü. NN der höchste Berg des Gladenbacher Berglandes in Hessen. Sie liegt im Nordosten des Lahn-Dill-Kreises und bildet das westliche Zentrum der Bottenhorner Hochflächen.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Lage

Die Angelburg befindet sich im Lahn-Dill-Kreis (unweit der Nahtstelle zum Landkreis Marburg-Biedenkopf) nur etwa 1 km (Luftlinie) östlich von „Hirzenhain Bahnhof“ (Ortsteil von Eschenburg). Sie ragt südlich der Gemeinde Angelburg bzw. nördlich von Siegbach auf. Die Entfernung bis Bottenhorn (Bad Endbach) beträgt 4,5 km.

Naturräumliche Zuordnung

An der Angelburg und ihren Ausläufern quellende Flüsse entwässern entweder, wie die Gansbach, über die Perf und damit nach Norden zur Lahn oder über Siegbach, dann Aar und schließlich Dill nach Süden in die Lahn. Daher gehört die Angelburg eindeutig nicht zum Schelder Wald, der sich in der Hauptsache über die Einzugsgebiete der Dill-Nebenflüsse Schelde und Nanzenbach definiert. Dennoch wird sie von vielen Quellen als dessen höchste Erhebung geführt. Korrekterweise muss man den Berg jedoch den reliefärmeren, jedoch absolut gesehen höheren Bottenhorner Hochflächen zuordnen.

Fernsehturm Angelburg

Auf dem stark bewaldeten Gipfel der Angelburg, zu dem zahlreiche Wanderwege führen, steht der 171 m hohe Fernsehturm Angelburg. Er gehört zu den sogenannten Grundnetzsendern der Deutschen Telekom.

Wilhelmsteine

Die beiden Hauptfelsen der „Felsenburg“ Wilhelmsteine

Die Angelburg war ehemals eine weitaus höhere Einzelerhebung (Angelburg-Massiv), die im Lauf der Erdgeschichte bis auf ihre heutige Höhe abgetragen wurde. Davon zeugen auch die Wilhelmsteine, die als Eisenkiesel-Härtlinge dem Abtrag widerstanden.

Geschichte

In der Nähe der Angelburg wurde eine vorgeschichtliche Siedlung nachgewiesen. Dort fand man auch der Hirzenhainer Keltenstein, der heute in Darmstadt im Museum steht und jüngst zusammen mit dem berühmten Keltenstein vom Glauberg in einer Ausstellung gezeigt wurde. Unweit davon befinden sich die Wilhelmsteine, ursprünglich „Buschsteine“ genannt. Diese Gruppe von Eisenkiesel-Härtlingen, deren einzelne Exemplare bis zu 15 m hoch aufragen, sind ein bekanntes Naturdenkmal. Man geht davon aus, dass sie ein bedeutendes vorchristliches Heiligtum waren. Heute findet dort noch alljährlich an Himmelfahrt ein Waldgottesdienst statt, an dem Bewohner der umliegenden Ortschaften teilnehmen.

An der Angelburg befand sich vom frühen bis zum hohen Mittelalter ein wichtiger Kreuzungspunkt alter Fern-Handelsstraßen, die auf den längeren Wasserscheiden verliefen, zum Beispiel die von Nord-Ost nach Süd-West verlaufende Herborner-Straße, auch „Hohe Straße“ genannt, bzw. die Ost-West-Trasse der Leipzig-Kölner-Messe-Straße die bis nach Brabant (Belgien) zog und daher auch Brabanter Straße genannt wurde. Sie hieß auch „Schelder-Wald-Straße“ und in alten Urkunden „strata publica“ (öffentliche Straße). An der Angelburg mündete auch der heute nahezu unbekannte, von Gießen aus am Dünsberg vorbei, etwa der Landesstraße L 3047 folgende, über die Zollbuche, Günterod und westlich an Hartenrod und Schlierbach verlaufende Westfalenweg in dieses System ein. Seine Trasse verlief weitgehend siedlungsfern auf der Lahn/Dill- bzw. Aar-Salzböde-Wasserscheide. Über seine nördliche Fortsetzung konnte man nach Paderborn und bis Bremen gelangen. Von diesen alten Wegen zweigten unterwegs regionale Wege ab, deren Trassen man heute noch in Feld- und Waldwegen auf den kürzeren Wasserscheiden verfolgen kann.

Die auf der Wasserscheide des Schelderwaldes verlaufende „Hohe Straße“ war bis Anfang der 70er Jahre des 19.Jahrhunderts in Gebrauch. Nachdem die neue Landstraße in den Jahren 1871 bis 1875 von Niederscheld über Lixfeld nach Breidenbach gebaut und fertiggestellt wurde, verlor sie ihre jahrhundertelange Bedeutung. Heute wird sie als Forststraße genutzt.


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