Kölner Bucht
Ungefähre Lage der Kölner Bucht
Spargelanbau bei Sechtem

Als Kölner Bucht wird die dicht besiedelte und von Flüssen durchzogene Ebene bezeichnet, die zwischen den Städten Bonn, Aachen und Düsseldorf/Neuss liegt. Sie befindet sich im Südwesten Nordrhein-Westfalens und bildet den natürlichen südlichen Abschluss des Niederrheinischen Tieflands und den Übergang in das rheinische Schiefergebirge. Zu ihr werden die Landschaften der Voreifel und des Bergischen Landes gerechnet. Sie ist eine Region, in der Kohle abgebaut wird, stellt eine wettertechnisch eigenständige Region dar und gilt als Erdbebengebiet.

Inhaltsverzeichnis

Landbau und Bergbau

Die Region wird geprägt durch die Landwirtschaft mit Obstplantagen und Gemüseanbau. Sie gehört wegen ihrer Lößböden zu den fruchtbarsten Regionen in Deutschland. In der Region wird intensiver Braunkohletagebau betrieben.

Kultur

In der Region befinden sich 325 Burgen und Schlösser, die meist als Wasserburgen errichtet wurden. Zahlreiche Gebäude der deutschen Geschichte sind hier zu finden, z.B. der Kölner Dom oder die Staatsgebäude der Bundesrepublik Deutschland aus Zeiten als Bonn Parlaments- und Regierungssitz war.

Klima

Die Kölner Bucht zählt mit Jahresdurchschnittstemperaturen zwischen 10 und 11 °C zu den wärmsten Regionen Deutschlands. Während die Sommer am Oberrhein noch etwas wärmer sind, sind die Winter so mild, dass Schneefälle, die über mehrere Tage liegen bleiben, in einem durchschnittlichen Winter eher als Ausnahme gelten. Durch Steigungsregen der umgebenden Höhenzüge ist das Klima außerdem relativ feucht. In Kombination mit den wertvollen Lößböden machen diese Faktoren die Kölner Bucht zu einer der fruchtbarsten Regionen Deutschlands.

Geologische Entwicklungsgeschichte

Vor ca. 30 Millionen Jahren sanken Teile des Rheinischen Schiefergebirges ab, und es bildete sich ein Niederungsgebiet. Bedingt durch das damals subtropische Klima gab es ein artenreiches, üppiges Pflanzenwachstum. Vor ca. 15 Millionen Jahre starben diese Pflanzen ab und bildeten eine bis zu 270 Meter dicke Torfschicht. Durch den Druck der darüber liegenden Erdschichten wurde der Torf zu Braunkohle gepresst, die in heutiger Zeit vom Menschen wieder abgebaut wird.

Die Vorläufer des heutigen Rheins gruben ein breites Flussbett durch das Gestein. Aus den Alpen, der Eifel, dem Hunsrück und dem Westerwald brachten diese Rheinvorläufer Abtragungsschutt heran. Wo das Wasser langsam floss (in den Flachwasserzonen), blieb Ton zurück; wo es schnell floss, lagerten sich Sand und Kies ab. Die Grenze des Nordmeeres reichte zeitweise bis dahin, wo heute die Städte Aachen, Erkelenz und Mönchengladbach liegen.

Teil der Bucht von Norden. Links sind der Kölner Dom und der Fernmeldeturm Colonius zu erkennen. Am rechten Bildrand ist das Bayerwerk Dormagen. Im Hintergrund links die Eifel, die Ville in der Mitte und Braunkohleabraumhalden rechts.
Teil der Bucht von Norden. Links sind der Kölner Dom und der Fernmeldeturm Colonius zu erkennen. Am rechten Bildrand ist das Bayerwerk Dormagen. Im Hintergrund links die Eifel, die Ville in der Mitte und Braunkohleabraumhalden rechts.

Geografische Nachbarschaft

Umgeben wird die Kölner Bucht auf der linken Rheinseite vom Hohen Venn und der Eifel sowie rechtsrheinisch vom Bergischen Land. Im Süden und Südosten bildet das ansteigende Rheinische Schiefergebirge den Abschluss der Bucht bei Königswinter, weit sichtbar durch die Silhouette des Siebengebirges. Nach Nordwesten öffnet sich die Kölner Bucht in die Talräume von Rhein und Maas, im Nordosten grenzt sie an das Münsterländer Kreidebecken der Westfälischen Bucht.

Siehe auch

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