Anti-Antifa
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Als Anti-Antifa bezeichnen sich seit den frühen 1990er Jahren unterschiedlichste Gruppierungen innerhalb des rechtsextremen Spektrums in Deutschland, welche Antifaschisten und weitere Gegner wie Lokalpolitiker und Journalisten bekämpfen und hierbei auch Gewalt einsetzen.[1] Der Begriff Anti-Antifa ist jedoch nicht nur auf den Bereich der gewaltbereiten Neonazis beschränkt, sondern findet in differenzierteren Varianten auch Anhänger im Bereich des so genannten intellektuellen Rechtsextremismus und bei Rechtskonservativen.[2]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Erstmalig vorgestellt wurde das Konzept Anti-Antifa 1992 vom Hamburger Neonazi Christian Worch[1] in der Zeitschrift Index der Nationalen Liste (NL).

Die größte öffentliche Aufmerksamkeit erhielt die Anti-Antifa, als 1993 unter Federführung von Christian Worch und Norbert Weidner in einer Publikation mit dem Namen Einblick Personendaten von Nazigegnern, Journalisten und Politikern aus der gesamten Bundesrepublik veröffentlicht wurden.[1] In den folgenden Jahren gingen die Aktivitäten zurück. Im Internet tauchten vereinzelt immer wieder Seiten auf Neonazi-Websites auf, die inhaltlich in der Tradition der älteren gedruckten Publikationen standen. Seit 2002 wurden abermals Aktionen dieser Gruppierungen bekannt. Die „Autonomen Nationalisten Berlin“ (ANB), die erstmals Mitte 2002 in Erscheinung traten, beziehen sich ausdrücklich auf die Anti-Antifa-Programmatik. Das sich aus dem Kameradschaftsumfeld speisende ANB-Projekt ist bislang vor allem durch Teilnahme an Demonstrationen sowie die Verbreitung von Aufklebern in Erscheinung getreten.

Im März 2010 hatten Anhänger der Anti-Antifa Wetzlar einen Molotowcocktail auf das Haus eines Kirchenmitarbeiters geworfen der sich gegen Rechtsextremismus engagierte. Das Landgericht Limburg verurteilte die Täter wegen versuchten Mordes zu mehrjährigen Haftstrafen.[3]

Ziele

Die Namensgebung bezieht sich auf Antifa-Gruppen (abgeleitet von Antifaschismus) der autonomen Szene, die gegen die verschiedenen Erscheinungsformen des Rechtsextremismus vorgehen. Die Anti-Antifa beschreibt sich selbst als Informationssammelstelle zur „Feindaufklärung“, die persönliche Daten politischer Gegner sammelt und veröffentlicht[4] sowie deren Aktionen und Veranstaltungen dokumentiert. Diese Vorgehensweise wurde von der „Outing“-Praxis vieler Antifa-Gruppierungen übernommen. Obwohl von direkten Aufrufen zur Gewaltanwendung von den Autoren dieser „schwarzen Listen“ meist abgesehen wird, distanzieren sich diese nicht ausdrücklich von Gewaltanwendung, so dass sie im Ergebnis der Einschüchterung politischer Gegner dienen und Gewalttaten gegen Einzelpersonen sowie linke oder alternative Projekte zur Folge haben. So lassen sich in Ostdeutschland vermehrt Übergriffe und Drohungen gegen Abgeordnete der Partei Die Linke feststellen.[5] Die Aktivisten der Anti-Antifa rekrutieren sich aus dem gewaltbereiten, ideologisch gefestigten Personenkreis des aktionsorientierten Rechtsextremismus.

Literatur

  • Matthias Mletzko: Gewaltdiskurse und Gewalthandeln militanter Szenen - Unterschiede am Beispiel „Antifa“ und „Anti-Antifa“. Teil 1 in: Kriminalistik August/September 2001, S. 543-548; Teil 2 in: Kriminalistik Oktober 2001, S. 639-644 (online als PDF abrufbar: Teil 1, Teil 2)
  • Andrea Röpke, Andreas Speit (Hg.): Braune Kameradschaften. Die neuen Netzwerke der militanten Neonazis. Ch. Links Verlag, Berlin, 2004, ISBN 3-86153-316-2
  • Javier Rojas: Anti-Antifa. Ein Handbuch über eine aktive Tarnorganisation der Nazis, Stuttgart 1999, ISBN 3-00-004043-9

Fußnoten

  1. a b c Glossareintrag der Bundeszentrale für politische Bildung
  2. „Anti-Antifa“ - einigendes Band von Neonazis bis zur Intellektuellen Rechten Artikel des Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung von Anton Maegerle und Marin Dietzsch
  3. Vier Neonazis wegen Brandanschlag in Hessen verurteilt, www.focus.de vom 2. Februar 2011, abgerufen am 6. Februar 2011
  4. „Anti-Antifa“-Akte mit über 150 Dresdner Personen Mirror einer Pressemitteilung des Projekts „a.l.i.a.s.“
  5. Pflastersteine und Morddrohungen Mirror eines Artikels aus der Frankfurter Rundschau

Weblinks


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