Anton Diedrich Gütschow
Anton Diedrich Gütschow

Anton Diedrich Gütschow (* 14. November 1765; † 8. November 1833 in Lübeck) war Maire von Lübeck.

Er war Sohn des Kaufmanns und Senators Carl Abraham Gütschow. Gütschow, Doktor der Jurisprudenz, ab 1789 Ober- und Niedergerichtsprokurator, war seit 1802 Stadtsyndikus von Lübeck. Nachdem Lübeck 1811 Teil des Französischen Kaiserreichs geworden war und eine Verwaltung nach französischem Muster eingerichtet wurde, erhielt Gütschow den Posten des Maires bzw. Bürgermeisters, den er bis zur ersten Befreiung Lübecks von der französischen Herrschaft am 19. März 1813 innehatte. Bei der erneuten Besetzung der Stadt durch französische Truppen am 3. Juni sollte Gütschow das Amt wieder übernehmen, befand sich jedoch nicht mehr in Lübeck., so dass zunächst sein Stellvertreter Dr. Meyersteck die Amtsgeschäfte führte, bis am 7. Juli der Mediziner Friedrich Adolph von Heintze auf Befehl Louis-Nicolas Davouts zum provisorischen Maire ernannt wurde.

Nachdem Lübeck seine Eigenständigkeit wieder erlangt hatte, übernahm Gütschow wieder die Position des Stadtsyndikus, die er bis zu seinem Tode 1833 behielt.

Er war einer der Mitbegründer der Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit.

Sein Sohn Carl Philipp (1794-1838) war Arzt in Lübeck und wird in den Buddenbrooks als Dr. Grabow beschrieben.

Literatur

  • Friedrich Bruns: Die Lübecker Syndiker und Ratssekretäre bis zur Verfassungsänderung von 1851. In: ZVLGA Band 29 (1938), S.91 (116ff.).
  • Emil Ferdinand Fehling: Zur Lübeckischen Ratslinie 1814-1914. Lübeck 1915, Nr. 11.
  • J. Warncke: Lübecks Befreiung von der Franzosenherrschaft. Verlag Gebrüder Borchers, Lübeck 1913

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