Armand Mergen

Armand Mergen (* 29. Januar 1919 in Heffingen; † 1. März 1999 in Bridel)[1], genannt Toto, war ein luxemburgischer Rechtswissenschaftler, Psychiater, Kriminologe und Publizist, der als Professor an der Universität Mainz lehrte und 1959 die Deutsche Kriminologische Gesellschaft gründete.

Mergen war während der NS-Herrschaft Schüler des Psychiaters Friedrich Stumpfl, der seit 1939 das Amt für Erb- und Rassenbiologie in Innsbruck leitete. Gemeinsam mit Stumpfl führte Mergen rassenbiologische Studien über Tiroler Karner und Jenische durch und etikettierte sie als asozial. Mergen promovierte 1942 bei Stumpfl mit einer Dissertation über die Kriminalität der Geisteskranken, untersucht an 200 Fällen der Universitätsklinik Innsbruck.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Mergen einer der ersten akademischen Kriminologen in der Bundesrepublik Deutschland und bis 1985 Professor an der Universität Mainz. Er publizierte zu vielen Themen der Kriminologie und Kriminalistik und schrieb auch populärwissenschaftliche und belletristische Bücher. Er bildete hohe Kriminalbeamte aus und schrieb mit einigem Insider-Wissen versehen seine vielbeachtete BKA-Story. Auch seine kritische publizistische Auseinandersetzung mit den Ermittlungen im Fall Barschel, Tod in Genf, sorgte für öffentliche Aufmerksamkeit.

Mergen war Mitglied im Beirat der Humanistischen Union.

Inhaltsverzeichnis

Schriften (Auswahl)

  • Die Tiroler Karrner: Kriminologische und kriminalbiologische Studien an Landfahrern (Jenischen) (1949)
  • Die Wissenschaft vom Verbrechen: Eine Einführung in die Kriminologie (1961)
  • Die Kriminologie: Eine systematische Darstellung (1967, 1978, 1995)
  • Die BKA-Story (1987)
  • Tod in Genf: Ermittlungsfehler im Fall Barschel: Mordthese vernachlässigt? (1988)
  • Das Teufelschromosom: zum Täter programmiert (1995)

Sekundärliteratur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Fischer Taschenbuch Verlag, Zweite aktualisierte Auflage, Frankfurt am Main 2005, ISBN 978-3-596-16048-8, S. 404.



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